Archiv connection.de bis 2015

Besuche das aktuelle connection-Blog

Abonniere den Newsletter:

Magazintexte

Ein Treibhaus der Träume in Mafialand

Details

Ein Treibhaus der Träume in Mafialand
Fotos: Gina Gonsior

Domani* war gestern

Nicht alles gelingt, was die Pioniere von heute beginnen. Sie müssen bereit sein, zu scheitern und fähig, wieder aufzustehen. Es ist auch nicht alles gut, was da auf dem Weg zu einer Neuen Welt geschieht, aber sie haben Mut, diese Pioniere, und sie verdienen Unterstützung. Bevor die Alte Welt an ihren Finanzkrisen und der fortschreitenden Umweltzerstörung zugrunde geht, sollten wir Modelle einer Neuen Welt, eines anderen, besseren Lebens entwickelt haben. Die Fehler, die diese Pioniere machen, können die ihnen Nachfolgenden vielleicht vermeiden. Die Erfolge, die sie haben, können die Nachfolgenden vielleicht für sich nutzen. Gina Gonsior ist eine von diesen Pionierinnen. In einem Biosphärenreservat in Süditalien kaufte sie 2002 ein vier Hektar großes Grundstück, um dort Landaufenthalte für Kinder und Jugendliche zu ermöglichen und einen Teil des Jahres selbst dort zu verbringen. Vieles ist dort gelungen, manches nicht. Heute gehört das Grundstück der Stiftung Gioiadivita und sucht noch Mittäter und Unterstützer

Mit 22 Jahren träumte Mario davon ein reicher Mann zu sein. Er wollte seiner Frau Perlen und Pelze kaufen. Weil er keine andere Idee hatte, wie er das schaffen könnte, nahm er sich, so wie man das in Räuberfilmen sieht, eine Pistole und überfiel zwei Banken. Das Geld versteckte er bei sich zu Hause in einem alten Kamin. Eine Woche später war sein Traum zu Ende. Er war gefasst und verurteilt zu 15 Jahren Gefängnis. Leider hatte er nicht die richtigen Beziehungen. Die Frau war weg, und die einjährige Tochter wurde von seiner Mutter groß gezogen.

Unser Nachbar ist Bankräuber

Was ein junger Mann in einem Gefängnis in Süditalien lernen kann, das will ich mir nicht wirklich vorstellen. Als ich 2001 zum erstenmal in diese Gegend kam, war Mario der Mann, dessen Familie mir ein leerstehendes Haus in den Bergen vermietete und mich gastfreundlich aufnahm. Er führte mich durch die ganze Gegend; als Gangster kennt er jedes Schlupfloch und jeden Fluchtweg. Er zeigte mir Grundstücke, deren Besitzer als Gastarbeiter in den fünfziger Jahren in den Norden gegangen waren und dort eine neue Heimat gefunden hatten. Der Traum von mehr Geld und einem besseren Leben zieht auch heute noch viele der Jungen in die Städte. An diesem Land hat keiner mehr wirklich Interesse. Mag sein, dass sich das in Zeiten der Eurokrise nun ändert, so wie das bereits in Griechenland der Fall ist, aber hier in Kampanien ist das noch nicht zu spüren. Ein Jahr nach diesem ersten, für mich so folgenreichen Kontakt mit dieser gottverlassenen Gegend gehörte eines der seit 50 Jahren verlassenen Grundstücke mir, und damit begann ein Abenteuer, das mich bis heute in Bann hält.

Ich träumte davon, mit Gleichgesinnten einen Ort zu schaffen, der inspiriert, kreativ die Welt zu retten und dabei jede Menge Spaß zu haben

Mit Gleichgesinnten in der Natur leben

Ich träumte davon, mit Gleichgesinnten einen Ort zu schaffen, der inspiriert, die eigenen Fähigkeiten zu entdecken, in und mit der Natur zu leben, Kreisläufe wiederzuentdecken, kreativ die Welt zu retten und dabei jede Menge Spaß zu haben. Damals hatte ich ein Kinderhaus in München-Schwabing aufgebaut und suchte für meine Grundschulhortgruppe neue Möglichkeiten, die Ferien zu verbringen. Ich wollte mit den Großstadtkindern in die Natur. Ich war frustriert, denn die Wochen im August waren immer verregnet, und so hockten wir wieder mehr in den Räumen, als draußen zu spielen. Also sammelte ich bei Freunden Geld, kaufte drei Holzhütten und ein großes Partyzelt und brachte alles mit einer Spedition auf das neu erworbene Grundstück nach Süditalien.

Mit Hilfe von begeisterten Freunden und Mario, der von allen praktischen Handwerkerarbeiten viel versteht, haben wir von Mai bis Juli 2003 das erste Feriencamp aufgebaut. In drei Monaten hatten wir alles montiert, Wasser und Strom verlegt, Duschen und Komposttoiletten in den Wald gestellt. Als die letzte Schraube reingedreht und der Gasherd angeschlossen war, standen schon die ersten Kinder vor dem Zelt. Jedes Jahr hatten wir neue Ideen, und jedes Jahr gab es diese letzte Schraube, und die Kinder standen vor der Tür.

Oliven ernten

In den Herbstferien kamen einige Eltern mit ihren Kinder zur Olivenernte. Über Oliven und Olivenöl wussten wir aber nichts. Die einheimischen Bauern haben uns dann alles darüber gelehrt. Heute sind wir Experten. Wir produzieren naturreines, ungefiltertes Bioolivenöl der Klasse Extra Vergine. Um die 200 zum Teil über 500 Jahre alten Olivenbäume pflegen zu lassen, helfen unsere Baumpaten. Die Patenschaft für einen Baum kostet 40 € im Jahr. Wir haben noch Patenschaften zu vergeben. Das Formular findet man auf unserer Webseite. Was für eine Arbeit und was für Feste! Aus den Kindern von damals wurden junge Erwachsene. Einige der damaligen Ferienkinder kommen heute immer noch, und eines von ihnen leitet heute das Kinderhaus in München. Aus diesen ersten Erfahrungen und einigen Domanis, Olivenernten und Gesprächen mit den Eltern und den Jugendlichen entwickelte sich die Idee, das Land das ganze Jahr über zu nutzen und die Life Balance Academy aufzubauen.

Loslassen und weitergeben

Um dieser Idee Raum zu geben, habe ich 2008 die Stiftung Gioiadivita gegründet und das Grundstück als Geschenk an die Stiftung gegeben, deren Zweck in der Satzung festgeschrieben ist. Investoren in das Projekt hängen nun nicht mehr davon ab, ob ich in zehn Jahren noch dasselbe will wie heute. Behalten habe ich das Wohnrecht im Haus. Die neuen Besitzverhältnisse sind die Basis für den Aufbau von Gioadivita und der Life Balance Academy als Gemeinschaftsprojekt. Wenn einer allein träumt, bleibt es oft nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist es der Beginn einer neuen Realität. Unser Schulsystem erzeugt jede Menge Müll im Kopf. Die Kinder, die daraus hervorgehen, können vielleicht eine Kurve berechnen und wissen, wie lang der dreißigjährige Krieg dauerte, aber sie haben keine Ahnung von ihrem eigenen Potenzial. Bewusstseinsentwicklung und lebenspraktische Kompetenzen findet man in keinem Lehrplan.

Der Anspruch der Life Balance Academy ist, in diese Lücke zu springen, zunächst durch Bausteine. Deshalb bieten wir Orientierungshilfen von jeweils drei Monaten an, die jedes Frühjahr und jeden Herbst an unserem Standort in Gioi bei Agropoli, im Cliento stattfinden sollen, rund 140 km südlich von Neapel. Es sind Orientierungshilfen für Jugendliche und junge Erwachsene. Dabei können eigene Stärken und Potenziale entdeckt und lebenspraktische Kompetenzen in Teamwork und Einzelarbeit erlernt werden. Ziel dieser Trainings ist, zur Selbsterforschung anzuregen und persönliche Lebensentwürfe eigenverantwortlich zu formulieren und umzusetzen. Zur Realisierung dieser Idee brauchten wir natürlich eine Infrastruktur, Baugenehmigungen (die wir nach vier Jahren und gefühlten zehntausend Behördengängen erhalten haben) und finanzielle Mittel. Als erstes haben wir versucht, an Fördermittel der EU zu kommen.

Ein Treibhaus der Träume in Mafialand

Die uns ärgern, sind unsere besten Trainer

Ein von der deutschen Botschaft in Neapel empfohlener Rechtsanwalt aus Salerno versprach, für uns die richtigen Anträge und den richtigen Zugang durch seine weitreichenden Beziehungen zu finden. Nachdem wir die geforderten Beratungskosten von 10.000€ bezahlt hatten, hörten wir erst einmal nichts mehr von ihm. Nach wichtigen »Besprechungsterminen« teilte er uns mit, dass es leider nicht möglich sei, für unser Projekt eine Förderung zu bekommen, weil wir in kein reguläres Programm passen würden. Das Geld behielt er für seine »zahlreichen Bemühungen« als Auslagenpauschale ein. Der Mann hat in seiner Kanzlei das Bundesverdienstkreuz hängen, er ist im Vorstand der deutsch-italienischen Kulturgesellschaft und organisiert große Konferenzen, zu denen auch der deutsche Generalbundesanwalt geladen ist. Und er scheut sich nicht, ein Kinder- und Jugendprojekt über den Tisch zu ziehen. Ein angesehener Mann, immer tiptop in teuerstes Tuch gekleidet, ein seriöser Mann.

Pioniergeist passt in kein Schema

Die nächste Beratungsfirma, diesmal eine mit Sitz in Straßburg, kam auch nicht viel weiter. Immer wieder hörten wir dieselben Aussagen: Das ist ein tolles Projekt, aber für Baumaßnahmen gibt es keine öffentlichen Mittel, schon gar nicht für ein Projekt in Italien, dessen Stiftungssitz in Deutschland ist. Möglichkeiten gäbe es schon, hieß es, aber erst, wenn die Akademie schon läuft, dann könnten wir Mittel für spezielle Projekte beantragen. Bla, bla, bla. Wir passen in kein Raster, wir fallen durch alle Maschen. Solch ein Projekt wie das unsere ist amtlich nicht vorgesehen. Na, toll, so kamen wir nicht weiter. Für das Kinderhaus in Schwabing habe ich 1996 einen privaten Kredit als Anschubfinanzierung bekommen. Die Zeiten für solche Kredite bei den Banken sind aber längst vorbei. Heute braucht man zweihundertprozentige Sicherheiten, um von einer Bank für ein Projekt einen Kredit zu bekommen. Und dann auch noch in Süditalien? Vergiss es. Also doch lieber noch weitere begeisterungsfähige Freunde für das Projekt gewinnen.

Die Kinder, die aus unserem Schulsystem hervorgehen, wissen, wie lang der dreißigjährige Krieg dauerte, aber sie haben keine Ahnung von ihrem eigenen Potenzial

Unterstützung

Schotten sind geizig, oder? Avril aus Schottland ist eine alleinerziehende Mutter, die in München lebt. Sie ist Wissenschaftlerin und hat einen Doktortitel in Mikrobiologie. Sie verfasst wissenschaftliche Texte und ist Dozentin an verschiedenen Universitäten. Dort bringt sie den Studenten bei, wie man wissenschaftliche Texte in englischer Sprache schreibt. Sie ist bescheiden – ihre Kompetenz sieht man ihr nicht an. Ihre beiden Töchter sind seit Beginn im Feriencamp und bald erwachsen. Sie schätzen unsere Arbeit. Avril gab der Stiftung für das Projekt ein zinsloses und ungesichertes Darlehen. Damit haben wir im letzen Jahr den Rohbau für das Restaurant erstellen können; es hat die Form eines Oktaeders und passt sich ganz hervorragend der Landschaft an.

Eltern, Freunde und fremde Menschen haben uns Spenden gegeben, weil sie an unser Projekt glauben. Sie wollen nicht auf Domani warten und auch nicht auf amtliche Stempel, die vielleicht irgendwann kommen, wenn der Beamte uns gnädig ist – oder nicht kommen, wenn er einen Paragraphen gefunden hat, der unserem Projekt, aus Beamtenaugen gesehen, widerspricht.

Für die Realisierung eines wirklich innovativen Projektes, das nicht in die Rille irgendeines konventiellen, viel begangenen Trampelpfades passt, braucht man Geduld, Mut, Scharfsinn und unerschütterlichen Optimismus. Spirituelle Praxis ist eben mehr als nur Räucherstäbchen anzünden, Om chanten und milde lächeln. Was wir heute nicht träumen und dann anpacken, das kann nicht morgen Wirklichkeit werden. Und das geht nicht ohne Risiko, nichts wirklich Gutes ist ohne Risiko.

Mitten im Biosphären - reservat findet man Plastikflaschen, Chipstüten, Zigarettenschachteln und manchmal ganze Kühlschränke

Umgang mit der Ressource Wasser

Kinder brauchen Freiräume. Sie müssen auch draußen sein, in der Natur, sie dürfen nicht ständig in kleinen Wohnungen eingesperrt sein, in denen sie dies und das nicht anfassen dürfen, weil das kaputt gehen kann, gefährlich ist oder »nur für Erwachsene«. Für die Unterbringung unserer Kinder- und Jugendlichen im Feriencamp haben wir vier Schäferwagen gebaut und außerdem einen großen alten Holzbauwagen gekauft. So können die Kinder direkt in der Natur und trotzdem geschützt wildromantische Zeiten erleben. Wir sind hier mitten in der Pampa. Kanalisation gibt es nicht, auch die Italiener haben dazu keine brauchbaren Ideen. Mit selbstgebauten Komposttoiletten aus alten Ölfässern haben wir angefangen.

Die haben funktioniert, sind aber für große Gruppen doch sehr mühsam zu handhaben. Mit Hilfe der Spenden konnten wir im Frühjahr 2012 ein nachhaltiges Wasserwandlerprojekt starten. Bernhard Gleixner, Autodidakt und genialer Wasseringenieur – er hat sich selbst den Namen Aquarius gegeben – hat eine Abwasserrecyclinganlage gebaut, deren gereinigtes Abwasser wieder in den Brauchwasserkreislauf zurückgeführt wird. Pflanzen in großen Horizontalfiltern mit den verschiedensten Sand-, Kies und Vulkangesteinen sowie EM-Kulturen säubern das Wasser. Danach fließt es durch Wendelrohre nach Victor Schauberger und wird so energetisiert, bevor es wieder in den Kreislauf zurückfließt. In einer Rottestation werden die Feststoffe gesammelt und in kostbaren Humus verwandelt. Diese Recyclinganlage ist so genial einfach und naturnah, dass mittlerweile auch bei den Italienern vor Ort Interesse besteht zu lernen, wie man sowas macht.

Alles kommt zurück

Das Cilento, von der UNESCO deklariert als Naturpark, Biosphärenreservat und Weltkulturerbe, ist voller Müll. Egal an welcher Ecke man anfängt, man findet mit Sicherheit mitten in der Landschaft eine Plastikflasche, eine Chipstüte, eine Zigarettenschachtel, manchmal ganze Kühlschränke, Kinderspielzeug oder Matratzen. Unser Grundstück war nicht nur voller Dornen und Vipern, sondern auch voller Patronenhülsen der nächtlich umherschweifenden Wildschweinjäger. Das Jagen und das Müllabladen ist im Naturpark verboten, aber die Gesetze stehen nur auf dem Papier, und Kontrollen gibt es nicht.

Wir haben eine Kooperative gegründet, die wir »Ecoart-Cilento« nennen, und im April 2012 zu einer gemeinsamen Müllaktion aufgerufen. Die Gemeinde Gioi hat uns dafür Mülltüten, zwei Arbeiter und zwei Müllautos zur Verfügung gestellt. Außer den Mitarbeitern in der Stiftung kamen Daniela, unsere Angestellte aus dem Dorf, und vier junge Leute zum Helfen. Wir haben dann in vier Stunden neben einer Straße am Fluss sechs Transporter bis zum Rand mit Müll angefüllt und eine Traktorladung voller Glasflaschen. Dann haben wir zusammen ein Feuer gemacht, gegrillt und Bier getrunken – ein guter Anfang! Als nächstes pflanzen wir Kartoffeln in alten Autoreifen, und jeden Monat gibt es eine neue Aktion.

In der Parkbehörde in Vallo della Lucania teilen sich ein paar Beamte mit »den richtigen Beziehungen« die gut bezahlten Jobs. Sie denken sich Bauvorschriften aus und lassen schöne Hochglanzbroschüren verteilen. Das war es dann. So jedenfalls wird es von der Bevölkerung gesehen, und auch wir konnten keine anderen Aktivitäten feststellen. Für die Einheimischen hier ist das Naturschutzgebiet Cliento nur eine weitere staatliche Belästigung – die Bedeutung dieser Auszeichnung wird von den meisten nicht erkannt und nicht wertgeschätzt.

Spirituelle Praxis ist mehr als nur Räucherstäbchen anzünden, Om chanten und milde lächeln

Wildes Land

Das Abwasser beachten, den Abfall und in Kreisläufen denken lernen? Das gibt's hier nicht, noch nicht, sondern Ignoranz, Lethargie, Vorteilnahme und Unbewusstheit, wohin man schaut. Warum dann in so einer Gegend so ein Projekt aufbauen, wäre das woanders nicht einfacher, sicherer? Was ist es, was es für mich hier trotzdem so stimmig macht, im Land, wo die Zitronen blühn, im Land der Korruption, im Land der Sonne, in einem von Erdbeben bedrohtem Gebiet?

Wenn ich nur ein Wort dafür finden dürfte, dann würde ich sagen: Freiheit! Das Gefühl, dass hier so vieles möglich ist. Am Ammersee im Südwesten von München, wo ich geboren wurde und aufwuchs, habe ich dieses Gefühl nur in der Kindheit verspürt, danach nicht mehr. Jeder Quadratzentimeter der schön gepflegten Landschaft scheint abgemessen, bewertet, bebaut und verplant zu sein.

Hier im Cilento hingegen ist es wild. Das Land zwingt einen, die Komfortzone zu verlassen. Es ist eine wilde Schönheit, die sich nicht beim ersten Hinsehen zeigt. Eine Schönheit, die entdeckt werden will, die Passion, Leidenschaft verbirgt. Eine Landschaft, die einen gnadenlos mit sich selbst konfrontiert, herausfordert, Ja oder Nein zu sagen und sich zu entscheiden. Sie lässt den wachen Geist nicht gleichgültig. Hier ist alles intensiv – das Schöne und das Hässliche, alles hat hier seinen Platz.

Gelebte Spiritualität braucht keine Ideologie

Jugendliche, die hier mitgearbeitet oder ihre Ferien verbracht haben, sagen über das Projekt Folgendes: Hier kann man sein statt werden. Hier lacht man so viel. Hier lernt man, mit anderen Menschen zu leben. Hier denkt man über Dinge nach, über die man zu Hause nicht nachdenkt. Hier werden andere Fragen gestellt. Hier ist jeder gleich gültig, egal ob Kind oder Erwachsener. Hier darf man auch Fehler machen, hier kann man etwas selbst ausprobieren. Das Schöne bei euch ist, dass es so ideologiefrei ist. Mario ist jetzt ein freier Mann. Er hat eine neue Frau gefunden und ein neues Kind gezeugt. Er ist immer gut drauf und mäht mit seinem Traktor bei uns das Gras. Kleptomane ist er immer noch, aber man kann sich darauf einstellen.

Die Life Balance Academy ist noch im Aufbau. Alle notwendigen Baugenehmigungen haben wir erhalten, und auch das Diplom in Geduld haben wir bestanden. Ein guter Anfang ist gemacht. Um wirklich starten zu können, suchen wir nun Mittäter, Anstifter, Zustifter! Mit dem Programm der Leih- und Schenkgemeinschaft der GLS-Bank ist eine Beteiligung schon ab 50 € pro Monat möglich. Alles ist Energie, alles hängt miteinander zusammen, Domani war gestern, Handeln ist jetzt!

*»Domani« ist das italienische Wort für »morgen«, ähnlich dem spanischen »mañana«. Es wird verwendet als eine zynische Formel für »vielleicht irgendwann in der Zukunft«

Gina Gonsior

Gina Gonsior, Jg. 56, aufgewachsen am Ammersee, 1977 über Land nach Indien, Auroville mit aufgebaut, Erzieherausbildung, Puppenspielerin, 1997 Aufbau des Kinderhauses »Die Wolpertinger« in München-Schwabing. Seit 2003 im Cilento Süditalien Aufbau der Life Balance Academy. www.gioiadivita.org

Heft

Aus dem Heft connection spirit 07-08/12

   
© Connection AG 2015