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Holographisches Regressions-Stellen

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Holographisches Regressions-Stellen
© Renate Kalloch pixelio.de

Das Schloss-Schlüssel-Prinzip der Heilung

Solange es Menschen gibt, gibt es Probleme, und es gibt Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, zu helfen. Seit Moreno um 1900 mit Kindern auf der Straße erste Lösungsmöglichkeiten für ihre kleinen und großen Probleme spielerisch entwickelt hat (später wurde das Psychodrama daraus), hat das »Aufstellen« durch Virginia Satir (Familienskulpturen,) Milton Erickson (Hypnotherapie), Fritz Perls (Gestaltherapie), John Grinder und Richard Bandler (Neurolinguistische Programmierung) bis zu Hellingers Großveranstaltungen in Familienaufstellungen immer mehr Einfluss bekommen. Einer der neuesten kommt aus der Reinkarnationstherapie.

Bewegung im morphogenetischen Feld

Dass verschiedene Ansätze in die Aufstellungsarbeit einfließen können, liegt daran, dass es beim Aufstellen keine starren Regeln gibt, jeder Aufsteller bringt seinen Schwerpunkt in seine Arbeit mit ein. Allen aber ist eines gemeinsam: Sie bewegen sich im morphogenetischen Feld, wie es Rupert Sheldrake ausdrückte, und damit wird die Verbindung, die wir alle miteinander haben, aktiviert. Und Stellvertreter sprechen und empfinden plötzlich wie die Menschen, die sie vertreten, ohne sie je persönlich gesehen oder gesprochen zu haben. Spätestens wenn ein Zweifler seine eigene Aufstellung erlebt, weiß er, dass dies keine »Theateraufführung« ist, dass hier ganz andere Kräfte wirken. Der Erfolg des Aufstellens ist abhängig vom Erreichen der Tiefe der Ebene, auf der das Problem vom Familiensystem oder vom persönlichen System her liegt.

Für einen Hilfesuchenden (und erst recht für Außenstehende) klingt das alles wahrscheinlich ziemlich verwirrend. Er weiß nur: Ich habe ein Problem und brauche Hilfe - eine Lösung. Wohl dem, der an einen Therapeuten gerät, der lösungsorientiert arbeitet und nicht nur phänomenologisch, d.h. dass er nur an dem Problem an sich interessiert ist, nicht aber an dessen Lösung. Hier bietet sich für das dynamische Familienstellen, ebenso für Aufstellungen abstrakter Themen, ein neuer Lösungsansatz durch das »Regressions-Stellen«, das beide Ebenen - die persönliche wie die systemische - betrachtet und dabei auf die Ebene zurückgeht, wo das Problem seinen Anfang genommen hat.

Holographisches Regressions-Stellen
© Peter Schenk pixelio.de

Persönliche und systemische Ebenen arbeiten zusammen

Wenn wir auf diese Erde kommen, sind wir zwar einerseits wie eine weiche Wachsplatte, auf der noch keine Eindrücke sind, andererseits bringen wir aber Gepäck mit, »unseren Rucksack“ mit all unseren in vielen Leben gesammelten Erfahrungen und unseren ungelösten Themen. Diese Themen in unserem Gepäck sind quasi der Schlüssel, der uns das Familiensystem aufschließt, in das wir hineingeboren werden. Das heißt, unsere eigenen Themen müssen mit den Themen, die das Familiensystem anbietet, übereinstimmen. Wie in einem holographischen Bild, in dem in jedem einzelnen Element das komplette Ganze enthalten ist, so spiegelt sich auch jede unserer Erfahrungen auf persönlicher wie auf familiärer Ebene »holographisch« wieder.

So betrachtet, ist es einleuchtend, dass es bei dem Bearbeiten unserer Probleme meist nicht reicht, eine darüber gelegene Ebene nur »anzukratzen«, um das Problem in der tieferen Schicht in Bewegung zu bringen. Vielmehr muss man versuchen, diese tiefer gelegene Ebene direkt anzusprechen, indem man etwa die Anweisung erteilt, »gehe dorthin, wo das Problem zum allerersten Mal entstanden ist«. Das Verblüffende dabei ist, dass nicht nur der betroffene Klient dazu in der Lage ist, spontan zur Ebene der Ursache des Problems zu gehen, sondern gerade auch der Stellvertreter, und dieser sogar leichter als der Klient, der über hemmende Schutzvorrichtungen verfügt. Der Vorgang, ohne Umwege direkt zur Ebene des Problems vorzudringen, wird als »Holographische Regression« bezeichnet.

Der Vorteil dieser Aufstellungsform liegt auf der Hand: Beide Ebenen, die persönliche, wie die systemische werden zusammen bearbeitet. Die Probleme können aufgedeckt, entwirrt und beendet werden. Voraussetzung dafür ist nur die Bereitschaft, sich die Hintergründe anzuschauen, alles andere erarbeiten die Stellvertreter. Und Heilung wird möglich …

Hia Jentsch-Mathiesen

Hia Jentsch-Mathiesenist Heilpraktikerin für Psychotherapie, Regressions- und Reinkarnations-Therapeutin, Ausbildung im Dynamischen Familienstellen, Weiterbildung im Organisationsstellen

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