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Pussy Riot

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Pussy Riot
Die russische Punkband Pussy Riot.
Foto: Игорь Мухин at ru.wikipedia

»Die Zeit der Tyrannen und Diktatoren ist vorbei«

Die Haftstrafen für drei Mitglieder der Kreml-kritischen feministischen Punkband Pussy Riot - zwei Jahre Lagerhaft - sind weltweit auf Empörung und Kritik gestoßen. Rund um den Globus protestierten Anhänger der jungen Frauen in zahlreichen Großstädten gegen den Schuldspruch wegen Rowdytums aus religiösem Hass, darunter auch so prominente Namen wie der ehemalige Schachweltmeister Kasparow, Madonna oder Sting. Gerd Soballa freut sich über soviel zivilen Ungehorsam und die kommende weiche Macht der Weiblichkeit.

Es schien wie eine paradoxe Intervention in Form einer künstlerischen Punk-Perfomance zu sein: Junge Frauen aus der feministischen Szene erstürmen in selbstgehäkelten bunten Masken den Altarbereich der Christi Erlöser Kirche in Moskau und rezitieren ein Punkgedicht, in dem sie die aus ihrer Sicht Verlogenheiten, die unter den heiligen Masken von Kirche und Staat geschehen, anprangern und die Jungfrau Maria bitten, sie möge doch Putin sowie die falschen Heiligen vertreiben. Auch die Machenschaften der orthodoxen Kirche, die unter ihrem Heiligenschein offenbar staatlich legitimierte obskure Geschäfte betreibt, werden thematisiert. Die Töne sind schrill, die Gebärden obszön - dort wo es um Kritik an Kirche und Staat geht -, das Gebet an Mutter Maria dagegen wird inbrünstig vorgetragen. Schrill und obszön müssen im Falle von Pussy Riot die Botschaften auch ausfallen, denn schrill und obszön ist es auch, was sie anprangern, wenn z.B. Homosexuelle in Arbeitslager nach Sibirien verbannt werden, Demonstranten willkürlich verhaftet werden oder die orthodoxe Kirche in einem Kuhhandel für ihre Unterstützung Putins steuerfrei mit Alkohol und Tabak handeln darf und Grundstücke aus der Zeit vor der Revolution zurückerhält. Pressefreiheit,

Pressefreiheit, Einhaltung der Menschenrechte und Transparenz sind keine Qualitäten von Staat und Kirche in Russland

Russland im Aufbruch?

Wenn der Patriarch Kyrill und seine Kirche das bisherige Wirken des Präsidenten und zwischenzeitlichen Premiers Putin als »Wunder Gottes« bezeichnet, dann weiß man wenigstens aus diesem Kontext heraus, woher der Wind Ergebenheit gegenüber dem Kreml weht. Hier werden durch die noch Mächtigen selbst wohl mehr religiöse Gefühle der Gläubigen beleidigt – ein Tatbestand, der Pussy Riot wegen ihrer Performance von 40 Sekunden vorgeworfen wird – als durch die jungen Frauen und ihrer politischen Aktion, denn das, was sich die Herren Putin, Kyrill und noch andere erlauben, dauert nicht nur 40 Sekunden, sondern ist Dauerzustand. Allerdings wissen von dem allem die meisten Menschen in Russland nichts, denn Pressefreiheit, Einhaltung der Menschenrechte und Transparenz sind, gelinde gesagt, nicht unbedingt die Qualitäten, die von Staat und Kirche hochgehalten und gepflegt werden.

Im Gegenteil: Das oppositionelle Russland ist voll im Aufbruch begriffen, ähnlich wie die Gesellschaften im Nahen Osten, und das offizielle Regime hält dagegen mit immer mehr Repressalien, während die Masse der Bevölkerung, die im eigenen Land davon nichts erfährt, gegen kritische Künstler, Intellektuelle und Oppositionelle aufgehetzt wird.

Fakt ist: Trotz weltweiter Proteste – von Künstlerkollegen wie Madonna und Sting, von Politikern wie Obama, Merkel und Westerwelle – wurden die drei jungen Frauen, von denen zwei auch noch Mütter von kleinen Kindern sind, für etwas, was in demokratischen Ländern höchstens als Ordnungswidrigkeit geahndet wird, zu zwei Jahren Straflager verurteilt, und das in einem Lagersystem, in der bisher in der Regel nur Mörderinnen und Diebinnen zu finden waren und in dem zunehmend, wie der Pussy Riot-Prozess jetzt zeigt, auch politische Oppositionelle sein werden.

Für Amnesty International sind die drei Frauen politische Gefangene, die derzeit Zuspruch und Unterstützung – sogar auf höchsten politischen Ebenen - auf der ganzen Welt erhalten

Die Angst der Mächtigen

Schaut man sich die Bilder der drei angeklagten Frauen an – und auch vieler oppositioneller Demonstranten und Unterstützer - so spürt man die Kraft, Loyalität und Überzeugung dieser jungen Frauen, die in Handschellen in einem Glaskasten eingesperrt vor dem Chamowniki-Gericht saßen. Oftmals bekamen sie nichts zu essen, hatten wenig Schlaf und eine fiel sogar einmal vor körperlicher Schwäche um. Und doch spürt man ihre Kraft. Vergleicht man diese Bilder mit Bildern und Aussagen von Putin sowie dem orthodoxen Patriarchen Kyrill und deren Tross an Kirchenoberen, staatlichen Bürokraten, Polizisten, Bewachern und Richtern, so kommen einem da eher Bilder von Schuld, aggressiver Überheblichkeit oder auch Hass entgegen. Die Anstiftung zu religiösem Hass dagegen ist ein Vorwurf, der den drei Frauen gemacht wird und die dafür angeklagt sind. Und wie es so oft mit Schuldzuweisungen ist: Wer zu deutlich mit dem Zeigefinger auf jemanden zeigt, vergisst oft, dass drei Finger der eigenen Hand auf ihn selbst zeigen.

Das System und seine Statthalter haben Angst – so wie auch ein Gaddafi Angst hatte, ein Murbarak oder ein Assad. Und je größer die Angst wird, desto schlimmer – siehe in Syrien - wird gewütet. Noch wird kein bewaffneter Kampf in Russland gegen das eigene Volk geführt, doch die Vorboten in Form von Repressalien, Verletzung von Menschenrechten und überzogenen Reaktionen gegen Oppositionelle und Freidenker sind da. Für Amnesty International sind die drei Frauen politische Gefangene, die derzeit Zuspruch und Unterstützung – sogar auf höchsten politischen Ebenen - auf der ganzen Welt erhalten. Sie nahmen das Urteil mit stoischer Gelassenheit hin, wohl wissend, dass ihre Aktion nicht vergeblich war und dass die Menschlichkeit über staatliche Willkür siegen wird. Eine der Frauen schrieb: »Ganz egal wie das Urteil lautet: Wir und Ihr gewinnen sowieso.«

»Wir und Ihr gestalten derzeit eine große und wichtige politische Bewegung, und Putins System kann immer schwieriger damit umgehen« (Pussy Riot)

Der große Aufbruch ins Neue

Woher kommt die Angst der Mächtigen, und woher die Zuversicht dieser jungen Frauen? Waffenstarr, von Polizei, Militär, den Medien, Justiz, institutionalisierter Herrschaftsreligion und jenem Teil des Volkes unterstützt, der mit den Wölfen heult bzw. als schweigende Mehrheit dahindämmert, sollten sich diese mächtigen Herren mit ihren Unterstützersystemen eigentlich in Sicherheit wiegen können. Tun sie aber nicht. Wie kommt es, dass diese zu Megapopanzen aufgeplusterten Machtstrukturen vor drei blassen, mit Handschellen gefesselten jungen Frauen in die Knie gehen? Es erinnert an das Feigste und Gemeinste: Herrenmenschen, wie sie die patriarchalische Geschichte in den letzten Tausenden von Jahren ja schon zur Genüge hatte und die mit einem Gewaltmonopol ausgestattet sind, demonstrieren ihre Macht und schießen mit Kanonen auf Spatzen, wenden überzogene Gesetze gegen vermeintlich Schwächeren an, vor denen sie aber in Wirklichkeit Angst haben oder – noch schlimmer wie in Syrien - setzen Kampfbomber, Panzer und schwere Artillerie gegen das eigene Volk ein, gegen Unbewaffnete oder mit leichten Waffen ausgestattete Rebellen. Und hier ist es wohl auch kein Zufall, dass es ein Putin ist, der dieses staatsterroristischen Unrechtsystem in Syrien unterstützt und im Weltsicherheitsrat Maßnahmen verhindert, die in der Lage wären, das syrische Volk vor der Brutalität und dem Terror der eigenen Regierung zu schützen.

Doch die Zeit der Tyrannen und Diktatoren ist vorbei. Die Welt lässt derlei nicht mehr zu. Die Herren Gaddafi, Hussein und Murbarak hatten dies noch nicht begriffen und gingen unter, Herr Assad begreift dies schon gar nicht und bei Herrn Putin besteht immerhin noch die Chance zur Umkehr, bevor es in Russland auch so weit sein wird.

Pussy Riot
Nadezhda Tolokonnikova im Moskauer Gericht.
Foto: Denis Bochkarev

Pussy Riot und das Jahr 2012

Laut den Maya und anderer indigener Völker endet mit dem alten Mayakalender ein altes Zeitalter und ein neues beginnt. Dieser Neustart wird nicht punktgenau am 21.12. 2012 stattfinden, sondern wird einen Entwicklungsprozess von rund sieben Generationen beanspruchen. In den 20 Jahren vor 2012 jedoch spielen sich laut den Maya, den Hopi, den Aborigines etc. und auch vieler westlicher Zukunftsforscher in einer hoch beschleunigten Zeit auf fraktale Weise Dinge ab, durch welche die Menschheit einen Spiegel über den wirklichen und wahren Zustand ihrer Lebenskultur in ethischer, geistiger, spiritueller Hinsicht vorgehalten bekommt. Die Maya sprechen hier von einem Spiegelsaal der Menschheit, in dem alle Masken von Falschheit und Verlogenheit fallen werden und die wahre Natur der menschlichen Kultur zum Vorschein gebracht wird. Der Hintergrund dafür ist, dass laut den Indigenen das Zeitalter der Angst und Trennung, das in etwa zeitgleich ist mit der patriarchalischen Entwicklung, abgelöst wird und ein Zeitalter beginnt, das von Empathie und Authentizität getragen ist.

Die weiche Macht des Schwarms ist stärker als die harte alte punktförmige Macht von Tyrannen, Patriarchen und Diktatoren

Alles, was geschieht, ob negativ oder positiv bewertet, ob Katastrophen, Tsunamis, Reaktorunfälle, Revolutionen oder bahnbrechende neue Entdeckungen bzw. neue Bewusstseinsentwicklungen, sollen für die Menschheit entwicklungsfördernde Impulse und Transformationen bringen. Vor diesem Hintergrund bekommen die Vorgänge um die Künstlerinnen von Pussy Riot und dem weltweiten Echo, das durch ihr Handeln ausgelöst wird eine neue Qualität. Vor einigen Jahren noch wären solche mutigen Menschen wie die Pussy Riot Frauen, die sich für Freiheit und Demokratie einsetzen, in den Kerkern der Diktatoren und staatlichen Tyrannen spurlos verschwunden. Das geht heute, wo die ganze Welt informell vernetzt ist und via Massenmedien wie Fernsehen und Internet genau hinschaut, nicht mehr. Die weiche Macht des Schwarms ist stärker als die harte alte punktförmige Macht von Tyrannen, Patriarchen und Diktatoren. In diesem Kontext werden die Frauen und das Weibliche überhaupt zur gestaltbildenden Weltenkraft. Laut den indigenen Völkern hängt das Schicksal der Menschheit davon ab, ob die Balance des Männlichen und Weiblichen gelingen wird. Insofern ist es auch kein Zufall, dass es drei junge Frauen sind, die ein ganzes patriarchalisches System herausfordern.

Historische Parallelen

Interessant ist, dass die Staatsanwälte im Prozess gegen Pussy Riot bei der Abfassung der Klageschrift sogar die Historie bemühten und auf Beschlüsse von Konzilen zurückgriffen , die der byzantinische Kaiser Justinian vor 1500 Jahren einberief, um den Kleidungs- und Verhaltenskodex in Gotteshäusern zu regeln. Hier darf noch auf eine interessante historische Parallele, die 1600 Jahre zurück liegt, verwiesen werden, welche die Kirche wohl vergessen und verdrängt hat: Im 5. Jahrhundert nach Christus lebte in Alexandrien eine hoch gelehrte, weise, schöne und freie Frau. Sie hieß Hypatia von Alexandrien und die Philosophie der Liebe, das »Amo ergo sum« geht ursprünglich auf sie zurück. Es heißt, dass sie die letzte weibliche Universalgelehrte der Antike war und zudem als Priesterin der Isis mit den heiligen Frauenmysterien vertraut war. Sie war ein Dorn im Auge eines Herrn Kyrillos, dem damaligen Patriarchen von Alexandrien und Vertreter des frühen institutionalisierten Christentums.

Dieser Patriarch stachelte seine Mönche zum Mord an Hypatia auf. Sie wurde in eine Kirche gezerrt und auf bestialische Weise ermordet. Es soll hier nicht den Herren Putin und Kyrill Mordabsichten unterstellt werden. Es soll hier nur aufgezeigt werden, dass die Unterdrückung von spirituellen Frauen und von weiblicher Weisheit durch die enge Verflechtung von staatlicher Gewalt und patriarchaler Kirche nicht neu sind. Die barbarische Hexenverfolgungen ab dem 16. Jahrhundert sprechen hier Bände. Das alles ist keine neue Erkenntnis. Was jedoch neu ist - und das ist wirklich neu gegenüber damals: Es beginnt ein neues Zeitalter, in dem die weiche Macht der Weiblichkeit, symbolisiert durch das Wasser, stärker sein wird als die harte eiserne Lanzenmacht des patriarchalen Zeitalters. Pussy Riot muss nicht mehr siegen. Pussy Riot hat schon gesiegt.

Das »Punk-Gebet« von Pussy Riot

Mutter Gottes, du Jungfrau, vertreibe Putin
Vertreibe Putin, vertreibe Putin

Schwarzer Priesterrock, goldene Schulterklappen
Alle Pfarrkinder kriechen zur Verbeugung
Das Gespenst der Freiheit im Himmel
Homosexuelle werden in Ketten nach Sibirien geschickt

Der KGB-Chef ist euer oberster Heiliger
Er steckt die Demonstranten ins Gefängnis
Um den Heiligsten nicht zu betrüben
Müssen Frauen gebären und lieben

Göttlicher Dreck, Dreck, Dreck
Göttlicher Dreck, Dreck, Dreck

Mutter Gottes, du Jungfrau, werde Feministin
Werde Feministin, werde Feministin

Kirchlicher Lobgesang für die verfaulten Führer
Kreuzzug aus schwarzen Limousinen
In die Schule kommt der Pfarrer
Geh zum Unterricht - bring ihm Geld!

Der Patriarch glaubt an Putin
Besser sollte er, der Hund, an Gott glauben
Der Gürtel der Seligen Jungfrau ersetzt keine Demonstrationen
Die Jungfrau Maria ist bei den Protesten mit uns!

Mutter Gottes, du Jungfrau, vertreibe Putin
Vertreibe Putin, vertreibe Putin

Gerd Soballa

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