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Partnerwahl 3.0

Details

Partnerwahl 3.0
Foto: Alexander Russie flickr.com

Miteinander statt Aneinander wachsen

Viele Menschen verharren zu lange in Beziehungen, die weder für sie gut sind noch für den jeweiligen Partner. Vivian Dittmar stellt drei typische Partnerwahlmuster vor und erklärt, warum es so wichtig ist, in sich klar zu sein....

Paare bleiben häufig auch in schädlichen Beziehungen aus der Angst heraus, vor etwas davonzulaufen, sich etwas nicht genau ansehen zu wollen oder die eigenen Muster nur in die nächste Partnerschaft mitzunehmen. Stattdessen wird die Beziehung ausgehalten, durchgestanden, die Flinte ins Korn geschmissen und dann doch wieder die nächste Partnerrunde aufgegriffen. Für Außenstehende ist dieser Reigen oft schwer mitanzusehen und auszuhalten, während diese Qual für die Beteiligten irgendwann im Namen der Bewusstheit, der Wachheit, der inneren Arbeit zur Normalität wird. Notfalls wird dem Leiden der Anstrich von Sinnhaftigkeit verliehen. Doch ist es das wirklich - sinnhaft? Müssen wir in Beziehungen, die wehtun, verweilen, um uns zu entwickeln? Brauchen wir das Leiden, die Konfrontation, die schmerzhafte Auseinandersetzung mit unseren Schatten, um… ja, um was eigentlich? Um zu besseren Menschen zu werden? Um glücklicher zu werden?

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, lohnt es sich, die drei Stadien der Partnerwahl näher zu betrachten, die ich in mir selbst und in anderen Menschen beobachtet habe. Ich sage Stadien, denn häufig scheinen diese tatsächlich aufeinander zu folgen, scheint ein Stadium sich aus dem vorhergehenden zu entwickeln. Bei mir war es jedenfalls so. Doch genauso könnte ich es auch drei Arten der Partnerwahl nennen, denn nicht zwangsläufig entwickelt sich die eine zur anderen in linearer Abfolge. Ich sehe Sprünge, ich sehe Menschen, die ihr Leben lang nur eine Art der Partnerwahl praktizieren. Und ich sehe Menschen, die nach einer Partnerwahl 3.0 eine Partnerwahl 2.0 oder 1.0 wählen. Natürlich ist dies die Entscheidung jedes Einzelnen. Jede Art der Partnerwahl hat ihre Berechtigung, ihre Geschenke und auch ihre ganz eigene Schönheit. Wie so oft beobachte ich jedoch, dass mangelnde Unterscheidung zu Verwirrung und Unklarheit führt, wodurch Menschen in Beziehungen ausharren, die ihnen nicht gut tun. Oftmals nehmen sie nicht wahr, dass sie auch andere Beziehungen wählen könnten. Hier möchte ich Abhilfe schaffen, indem ich die drei Arten der Partnerwahl beschreibe und gleichwertig nebeneinander stelle – auch wenn es mir wohl kaum gelingen wird, meine eigene Vorliebe für 3.0 zu verheimlichen, aber das muss ich ja auch nicht. Doch beginnen wir am Anfang.

Partnerwahl 1.0 – Ich mache mir dir Welt, wie sie mir gefällt

Die Partnerwahl 1.0 ist gewiss die unschuldigste und damit auch einfachste Form der Partnerwahl. Für viele Menschen ist sie daher die erste Station auf der Reise in die Zweisamkeit. In diesem Stadium wählen wir einen Partner so aus, wie wir ihn (oder sie) haben wollen. Zumindest ist das die Grundidee. Entspricht jemand nicht unseren Vorstellungen, wird er gleich mal aussortiert, und wir suchen weiter nach jemandem, der näher an unser Idealbild herankommt. Die einfachsten Dating-Apps funktionieren nach diesem Prinzip. Fester Bestandteil der Partnerwahl 1.0 ist immer auch das Optimierungspotenzial, das wir bewusst oder unbewusst mit einkalkulieren. Das bedeutet, dass wir ganz klar davon ausgehen, dass das, was noch nicht ist, ja durchaus noch werden kann. Wir starten also mit jemandem, der so nah wie möglich an unser Ideal heranreicht und gehen davon aus, dass diese Übereinstimmung durch verschiedene Maßnahmen noch gesteigert werden kann – Haare färben, Sport machen, Persönlichkeitsentwicklungsseminare besuchen etc. Liebe bedeutet hier, sich den Vorstellungen des anderen soweit wie möglich anzupassen, um eine möglichst optimale Bedürfniserfüllung zu gewährleisten.

Tücken der Partnerwahl 1.0

Das Geschenk dieser Art von Partnerwahl ist, dass wir uns zugestehen, grundlegende Fragen zu stellen: Was gefällt mir, was passt zu mir, was wünsche ich mir? Es gehört ein gesundes Selbstwertgefühl dazu, sich diese Fragen zu stellen und die Antwort darauf ernst zu nehmen. Diese Form der Selbsterforschung und Aufrichtigkeit, was die eigenen Bedürfnisse betrifft, führt dazu, dass die Partnerwahl 1.0 tatsächlich gelegentlich zu erfüllenden Beziehungen führt – und dagegen ist ja nun wahrlich nichts einzuwenden! Doch das ist selbstredend nicht immer der Fall, denn Partnerwahl 1.0 hat auch ihre Tücken. Erstens bleibt immer eine Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit, egal wie viel Glück wir haben oder wie gründlich die Suchmaschine unserer Partnerbörse das Netz durchkämmt. Auch wenn alles Optimierungspotenzial zu hundert Prozent ausgeschöpft wird: Es ist und bleibt eine Lücke. Bestenfalls lernen wir, diese Lücke großzügig hinzunehmen oder zumindest auszublenden. Gelingt uns dies nicht, scheitern Beziehungen, die auf Partnerwahl 1.0 basieren, genau an dieser Lücke. Die mangelnde Bereitschaft oder Fähigkeit des anderen, sich den eigenen Vorstellungen anzupassen wird als mangelnde Liebe empfunden und führt zu Lieblosigkeit, Kritik, Anschuldigungen und einer daraus folgenden Zerrüttung der Beziehung – die natürlich Jahre in Anspruch nehmen kann. Eine wachsende Anzahl von Personen scheint aus genau diesen Gründen der Partnerwahl 1.0 den Rücken gekehrt zu haben – oder es zumindest zu versuchen. Sie verfolgen höhere Ideale. Partnerschaft als Bedürfniserfüllung? Igitt! Das ist doch von vorgestern, total veraltet, kleingeistig, egozentrisch und vieles mehr. Nein, bedingungslose Liebe soll es sein! Frei von Erwartungen und Ansprüchen! Das reine, freie, freudige Schenken! Willkommen in der Partnerwahl 2.0

Partnerwahl 2.0 – Der Mensch wächst an seinen Aufgaben

Eine der Grundideen von Partnerwahl 2.0 und dem dazugehörigen Beziehungsmodell ist, dass Beziehungen nicht dazu da sind, uns glücklich zu machen. Auch unser Partner ist nicht dazu da, uns glücklich zu machen. Beziehungen sind in diesem Paradigma vielmehr dazu da, unsere Entwicklung zu provozieren. Das ist natürlich nicht immer eine bewusste Entscheidung – doch unbewusst suchen wir uns hier vor allem Menschen aus, an denen wir wachsen können. Das bedeutet in der Praxis, dass sie nicht unbedingt unseren Bedürfnissen entsprechen, aber irgendetwas ist an ihnen, dass wir nicht von ihnen lassen können. Magischerweise entdecken wir über kurz oder lang auch noch Eigenschaften an ihnen, die uns erschreckend vertraut erscheinen – wir kennen sie von Mutter oder Vater oder von der letzten Beziehung 2.0. Das Geschenk einer Beziehung 2.0 ist, dass wir lernen, alles mit uns selbst auszumachen. Denn eines ist klar: Was in Beziehung 1.0 noch so locker flockig optimierbar ist, entpuppt sich hier als unumstößlich. Unser Partner hat nämlich gar kein Interesse, sich unseren Vorstellungen anzupassen, schließlich ist das auch nicht seine Aufgabe. Und selbst wenn er es möchte, oft ist er schlicht nicht in der Lage dazu. In der Beziehung 2.0 haben wir also die Gelegenheit zu erkennen, dass das ganze Universum unser Spiegel ist und dass alles, was uns im Außen geschieht, letztendlich Spiegel unserer Innenwelt ist. Das kann eine recht unangenehme Lektion sein.

Problematik der Partnerwahl 2.0

Und genau in diesem Geschenk der Beziehung 2.0 liegt auch ihre Problematik. Indem wir lernen, dass alles unser Spiegel ist, hören wir auf, uns auf das Außen zu beziehen und dort die notwendigen Schritte zu gehen. Unser hehres Ideal der bedingungslosen Liebe und der kompromisslosen Bereitschaft zu wachsen, entfremdet uns zunehmend unserer menschlichen Wirklichkeit, jener Dimension, wo wir Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte haben, die in einer Beziehung 2.0 oft entschieden zu kurz kommen. Ja, in dieser Art von Beziehung können wir wunderbar unseren Schatten begegnen, doch oft in einer Heftigkeit, die in keiner Weise integrierbar ist. Erfahrungen, die heftiger sind als unsere emotionale Kapazität, führen jedoch nicht zu Wachstum, sondern sie traumatisieren uns. Und genau das beobachte ich in zahlreichen Beziehungen 2.0. Statt Wachstum und Aufarbeitung geschieht Traumatisierung und ein nicht endender Kreislauf von Verletzungen. Doch was dann? Was wenn uns die simple Bedürfnisbefriedigung einer Beziehung 1.0 nicht anspricht, die Beziehung 2.0 uns jedoch mit schöner Regelmäßigkeit ernsthaft über ein Leben im Kloster nachdenken lässt? Richtig, hier kommt Beziehung 3.0 ins Spiel.

Partnerwahl 3.0 – Miteinander statt aneinander wachsen

Man könnte sagen, das Beziehung 3.0 das Beste aus beiden Welten vereint: die Fürsorge für die eigenen Bedürfnisse aus Beziehung 1.0 und die Verantwortung für die eigene Erfahrung aus Beziehung 2.0. Im Paradigma von Partnerwahl 3.0 sind Beziehungen sehr wohl dazu da, unser Leben schöner, einfacher, reicher, lustiger und erfüllender zu machen. Wozu sollten wir uns sonst mit jemandem zusammen tun? Das Leben hält genügend Herausforderungen für uns bereit, auch ohne dass wir uns Partner aussuchen, die uns das Leben schwer machen! Doch anders als in Beziehung 1.0 sehen wir in 3.0 die Verantwortung für das eigene Glück zu hundert Prozent bei uns selbst. In der Partnerwahl 3.0 müssen wir uns auch keine Partner mehr aussuchen, die uns schonungslos mit uns selbst konfrontieren, um unsere Entwicklung sozusagen zu erzwingen. Wir wissen, dass Entwicklung ein Teil des Lebens ist, wenn wir dafür offen sind. In einer Partnerschaft 3.0 unterstützen wir einander in unserer Entwicklung – teilweise sicher auch, indem wir uns die Knöpfe drücken, vor allem jedoch, indem wir einander Zuhören, einander Raum halten und wenn es erwünscht ist, einander Feedback geben.

Reife bedeutet, Verantwortung für meine eigene Erfahrung zu übernehmen plus die Bereitschaft, die Verantwortung für die Erfahrung des anderen bei ihm zu lassen.

Geniales Doppelpack

Der Unterschied zwischen dem Miteinander- und dem Aneinander-Wachsen ist immens. Wenn ich offen bin und ausreichend Unterstützung habe, kann ich an allem wachsen und damit auch an jeder Beziehung. Doch ich kann nicht mit jedem wachsen. Damit ich mit jemandem wachsen kann, braucht es Reife, in mir und in meinem Gegenüber. Reife bedeutet in diesem Fall, Verantwortung für meine eigene Erfahrung plus die Bereitschaft, die Verantwortung für die Erfahrung des anderen bei ihm zu lassen. Außerdem braucht es grundlegende Beziehungsfertigkeiten wie Zuhören, Raum halten, Feedbackfähigkeit oder die Freude an der Selbstreflexion. Das Geschenk einer Beziehung 3.0 ist, dass sie das Leben reicher und einfacher macht und uns zugleich in unserer Entwicklung unterstützt. Das ist ein geniales Doppelpack! Die Herausforderung ist, dass wir oft erst durch Beziehungen 1.0 und 2.0 lernen müssen, bis wir eine Beziehung 3.0 mit jemandem gestalten können. Doch es lohnt sich!

Kann sich eine Beziehung entwickeln?

Zu gerne möchte ich diese naheliegende Frage mit einem enthusiastischen »Ja, natürlich!« beantworten. Es wäre auch nicht wirklich gelogen. Doch wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich gestehen, dass es zwar möglich ist und sicher auch immer wieder vorkommt, jedoch nicht die Regel ist. Wenn Beziehung 1.0 in eine Krise gerät, weil die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit für einen oder beide zu groß ist, kann der Schritt in 2.0 sehr organisch erfolgen – für einen von beiden oder auch für beide Partner. Wenn tatsächlich beide den Schritt in 2.0 gemacht haben und die dort notwendigen Lektionen der Eigenverantwortung und Selbstreflexion gelernt haben, kann auch der Schritt in 3.0 sehr organisch erfolgen. Das setzt aber tatsächlich voraus, dass beide diese Entwicklung mehr oder weniger parallel vollziehen. Da die Lektion von 2.0 jedoch ist, ganz bei mir zu bleiben, gibt es nichts, aber auch gar nichts, was ich tun kann, um meinen Partner dazu zu bringen, das 1.0-Stadium zu verlassen. Wenn er das möchte, kann er sein Leben lang dort verweilen, und es ist noch nicht einmal etwas falsch daran!

Und Vorsicht: In dem Moment, in dem ich versuche, ihn zu verändern – also zum Beispiel in das 2.0-Stadium zu bewegen –, bin ich selbst wieder in 1.0 zurückgerutscht! Schließlich versuche ich, den anderen zu optimieren, damit er mehr meinen Vorstellungen entspricht. Das ist jedoch laut 2.0 nicht seine Aufgabe! Eine ehrliche Antwort auf oben gestellte Frage ist also ein vorsichtiges »Theoretisch, ja«. Viel wichtiger ist jedoch, wie so oft, der ehrliche Blick in den Spiegel: Welche Beziehung lebe ich gerade, und tut sie mir gut? Habe ich die Lektionen von Partnerwahl 1.0 (auf meine Bedürfnisse achten) und 2.0 (immer erst mal bei mir schauen) gut integriert? Oder versuche ich mich irgendwo zu drücken? Denn eines ist klar: Wenn du in dir klar bist, wo du bist und was du willst, hast du super gute Chancen, auch im Außen genau dem zu begegnen. Ob das dann dein bestehender Partner ist oder ein neuer Mensch oder sogar beides, hast du nicht in der Hand. Meine Einladung an dich: Lass dich überraschen!

Vivian Dittmar

Vivian Dittmar ist Referentin, Seminarleiterin und Autorin. Sie engagiert sich seit Langem für eine ganzheitliche Entwicklung von Mensch, Gesellschaft, Wirtschaft und Bewusstsein. Sie ist Autorin der Bestseller "Gefühle & Emotionen - eine Gebrauchsanweisung" sowie "Kleine Gefühlskunde für Eltern: Wie Kinder emotionale und soziale Kompetenz entwickeln". Als Beraterin, u.a. für das Terra Institute, begleitet sie Unternehmer und Führungskräfte in Wandlungsprozessen hin zu einer emotional, sozial kompetenten Kultur. Um Impulse für einen kulturellen und gesellschaftlichen Wandel zu geben, hat sie zudem die Be the Change-Stiftung gegründet. Neben ihrem beruflichen und gesellschaftlichen Engagement ist sie passionierte Mutter von zwei Söhnen. Webseite: www.viviandittmar.net

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Kommentare   

 
0 # Haffa Susanne 2015-11-24 23:16
Wahrlich, erstaunlich, nachvollziehbar , ernüchternd entlarvend, aufdeckend und zugleich aufrüttelnd, Mut machend weiter zu gehen all dies habe ich empfunden beim Lesen dieses Artikels über Partnerwahl.
Ich freue mich auf Partnerwahl.3 !
Vielen Dank für all diese Erkenntnisse ich möchte es für mich umsetzten, freue mich auf Dein Buch
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