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Lexikon spiritueller Lehrer

Rudolf Steiner

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Rudolf Steiner

Anthroposophie

Der Philosoph, Naturwissenschaftler und Goethe-Forscher Rudolf Steiner entwickelte die Anthroposophie als Geisteswissenschaft, einen individuellen, christlich-spirituellen Entwicklungsweg, sichtbar in der Kunst, in sozialer Gestaltung und praktischen Initiativen.

Leben

Er wurde am 27. Februar 1861 in Kraljevec (damals Österreich-Ungarn, später Jugoslawien) als Sohn eines Bahnbeamten geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er an verschiedenen Orten Österreichs. Nach dem Abitur 1879 studierte er in Wien Mathematik, Naturwissenschaft, Literatur, Philosophie und Geschichte. Außerdem erfolgt ein grundlegendes Goethe-Studium. Anschließend erste schriftstellerische Tätigkeit, er gibt Schriften zu Goethe heraus und wird Privatlehrer in Wien. 1891 promovierte er in Philosophie an der Universität Rostock. 1902 beginnt er den Aufbau der Anthroposophie durch regelmäßige öffentliche Vorträge in Berlin und ausgedehnte Vortragsreisen in ganz Europa. 1913 trennt er sich von der Theosophischen Gesellschaft und begründet die anthroposophische Gesellschaft. Es beginnt die Errichtung des Goetheanum in Dormach in der Schweiz. Auf der Grundlage der Anthroposophie beeinflusste er Erneuerungen auf vielen Lebensgebieten, wie Kunst, Pädagogik, Landwirtschaft, Naturwissenschaften, Medizin und Theologie. Die neue Bewegungskunst der Eurythmie entsteht und im Herbst 1919 wird in Stuttgart die erste "Freie Walddorfschule" gegründet. Am 30. März 1925 stirbt Rudolf Steiner in Dornach im Alter von 64 Jahren.

Lehre

«Unter Anthroposophie verstehe ich eine wissenschaftliche Erforschung der geistigen Welt, welche die Einseitigkeiten einer bloßen Naturerkenntnis ebenso wie diejenigen der gewöhnlichen Mystik durchschaut und die, bevor sie den Versuch macht, in die übersinnliche Welt einzudringen, in der erkennenden Seele erst die im gewöhnlichen Bewusstsein und in der gewöhnlichen Wissenschaft noch nicht tätigen Kräfte entwickelt, welche ein solches Eindringen ermöglichen.» (Rudolf Steiner in GA 35)

Als Anthroposophie (von griech. anthropos, Mensch, und sophia, Weisheit) wird eine weltweit vertretene spirituelle Weltanschauung bezeichnet, die den Menschen in seiner Beziehung zum Übersinnlichen betrachten will. Die Anthroposophie verbindet dabei Elemente des deutschen Idealismus, der Weltanschauung Goethes, der Gnosis, fernöstlicher Lehren sowie der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse ihrer Zeit. Der Begriff Anthroposophie, der heute mit Steiner verbunden ist, wurde bereits früher geprägt, etwa von Ignaz Paul Vitalis Troxler und Robert Zimmermann. Steiners Anthroposophie versteht sich nicht nur als Lehre, sondern auch als eine Methode, eigenständige „Forschung“ in der „übersinnlichen Welt“ zu betreiben.

Die Impulse, die von der Anthroposophie ausgehen, umfassen so unterschiedliche Lebensbereiche wie Pädagogik/Heilpädagogik (Waldorfschule, Camphill), Medizin (anthroposophische Medizin), Landwirtschaft (biologisch-dynamische Landwirtschaft), Soziales (Dreigliederung des sozialen Organismus), Bewegungskunst (Eurythmie), Religion (Die Christengemeinschaft) und Finanzwesen (GLS Gemeinschaftsbank, Gemeinschaft für Leihen und Schenken).

Abenteuer Anthroposophie - Rudolf Steiner und seine Wirkung, Trailer zum Film von Rüdiger Sünner

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