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Masdar City wird die erste reine Öko-Stadt der Welt

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Masdar im Modell: © Abu Dhabi Future Energy Company

»Eines Tages werden alle Städte wie diese gebaut«

In den Vereinigten Arabischen Emiraten entsteht zur Zeit die erste Stadt der Welt, die ihre Bevölkerung aus rein regenerativen Energiequellen versorgen will. In der Wüste von Abu Dhabi soll bis zum Jahr 2016 »Masdar City« gebaut werden, die 50.000 Menschen eine auto- und abgasfreie Heimat bieten soll.

Noch existiert die Stadt überwiegend als Modell, doch schon in acht Jahren soll der Traum einer Stadt Wirklichkeit werden, die keinen Abfall und keine Treibhausgase produziert. Auf sechs Quadratkilometern könnten dann 1500 Unternehmen Arbeitsplätze für die Bewohner und 40.000 Pendler schaffen. Die Öko-Stadt, die nach Plänen des englischen Stararchitekten Norman Foster gebaut wird, soll die Bewohner dann ausschließlich aus regenerativen Energiequellen versorgen. 90 Prozent davon stammen aus Fotovoltaikanlagen, die auf den Dächern der Stadt installiert werden: 300 Millionen Quadratmeter sind dafür reserviert. Dazu kommen 90.000 Solarpaneele auf dem reichlich vorhandenen Wüstengebiet auf einem Gebiet von 212.000 Quadratmetern. Sie speisen ein Solarkraftwerk, das schon Ende Mai ans Netz gegangen ist und den Strom für die Bauarbeiten liefert. Die Sonnenenergie betreibt auch die Meerwasserentsalzungsanlagen, die für die Gewinnung von Trinkwasser benötig werden. Ein Teil der 22 Milliarden Dollar Baikosten soll aus dem Handel mit Emissionszertifikaten bestritten werden.

Die Verantwortlichen von Abu Dhabi haben aber noch mehr Pläne. Das Emirat will zukünftig eine Pionierrolle auf dem Gebiet der regenerativen Energien einnehmen. Bis 2020 will man mindestens sieben Prozent der gesamten Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien speisen. In den kommenden Jahren sagen die Experten dafür einen Markt mit einem Umsatz von sechs bis acht Milliarden Dollar voraus.

Da die Realisierung des Projekts mit großen technischen Herausforderungen verbunden ist, wurde eine eigene technische Hochschule gegründet. Das Masdar Institute of Science and Technology widmet sich ausschließlich erneuerbaren Energien und deren effizienter Nutzung. Der Hochschulbetrieb mit 100 Studenten, darunter auch amerikanische vom Massachusetts Institute of Technology, startet im September 2009.

Auch geothermische Anlagen und Windkrafträder sollen die Stadt versorgen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Reduzierung des Energiebedarfs. Im Vergleich mit anderen Städten soll der Energieverbrauch um 75 Prozent gesenkt werden. Erreicht werden soll das mit innovativen Techniken, aber auch mit einer Bauweise, die sich an die traditionellen Formen der Region anlehnt. Die Häuser werden dicht an dicht stehen und sich so gegenseitig Schatten spenden. Parks und Wasseranlagen sollen für zusätzliche Kühlung sorgen. Auf Klimaanlagen werden die Bewohner aber nicht verzichten können, schließlich herrschen dort Temperaturen von 30 Grad Celsius.

Statt Autos werden durch die Stadt fahrbare Kabinen auf Schienen installiert, die die Bewohner an jeden gewünschten Ort bringen sollen. Viel Raum wird für Fußgänger reserviert, die alle relevanten öffentlichen Punkte schnell erreichen sollen. Auch Recycling, Kompostierung und wieder verwertbare Verpackungen spielen in dem Konzept eine große Rolle  neue Gedanken für eine Region, die sich darum in der Vergangenheit herzlich wenig gekümmert hat.

Die Öko-Stadt Masdar City möchte in wenigen Jahren den Beweis antreten, dass klimaneutrale Städte keine Utopie bleiben müssen: »Eines Tages werden alle Städte wie diese gebaut«, sind sich die Verantwortlichen sicher.

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-Oliver Bartsch (Quelle:spektrumdirekt.de)

   
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