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Lexikon spiritueller Lehrer

Sri Aurobindo

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Sri Aurobindo

Supramentales Bewusstsein

Aurobindo Ghose war ein indischer Politiker, Philosoph, Hindu-Mystiker, Yogi und Guru. Seine Briefe, Gedichte und philosophischen Schriften sind mit Sri Aurobindo unterschrieben und unter diesem Namen veröffentlicht. Er verbindet in seiner Person die humanistische Bildung und das Wissen des Westens mit den Weisheitslehren und spirituellen Traditionen Indiens. Sri Aurobindo wurde am 15. August 1872 als dritter Sohn der Arztfamilie Bose in Kalkutta geboren. Sein Vater hielt seine Kinder von indischen Einflüssen fern; Aurobindo kam mit fünf Jahren in ein englisch geführtes Internat. Als er sieben war, zog seine Familie nach England. Nach dem Ausbruch einer geistigen Störung der Mutter zerbrach die Familie. Zunehmend empfand er eine politische Berufung für seine kolonialisierte Heimat.

1893 verließ er England und kehrte nach Indien zurück. Dort nahm er teil am Kampf um die bedingungslose Unabhängigkeit Indiens. Sri Aurobindo wurde leidenschaftlicher Führer der radikal-nationalistischen Bewegung "Swaraj" (Selbstregierung), verfasste Schriften und wurde als gelehrter, brillianter Redner verehrt. Gleichzeitig vertiefte er sich in die Praxis des Yoga. 1901 wurde er nach indischer Tradition verheiratet, doch blieb die Ehe kinderlos. 1918 starb seine Frau.
1908 wurde Aurobindo aus politischen Gründen verhaftet, was ihn zu einer inneren Wandlung führte. Nach einem Jahr wieder frei, zog er nach Pondycherry, entwickelte dort seinen Integralen Yoga und begründete die philosophische Zeitschrift "Arya". Er lebte fortan zurückgezogen, mit nur einer kleinen Schülergemeinschaft. 1914 begegnet er Mira Alfassa (1878-1973), später "Die Mutter" genannt. Mira, die in Paris geborene Tochter einer Ägypterin und eines Bankiers aus der Türkei, erlebte schon als Vierjährige innere Offenbarungen und saß oft lange in tiefer Meditation. Beim Zusammentreffen von Sri Aurobindo und Mira Alfassa fühlten beide, dass dies die Vollendung ihrer Visionen bedeuten würde. Die Mutter übernahm die Leitung des Ashrams, der sich schnell zu vergrößern begann, während Sri Aurobindo an seinem literarischen Werk arbeitete. Am 5. Dezember 1950 verließ er seinen Körper. 1968 gründete Mira Alfassa das Stadtprojekt Auroville als Ausweitung des Sri Aurobindo Ashrams in Puducherry. Der renommierte Pariser Architekt Roger Anger leitete die Stadtplanung.

Evolution des Bewusstseins

Nach Aurobindo soll das jetzige, mentale Bewusstsein der Menschheit nicht die letzte Stufe der Evolution sein. Ähnlich wie in der Vergangenheit über das vitale Bewusstsein des Tieres hinaus das mentale Bewusstsein durch den Menschen in der Evolution auftauchte, soll in der Zukunft ein nunmehr das mentale Bewusstsein des Menschen überschreitendes, neues Bewusstsein möglich sein, das er als Wahrheitsbewusstsein oder Supramentales Bewusstsein bezeichnete. Er sah es als seine eigentliche Lebensaufgabe an, dieses Supramentale Bewusstsein zur Erde herabzubringen oder wenigstens für die Zukunft zu ermöglichen.

Das Supramental stellt laut Aurobindo einen Bereich zwischen der höheren Triade, Sat (Sein), Chit (Bewusstsein), Ananda (Seligkeit), die Kennzeichen des Brahman sind, und der niederen Triade, Mental (Geist), Vital (Leben, Emotionen) und Physis (Körper) dar.
Das Supramental soll alle Gegensätze in sich vereinen und ein inneres Wissen um alle Dinge besitzen. Aurobindo postuliert eine Supramentalisierung allen Lebens auf der Erde, die die nächste Stufe der Evolution darstelle. Das Supramental würde sich seine eigenen Instrumente im Menschen und auf der Welt schaffen, doch dafür sei ein Streben des Menschen zum Göttlichen hin notwendig. Die Konzeption eines geeigneten Instrumentes auf der Ebene des Menschen bezeichnete Aurobindo als Übermensch.

 

   
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