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Studentenproteste in Deutschland heute und '68 im Vergleich

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Woran krankt das Bildungswesen?
© S. Hofschlaeger pixelio.de

Woran krankt das Bildungswesen?

Melanie Horvath arbeitet als freie Autorin für connection und macht nebenbei ihren Master in München. Zuvor absolvierte sie an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) ein 3-jähriges Bachelorstudium in den Fachrichtungen »Kommunikationswissenschaft« und »Geschichte«. Daher kann sie als Insiderin über ihre Erlebnisse im Bologna-»relaunchten« BA-Studium sowie über die aktuellen Studentenproteste aus dem Nähkästchen plaudern

Die frohe Botschaft vom allgemeinen Studentenstreik verbreitet sich

Als mir Anfang Oktober zu Ohren kam, dass die Münchner LMU besetzt sei und darüber hinaus in mehreren deutschen Universitäten  sogar in ganz Europa  eine Welle studentischen Protests einsetze, war ich sofort begeistert, ja elektrisiert. Ich dachte mir, von Euphorie erfüllt: »Endlich tut sich mal was, und die Studenten/innen, die schon viel zu lange geschwiegen haben (mich eingeschlossen) erheben gemeinsam ihre Stimme, um das marode Bildungssystem umzuwälzen«. In Gedanken malte ich mir bereits ideologisch motivierte, mitreißende Reden sowie Sitzstreiks à la '68 aus, die endlich ganze Massen von Studenten in Bewegung setzen würden. Noch bevor ich mich also überhaupt mit den konkreten Inhalten der Protestaktionen auseinandergesetzt hatte, war ich bereits Feuer und Flamme für die Aktion. Ich erhoffte mir gesellschaftliche Veränderung  oder was man sich heutzutage kaum noch zu wünschen traut: Verbesserung.

Wenn Studententräume platzen

Zuvor hatte ich mich ebenfalls, ohne jeglichen Widerstand zu leisten, drei Jahre lang in das »verdummende« Bachelor-Studium eingefügt. Resigniert hatte ich mich damit begnügt, dass das Studentenleben wohl nie so sein würde, wie ich es mir in meiner Schulzeit erträumt hatte:
Interessante Kurse, die ich mir selbst je nach Präferenz und eigenem Ermessen auswählen kann, unaufhörliches Bücherwälzen, stundenlange intellektuelle sowie philosophische Diskussionen und persönliche Weiterentwicklung im Sinne von Eigenverantwortung erlangen, charakterlicher Bildung und Mitspracherecht. Universitäre Vorstellungen also, die an ein humanistisches Bildungsideal längst vergangener Zeiten erinnern.

Auswirkungen der Bologna-Vergewaltigung

Die Realität im Bologna-vergewaltigten Unialltag sah allerdings vollkommen anders aus. Stattdessen erwarteten mich im verschulten Bachelorstudiengang Kommunikationswissenschaft, neben unflexiblen Fächerkombinationen vorgegebene Kursen, bei denen man nur zweimal fehlen durfte (auch wenn sie einen noch so wenig interessierten, geschweige denn in irgendeiner Form bildeten), ansonsten musste man den kompletten Kurs erneut belegen. In diesem BA-Studium ging es hauptsächlich ums Auswendiglernen und die exakte Wiedergabe von Professorenmeinungen. Die Diskussionen  in diesem Sinne eher ein euphemistischer Ausdruck  dienten lediglich der Meinungsgleichschaltung und dem simplen Herunterbeten opportunistischer Theorien. Selbst die Bezeichnung der Mit-Studenten als »Kommilitonen« traf meines Erachtens ab dem 3. Semester, nämlich demjenigen, in dem die Zensuren in die Abschlussnote zu zählen beginnen, nur noch geringfügig auf das Verhältnis untereinander zu. Treffendere wäre das Wort »Konkurrenten«, welche versuchen, einander für nichtssagende sog. »Credit Points« auszustechen. Wofür man diese so lebenswichtig zu scheinenden Punkte eigentlich erhält (zumindest wenn man nach dem BA einen der äußerst raren Masterstudienplätze ergattern möchte), ist mir bis zum Ende meines Studiums nicht ganz klar geworden. Denn beim »Kreuzchen-machen« im Rahmen der vielen Multiple Choice-Klausuren schienen diese oftmals nach demselben Glücksprinzip wie im Lotto vergeben zu werden. Genauso hoch war dabei auch die Wahrscheinlichkeit, etwas zu lernen. Ganz zu schweigen von dem stetig steigenden psychischen Leistungsdruck aufgrund von Dauerprüfungen und Regelstudienzeit.
Kurz gesagt: Bildung gilt in unserer heutigen Konsumwelt als Ware. Dementsprechend werden in den neuen BAs und MAs meiner Meinung nach arbeitsmarkttechnisch perfekt abgerichtete und von jeglichem kritischen Denken befreite Marionetten für die kapitalistische Leistungsgesellschaft herangezüchtet.

Bildung hat ihren Preis

Jede Ware hat jedoch ihren Preis. Daher sind auch die beträchtlichen Geld-Sümmchen alias Studiengebühren, die ich von Semester zu Semester an die bayerische Universität meiner Wahl zu entrichten hatte, nicht zu vernachlässigen. Während ich mich zu Beginn meines Studiums für das »tolle« Bildungsangebot noch mit 385 Euro pro Semester bedanken durfte, stieg die Wertschätzung für meine sog. »Elite-Uni«, nachdem sie diesen Titel 2006 verliehen bekam, schon auf 585 Euro an. Ich befand mich mit zwei verdienenden Eltern, die mich inklusive Nebenjob netterweise unterstützten, jedoch noch auf der studentischen Sonnenseite. Aber selbst mit Nebenjob wird die Finanzierung vieler inhaltlich überladener, da zeitlich verkürzter, BA-Studiengänge in Zukunft sicherlich schwierig.

Woran krankt das Bildungswesen?
© Michael König pixelio.de

Zentrale Forderungen der heutigen Studentenbewegung

»Wir wollen ein öffentliches Bewusstsein für die krassen gesellschaftlichen Probleme schaffen, die mit einem verunglückten Bildungssystem einhergehen und eine umfassende Reform desselbigen durchsetzen«, so die Verlautbarung der studentischen Besetzer des größten Hörsaales der LMU- dem sog. »Audimax«- auf ihrer dazugehörigen Internetseite (www.unsereunibrennt.de).

Des Weiteren zählen zu ihren zentralen Forderungen: ein freier und kostenloser Zugang zur Bildung  in diesem Sinne insbesondere die Abschaffung von Studiengebühren für mehr Chancengleichheit. Darüber hinaus setzen sich die Studenten für eine De-Ökonomisierung der Bildung ein, um die inhaltliche sowie finanzielle Unabhängigkeit der Hochschulen von der Wirtschaft zu garantieren. Ferner geht es den Besetzern um die Demokratisierung der Bildungsinstitutionen, insofern um eine freie, selbstbestimmte, partizipatorische Bildung. Das schließt sowohl ein studentisches Mitspracherecht an Hochschulen als auch mehr Selbstbestimmung im Studium mit ein.

Vor allem sollen laut Studenten aber auch die  mehr schlecht als recht  eingeführten Bachelor- und Masterstudiengänge neugestaltet und verbessert werden.
Außerdem bemängeln die Studenten die personelle sowie räumliche Ausstattung der Universitäten: fehlende Professoren und überfüllte Hörsäle stehen hier auf der Tagesordnung.
Schließlich beziehen sich die Studenten mit ihren Reformationsforderungen nicht nur auf die Universitäten, sondern setzen mit ihren Visionen für eine neue Bildungspolitik bereits in Grundschulen an.

Stimme eines LMU-Besetzers und Demo-Organisators

Im Rahmen der studentischen Demonstration vom 24.11.2009 mit dem Motto »Bildung für alle  und zwar umsonst« meldete sich ein aus Österreich stammender, wortführender LMU-Besetzer vor ca. 500 anwesenden Schülern und Studenten mit einer stimmungsmachenden Auftaktrede zu Wort (Auszug):
»Wir sind die Generation Praktikum, die Bologna-Generation sowie die Generation 8-jähriges Abitur und 3-jähriges Studium, vereinfacht gesagt: Wir sind die Generation :blöd9!

Wir hatten keine Stimme, denn uns wurde nie gezeigt, wie man sie erhebt. Im Gegenteil: Wir werden tagtäglich als brave Ja-Sager darauf abgestimmt nichts zu sagen. Aber damit ist nun Schluss, sage ich! Trotz aller Anti-(Bildungs-)Politik kann man den Ruf nach Freiheit  nämlich Bildungsfreiheit- und Gleichheit  nicht unterdrücken. Deshalb erheben wir nun unsere Stimme und siehe da, die Öffentlichkeit ist auf einmal ganz verwundert. Die Politiker sind erschrocken, denn sie denken sich: :Oh Gott, sie haben ja tatsächlich noch eine Stimme9.

Doch ständig werden wir bei unseren Aktionen mit der 68er-Bewegung verglichen. Das soll aufhören, sage ich euch! Wir sind eine neue Generation des Jahres 2009 mit neuen Visionen und sehen uns anderen Herausforderungen gegenübergestellt. Wir wollen nicht mehr mit Altem gleichgesetzt werden, sondern endlich als eigenständige Protestbewegung mit neuen Ideen und Forderungen wahrgenommen und anerkannt werden!«
Doch ist das tatsächlich so? Unterscheidet sich die heutige Studentenbewegung gravierend von der der 60er Jahre?

 

Studentenbewegung heute vs. '68: Revolutionär oder Kopie?

Ein Vergleich nach ausgewählten Kriterien:

Inhaltliche Ähnlichkeit

Wenn man sich als sog. »Alt-68er« die Forderung der heutigen Studenten genauer ansieht, wird man in der Tat feststellen müssen, dass einem so manches davon bekannt vorkommt. Die heutige Studentenbewegung unterscheidet sich inhaltlich in Bezug auf ihre Hauptforderungen nämlich kaum von der 1968: Ebenso wie 2009 wuchs in den 60er Jahren der Unmut der Studenten, welcher sich auch damals in erster Linie gegen die zunehmend unerträglicher werdenden Mängel des Hochschulwesens richtete. Dementsprechend wurde 1968 u. a. eine Revolution im Bildungswesen herbeigesehnt. Ähnlich wie die heutigen Studenten bemängelten die Alt-68er zudem die Ausstattung, die räumliche Enge an den Universitäten sowie das Fehlen von Lernmitteln und sinnvoll eingerichteten Studiengängen. Vorwiegend ging es ihnen dabei aber auch um mehr Mitbestimmung in den universitären Gremien.

Und was ist die Moral von der Geschicht?

Was der heutigen studentischen Bewegung meines Erachtens also fehlt, ist eine wirklich durchdachte Philosophie bzw. Ideologie hinter den ganzen Protesten

Doch was ist mit einer neuen Philosophie bzw. Moral, die  blickt man in der Historie zurück  grundsätzlich hinter jeder sozialen Bewegung steckt? Gleichen sich diesbezüglich auch die Visionen der 68er und der heutigen Studenten? Die Studenten (und Schüler) von heute spüren  ähnlich wie diejenigen der 60er Jahre  schon lange, dass Etwas nicht stimmt, und dass es ihnen auch nichts nützt, wenn sie sich  schon wieder  anpassen. »Perspektiven und persönliche Zufriedenheit fehlen, auch wenn man angepasst ist, das bekommen die heutigen Studenten deutlich zu spüren«, das meint auch die österreichische Politikwissenschaftlerin Claudia von Werlhof.

Des Weiteren äußerte von Werlhof sich in ihrem Vortag gegenüber Innsbrucker Studenten vom 31.10.2009 dahingehend: »Daher wollt ihr erst einmal eure Freiheit, nämlich die, euch umzusehen, Erfahrungen zu sammeln und euch orientieren zu können, bevor ihr langfristige Entscheidungen treffen müsst.« Genau diese Freiheit, die vor allem durch ein ausreichendes Zeitfenster garantiert ist, wird den Studenten in der heutigen Gesellschaft  im Gegensatz zu '68  aber nicht (mehr) zugestanden.
Auch die FAZ benennt das aktuelle Problem folgendermaßen: »Für Studenten heißt die neue Bologna-Wirklichkeit: Zielstrebigkeit ohne Umwege und Sackgassen. Neugier, Erkenntnis-Interesse, selbstständiges Denken  also alles, was höhere Bildung ausmacht  bleiben auf der Strecke« (FAZ, 19.06.09). In der Feststellung dieses Mangelzustandes stimmen heute also Medien, Schüler/Studenten und auch viele Dozenten überein. Doch was genau ist dieses Etwas, woran die Gesellschaft und mit ihr das Bildungswesen krankt?

Die studentischen Aktivisten des Hier und Jetzt scheinen sich bedauerlicherweise als Motto ihres Bildungsstreiks vorgenommen zu haben, von dem real existierenden Bildungswesen all das abzuziehen, was sie daran stört und das Übrigbleibende als ihre bildungsgerechten Idealvorstellungen zu proklamieren. Dabei wirkt es bisweilen ein wenig befremdlich, wenn z. B. die LandesAstenKonferenz Bayern (LAK) sich in einer Petition an Politiker dahingehend äußert: »Angesichts des herrschenden Fachkräftemangels halten wie es für äußerst kontraproduktiv, talentierte junge Menschen von einem Studium abzuhalten«. Daran lassen sich exemplarisch zwei wesentliche Sachverhalte erkennen:

Zum einen zeigt sich, dass die neue Studentenbewegung  wenn auch größtenteils zu Unrecht  in ihrer breiten Außenwirkung oft nur auf ihren finanziellen Duktus der Studiengebührenabschaffung beschränkt bleibt. Zum anderen lässt sich an dieser Forderung der LAK exemplarisch erkennen, dass die Studenten selbst weiterhin demselben Denkkanon der Leistungsgesellschaft verhaftet sind, welche sie ausbeutet. Denn bei dieser Vorstellung von universitärer Bildung gelten Studenten im Sinne von Ressourcenverwertung für die nationale Wirtschaft offenbar als selbstverständlich.
Was der heutigen studentischen Bewegung meines Erachtens also fehlt, ist eine wirklich durchdachte Philosophie bzw. Ideologie hinter den ganzen Protesten, die in ihrer praktischen Konsequenz versucht, Antworten auf die aktuellen gesamtgesellschaftlichen Fragen zu finden und zwar über das reine Bildungswesen hinaus.

 

Warum heutzutage nicht auch ein bisschen 68er-Ideologie adaptieren?

Aber auch jetzt wäre es an der Zeit, dass sich die Studenten zunächst einmal bewusst machen, in welche gesellschaftlichen Zwänge sie genau eingebunden sind

Anders gestaltete sich die studentische Lage in den 60er Jahren. Viele Schlagworte ganz im Sinne der zeitgenössisch unkonventionellen Philosophie sind auch den Menschen von heute noch ein Begriff: »Freie Liebe«, »Flower Power«, »Kommune«, »spießbürgerliches Establishment« und »Frauenemanzipation« sind nur einige davon. Doch die komplette Philosophie hinter der 68er Bewegung auf diese handvoll Proklamationen beschränken zu wollen, würde dem Geist von '68 nicht gerecht werden. Was die damalige Ideologie in ihren Kerngedanken meiner Ansicht nach jedoch aussagen wollte, ist, dass wir dringend ein gesellschaftliches Umfeld benötigen, welches die Befreiung von (Sach-)Zwängen ermöglicht. Solche Zwänge nämlich, die den Einzelnen, aber auch eine gesamte Generation, in der persönlichen Entfaltung einschränken und somit unglücklich machen, gilt es zu überwinden.
Könnten die Studenten von heute sich nicht auch hierbei etwas von den Alt-68ern abschauen? Natürlich sind die Zwänge von heute bisweilen andere als damals. Aber auch jetzt wäre es an der Zeit, dass sich die Studenten zunächst einmal bewusst machen, in welche gesellschaftlichen Zwänge sie genau eingebunden sind. In einem nächsten Schritt sollten schließlich Überlegungen folgen, wie eine alternative Lebensgestaltung in Überwindung der derzeitigen Zwänge künftig aussehen könnte.

Formgestützte Unterschiede

Im Rahmen einer sorgfältigen Analyse beider, zeitlich versetzter Studentenbewegungen fallen, neben vielen Gemeinsamkeiten, auch gravierende Unterschiede in Bezug auf die Form auf. Insbesondere historische Umstände kommen hier zum Tragen. Ebenso spielt die jeweilige praktische Umsetzung eine wichtige Rolle:

Politische Rahmenbedingungen der 60er Jahre

Die Studtenproteste 1968 waren  entgegen den heutigen, sozial begründeten  klar politisch motiviert und mehrheitlich links ausgerichtet. Dabei beeinflusste der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) die Entwicklung der 68er Bewegung maßgeblich. Denn damals gab es, anders als heute, noch real funktionierende, alternative politische Systeme sozialistischer bzw. kommunistischer Prägung. Darüber hinaus befanden sich diese in nächster Nähe zu Deutschland wie z. B. die DDR oder Sowjetunion. Zwar sympathisierte nicht die gesamte Studentenbewegung der 60er Jahre mit sozialistischem Ideengut, eine antikapitalistische, antiautoritäre und emanzipatorische Haltung der damaligen Bewegung war jedoch klar auszumachen.

Auch war die damalige Revolution nicht nur eine politische. Politikwissenschaftler und Historiker prägten für die Geschehnisse der 60er Jahre den Begriff »Kulturrevolution«. Zu dieser Zeit ging es den Studenten nämlich um das Aufbrechen verkrusteter gesellschaftlicher Strukturen. Damit verbunden war schließlich eine kulturelle Befreiung in vielerlei Hinsicht: Die Studenten standen vor großen Aufgaben, darunter die, sich mit der dunklen und größtenteils verdrängten Nazi-Vergangenheit der eigenen Eltern auseinanderzusetzen. Sie gaben den Startschuss für eine umfangreiche Faschismusanalyse. Außerdem kämpften sie u.a. gegen Notstandsgesetzgebung, Vietnamkrieg, Wettrüsten, Umweltverschmutzung sowie den Einfluss von Massenmedien auf die Gesellschaft.

Die heutige politische Situation

Man gewinnt den Eindruck, dass viele Schüler und Studenten in Bezug auf politische Partizipation kaum erprobt sind

Das politische Milieu, in dem die heutigen Studenten aufwachsen, unterscheidet sich grundlegend von dem der 60er Jahre. Man gewinnt den Eindruck, dass viele Schüler und Studenten in Bezug auf politische Partizipation kaum erprobt sind. In diesem Sinne scheint sich auch eine gewisse Resignation bezüglich des politischen Veränderungspotentials einzustellen. Ständig fallen im gesellschaftlichen Schlagworte wie »Politikverdrossenheit« und »jährlich sinkende Wahlbeteiligung«  insbesondere bei dem jüngeren Teil der Bevölkerung. In der Tat ergab eine Forsa-Umfrage der Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen vom September 2009, dass sich bei den Bundestagswahlen in den letzten Jahren im Vergleich zu den 60er und 70er Jahren die jüngeren Wahlberechtigten unter 30 Jahren weniger stark beteiligten als die älteren. Nach den wichtigsten Gründen gefragt, nannten 70 Prozent der Bundesbürger als möglichen Grund, dass »jüngere Wähler glauben, durch ihre Stimmabgabe nichts verändern zu können«. 66 % vermuten dabei »fehlendes Wissen über Politik als Grund« (vgl. http://www.u18.org/uploads/media/Ergebnisse_forsa-Befragung.pdf). Interessant ist hierbei vor allem der Umstand, dass die unter 30-Jährigen selbst diesen Grund überdurchschnittlich häufig angaben.

Deutsche Expertokratie: heute und damals

Doch das Gefühl nicht mehr mitsprechen zu können bzw. nicht über genug Spezialwissen zu verfügen um komplexe Sachverhalte angemessen beurteilen zu können, trifft mittlerweile nicht mehr nur auf das Sachgebiet der Politik zu. Zudem bleibt es nicht auf Jugendliche beschränkt. Kaum ein Bereich des gesellschaftlichen Lebens bleibt von der um-sich-greifenden sog. »Expertokratie« verschont. Ihre Kennzeichen sind eine hochgradige Spezialisierung in allen relevanten Bereichen, durch und durch rationalisierte Arbeitsteilung sowie Beherrschung und Zerstörung der Welt durch menschliche Technik und eine Verwissenschaftlichung des allgemeinen Lebens. Wir wissen heutzutage nicht einmal mehr, was wir für eine gesunde Ernährung im Supermarkt einkaufen sollen, wenn uns dazu nicht mindestens fünf verschiedene Ernährungsberater zur Seite gestellt werden.

Bereits die Studenten der 60er Jahre kritisierten die »Technokratie« sowie Experten- und Autoritätenhörigkeit

Wie kam es zu dieser Entwicklung? Der Mensch selbst hat diesen Prozess in Gang gesetzt und ihn stetig vorangetrieben, ohne jedoch die Folgen abschätzen zu können. Das Resultat ist eine spürbare »Entkoppelung des Mensch-Seins« zu Gunsten von Wissenschaft, Technik und Wirtschaft. Der repräsentative Staat fungiert dabei nur noch als Spielball zwischen diesen Größen und macht bei der Volkstäuschung zu Gunsten von Wählerstimmen bereitwillig mit. Die großen Gewinner dieses Gesellschaftssystems sitzen sicherlich nicht in der Regierung, sondern eher in den hohen Rängen der Pharmaindustrie, in Großkonzernen der Automobil- und Technikbranche, oder sie bieten weltweit Informationsdienste an. Diese Global Player können im Verborgenen problemlos ihre Interessen durchsetzen, denn kaum jemand ist in der Lage sie sachgerecht zu kontrollieren. Den »normalen« Menschen wird diesbezüglich suggeriert, sie selbst besäßen nicht mehr die Fähigkeit mitzubestimmen. Demnach würde sich eine Katastrophe ereignen, wenn Bürgerinnen und Bürger mit ein wenig Menschenverstand über die zahlreichen Fachtermini und aufgeblähten Expertenauftritte hinweg auf das Wesentliche dahinter blickten  für wen bleibt offen. So oder so ähnlich fordern die Studenten das auch für ein demokratischeres Bildungssystem: »Wir lehnen diese hierarchische und fremdbestimmte Struktur des derzeitigen Bildungswesens ab«.

Doch wer hätte das gedacht  auch das sind keine Exklusivforderungen der heutigen Studentenbewegung. Bereits die Studenten der 60er Jahre kritisierten die »Technokratie« sowie Experten- und Autoritätenhörigkeit. Es hat sich in der Zwischenzeit also wenig verändert. Im Gegenteil, heute sind die Auswirkungen dieser verhängnisvollen Entwicklung, die sich in den 60ern eher in den Kinderschuhen befand, spürbarer denn je.

Alt-68er  die idealen Politiker der Neuzeit?

Der freie Autor Florian Panzer bringt das Problem bezüglich der neuen 68er-Politiker auf den Punkt. In seinem Artikel vom 11.01.08 auf »suite101.de«, einem online Autorennetzwerk, schreibt er: »Viele Hauptpersonen der heutigen Polit-Szene  vor allem in den Reihen der Grünen  bezeichnen sich selbst gerne als :68er9 und wollen damit ihre linksalternativ-fortschrittliche Haltung ausdrücken. Was jedoch ist angesichts deutscher Beteiligung an kriegerischen Auseinandersetzungen und drastischer Sparmaßnahmen im sozialen Bereich von den alten Idealen geblieben?«

Heute dagegen versuchen die sozialpädagogisch geschulten und taktisch vorgehenden politischen Erben der 68er Zeit mitunter genau das im Keim zu ersticken, wofür sie damals aus Überzeugung eingetreten sind.

Diese Frage stellt sich auch im Bereich der Bildungspolitik mit Nachdruck. Bei den Münchner Studentendemos konnte man schon von weitem einen großen, auffälligen Wagen erkennen. Zwischen anderen politischen Interessengruppen schien dort in giftgrüner Aufschrift »Bündnis 90 - die Grünen« hindurch. Offensichtlich wollen diese Parteien so ihre Solidarität mit den studentischen Aktionen ausdrücken, um nicht zu sagen »(Neu-)Wählerfang betreiben«.
Aber es ist keineswegs der Fall, dass vermeintliche Sympathien und Verständnis seitens der herrschenden Politiker nur so subtil zum Ausdruck kämen. Im Gegenteil, die meisten wohlbedachten Politiker rühmen sich in den Medien ganz offen mit Wortfloskeln wie »Wir gestehen handwerkliche Fehler bei der Umsetzung der BA- und MA-Studiengänge ein« oder, laut Kultusministerin Monika Hohlmeier, wäre »eine Erhöhung des BAföG- Satzes durchaus denkbar«.
Die äußerst verständnisvollen Politiker signalisieren damit eine enorme  bisweilen verdächtig heuchlerisch erscheinende  Kommunikationsbereitschaft. Sie tun heute anscheinend genau das Gegenteil von dem, was der Staat und seine Ausführungsorgane in den 60-er Jahren so massiv taten: Sie reagieren nicht mit offener Aggression und Gewaltbereitschaft. Kann dieses »moderate« Verhalten der Politiker also tatsächlich als Errungenschaft der 68er Generation gewertet werden?
Im Hinblick auf eine erfolgreiche Auseinandersetzung und somit Durchsetzung der studentischen Ziele scheint diese Staats-Haltung trügerisch zu sein. Denn wer bildet in diesem Interessenkampf die Gegnerseite? Wenn die staatlichen Funktionäre selbst  zumindest mit Lippenbekenntnissen  auf der Seite der Studenten stehen, gegen wen gilt es dann anzugehen?

Dabei darf ein elementarer Bestandteil der 68er Bewegung nicht außer Acht gelassen werden: Während der Staat in den 60er Jahren mit beispielloser Brutalität auf die aufständischen Studenten reagierte, schürte dieses harte Vorgehen, ihren Protest umso mehr. Denn die staatliche Kampfansage wurde von den Studenten mit großer Empörung als weitere Ungerechtigkeit wahrgenommen. Infolgedessen gelangte die Studentenbewegung im Jahre 1968 nach mehreren polizeilichen »Schlagstockattacken« wie z. B. im Juni 1967 beim Besuch des Persischen Scheichs, zu ihrem Höhepunkt. Heute dagegen versuchen die sozialpädagogisch geschulten und taktisch vorgehenden politischen Erben der 68er Zeit mitunter genau das im Keim zu ersticken, wofür sie damals aus Überzeugung eingetreten sind.

»Da müssen mehr Emotionen rüberkommen!«

Das ist es, was der selbsternannte TV-Titan und Glanzstück der anspruchsvollen Fernsehunterhaltung, Dieter Bohlen, Staffel für Staffel seinen Kandidaten bei »Deutschland sucht den Superstar« predigt. Ausnahmsweise kann dieser Ratschlag auch auf die aktuellen studentischen Proteste übertragen werden:

Entstehung emotionaler Felder

Der Ausdruck »emotionales Feld« steht in engem Bezug zum Begriff des »morphogenetischen Feldes«, das von dem englischen Biologen Rupert Sheldrake eingeführt wurde. Darüber hinaus erklärt der Allgemeinmediziner und Psychotherapeut, Rüdiger Dahlke, die Bedeutung sowie Entstehung morphogenetischer Feldern in seinem aktuellen Buch »die Schicksalsgesetze«. Hier soll ein Auszug bezüglich der Feld-Definition genügen: »Morphogenetisches Feld bezeichnet gestalt- bzw. formgebende Phänomene, die keinerlei materielle und noch nicht einmal eine elektromagnetische bzw. energetische Basis haben. Sie sind (bisher) nicht messbar, aber überall erkennbar, sofern man seine Augen und sein Bewusstsein für sie öffnet.«

Solche Felder werden geschaffen, sobald eine gewisse Gruppe von Menschen in Resonanz also in Wahrnehmung und Zustimmung  zu bestimmten, sich gesellschaftlich ereignenden Sachverhalten gehen. Insofern entsteht ein emotionales Feld immer dann, wenn ein Feld der Zustimmung durch hervorgerufene Emotionen aufgebaut werden kann. Emotionale Felder sind daher sehr viel schwerer zu zerstören und bestehen normalerweise bedeutend länger. Denn sie entziehen sich rationalen Prüfkriterien und laufen größtenteils unbewusst ab. Mit Blick auf die studentischen Proteste könnten sie z. B. durch Gefühle wie Euphorie und Empathie, gemeinsame Ideologien und sich wiederholende Rituale der Gefühlsäußerung hervorgerufen werden.

Auch bei den folgenden Straßendemos wollte keine wirkliche Stimmung aufkommen

Ein solches emotionales Feld muss zweifelsohne auch bei den Studenten der 68er Zeit entstanden sein, zumindest wenn man den vielen begeisterten Erzählungen der Alt-68er Glauben schenken darf. Genau das ist meines Erachtens leider das Entscheidende, das der heutigen Studentenbewegung fehlt. So wurde auch meine anfängliche Euphorie genauso schnell wie sie aufgekommen war, leider wieder gedämpft. Bereits als ich mit den »Umgangsregeln« bei meiner ersten allabendlichen Plenumssitzung in der LMU konfrontiert wurde, war ich maßlos enttäuscht. Statt begeistertem Beifallklatschen oder tosenden Zustimmungsrufen als Reaktion auf die vorgetragenen Diskussionsbeiträge, wurde man von den Gesprächsführern angehalten, stumme Handzeichen zu geben. Diese sollten einerseits ein Unterbrechen der Vortragenden verhindern, andererseits signalisieren, ob man einem Redebeitrag zustimmt oder ihn ablehnt. Mit der Zeit kamen jedoch immer mehr Handzeichen hinzu, und man bekam den Eindruck, dass die Beteiligten selbst längst keinen Überblick mehr hätten, welches Zeichen was bedeute. Was sich bei diesen »bürokratischen« Sanktionen in meinen Augen besonders verhängnisvoll abzeichnete, war die konsequente Unterbindung eines emotionalen Feldaufbaus. Diese eigentümliche »Protestmanier«, blieb jedoch nicht nur auf die Plenumsveranstaltungen beschränkt. Auch bei den folgenden Straßendemos wollte keine wirkliche Stimmung aufkommen.

Auch scheinen mir Idole für ein Gelingen sozialer Bewegungen besonders wichtig zu sein, nicht nur im Hinblick auf ihre Vorbildfunktion, sondern auch in ihrer Eignung als Repräsentanten gemeinsamer Ideale. Des Weiteren können sie beim Aufbau und der Festigung von emotionalen Feldern helfen. Die 68er Zeit hatte beispielsweise mit Mao, Che und Dutschke einige davon zu bieten. Wer sind aber die Idole der heutigen Generation?

Sexuelle Befreiung in den 60ern  Beispiel eines gelungenen emotionalen Feldes

Solch ein aufgebautes emotionales Feld lässt sich gut anhand der sexuellen Entfaltung der 68er Bewegung verdeutlichen. Denn sie war nicht zuletzt auch eine sexualisierte Bewegung. Gerade das Element der »freien Liebe« übte damals eine große Attraktivität aus. Heute hingegen ist Sexualität in der öffentlichen Sphäre zur Ware degradiert. Die sexuelle Befreiung von damals meinte jedoch auch eine emotionale Befreiung, nämlich das Bestreben alle Emotionen  insbesondere natürlich sexuelle Empfindungen  offen und ungezwungen zulassen zu dürfen. Es fällt daher nicht schwer, sich vorzustellen, dass mithilfe sexueller Energie sehr mächtige und wirkungsvolle emotionale Felder generiert werden können. Ganz zu schweigen von einer enormen Kreativität und Aktivität, die dadurch freigesetzt werden kann.
Wen wundert es: Die heutige Studentenbewegung hat wenig zu tun mit sexuellen Energien. Unsere Gesellschaft ist bereits komplett sexualisiert. Die sexuelle Allpräsenz in den Medien, vor allem in der Werbung, verdeutlicht diese Tatsache. »Sex sells« lautet die Devise, und so fungiert Sexualität ebenfalls längst als Rädchen des Mach(t)werks der Ökonomisierung aller Lebensbereiche.

Allenfalls ist im Rahmen der heutigen Studentenforderungen von »Gender-Gleichberechtigung« die Rede. Dabei geht es zumeist darum, Frauen innerhalb unserer Leistungsgesellschaft genauso wie Männer zu behandeln. Dieses Thema dreht sich also um die geschlechtliche Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt und zwar in finanzieller sowie anerkennungstechnischer Hinsicht. Diese Forderungen folgen rational logischen Gründen und sind selbstverständlich gerecht. Sie sprechen aber im Vergleich zur sexuellen Befreiung der 60er Jahre verhältnismäßig wenig mitreißende Emotionen an. Insofern bietet die heutige Studentenbewegung wenig Erlebnismöglichkeiten.

Was hat sich seit '68 konkret getan?

Der Vergleich beider Studentenbewegungen hat eine große Ähnlichkeit gezeigt. Es scheint fast als hätten die heutigen Studenten ihre Forderungen, insbesondere inhaltlich, an denen der 68er orientiert. Haben die Studenten von heute also nix dazu gelernt oder die 68er Bemühungen einfach nix gebracht? In der Tat sind viele der gesellschaftlichen Missstände von damals heute dieselben oder haben sich sogar verschlimmert. Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass diese Ungerechtigkeiten inzwischen von der Allgemeinheit als selbstverständliche und unveränderliche Realität hingenommen werden: Statt Vietnam-Krieg sind heute Irak und Afghanistan dran, und die Rüstungsindustrie bleibt weiterhin eine der profitträchtigsten Milliardenbranchen. Während Umweltverschmutzung und Naturausbeutung drastischere Ausmaße annehmen als je zuvor, werden sie nun unter dem Mode-Wort »Klimawandel« zusammengefasst. Ebenso bleibt »der Einfluss von Massenmedien auf die Gesellschaft« weiterhin ein heikles Thema. So treibt beispielsweise der Springer-Verlag die kollektive Volksverdummung mit derselben guten, alten Bild-Zeitung voran. Vieles hat sich seit damals also nicht verändert.

Zu den größten Errungenschaften der 68er-Bewegung zählt jedoch sicherlich die sexuelle sowie emotionale individuelle Entfaltung. Zudem ist die gesamtgesellschaftliche Toleranzgrenze heutzutage bedeutend höher als damals. Auch die gründliche Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit und eine umfangreiche deutsche Faschismusanalyse zählen zu den positiven Folgen der 68er Bewegung. Infolgedessen haben wir heute in Deutschland wesentlich offenere und liberalere gesellschaftliche Diskurse. Aktuell kann man das auch an den Dialogen zwischen Studenten und Politikern erkennen, wenngleich deren Erfolgspotentiale fraglich bleiben.

Eine Bilanz des heutigen Studentenwiderstandes

Auch bei den studentischen Protestaktionen von heute bleibt grundsätzlich das Eintreten für demokratische Ideale  im Sinne eines Bildungswesens, das auch tatsächlich von seinen »Bildungswilligen« mitgestaltet wird  positiv hervorzuheben. Gerade wenn Herrschende über das Mitbestimmungsrecht hinweggehen, ist es wichtig, dass sich Widerstand regt und Menschen gegen diese Ungerechtigkeiten auf die Straßen gehen. Das tun die Studenten momentan auch.

Das Problem des aktuellen Studentenwiderstandes scheint meines Erachtens also weniger an mangelnder Aktionsbereitschaft zu liegen, als am mitgebrachten »Handwerkszeug«. Die Probleme tauchen nämlich genau dann auf, wenn es um die Einigung und Umsetzung gemeinsamer Ziele geht. »Basisdemokratisch« sollen alle Abstimmungen ablaufen, so das oberste Credo der LMU-Besetzer. Wer jedoch einer solchen Veranstaltung einmal beigewohnt hat, gewinnt schnell den Eindruck, dass es dabei vielmehr um »spielerisches Einüben« pseudo-demokratischer Gepflogenheiten und bisher nur theoretisch studiertem politischen Wissen geht. Das Wesentliche wird dabei allzu schnell aus den Augen verloren. Simpelste Abstimmungen werden auf diese Weise in ihrer Funktion und Wirksamkeit zu Gunsten von Selbstdarstellung und rhetorischen Ausuferungen ad absurdum geführt. Hinzu kommt meines Erachtens ein Manko an vorbildhaften Wortführern und mitreißenden Charismatikern, wie es sie in der 68er Bewegung gegeben hat.

Nichtsdestotrotz bergen die neuen Technologien trotz aller Verteufelung auch ein großes Potential für die derzeitigen Studentenproteste. Denn mithilfe modernster Kommunikationsformen wie z. B. »Twittern« können in kürzester Zeit große Menschenmassen z. B. zu Spontandemos mobilisiert werden  so auch in München geschehen. All das wird jedoch kaum wirksam sein, wenn in Folge solcher Aktionen nicht ein emotionales Feld aufgebaut werden kann, welches die Studenten mit Haut und Haaren ergreift.

In Zukunft wird es für die heutige Generation wesentlich darum gehen, angemessene Antworten auf die Probleme der Zeit  und zwar nicht nur das Bildungswesen betreffend  zu finden. Vordergründig bedarf es daher einer geeigneten Philosophie, welche in der Lage ist, den Prozess der »Ent-Menschlichung« durch die »Ver-Wissenschaftlichung« einzudämmen. Außerdem sollte sie die Menschen wieder mehr zur Natürlichkeit ihres Seins und zur persönlichen Entfaltung in Würde und Anerkennung zurückführen.

Melanie Horvath

Literaturnachweise:

" Berufskolleg Siegburg: Studentenbewegung 1968: http://www.bk-siegburg.de/projekte/1968/ProjektStudentenbewegung/studentenbewegungrunten.htm, Stand: 16.01.10
" Dahlke, Rüdiger (2009): Die Schicksalsgesetze. Spielregeln fürs Leben. Goldmann Verlag.
" Flugblatt des Arbeitskreises des Konvents der Fachschaften an der LMU München vom November 2009 mit dem Titel: Seid nicht so konservativ!
" LMU-Besetzer-Homepage: http://www.unsereunibrennt.de, Stand: 19.01.10
" Mitschrift im Rahmen eines Treffens der Sozialistischen Alternative (SAV) in München vom 19.11.09 zum Thema: Die Studentenrevolte von 1968 in Deutschland und Frankreich  zur APO und ihrem Scheitern. Was können die Studenten heute von damals lernen? Referent: Max Brym
" Mitschriften zur Vorlesung des Soziologen Ulrich Beck SoSe 2006 an der LMU: Einführung in die Soziologie der BRD
" Panzer, Florian auf suite101.de vom 10.01.2008: http://brd-ddr.suite101.de/article.cfm/1968_und_heute
"Planet Wissen online: Artikel von Inés Carrasco zum Thema: Studentenbewegung: http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/deutsche_politik/studentenbewegung/index.jsp, Stand: 19.01.10
" Von Werlhof, Claudia: Vortrag vor Innsbrucker Studenten zum Thema: Soziale Bewegung, Gesellschaft, Bildung und Wissenschaft heute, Bedingungen des Studiums und praktische Konsequenzen vom 31.10.2009: http://emanzipationhumanum.de/downloads/studentenbewegung.pdf
"Wikipedia: Deutsche Studentenbewegung der 1960er-Jahre: http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Studentenbewegung_der_1960er-Jahre, Stand: 17.01.10
   
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