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Was ist Borderline?

Details

Borderline
© Mental Health Asociation

Ich liebe eine .... Borderlinerin!

Borderline ist die am häufigsten diagnostizierte Persönlichkeitsstörung. Im Deutschen bedeutet Borderline »Grenze« und charakterisiert so das Krankheitsbild der Betroffenen. Die Betroffenen – »Borderliner« – sind Grenzgänger – sie bewergen sich zwischen Extremen.

Was ist Borderline?

Das Borderline Syndrom – kurz Borderline – was ist das eigentlich? Borderline ist die am häufigsten diagnostizierte Persönlichkeitsstörung. Borderliner legen auf vielen Ebenen ein sehr instabiles Verhaltensmuster an den Tag. Das kann von Selbstverletzendem Verhalten über AD(H)S bis hin zur Beziehungsunfähigkeit und noch vielen anderen Dingen führen.

Wie viele sind betroffen

Zwar gibt es keine eindeutigen wissenschaftlich gesicherten Zahlen, die Häufigkeit der Borderline-Erkrankungen betreffend nicht, aber man geht von 2 Prozent der Deutschen Bevölkerung aus, wobei hier 75 Prozent der Betroffenen Frauen sind. Um das Ganze mal etwas zu verbildlichen: In Deutschland leben geschätzt 82.000.000 Menschen - hiervon leiden also 1.640.000 Menschen an Borderline. Von diesen 1.640.000 Erkrankten sind wiederum 1.230.000 Frauen - nur 410.000 der Erkrankten sind Männer.

Borderline
© Dr. Robert

Das Erkennen – die Diagnose Borderline

Wie macht sich Borderline eigentlich bemerkbar? Wie äußert es sich, dass jemand unter Borderline leidet? Wie erkennt man selbst, dass man Borderliner ist?

Es gibt im Internet ja viele sogenannter »Borderline Selbsttests“. Fast alle davon liefern kein ernstzunehmendes korrektes Ergebnis.

Der Test auf der Seite Test-Borderline beinhaltet sinnvolle und gut gewählte Fragen und man kann durchaus darauf zurückgreifen, wenn man befürchtet an Borderline zu leiden – aber ein Gespräch mit einem Psychologen kann und darf solch ein Test auf keinen Fall ersetzen!
Es gibt einige Punkte, die bei der Diagnosestellung von Borderline vom Betroffenen erfüllt sein müssen. Von den folgenden neun Punkten müssen mindestens fünf erfüllt sein, um eine Borderline Diagnose erstellen zu dürfen:

 

  1. Starkes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.
  2. Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.
  3. Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung.
  4. Impulsivität in mindestens zwei potenziell selbstschädigenden Bereichen (z. B. Geldausgeben, Sexualität, Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Fahren). Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.
  5. Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder Selbstverletzungsverhalten.
  6. Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung (z. B. hochgradige episodische Dysphorie, Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Verstimmungen gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als einige Tage andauern).
  7. Chronische Gefühle von Leere.
  8. Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren, (z. B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen).
  9. Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.


Es gibt aber auch häufige Nebenmerkmale, die da wären:

  1. schwere Regressionen nach therapeutischen Sitzungen oder Unsicherheit über den Therapieverlauf, »spontan entschiedene« Therapieabbrüche, unterbrochene Ausbildungen, Schulabbrüche kurz vor dem Abschluß u.dgl.
  2. psychose-ähnliche Symptome unter Streß (Gefühl des Überflutetwerdens, Depressionen, Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Empfindungsstörungen,..)
  3. Sicherheitsgefühl kann eher in losen Beziehungen als in festen zwischenmenschlichen Beziehungen gefunden werden (sich ständig ändernder Freundeskreis)
  4. Suizide oder Suizidversuche in persönlichen Krisen oder bei gleichzeitigen substanzbezogenen Süchten (z. B. Drogenkonsum)
  5. wiederkehrende Verluste der Arbeitsstelle
  6. zerbrochene Ehen
  7. in der persönlichen Geschichte finden sich oft physischer und/oder sexueller Mißbrauch, Vernachlässigung, Feindseligkeit, frühe Verluste oder Trennung von den Eltern


Das Borderline Syndrom lässt sich für Außenstehende (Partner, Freunde, Familie, …) unter anderem an Dingen erkennen, wie:

  • Betroffene haben oft große Angst verlassen zu werden, was zwischenmenschliche Beziehungen extrem belastet; andererseits lassen Borderliner Nähe oftmals gar nicht erst zu
  • Betroffene idealisieren oder entehren Menschen die ihnen nahe stehen, empfinden positives und negatives in einer Person zur gleichen Zeit
  • Betroffene können innerhalb kürzester Zeit in tiefen Selbsthass verfallen
  • Betroffene haben häufig ganz extreme Stimmungsschwankungen die von Liebe und Hass, Euphorie und Depression, Selbstzweifel und Selbstüberschätzung über viele weitere Gefühle reichen können

Dies können Punkte sein, um Borderline zu erkennen – aber man sollte niemals voreilige Schlüsse ziehen, da die Erkenntnis „Ich habe Borderline“ für viele Betroffene wie ein Schlag mit der Faust ins Gesicht ist, viele es nicht wahrhaben wollen.

Die WHO (World Health Organisation) erstellte Die "Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme" (ICD-10).

Die Diagnoseschlüssel (nach ICD) für Borderline lauten:

F 60.3 Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung
F 60.30 Impulsiver Typus

  • Handeln ohne Berücksichtigung der Konsequenzen
  • Häufige interpersonelle Konflikte
  • Gewalttätiger Kontrollverlust
  • Wenig Handlungen bei fehlender unmittelbarer Belohnung
  • Stimmung unbeständig/unberechenbar (»stabile Instabilität«)


F 60.3 Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung
F 60.31 Borderline-Typus

  • Selbstbild unsicher (»innere Präferenzen«)
  • Beziehungen intensiv, instabil; emotionale Krisen
  • Starke Angst vor Verlassenwerden
  • Selbstbeschädigung (Drohung und Handlung)
  • Gefühl der Leere

Borderline
© Hansepress

Der Mensch leidet - Probleme eines Borderliners

Ein Borderliner steht in seinem Leben vor vielen Problemen - nicht nur vor dem Kampf mit sich selbst bzw. gegen sich selbst, nicht nur vor dem oftmals vorherrschenden Unverständnis von Außenstehenden. Probleme von Borderlinern sind auch oftmals Dinge wie Essstörungen, Stressstörungen, substanzbezogene Störungen (z. B. Drogenabhängigkeit), Aufmerksamkeitsdefizite oder Hyperaktivität, kurz andauernde psychotische Episoden (»Paranoia«) und oftmals die große Schwierigkeit mit sehr vielen zwischenmenschlichen Fähigkeiten (wie z. B. Selbstreflexion, Taktgefühl, Diskretion).

All diese Punkte machen dem Borderliner das Leben schwer und oftmals sehen Borderliner dann nur noch schwarz. Gehen weg von Ihrem ohnehin schon beschränkten »Schwarz/Weiß-Denken« und sehen nur noch schwarz. Schwarz/Weiß? Reicht vollkommen. Grauzonen? Brauch ich nicht. Typisches Denkmuster ei-nes Borderliners. Was aber – wenn das Weiß auch noch wegfällt?

Dann kommt es oftmals zu Depressionen die beim Borderliner sehr leicht zu suizidalem Verhalten führen können oder zumindest zum Suizidversuch. Bei Borderlinern hört man auch oft von selbstverletzendem Verhalten – was auch richtig ist. Viele Borderliner tun sich selbst weh - sei es auf psychischer oder physischer Eben.
Wir als Außenstehende bekommen natürlich von der psychischen Ebene nur selten etwas mit - die physische hingegen sehen wir - und wir sehen ja oft nur das was wir wollen. Das Selbstverletzende Verhalten (SVV) kann von Schneiden über Stechen, absichtlich Verbrennen bis hin zu absichtlich ausgelösten kleinen Unfällen führen.

Im psychischen Bereich ist es oftmals sehr tiefgreifend: »Ich habe es nicht verdient glücklich zu sein« – »Glücklich sein steht mir nicht zu« – »Ich habe seine Nähe nicht verdient – und außerdem wird er mir früher oder später sowieso weh tun« – typische Gedankengänge eines Borderliners. Und dieses Selbstbestrafen zieht oft einen langen Rattenschwanz hinter sich her. Denn mit diesem Gedankengut im Kopf zieht der Borderliner in die große weite Welt hinaus und wird feststellen, dass er zwischenmenschliche Kontakte auf Dauer nicht behalten kann, weil sich Menschen entweder a) von ihm abwenden, er sich b) von Mitmenschen abwendet oder er c) erst gar nicht irgendjemanden an sich heran lässt. Und was ist das Ergebnis davon? Einsamkeit, allein sein, Frust. Und diesen Kreis zu durchbrechen ist für einen Borderliner extrem schwer.

Warum fragen Sie sich? Weil der Borderliner Angst hat – verschiedene Ängste. Wissenschaftlich betrachtet kann man diese Ängste aufsplitten in:

  • Angst vor Nähe
  • Angst vor dem Alleinsein
  • Angst vor Selbstverlust (Verlust der Identität / Persönlichkeit)
  • Angst vor sich Selbst (Kontrollverlust) und
  • Angst vor struktureller Regression (Verlust des Ich-Status).

Und so leidet der Borderliner vor sich hin – so lange, bis er es nicht mehr aushält und suizidales Verhalten zeigt.

Probleme des gesunden Partners - Probleme in der Partnerschaft

Lässt man sich – bewusst oder unbewusst – auf eine Beziehung / Partnerschaft mit einer Borderlinerin / einem Borderliner ein, kann das für den gesunden Partner vielfältige Probleme mit sich bringen. Hauptproblemauslöser sind hier die extremen Stimmungsschwankungen des Borderliners, das selbstverletzende Verhalten im physischen aber vor allem oftmals auch im psychischen Bereich, das Schwarz/Weiß-Denken des Borderliners, das Problem Nähe und Distanz zu regulieren, die wechselnde Idealisierung von Menschen.

  • Wie geht man damit um, wenn der Partner einen plötzlich wüst beschimpft obwohl man bis vor 3 Minuten noch kuschelnd auf der Couch gelegen ist?
  • Wie verhält man sich wenn man Schnittwunden am Körper des Partners entdeckt?
  • Wie verhält man sich wenn der eigene Partner einen dauernd zurückweißt, sich vielleicht sogar plötzlich trennt – um nach zwei Tagen zurückzukommen?
  • Was tun, wenn man den Partner plötzlich beim Drogenkonsum erwischt?
  • Was tun, wenn der Partner unkontrolliert mit mehreren anderen Personen fremdgeht?

Der Borderliner tut das nicht mit böser Absicht. Er will seinen Partner nicht kränken – tut es aber doch immer wieder. Der Borderliner will seine Bezugsperson – den Partner – unter keinen Umständen verlieren (was bisweilen auch zu manipulativem Verhalten führen kann). Der Borderliner hat immer Verlustangst - absolut immer! - er sucht Liebe, Bindung. Er will total mit dem Partner verschmelzen und ihn nie wieder hergeben - bestraft sich aber teilweise selbst indem er sich Nähe verbietet. Wer eine Beziehung mit einem Borderliner führt / führen will, muss immer mit Widersprüchlichkeiten rechnen und mit dem extremen Verhältnis Nähe / Distanz klarkommen. Extreme Eifersucht, massive Forderungen (z. B. von Liebesbeweisen), … das sind Dinge, die ein Borderliner immer wieder hat / braucht. Denn er will den Partner nicht verlieren.

Was kann man jetzt als gesunder Partner für den Borderliner eigentlich tun? Im Prinzip nichts. Auch Paartherapien sind in den seltensten Fällen sinnvoll. Entweder sie haben die Stärke um die Stimmungsschwankungen, Wellen von Aggressivität, die Forderungen und die Abweisungen zu ertragen – oder sie müssen die Beziehung beenden bzw. eine feste Beziehung erst gar nicht eingehen. Ein paar Tipps gibt es dennoch, wenn sie sich auf eine Beziehung einlassen wollen:

  • Der Partner rastet aus? Bleiben sie ruhig
  • Üben sie niemals Kritik an einem Partner mit Borderline aus
  • Selbstmorddrohungen sollten Sie ignorieren. Sie sind meist nur ein Hilfeschrei
  • Ihr Partner beleidigt Sie? Bleiben sie ruhig
  • Behandeln Sie ihren Partner niemals wie einen Kranken
  • Selbstverletzendes Verhalten werden sie niemals unterbinden können

Dieser Text basiert in weiten Teilen auf dem Text "Borderline-Persönlichkeitsstörung" von Richard L. Fellner

Tanja Vogt (Lycia)

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