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Nachruf Rolando Toro

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Rolando Toro
Rolando Toro

Liebe, Freude, Lebenslust

Die ersten Grundlagen für Biodanza wurden in den späten 1960er Jahren vom 1924 geborenen Rolando Toro Mario Araneda gelegt. Am 16. Februar 2010 verstarb Rolando Toro im Alter von knapp 86 Jahren in Chile. Ein Nachruf von Manju Waltraud Pöllmann...

Er hatte einen guten Tod

Rolando Toro Mario Araneda verstarb am 16. Februar 2010, 3 Tage und 2 Monate vor seinem 86.Geburtstag. Am Faschingsdienstag. Wie kann die Inkarnation des Dionysos an einem anderen Tag sterben? Ich selbst befand mich grad mitten im nächtlichen Faschingstreiben, als mich der Anruf meines Kollegen aus Leipzig erreichte. Rolando hatte einen guten Tod. Er verstarb an einem Aortaaneurysmarubtur. Sein Herz hörte sanft zu schlagen auf, ohne zu leiden und ohne Schmerzen verstarb er innerhalb von 2 Minuten. Während der Totenwache war in seinem Gesicht ein ruhiger Ausdruck, fast lächelte er. Vielleicht machte er gerade einen Rückblick auf sein erfülltes Leben. Sein erfülltes Leben, das ein großes Werk hinterließ, und das er immer in den Dienst von Liebe, Freude, Lebenslust und Verbesserung der psychischen und sozialen Lebensbedingungen der Menschen stellte, auf seine Weise- tanzend. Das Leben tanzend.

Regenrettung per Internet
Rolando Toro

Biodanza als heilsames Netz der Gesundung

Rolandos Leben hat uns alle, die wir Biodanzen, tief berührt. Voller Dankbarkeit für dieses exakte Medium Biodanza, das er erschuf, konnten wir sehen, wir Rolando mit seinem nie vergehenden Enthusiasmus tausende von Menschen begeistern konnte, dass sie Recht auf Glück, Schönheit, Sinnlichkeit und Freude in ihrem Leben haben, und dass sie das Leben mit jeder Faser ihres Leibes als vibrierende Ekstase erfahren können. Er hatte immer tiefen Respekt für das Leben in allen seinen Erscheinungsformen, was sich auch in seinem künstlerischen Schaffen als Poet und Maler und seiner großen Kinderschar manifestierte. Rolando war liebender und nährender Vater von 18 Kindern und ein großer Liebhaber der Liebeskunst und der Frauen. Auch nach der Trennung von seinen Partnerinnen blieben die meisten an seiner Seite, um mit ihm das System Biodanza zu strukturieren, zu organisieren, zu forschen, zu erweitern und in die Welt hinauszutragen. Ein Zeichen seiner großen Liebesfähigkeit, die Kraft, die integriert - die das zusammenfügt, was scheinbar getrennt ist. Weltweit hatte er Verbündete der Liebe Wissenschaftler/innen, Künstler/innen, Ärzt /innen, Therapeut/innen, Pädagog/innen) gefunden, die ihn dabei unterstützten, Biodanza als heilsames Netz der Gesundung über den Planeten zu spannen. Besondere Befriedigung gab ihm, wenn Biodanza in politischen oder ökologischen Krisengebieten installiert werden konnte, als Beitrag zum Weltrieden und emotionalen Sicherheit in Krisenzeiten und als soziales Engagement für die Not leidende Bevölkerung.

Wohltäter für die Menschheit

Aber in Wirklichkeit hat er viel mehr Kinder gezeugt - alle Biodanzalehrer/innen weltweit, die seine Vision einer friedlichen und zärtlichen Welt teilen und auch mitteilen durch ihren Biodanzaunterricht. Nicht als Ideologie (du sollst, du musst) sondern als konkret gelebte existenzielle Erfahrung der eigenen Freude und Friedfertigkeit im Herzen. Nur was ich Selbst bin und lebe, kann ich weitergeben. Rolando liebte es, geniale Menschen zu treffen (Albert Hofmann, Yehudi Menuhin) oder ihre Gräber zu besuchen. In Wien begleitete ich ihn zum Grab Ludwig Boltzmanns, in Alpbach an das Grab Schrödingers. In Venedig besucht er das Grab Ezra Pounds. Am Tag vor seinem Tod besuchte Rolando das Grab Pablo Nerudas. Mit diesen Besuchen atmete er den Geist dieser Genies ein, so dass sie seinen Geist inspirieren. Auf Rolandos Grab werden keine Geburts- und Sterbedaten stehen, er hält es wie Ezra Pound seinem großer Lehrer der Dichtkunst, er fühlte sich als Durchreisender aus der Ewigkeit. Ich verabschiede mich voller Dankbarkeit und Liebe von einem großen Visionär, Liebenden, Künstler und Wohltäter für die Menschheit, von diesem Durchreisenden aus der Ewigkeit, dem Erschaffer von Biodanza, einem System das mit zeitlos gültigen Mitteln nach Wahrheit , Frieden, Glück und Gesundheit  als vollständiges körperliches, geistiges und soziales Wohlergehen - strebt.

Adieu Rolando
In liebender Umarmung

Manju Waltraud Pöllmann (Leiterin der Biodanzaschule Östterreich/Wien)

 

Rolando Torowurde am 19. April 1924 geboren und starb am 16.Februar 2010 in Chile. Er ist Dipl. Psychologe, Anthropologe, Dichter und Maler und ist Begründer des Biodanza. Vater von 14 Kindern. Er war Professor für expressive und kreative Psychologie, und Inhaber des Lehrstuhls für Psychologie und Kunst an der Universität in Santiago de Chile. Als lehrendes Mitglied des „Zentrums für anthropologische Medizin“ an der medizinischen Fakultät beschäftigte er sich ausgedehnt mit der Erforschung von Bewußtseinserweiterung. Am Institut für Forschung an der psychiatrischen Klinik in Santiago untersuchte er die neurologischen Aspekte von Geisteskrankheiten. 14-jährige psychotherapeutische Tätigkeit in eigener Praxis.

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