Archiv connection.de bis 2015

Besuche das aktuelle connection-Blog

Abonniere den Newsletter:

Akron: Gespräch mit dem inneren Magus

Details

Akron: Gespräch mit dem inneren Magus
© Patricia Clooney

Kreativität und Kunst aus spiritueller Sicht

Der schweizer Magier Akron erklärt hier das Dämonische im Menschen, aber auch die Kreativität der Künstler und die Figuren von Gott und Teufel auf den Bühnen von Himmel und Hölle aus der Interaktion von sechs Bewusstseinsebenen

Weshalb hat sich das menschliche Bewusstsein im Leben so sehr auf die materielle Ebene fokussiert?

Das kommt daher, dass wir nur hier (auf der Stufe Eins) in der Lage sind, unsere Welt und das, was mit ihr zusammenhängt, bewusstseinsmäßig zu kontrollieren.

Versteh ich das recht: Die von uns kontrollierte Welt basiert darauf, dass der kollektive Geist sich irgendwann auf sie ausgerichtet hat?

Zumindest in unserem abendländischen Kulturraum. Anders war es bei den Aborigines, den Hopi-Indianern und anderen ursprünglichen Völkern oder Ureinwohnern. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit in einer magischen Kultur beispielsweise ausschließlich auf die Träume ausrichten, dann werden wir uns mit den Techniken und Feinheiten des Träumens auseinandersetzen – so wie wir es in unserer Welt mit unserer technischen Entwicklung und den materiell-sozialen Errungenschaften tun. Das Hirn ist ein unformatierter Speicher: Lasse ich ein Kind beispielsweise unter Affen aufwachsen, dann richtet es sich nach der ihm vermittelten Affenkultur aus.

Und was ist mit der halbbewussten Sphäre?

Das ist die Ebene der geleugneten, verdrängten, unterdrückten Gefühle, die der Mensch als ein Teil seiner selbst nicht akzeptieren will. Sie gehören zur Abteilung »ungelöste Selbstvorwürfe und Schuldgefühle«, die halbverdrängt unter der Bewusstseinsoberfläche schlummern, bis sie durch zufällige Erinnerungen und assoziative Ereignisse aufgeweckt werden und in das bewusste Erleben drängen.

Was passiert dann?

Die Lebensenergie versucht, sie wieder loszuwerden, indem sie das nach Außen nicht gelebte Empfinden im Verdrängungsraum in die dem Leben abgewandte Seite schiebt..

Damit stünde sie in einer Art Zwischenebene?

Ja, es ist eine Art Zwischenreich, das »halbbewusst« einen großen Einfluss auf unsere bewussten Entscheidungen ausübt (Stufe Zwei): eine Versammlung unverwirklichter Handlungen, die in der Realität keine Resonanz erhalten, da wir sie in unserem Bewusstsein nicht zulassen …

… also eine Art Plattform für die halbbewussten Themen zwischen Bewusstsein und Schlaf?

Eine Form von Zwischenebene zwischen den sozialen Normen des Menschen und seinen emotionalen Rückständen, die aus dem Umstand resultieren, dass er sich über negativ besetzte Werte wie Aggressionen, Instinktbefriedigung oder sexuelle Störungen oft nicht mit anderen Leuten austauschen kann. Solange wir uns mit solchen Themen wie Tod, Zerstörung oder Gewaltphantasien nicht beschäftigen können, die ein ungeliebter, aber natürlicher Bestandteil eines jeden Individuums sind, ziehen sich diese Kräfte auf die nächste tiefere Stufe zurück, wo sie dann wegen der fehlenden Bereitschaft zur Auseinandersetzung eine Art Schattenkabinett zur Verstandesregierung bilden. Von Außen betrachtet erscheint uns das natürlich maskenhaft verzerrt und fratzenhaft.

Kannst du uns ein Beispiel geben?

Um das Wesen der dunklen Seite zu verstehen, brauchen wir weder die Gräuel der Menschheit noch die kollektiven Sündenböcke der überlieferten Geschichte zu bemühen, sondern es genügt, ins eigene Spiegelbild zu sehen, in all das Schlechte, das man auf die Anderen projiziert. Denn eines bleibt immer gleich: Der Dämon wird verdrängt, und die negativen Prägungen des eigenen Selbst werden vor sich selbst und anderen versteckt. Denk nur einmal an die Probleme in der Partnerschaft. In jedem Menschen sind tief verborgen verdrängte Teile vorhanden, die nur selten im Leben auftauchen, die aber, wenn sie kommen, überhaupt nicht lustig sind. Wer beispielsweise den Schatten seines Partners nicht kennt, weiß nicht, mit wem er es in Wirklichkeit zu tun hat. Diese Schatten oder Dämonen sind eigene Persönlichkeitsteile, die, wenn sie einmal losgetreten sind, Energien entwickeln können, die man niemals auf der ersten Bewusstseinsebene vermutet. Deshalb füllen sie oft die Schlagzeilen.

Warum kann man nichts dagegen tun?

Gegen wen? Diese ungeliebten Energieteile sind doch ein Teil von uns selbst, auch wenn wir sie vergessen haben und ständig nach außen projizieren. Wir haben einfach verdrängt, was für Kräfte wir in der Tiefe unseres Wesens angerufen haben. Deshalb können wir oft gar nicht glauben, was wir da laufend unerkannt vor unseren Augen selbst inszenieren.

Gespräch mit dem inneren Magus
© Patricia Clooney

Dann haben wir diese Schattenwesen selbst ins Spiel gebracht?

Ja. Wir haben in Momenten äußerster Hilflosigkeit oder schrecklichster Pein, in denen wir an den äußeren Umständen zu zerbrechen drohten, diese Wächter selbst gerufen. Denken wir nur an Fälle von Folter, Demütigung, Vergewaltigung und ähnliche Verbrechen. Der Dämon verspricht dem Menschen, ihn hinfort vor solchen Zwischenfällen zu schützen. Und er hält Wort. Im Falle einer Vergewaltigung lässt er beispielsweise einfach keine Nähe und keinen körperlichen Kontakt mehr zu, oder, wenn es trotzdem zu einem sexuellen Austausch kommt, wird er den Anderen gemäß dem abgegebenen Versprechen »zum eigenen Schutz« vernichten.

Aber was ist sein Ziel?

Der Sinn eines Dämons zielt dahin, dass er ständig neue Dämonen schafft, um vom alten Dämon abzulenken. Ähnlich wie bei einem Virus geht es darum, ständig neue Brandherde zu inszenieren, um sich fortpflanzen zu können. Ziel ist, die Problematiken und Missverständnisse unter den Menschen am Leben zu halten, die gleichzeitig auch Grundlage oder Treibstoff für die menschliche Entwicklung sind. Auch wenn das ein bisschen zynisch klingt: Aus der Sicht der Evolution nennt sich das »Entwicklungsdynamik«.

Du meinst, das Ziel für den erwachten Menschen muss sein, seine Wahrnehmung so auszudehnen, dass er mit allen seinen inneren Ebenen kommunizieren kann?

Jetzt hast du's erfasst! Die nächste Schicht ist die »Traumebene« (Drei). Eine Stufe darunter (Vier) ruht die kollektive Sehnsucht der Menschheit nach Gott genauso wie die »dämonische Ursuppe mit den abgespaltenen Teilen«, die aus der darunter liegenden Erinnerung der Erde oder der Datenbank der Evolution (Fünf) strömen, die wir aus Angst vor unseren Dämonen unter den Teppich unserer »Alpträume« (Drei) gekehrt haben.

Wäre die Vier dann nicht auch die Ebene, auf der sich das Böse aufhält?

Sie ist der Schatten der Bewusstseinssphäre, welche die ursprüngliche Lebensenergie ins Maßlose verzerrt. Dieser Welt begegnen wir auch in den Gewalt- und Horrorbildern neuerer Filme, die Erinnerungen menschlicher Gräueltaten ins Bewusstsein zerren.

Jetzt hab' ich einen Knoten im Hirn: Ich dachte, die Dämonen hausen auf Stufe Zwei?

Die Zwei steht für den persönlichen Dämon. Der kollektive Dämon steckt in der Vier.

Das ist mir immer noch nicht klar …

Im Gegensatz zu den persönlichen Dämonen sind die kollektiven Engel und Dämonen keine persönlichen Gestalten, sondern schöpferische Energiefelder, die in der menschlichen Erinnerung abgespeichert sind.

Also eine Art Tresor, in dem alles abgespeichert ist, was Menschen im Auftrag von Himmel und Hölle begangen haben?

Der Schatten der Vier ist die dunkle Seite der Seele, die durch die Abspaltung vom Menschen entstanden ist. Nun hat sie sich wie ein Krebsgeschwür im »Stauraum der Nacht« selbstständig gemacht und im Unbewussten der Seele ihr eigenes Reich errichtet. Sie ist vom Negativen und Abgründigen besetzt und wächst wie eine Armada von Pilzfäden in die namenlose Leere hinein. In jede Spore sind alle Erinnerungen und Erfahrungen der Menschheit aus der Fünf eingerollt, sozusagen elektromagnetisch gespeichert, die sich dem Reisenden anhaften können, wenn er ihren Lebensraum betritt – Dante nannte diese Schichten die »Kreise der Hölle«. Diese Aussage ist aber unvollständig, denn es gibt auch die Seite des Lichts, denn die Vier ist genauso ein Synonym für das Paradies. Sie ist eine Art Sandkasten, in dem die Menschen ihre ersten visionären Vorstellungen einer zukünftigen Gestaltung materieller Formen »zusammenbasteln« können. In dieser Eigenschaft verkörpert sie auch die Welt der selbst kreierten Götter und des himmlischen Elysiums, da sie auch die Sehnsüchte beinhaltet, welche die Ziele der Menschen antreiben.

Gespräch mit dem inneren Magus

Würde das nicht auch bedeuten, dass sich die Inspirationen der großen Künstler und Visionäre, die ihre Schöpfungen und Werke aus den Eingebungen des Unbewussten kreieren, ebenfalls auf dieser Ebene liegen?

Natürlich – die großen Visionäre und Künstler schwingen auf der Ebene der Vier. Sie schöpfen die großen kollektiven Werke aus dem Fond der Menschen, noch bevor diese Schöpfungen das Licht der Welt erblicken. Dieser Fall ist doch ein schönes Beispiel dafür, wie jede Kunst, bevor sie auf der Traumebene der Drei erscheint, als Idee in der Vier gezeugt, empfangen und danach ausgebrütet werden muss. Es ist die Welt der Wünsche, welche die Absichten befruchten, die dann auf der vierten Ebene als Visionen oder tiefe innere Schöpfungsvorstellungen ausschlüpfen, die dann von den Meistern nur noch in die Realität übertragen werden müssen.

Befinden sich Kunst und Magie dann nicht auf derselben Schwingungsebene und unterscheiden sich in ihrem energetischen Ansatz nur unwesentlich voneinander?

Ja. Der Künstler versucht über die Realität eines Dinges in seine psychische Energie einzudringen, d.h. in die Energie, die das Bild des Gegenstandes, das er künstlerisch verändern möchte, in ihm auslöst. Obwohl er seine Visionen für seine eigenen Ziele kreiert und sich dabei nur solcher Symbole bedient, die eine Bedeutung für ihn haben, schafft er mit seiner Schöpfung gleichzeitig auch etwas Äußeres. Aus der Sicht der Magie rückt er den behandelten Gegenstand aus dem Zustand seiner Funktionalität und gibt ihm eine neue Dimension. Den frei gewordenen Raum füllt er je nach Zunft mit bildender oder suggestiver Energie, und die Differenz, die zwischen seiner Schöpfung und dessen Funktionalität besteht, definiert der Mensch als Kunst oder eben als Magie.

Gibst du uns ein Beispiel?

Joseph Beuys' »Badewanne« oder »Fettecke« beispielsweise transportieren über ihre rationale Funktionalität hinaus auch eine Art multimedial-revolutionären Ausdruck. Damit ist die Verstreichung von fünf Kilogramm Butter zwei Meter unterhalb der Raumdecke seines Ateliers in der Düsseldorfer Kunstakademie ein Stück von Beuys' persönlicher Magie. Stufe Vier.

Eine andere Frage: Wie ist das mit unserer Religion? Unserem Gott? Liegt er auf der Fünf?

Dieses wunderbare Bild unserer Inspiration entspringt der Quelle menschlicher Kreativität und Kunst – Stufe Vier.

Der kollektive Wunsch gehört zur Fünf und das damit verbundene Ziel zur Vier? Warum?

Die Vier ist die kollektive Form, der Sehnsucht der Fünf einen Inhalt zu geben.

Irgendwie ist mir das zu hoch …

Das Ungreifbare oder Ewige, das der Mensch Gott nennt, entspricht der Fünf. Doch die Sehnsucht nach Gott ist die Sehnsucht des Menschen nach sich selbst. Diese Sehnsucht bedarf aber einer künstlerischen Form, um sie so zu erhöhen, dass es leicht fällt, sie anzubeten. Diese Form ist die Vier.

Heißt es nicht in der Bibel: »Du sollt dir von Gott kein Bildnis machen«?!

Das heißt: »Du sollst dir von deiner Sehnsucht kein Bildnis machen, sonst wirst du entdecken, wer Gott ist!« Gleichzeitig ist er aber auch das Spiegelbild unseres spirituellen Selbst: ein »Wir«, das wir erst empfinden können, wenn wir die Schalen des Ego überwunden haben, die uns in dem Irrtum lassen, der Mittelpunkt dessen zu sein, was wir kontrollieren können. Wenn wir die Essenz dieser Schleier verstanden haben, dann bekommen wir ein Gefühl für das Wirken der Seele, und unsere Reise im Nicht-Zustand beginnt.

So wäre Gott nur ein menschlicher Prototyp?

In einem gewissen Sinne ja. Er ist eine visionäre Schimäre, ein großartiges Glaubenskonstrukt oder eine geschönte, überhöhte Form der Seele, die uns das spiegelt, was wir eines Tages vielleicht sein können, nämlich der Prototyp eines erlösten Menschen. Er ist ein Produkt unserer Sehnsucht, die wiederum das Produkt unserer Prägung ist – und wir sind eine Art Spiegel, der diesen Abdruck an den Himmel projiziert. Dort oben kann er uns segnen und uns unsere Sünden vergeben. Auch der Teufel gehört zu diesem Konstrukt. Er ist die Rückseite von Gott.

Die Rückseite von Gott?

Der Teufel ist das Antiprinzip, das dieses Gottesbild ausbalanciert. Er hält uns in dieser Denkfalle fest, in dem er uns erklärt, dass wir über dieses Gottesbild hinauswachsen müssen, das uns Zielrichtung und Lebenssinn nur um den Preis vermittelt, dafür das Gottlose zerstören und niederbrennen zu müssen. Das sind alles Projektionen in unseren Köpfen, gespiegelte Bilder in Himmel und Hölle – der Mittelpunkt aber ist stets der Mensch.

Langsam komm ich dem Modell auf die Schliche: Alle Bilder, die unsere eigenen Wünsche und Ängste in unserer Welt lebendig werden lassen, gehören auf die Ebene der Vier?

Ja. Nur der Wunsch selbst, der dem Ziel zugrunde liegt, sich ein höheres Bild von sich selbst zu erschaffen, gehört, wie du richtig vermutest, zur Fünf. Es ist das morphische Feld, das die Menschen zwingt, über sich hinauswachsen zu müssen.

Was ist mit der Fünf?

Die Fünf umfasst die kollektiven Erinnerungen, die alle im morphischen Feld unseres Planeten gespeichert sind. Deshalb wäre es wichtig, das menschliche Bewusstsein mit der Liebe und der Empathie des Göttlichen aufzuladen, also mit lebendigem Geist, aus dem nicht nur die Geschöpfe unserer Fortpflanzung hervorgehen, sondern auch Gedanken, Ideen, Vorstellungen und Träume, die über die materielle Ebene tiefer in andere Sphären eindringen, um dort wiederum den Samen zu bilden, den die folgenden Generationen eines Tages ernten können. Im Moment ist es das kollektive Ego, das die Menschen antreibt, und für das sie auch – da sie die Kraft, die sie antreibt, verdrängen – schon ein negatives Energiefeld formatiert haben. Auf der darüberliegenden Stufe Vier nennen sie es »Teufel«.

Einen Moment, bitte … Was ist nochmal die exakte Differenz zwischen der Vier und der Fünf?

Auf der Vier kreieren die Priester Teufel und Götter, die sie nach dem Abbild der Menschen schaffen. Die Fünf aber symbolisiert die Urquelle der Sehnsucht nach einem höheren Ziel, was dazu führt, dass sich die Priester auf der Ebene der Vier überhaupt die Mühe machen.

Und was passiert, wenn die kollektiven Erinnerungen der Fünf in das Bewusstsein der Menschen dringen?

Nichts besonderes. Das passiert oft in den Gehirnen von Künstlern. Sie zapfen die Erinnerungen aus der kollektiven Abspeicherung der Erde an und verknüpfen sie mit ihren eigenen Bildern – das gibt ihnen dann das gute Gefühl, etwas Besonderes geschaffen zu haben. Die Fünf ist der Wille der Schöpfung, die Welten nicht nur außen, sondern auch in den Köpfen der Menschen entstehen zu lassen. Die Vier ist die Ebene, auf der sich dieser Wille in den persönlichen Visionen der Menschen ausdrückt, deren Schöpfungen sich dann auf der materiellen Ebene (Eins) niederschlagen. Ohne die Voraussetzung der Fünf gäbe es auf der Vier zwar keinen Teufel – aber auch keinen Dante, Shakespeare, Goethe, Rembrandt oder Leonardo da Vinci.

So wäre die Vier eine Art Drehtür, die unten und oben miteinander verknüpft?

Sie ist der seelische Schmelztiegel oder das inspirierende Seelenfeuer, das Himmel und Hölle verbindet – also der Brückenkopf zwischen der Hoffnung, sich weiterzuentwickeln und der Angst, in das unkontrollierte Chaos der Naturinstinkte und Anarchie zurückzufallen. Selbst die kleinste Tat wird von großen Zielen angetrieben, und da in einer dualen Gesellschaft der eine Teil des Handelns abgelehnt werden muss, damit man den anderen anstreben kann, entsteht ein laufendes Ungleichgewicht, das sich bis in die visionären Vorstellungen hinabzieht. Durch das Gefälle zwischen den Polen entstand so ein starker Riss, der sich bis hinab in die zukünftigen Erinnerungen der Menschen auswirkt. Aber wir sind noch nicht am Ende der Fahnenstange. Da gibt es noch eine tiefere Ebene, die das entstehen lässt, was sich auf der fünften Ebene im Verlangen nach Dualität ausdrückt und auf der vierten dann als Gott oder Teufel darstellt.

Eine tiefere Ebene?

Zuunterst liegt die Sphäre Sechs, deren Ursprung im Dunklen liegt. Nach menschlichen Gesichtspunkten ist sie kleiner als ein Atom, doch ihre Energie ist unendlich verdichtet. Sie ist die Urzelle, die in unendliche Weiten ausgestreut und gleichzeitig in jedem Wesen lebendig ist, denn in ihr verbirgt sich der Antrieb des Schöpfungsursprungs, der sich bis ans Ende aller Tage in jedem kreativen Impuls ausdehnt.

Somit entspräche Stufe Sechs der Urzelle des Nichts oder dem Schöpfungssprung?

Der Kabbalist redet von den Schleiern des Nichts. Darin finden wir die Frage: Was war, bevor es sich in eine Form ausgoss? Bevor sich die Schöpfung in Bewegung setzte? Diese Frage nach den Anfängen haben schon die alten Mystiker in schwindelnde Höhen von spekulativen Antworten geführt, ob das Unbekannte das Verborgene ist, das sich den Menschen im Lauf ihrer geistigen Entwicklung irgendwann zu erkennen gibt, oder ob es ihm in seiner Unermesslichkeit und Unergründlichkeit ewig verschlossen bleiben wird, und zwar aus dem einfachen Grund, weil der Verstand nicht geeignet ist, Antworten auf Fragen zu finden, die sich auf eine Situation jenseits seiner eigenen dualen Existenz beziehen.

Aufgrund der Fähigkeit, sich selbst zu entzweien und weil gerade kein passender Gesprächspartner zugegen war, führte Akron dieses Interview mit sich selbst.

Heft
bestellen

Aus dem Heft connection Schamanismus 5

   
© Connection AG 2015