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Hilfe bei Burnout

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Hilfe bei Burnout
Foto: Gerd Atmann pixelio.de

Ein Tag der Ruhe und inneren Einkehr

Wir leben in einer hektischen Zeit. Alles muss schnell gehen. Keine Pause. Kein Verschnaufen. Keine Zeit. Immer schneller arbeiten. Immer mehr Leistung erbringen. Schneller. Weiter. Höher. In der Familie. Im Beruf. Im Alltag. Der Urlaub als einziger Lichtblick. Aber auch er hat keine Chance, unseren hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Viel zu schnell ist er vorbei. Und weiter geht's im Hamsterrad. Arbeiten bis zur Erschöpfung. Keine Perspektive. Keine Hoffnung. Nächste Haltestelle: Burnout.

Doch so weit muss und darf es nicht kommen. Gerade für Menschen mit vollem Terminkalender und wenig Zeit für sich selber ist es wichtig, zwischendurch immer mal wieder abzuschalten, den Kopf frei zu bekommen und die Energiereserven aufzufüllen. Es muss nicht gleich der Urlaub auf einer einsamen Insel sein, der die nötige Ruhe und den Abstand vom Alltag gibt. Auch eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg oder ein Retreat in einem buddhistischen Schweigekloster lassen sich nicht so einfach realisieren. Deshalb ist es wichtig, Dir im Alltag immer wieder Freiräume zu schaffen, die dabei helfen, zur Ruhe zu kommen und Deine innere Balance wieder zu finden.

Besonders für Menschen, die so gestresst sind, dass sie glauben, keine Zeit mehr für sich selber beanspruchen zu können, ist es sehr wichtig, dass sie diesen Teufelskreis aus Hektik und rotierenden Gedanken unterbrechen und ganz bewusst aus der belastenden Situation heraus gehen, eine andere Perspektive einnehmen und die Welt wieder mit anderen Augen sehen. Ein Frei-Tag nur für Dich ist eine Möglichkeit, ohne störende Einflüsse von Außen, ganz bei Dir selber zu sein und Dich selber wieder zu spüren. Bei der Gestaltung des Tages sind Deiner Phantasie keine Grenzen gesetzt, Hauptsache, alles geschieht in Ruhe und ohne Druck.

Du schließt Deine Augen und konzentrierst Dich auf Deinen Atem, ohne ihn zu beeinflussen oder zu bewerten

Morgengymnastik und Meditation

Um wirklich uneingeschränkt bei Dir selber ankommen zu können ist es sinnvoll, den Tag ganz alleine zu verbringen. Im Vorfeld kannst Du Deine Familie, Freunde, Kollegen etc. darüber informieren, dass Du nicht erreichbar bist und ggf. Deinen Partner und die Kinder über´s Wochenende zum Zelten schicken oder Dich selber in einem ruhig gelegenen Hotel einquartieren. Telefone, Radio, Fernseher, Computer etc. bleiben ausgeschaltet, auch Bücher, Magazine und Zeitungen würden Dich nur ablenken. Dein Tag beginnt, wenn Du ohne Wecker von alleine aufwachst. In Deinem eigenen Tempo startest Du mit einem Wellness-Bad und verwöhnst Deine Haut mit wohltuenden ätherischen Ölen. Ganz bewusst nimmst Du wahr, wie es Dir dabei geht. Mit Gymnastik, Yoga, Tai Chi o. Ä. lockerst Du Deine Muskeln und bringst Deinen Kreislauf in Schwung. Du spürst, wie Dein Körper erwacht und Verspannungen sich lösen. Aus dieser Energie heraus versenkst Du Dich in einer angenehmen Sitzhaltung in eine Meditation. Du schließt Deine Augen und konzentrierst Dich auf Deinen Atem, ohne ihn zu beeinflussen oder zu bewerten. Du folgst einfach seinem Kommen und Gehen; es atmet Dich. Wenn Du ihn eine Zeitlang beobachtet hast, atmest Du Ruhe und Frieden ein und spürst, wie Dein Körper sich immer mehr entspannt. Mit jedem Ausatmen lässt Du Deinen Alltag hinter Dir, atmest die Gedanken, die noch durch Deinen Kopf schwirren, ganz bewusst aus. Du kommst immer mehr bei Dir selber an, das Außen verliert an Bedeutung.

Dann richtest Du Deine Aufmerksamkeit auf Deinen Körper, konzentrierst Dich nacheinander vom Kopf bis zu den Zehen auf jedes einzelne Körperteil, auch die inneren Organe. Du beobachtest ohne zu bewerten. Welche Haltung hat das jeweilige Körperteil? Wie geht es ihm? Wenn Du so Deinen gesamten Körper erspürt hast, nimmst Du wieder die Stellen wahr, an denen Dein Körper den Boden berührt, erinnerst Dich daran, wer Du bist und wo Du Dich befindest. Du nimmst wieder die Geräusche Deiner Umgebung, wahr, konzentrierst Dich auf Deine Atmung und über ein paar tiefe Atemzüge kommst Du zurück auf die Oberfläche Deines Bewusstseins und öffnest in Deinem Tempo Deine Augen. Das Frühstück bereitest Du Dir aus frischen Zutaten liebevoll zu und genießt jeden Bissen den Du isst und jeden Schluck den Du trinkst mit allen Sinnen. Den ganzen Tag über bleibst Du mit Deiner Aufmerksamkeit bei Dir selber und kommunizierst so wenig wie möglich mit anderen Menschen.

Hilfe bei Burnout
Foto: Gerd Altmann, pixelio.de

Waldspaziergang

Ein langer Waldspaziergang führt Dich in die Natur. Ohne Ziel gehst Du durch den Wald, in einem Tempo, das sich für Dich angenehm anfühlt. Jeden einzelnen Schritt lässt Du von Deinem Gefühl leiten. Die Gedanken kommen und gehen, Du lässt sie ziehen. Wenn sich einzelne Gedanken hartnäckig in Deinem Kopf festsetzen, legst Du sie auf eine Wolke und bittest den Wind, diese mitzunehmen. Die Aufmerksamkeit ist bei Dir selber. Wie fühlt sich Dein Körper an? Woran denkst Du? Wie atmest Du? Wie bewegst Du Dich? Du bist reiner Beobachter Deines Selbst, ohne zu bewerten. Dann richtest Du Deine Aufmerksamkeit auf Deine Umgebung. Was siehst Du? Welche Farben, Formen? Was zieht Deine Blicke auf sich? Was fühlst Du dabei? Mit geschlossenen Augen lauschst Du den Geräuschen, die Du hörst. Welche Gerüche nimmst Du wahr? Welche Impulse spürst Du? Einen Baum umarmen? Das Laub aufwirbeln? Weinen? Tanzen? Lachen? Singen? Dich auf den Boden legen und Käfer beobachten? Barfuß durch einen Bach waten? Was hindert Dich daran, diesen Impulsen zu folgen?

Du bist reiner Beobachter Deines Selbst, ohne zu bewerten.

Während Du durch den Wald spazierst, lässt Du Deinen hektischen Alltag immer weiter hinter Dir. Dein Leben jetzt und hier, alleine im Wald, ist ein ganz anders, als Dein Alltagsleben mit Beruf und Familie. Und doch ist es Dein Leben, nur aus einer unterschiedlichen Perspektive betrachtet. Du spürst die Freiheit, die Freude an der Natur, die Bewegung an der frischen Luft. Alle Deine Sinne werden berührt, Du hast Empfindungen und Wahrnehmungen, die Dir schon lange nicht mehr begegnet sind. Schöne Erinnerungen werden in Dir wach. Körper, Seele und Geist kommen in Harmonie. Nimm dieses Gefühl des Glücks und der Leichtigkeit ganz bewusst in Dir auf, so dass Du Dich später jederzeit wieder daran erinnern kannst. Sie sind Dein Anker, wenn du Dich wieder einmal wie in einem Hamsterrad gefangen fühlst. An einem Platz, an dem Du Dich wohl fühlst, legst Du eine Pause ein. Mach Dir bewusst, dass sich Dein Körper nun von der Wanderung und den Erlebnissen des Vormittags erholen darf. Du machst es Dir bequem und genießt den Augenblick. Wieder beleuchtest Du Deinen jetzigen Zustand. Was denkst Du? Was fühlst Du? Wie geht es Dir in Deinem Körper? Was hat sich verändert? Dein Lunchpaket verzehrst Du voller Konzentration. Wie riechen die einzelnen Nahrungsmittel? Wie schmecken sie? Welche Konsistenz haben sie? Spüre, wie viel Energie sie Deinem Körper geben.

Wenn Du möchtest, kannst Du ein Mittagsschläfchen halten. Du verweilst so lange, wie es sich für Dich gut und richtig anfühlt. Nach der Pause führt Dich Dein Weg langsam wieder zurück. Du bist ganz bei Dir im Hier und Jetzt. Deine Gedanken schweifen immer seltener in Deinen Alltag ab, Deine Wahrnehmung konzentriert sich auf die vielen Eindrücke, die Dich umgeben. Du nimmst Tiere, Pflanzen, Geräusche und Gerüche wahr, die Dir vorher noch gar nicht aufgefallen waren. Du fühlst Dich immer lebendiger und wohler in Deiner Haut. Dir wird bewusst, wie schön das Leben ist, wenn man ihm nur die Zeit und den Raum dafür gibt.

Saunabesuch

Ein Saunabesuch bringt Dich noch einmal in Kontakt mit Deinem Körper. Beobachte Deine Sinneswahrnehmungen, Deine Gedanken und Deine Gefühle ganz genau. Wie fühlt es sich an, Deine Kleidung abzulegen? Wie geht es Dir unter der Dusche? Was nimmst Du beim Betreten der Sauna wahr? Wie reagiert Dein Körper auf den Temperaturunterschied? Wie fühlst Du Dich in der Hitze? Wann ist für Dich der richtige Zeitpunkt, die Sauna zu verlassen? Möchtest Du danach erst in der frischen Luft spazieren gehen oder Dich lieber sofort mit kaltem Wasser abkühlen? Im Ruheraum entspannen, Schwimmen oder barfuß durchs Gras laufen? Im Kaminraum meditieren? Wie geht es Dir? Im Anschluss an die Saunagänge lässt Du Dich mit einer Massage verwöhnen. Auch hierbei achtest Du wieder ganz genau auf jeden einzelnen Körperteil, auf Deine Gedanken und Gefühle. Spüre, wie sich Deine Muskeln entspannen und gibt auch Deinen Gedanken genügend Raum, zur Ruhe zu kommen.

Wenn Du Dich wieder anziehst, tu das mit voller Konzentration. Beobachte, wie es Deinem Körper geht und wie er auf jedes einzelne Kleidungsstück reagiert. Bürste Deine Haare voller Liebe und Achtsamkeit.

Den Weg nach Hause (oder einen Teil davon) legst Du am Besten zu Fuß zurück. Sei Dir jedes einzelnen Schrittes bewusst und folge Deiner Wahrnehmung. Was siehst Du, das Dir vorher noch nicht aufgefallen war? Bereite Dein Abendessen voller Liebe zu oder lass Dich in einem Restaurant kulinarisch verwöhnen. Nimm die Speisen mit allen Sinnen zu Dir. Wie riechen Sie? Wie schmecken sie? Wie fühlt es sich an, wenn Du sie kaust? Wie reagiert Dein Körper darauf?

Es ist so, als würdest Du in Deinem Inneren eine Kerze entzünden, die Deinen ganzen Körper erleuchtet

Was hat sich verändert?

Nach diesem erlebnisreichen Tag kannst Du es Dir in Deinem Zimmer gemütlich machen und die Erfahrungen noch einmal Revue passieren lassen. Spür wieder in Dich hinein. Was hat sich verändert? Wenn Du möchtest, kannst Du Deine Gedanken aufschreiben. Mit einer Meditation lässt Du den Tag ausklingen. Du setzt Dich bequem hin, schließt Deine Augen und konzentrierst Dich auf Deinen Atem. Du atmest Ruhe und Frieden ein. Mit jedem Ausatmen lässt Du die Gedanken un die Erlebnisse des Tages hinter Dir und kommst ganz bei Dir selber an. Über Deinen Atem lässt Du Dich in Dein Herz tragen, den Sitz Deiner bedingungslosen Liebe. Du dehnst die Liebe in Deinem Herzen aus und lässt sie durch Deinen ganzen Körper fließen, bis jede einzelne Zelle Deines Körpers angefüllt ist mit dem Licht Deiner Liebe. Es ist so, als würdest Du in Deinem Inneren eine Kerze entzünden, die Deinen ganzen Körper erleuchtet.

Dann dehnst Du Deine Liebe noch weiter aus, über Deinen physischen Körpern hinaus, lässt sie nach vorne und hinten, nach links und rechst nach oben und unten fließen, bis Du ganz eingehüllt bis von Deiner Liebe. Innen und Außen ist eins, innen und außen ist Liebe. Du genießt dieses Geborgensein in der Liebe so lange, wie Du möchtest. Dann nimmst Du die Ausdehnung Deiner Liebe auf Dein Alltagsmaß zurück. Du spürst wieder Deinen Körper, erinnerst Dich an den Raum, in dem Du Dich gerade befindest, und über rein paar tiefe Atemzüge kommst Du zurück an die Oberfläche Deines Bewusstseins und öffnest die Augen. Dieser geschilderte Tagesablauf ist selbstverständlich nur ein Beispiel. Du kannst den Tag so gestalten, wie es Dir entspricht. Wichtig ist dabei nur, dass Du ganz bewusst bei Dir selber bleibst und Dich so wenig wie möglich von äußeren Eindrücken ablenken lässt. Ein Spaziergang in der Natur ist hierzu wesentlich besser geeignet, als z.B. ein Besuch im Museum.

Auch wenn der Alltag durch solch einen Tag der Ruhe nicht weniger hektisch wird, kannst Du ihm durch die neu gewonnenen Perspektiven und die aufgefüllten Energiereserven nun ganz anders begegnen. Du weißt jetzt ganz sicher, dass es ein Leben außerhalb des Hamsterrads gibt, denn Du hast es selber erlebt. Und durch die sensiblere Wahrnehmung Deines Körpers bist Du nun viel besser in der Lage, belastende Situationen zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren. Ein ganz bewusster Frei-Tag ist auch sehr gut dazu geeignet, bestehende Probleme mit etwas Abstand zu betrachten oder neue Impulse in Entscheidungsfindungs-Prozessen zu erkennen.

Camra Silke Lax

Camra Silke Lax, Jg. 1971 ist Druidin und Mediatorin. Unter dem Motto "Weltfrieden fängt bei jedem Einzelnen an" begleitet sie Menschen in Konfliktsituationen. Darüber hinaus bietet sie Energiearbeit, spirituelle Beratung sowie Baum- und Landschaftsheilung an. Gemeinsam mit ihrem Freund lebt sie in Köln. www.druidin-camra.de
   
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