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Wenn Rabbi Baal-Schem Tov (1700-1760), der Begründer der chassidischen Bewegung im osteuropäischen Judentum, etwas ganz Wichtiges für einen Menschen machen wollte – wir nennen es heute »ein Wunder vollbringen« – dann ging er in den Wald, an einen bestimmten Ort, machte dort ein Feuer und sprach Gebete. Dann geschah das Wunder.

Eine Generation später, wenn der Rabbi von Meseritz etwas Ähnliches machen wollte, ging er in den Wald an die gleiche Stelle und sagte: »Das Feuer können wir nicht mehr machen, aber die Gebete können wir noch sprechen« – und das Wunder geschah. In der nächsten Generation wollte der Rabbi Mosche Leib wieder so etwas tun. Er ging auch in den Wald und sagte: »Feuer können wir kein's machen, die Gebete kennen wir nicht, aber den Ort«, – und das Wunder geschah.

Dann kam Rabbi Israel, setzte sich in seinem Haus auf einen Stuhl und sagte: »Feuer können wir kein's machen, die Gebete kennen wir nicht und auch den Ort nicht. Aber wir können die Geschichte davon erzählen«, – und das Wunder geschah.

(jüdische Überlieferung, frei nach Wolfdietrich Schnurre)

   
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