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Bevölkerungswachstum hemmt Entwicklung armer Länder

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Jede Sekunde wächst die Weltbevölkerung um 2,6 Menschen
Jede Sekunde wächst die Weltbevölkerung um 2,6 Menschen
© Deutsche Stiftung Weltbevölkerung

Jede Sekunde wächst die Weltbevölkerung um 2,6 Menschen

In der Nacht zum 11. Juli 2009, dem Weltbevölkerungstag, hat die Menschheit mit 6.794.627.616 Erdenbürgern einen neuen Höchststand erreicht. Und die Bevölkerung wächst weiter, jedes Jahr um 80 Millionen Menschen, jeden Tag um 225.000 Menschen, jede Minute um 156 Menschen, jede Sekunde um 2,6 Menschen. Die Hauptlast dieser rasanten Bevölkerungszunahme tragen die Entwicklungsländer, wo die Zahl der Menschen bis zum Jahr 2050 um 2,3 Milliarden wachsen wird  von heute 5,6 Milliarden auf voraussichtlich 7,9 Milliarden Menschen. Damit wird sich der Druck auf die Gesundheits- und Bildungssysteme sowie die angespannte Ernährungslage in diesen Ländern erheblich erhöhen. Darauf weist die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) anlässlich des 20. Weltbevölkerungstages hin.

Frauen gerade in Krisenzeiten fördern, um Armut zu bekämpfen

Angenommen, die Kinderzahl pro Frau bliebe im weltweiten Durchschnitt bis 2050 konstant auf dem heutigen Niveau (3,2 Kinder in den Entwicklungsländern und 1,6 in den Industrieländern) dann würde die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf voraussichtlich 11,9 Milliarden Menschen anwachsen, sich also innerhalb der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts nochmals fast verdoppeln.

»Eine zentrale Ursache für das anhaltende Bevölkerungswachstum in armen Ländern ist der fehlende Zugang zu Familienplanung, insbesondere zu modernen Verhütungsmitteln«, erklärt DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. »Wenn wir Armut und Hunger verringern wollen, müssen Familienplanung, Aufklärung und Gesundheitsfürsorge für Frauen stärker gefördert werden.« Denn die Entscheidung von Frauen über die Anzahl ihrer Kinder habe unmittelbare Auswirkungen auf das Bevölkerungswachstum von Ländern und damit auch auf deren ökonomische Entwicklung. Gleichzeitig sind Investitionen in Familienplanung wirtschaftlich sinnvoll, weshalb sie sich gerade in Krisenzeiten lohnen. »Jeder Euro, der in Familienplanung investiert wird, spart bis zu 31 Euro für die Bereitstellung von sozialen Dienstleistungen wie Bildung, Abwassersysteme und Wohnraum«, erklärt Bähr.

 Aufklärung über Schwangerschaftsverhütung ist notwendig
Aufklärung über Schwangerschaftsverhütung sind notwendig
© Deutsche Stiftung Weltbevölkerung

15 Jahre nach Kairo: Globales NGO-Forum in Berlin zieht Bilanz

Vom 2. bis 4. September werden in Berlin Vertreter von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus Industrie- und Entwicklungsländern zusammenkommen, um 15 Jahre nach der Weltbevölkerungskonferenz von Kairo Bilanz zu ziehen. Das Global NGO Forum wird ausgerichtet vom Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die DSW gehört der internationalen Expertengruppe an, die das NGO-Forum vorbereitet.

-Oliver Bartsch

   
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