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Wasser

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Die Verknappung einer lebenswichtigen Ressource

Unsere Verbundenheit mit der Welt zeigt sich bei einem Element ganz besonders: dem Wasser. Von dort her stammen wir und bestehen auch heute noch zu 70% daraus, deshalb müssen wir täglich etwa zwei Liter Wasser trinken, um gesund zu bleiben. Hoffentlich ist es sauber! Für drei Milliarden Menschen ist das nicht der Fall. Da die Befischung der Weltmeere, die 71% der Erdoberfläche bedecken, und die Verwendung des Süßwassers nicht international gesetzlich geregelt sind, wird dieses Lebenselement in Zukunft noch viel mehr als bisher zur knappen und hart umkämpften Ressource werden

Von Wolf Schneider

Wasserflasche
Foto: photocase.com

Wasser ist das Lebenselement. Aus dem Wasser des Meeres stammen wir. Das gilt nicht nur stammesgeschichtlich, so wie unsere amphibischen Vorfahren vor 360 Millionen Jahren allmählich begannen, das Land zu besiedeln, sondern auch in unserer individuellen Biografie: Jeder von uns hat die ersten neun Monate seines Lebens im Wasser verbracht. Erst die Geburt ist der Übergang vom Wasserleben zum Landleben. Deshalb sind wir auch heute noch dem Wasser sehr verbunden. Diese Verbundenheit hat einen romantischen Teil: Wir fühlen uns dem Wasser sehr nah, es weckt Gefühle, es zieht uns magisch an.

Die Beziehung zum Wasser hat aber auch einen medizinischen Aspekt und einen ökonomischen. Unser Blut hat in etwa den Salzgehalt des Meerwassers, und unser Körper besteht noch zu 70% aus Wasser. Lange Zeit können wir ohne Essen auskommen, aber nicht ohne zu trinken, etwa ein zwei Liter pro Tag brauchen wir.

Trinkwasser

Dass das Wasser, das bei uns aus dem Wasserhahn kommt, sauber ist und sogar trinkbar, ist für uns Deutsche selbstverständlich. Für einen großen Teil der Menschheit ist das jedoch anders. Etwa drei Milliarden Menschen, fast die Hälfte der Weltbevölkerung, hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In den Entwicklungsländern ist das die Hauptursache für Krankheiten und Todesfälle, vor allem für die hohe Kindersterblichkeit. Und da der jährliche Bevölkerungszuwachs der Welt ungefähr der Einwohnerzahl Deutschlands entspricht (80 Millionen) und die Geburtenrate hauptsächlich in den armen Ländern mit Wasserproblemen die Sterberate übersteigt, wird sich diese Misere vor allem dort noch verschärfen.

Noch gibt es auf der Welt insgesamt genug Süßwasser. Außerhalb des persischen Golfs nutzen die Menschen weniger als ein Fünftel des als Regen, Schnee oder Schmelzwasser aus der Atmosphäre sich niederschlagenden Wassers. Im globalen Durchschnitt werden nur 9% dieser Niederschläge vom Menschen genutzt. Das könnte zu der Vermutung führen, die Wasserknappheit sei ein lokales Problem. Außer dem Menschen brauchen aber auch noch andere Teilnehmer des Ökosystems, Pflanzen und Tiere, diese Niederschläge. Wenn die aussterben oder dahinsiechen, wird es auch dem Menschen so ergehen.

Umstellung auf Fleischkonsum

Das größte Problem für den Wasserbedarf der Welt sind nicht die Wasser trinkenden oder sich duschenden Menschen, sondern der Wasserbedarf der Fleischwirtschaft

Das größte Problem beim Wasserverbrauch sind jedoch nicht die Wasser trinkenden oder sich duschende Menschen, sondern der Wasserbedarf der Landwirtschaft. Die hatte in den vergangenen Jahren nicht nur eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, sondern hat sich aufgrund veränderter Konsumgewohnheiten vom Anbau pflanzlicher Nahrung für den Menschen in Richtung auf Fleischproduktion umgestellt. Und diese braucht sehr viel mehr Wasser.

Um ein Kilo Weizen herzustellen werden 1.000 Liter Wasser benötigt, für ein Kilo Rindfleisch jedoch 15.000 Liter. Die Fleischdiät von Europäern und Amerikaner braucht durchschnittlich etwa 5.000 Liter Wasser pro Tag und Person, die eher vegetarische Diät der Afrikaner und Asiaten nur 2.000 Liter. Aber die Afrikaner und Asiaten werden in den nächsten Jahren nicht nur sehr viel mehr werden, sie machen den weitaus größten Teil des Weltbevölkerungszuwachses aus, sondern sie essen auch immer mehr Fleisch. 1985 aßen die Chinesen noch durchschnittlich 20 kg Fleisch pro Person und Jahr. Dieses Jahr (2009) gibt es, trotz der Ein-Kind-Politik Chinas, mehr Chinesen als damals, und jeder von ihnen verzehrt im Jahr durchschnittlich 50 kg Fleisch.

Aufstände in den armen Ländern

Der Aufstand im März dieses Jahres in Madagascar hatte einen Grund: die Wasserknappheit in Südkorea. Die führte dazu, dass die Südkoreaner im eigenen Land nicht mehr genug Nahrungsmittel produzieren konnten, um ihre Bevölkerung von 48 Millionen zu ernähren. Daraufhin machte sich der koreanische Konzern Daewoo in den Entwicklungsländern auf die Suche nach einer Lösung dieses Problems, und er wurde dort auch fündig: Daewoo kaufte die Hälfte des landwirtschaftlich nutzbaren Landes dieser riesigen Insel im indischen Ozean (sie ist fast sechs Mal so groß wie Südkorea), um dort in großem Stil, mit Maschinen und Dünger, Nahrungsmittel für Korea anzubauen. Der Kaufvertrag wurde abgeschlossen (vermutlich mithilfe von Bestechungsgeldern), mit der Folge, große Teile der Landbevölkerung, die bisher Selbstversorgung betrieben hatten, zu enteignen. Der resultierende Aufstand in Tananarive, der Hauptstadt des Landes, fegte jedoch den alten, vermutlich korrupten Regierungschef hinweg, und der Vertrag mit Daewoo wurde annuliert.

Schrumpfende Seen

Nicht nur Savannen trocknen aus, auch Sümpfe und Seen. Der Aralsee schrumpfte bis zur fast völligen Verlandung, weil seine Zuflüsse für die Bewässerung von Baumwollfeldern in Kasachstan und Usbekistan verwendet wurden. Zwischen 1960 und 1997 hat sich das Wasservolumen des Sees um 90% reduziert, der Salzgehalt vervierfacht. Fischfang gibt es dort heute nicht mehr, die Fauna und Flora des Sees sind einer Salzwüste gewichen.

Der Aralsee mit seinen Zuflüssen Amudarja und Syrdarja ist ein Extremfall. Aber auch woanders verschmutzen Flüsse und Seen nicht nur oder versiegen. Sie werden auch durch Begradigung immer hässlicher und anfälliger für Überflutungen bei Hochwasser, und es sinkt ihr Wert für die Ernährung des Menschen. Der WWF gibt an, die Süßwasserfischpopulationen seien seit 1970 um 30% gefallen sind. Währenddessen sich die Weltbevölkerung fast verdoppelte ging der Fischbestand in Seen und Flüssen um fast ein Drittel zurück. Das ist ein größerer Rückgang der Tierpopulation als in den Dschungeln, Savannen, gemäßigten Wäldern und jedem anderen großen Ökonsystem. Zudem wurde im 20. Jahrhundert die Hälfte der Sumpfgebiete der Erde beschädigt, zerstört oder trockengelegt. Auch das ist ein Schaden nicht nur für die Natur um uns und eine Einbuße an Lebensqualität und Biodiversität, sondern es fehlen dadurch auch Ernährungsquellen für den Menschen.

Streit um Flüsse

Wo Flüsse mehrere Ländern durchschneiden, gibt es oft Streit darum, wer das Wasser verwenden darf. Die Länder am Unterlauf haben dabei meist das Nachsehen: Sie bekommen nicht mehr viel ab, und was sie bekommen, ist verschmutzt. Das gilt für die Flüsse Euphrat, Jordan, Nil, Colorado, Rio Grande und viele andere. Eine alarmierende Anzahl großer Flüsse erreicht in trockenen Jahren heute nicht einmal mehr das Meer, weil sie vorher vom Menschen verbraucht werden, vor allem für die Bewässerung. Das gilt für den Indus in Pakistan, den Colorado und den Rio Grande zwischen den USA und Mexico, den Murray-Darling in Südost-Australien und sogar den Gelben Fluss in Nordchina, die Wiege der chinesischen Zivilisation, der auch heute noch zig Millionen Menschen ernährt – ernähren könnte, insoweit er nicht vergiftet ist durch Industrieabwässer und Dünger oder versiegt, bevor er den Unterlauf erreicht.

Es geht auch anders

Negative Nachrichten gibt es viele, gelegentlich aber auch mal eine positive: In Costa Rica ist der Wirtschaftsminister zugleich Umweltminister. Das hat Folgen: Der Wertverlust, der für das Land und seine Bevölkerung entsteht, wenn zugunsten eines bevorzugten Wirtschaftszweiges Natur zerstört wird, der wird hier tatsächlich errechnet und berücksichtigt. Heute sind 25% von Costa Rica Naturschutzgebiet. 1985 waren 50% der Energiequellen des Landes erneuerbare (vor allem Wasserkraft), heute sind es 95%. Als im Jahr 2004 Ölquellen entdeckt wurden, erließ die Regierung ein Gesetz, welches das Bohren nach Öl verbot – der Naturschutz wurde für wichtiger gehalten als die Einnahmen durch die Energiequelle Öl. Außerdem wurde aufgeforstet: Das Land hat heute doppelt so viel Wald wie vor zwanzig Jahren.

Schade, dass man in unseren Medien nur so selten von solchen Ländern hört. Es gibt von ihnen viel zu wenige, das stimmt. Aber wenn ein Land mal Positives zu vermelden hat in Sachen Naturschutz, Ökonomie oder Bildung, dann sollte man das laut genug hinausposauen: Es geht!

Quellen: The Economist (11.4.09), New York Times (20.4.09), Wikipedia

Titelseite connection spirit 06/09, Link zum Shop

Aus dem Heft connection spirit Juni 2009

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