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Wurde Jesus in einer schamanischen Volltrance gezeugt?

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Wurde Jesus in einer schamanischen Volltrance gezeugt?
Francesco Granacci, »Verkündigung«

Die Heilige Jungfrau

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: »Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.« Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: »Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben.« (Lk 1,28-31) Und so geschah es, dass Maria empfing, ohne dass sie mit Josef das Bett geteilt hatte. So deutet es der römisch-katholische Glaube. Es gibt aber noch eine andere, von der Kenntnis schamanischer Praktiken inspirierte Interpretation dieser folgenreichen Geschichte

Was ist dran an dieser Geschichte, die so viele Generationen, Männer und Frauen, bis in unsere Zeit geprägt hat? Kann es wirklich sein, dass Maria »Geschlechtsverkehr mit Gott« hatte? Die absolut richtige Antwort hierauf werden wir wahrscheinlich nie erfahren, doch die Indizien sprechen dafür, dass sich Maria mit »Gott« vereinigte. Allerdings auf eine sehr weltliche Art, in einem realen Geschlechtsakt.

Die Rahmenbedingungen zur Zeit des Herodes im heutigen Israel passten. Das ganze Gebiet stand seit dem Jahre 37 v.u.Z., als die Römer Jerusalem eroberten, unter römischem Einfluss. Herodes selbst war beim Volk sehr unbeliebt, da er Edomiter war. Er stammte zwar aus einer Familie, die zum Judentum konvertiert war, die Edomiter selbst verehrten aber einen anderen Gott und wurden von den Juden schon seit langer Zeit verachtet und bekämpft. In seiner Funktion war Qaus, der Gott der Edomiter, dem kanaanitischen Gott Baal ähnlich. Die Juden selbst waren untereinander zerstritten und hingen verschiedenen religiösen Parteien an: Pharisäern, Sadduzäern, Zeloten und Essenern. Das ganze Gebiet war ein Schmelztiegel verschiedenster Kulturen. Die Phönizier siedelten im Norden Kanaans, bei Nazareth, und huldigten seit Jahrhunderten ihren eigenen Göttern, vor allem Baal. Nachdem Alexander der Große das Land erobert hatte, war es nach seinem Tod ein Jahrhundert lang Spielball gewesen zwischen den Ptolemäern, die über Ägypten herrschten, und den Seleukiden, die Syrien beherrschten. Die griechische Kultur begann sich auf jedem Gebiet des jüdischen Lebens bemerkbar zu machen.

Die Heilige Hochzeit

In den Kulturen der Ägypter, der Griechen, der Römer und den vielen kleinen regionalen Kulturen Palästinas war die Heilige Hochzeit oder »Große Ehe« damals weit verbreitet. Damit ist die geschlechtliche Vereinigung zweier zu Göttern gewordener gemeint. Die wurde so vollzogen: Ein Ritual rief die Götter herbei, die dann in die Körper der Sterblichen fuhren und so göttliche Kinder zeugten. Oft waren es eine Priesterin und ein Priester, die sich stellvertretend für eine weibliche und eine männliche Gottheit sexuell vereinigten.

Der Sinn dieses Rituals ist, damit das persönliche sexuelle Erleben zu transzendieren. Es geht dabei darum, dass Gott in Form von Energie in den Körper fließt und die Priester und jungfräulichen Priesterinnen, die an diesem Geschehen teilhaben, diese Energien zulassen und durch sie das Leben vollziehen. Die Jungfrauengeburt, dieser wesentliche Glaubens - inhalt des Christentums, ist also ein Relikt aus der vorchristlichen, heidnischen Antike. Der ursprüngliche Zweck dieses Rituals war, die Fruchtbarkeit der Pflanzen, Tiere und Menschen des ganzen Landes sicherzustellen. Manchmal auch galt es, einen Talisman aufzuladen, das Schicksal verschiedener Völker zu bestimmen oder zwei Herrschaften zu vereinen. Das Ritual hatte also politische und kulturelle, religiöse und mystische Aspekte.

Der wesentliche christliche Glaubensinhalt der Jungfrauengeburt ist ein Relikt aus der heidnischen Antike

Halbgötter

So sind zum Beispiel alle griechischen Halbgötter, die wir kennen – Herkules, Achilles, Perseus und noch viele andere –, solche göttlichen Abkömmlinge von Göttern. Sie spielten als Weltenveränderer, Ratgeber, Herrscher und Weise alle eine wichtige Rolle in der Religion, in den Köpfen der Menschen und in ihrem täglichen Leben.

Die ersten Überlieferungen solcher sexueller Zeremonien stammen von etwa 3000 Jahren v.u.Z. aus der Kultur Mesopotamiens. Die wichtigste Quelle ist dafür das Gilgamesch- Epos, das älteste und am weitesten verbreitete Großepos der Frühgeschichte.

In Babylon und in Assyrien feierte man eines der ältesten geschichtlich überlieferten Feste, das Akitufest. Es ist eigentlich das Neujahrsfest oder das Fest der Gerstenaussaat. Es dauerte elf Tage. An den ersten Tagen wurden heilige Waschungen vollzogen, gebetet, die Götter kamen, und es gab Kämpfe zwischen ihnen. Der Höhepunkt des Festes, am zehnten oder elften Tag, war dem Akt der Heiligen Hochzeit gewidmet. Dabei vollzog der König, der den Stadtgott von Babylon verkörperte, mit einer jungen Priesterin, die Ishtar verkörperte, die Göttin der Sexualität und des Krieges, den Beischlaf.

Der Orgasmus des Gläubigen, der Augenblick der Selbstaufgabe, galt als der Moment, in dem die Gottheit sich enthüllte

Babylonische Tempelprostitution

Davon abgeleitet und bekannt geworden ist die babylonische Tempelprostitution. Sie war Ishtar, der babylonischen Liebes-, Fruchtbarkeits- und Hauptgöttin, der »Mutter und der heiligen Hure«, gewidmet. Die Übersetzungen der Worte von damals (z.B. »Hure«) können den ursprünglichen heiligen Ritus natürlich nicht angemessen wiedergeben.

Die jungen Frauen (Jungfrauen) verbrachten einige Zeit als »Tempelhure« und gaben sich genau einmal einem Mann hin, bevor sie heiraten durften. Was der Fremde dafür gab, ob Geld oder Sachwert, gehörte dann dem Tempel des Ishtar-Kultes. Die jungfräuliche Priesterin diente als Medium zwischen Gottheit und Mensch. Durch die Darbringung ihres Körpers stellte sie die Verbindung mit der Gottheit her. Der Orgasmus des Gläubigen, der Augenblick der Selbstaufgabe, galt als der Moment, in dem die Gottheit sich enthüllte. Die Dienerin der Gottheit, die »Tempelhure«, nahm nicht an der Ekstase teil, sie war nur Instrument der Gottheit. Die Hingabe der Tempeldienerin diente nicht der Befriedigung eigener Lust, sondern war ein Opfer des Körpers im Dienst der Gottheit. Die geschlechtliche Vereinigung stand stellvertretend für die von Muttergottheit und oberster männlicher Gottheit.

In dieser Zeit war religiöse Sexualität in Form von Fruchtbarkeits- und Tempelkulten völlig normal. Sexualität wurde als etwas Zivilisiertes und den Göttern Wohlgefälliges gesehen. Die Priesterinnen waren gesellschaftlich angesehen. Leider wurden durch unsere vom Christentum dominierte Kul tur alle Formen kultischer Sexualität unter dem Begriff der »Prostitution« subsummiert. Mit Prostitution hatte das aber gar nichts zu tun. Es waren heilige Rituale, die nur Auserwählten zugänglich waren. Die Menschen damals glaubten, dass der Ritus vor Unheil bewahren und Fruchtbarkeit in der folgenden Ehe schaffen würde.

Die Heilige Jungfrau
Innana, eine der großen sumerischen Göttinnen

Legitimation des Königs

Einmal im Jahr, am Neujahrsfest im Juni, zur Zeit der Gersten - ernte, suchte Inanna, die Jungfrau, die Göttin der Liebe und des Krieges, ihren geliebten Sohn Dumuzi auf, um sich mit ihm zu vereinigen. In Vertretung der Göttin wurde dieser alljährliche Paarungsritus von der Hohepriesterin des Inanna-Tempels und dem jeweiligen König vollzogen. Dumuzis Rolle übernimmt im Kult der jeweilige Herrscher. Nach der sexuellen Vereinigung entscheidet Inanna über das Schicksal des Königs. Eine entscheidende Funktion der Heiligen Hochzeit war neben der Fruchtbarkeitssymbolik die Legitimation des Königs. Nur durch die sexuelle Vereinigung mit der Hohepriesterin konnte der König seinen Herrschaftsanspruch erhalten. Gilgamesch selbst sei demzufolge ein Kind der Heiligen Hochzeit, hervorgegangen aus der Verbindung von König Lugalbanda mit der Göttin Inanna:

»Im Palaste im E'ilurugu haben die Menschen insgesamt der Herrin des Palastes einen Hochsitz errichtet: Der König, der Gott, weilt dort mit ihr. Dass sie das Schicksal der Länder entscheide, bereitet man am Neujahrstag, dem Tag der Kultfeiern meiner Herrin, das Lager, reinigt es mit Zweigen, legt ihr als Geschenk ein Kleid zurecht; badet man meine Herrin für den heiligen Schoß, badet sie für den Schoß des Königs. Der König geht stolz erhobenen Hauptes zum heiligen Schoß, geht stolz erhobenen Hauptes zum Schoß Inannas. Dumuzi liegt bei ihr, liebkost ihren Leib. Nachdem die heilige Inanna sich im heiligen Schoß des Lagers gesättigt, spricht sie an der Stätte des Lagers zu ihm: Di-Dagan bin ich.«

In Ägypten gehörte zur kultischen Prostitution, dass im Namen eines Gottes ein Kind gezeugt werden sollte. Zu diesem Zweck erschien manchen ägyptischen Königinnen ein »Botengott «. So ist beispielsweise in Luxor in einem Reliefzyklus die Zeugung des Pharaos Amenophis III durch Amun-Re (König der Götter) mit der Königin Mutemwia, Gemahlin des Thutmosis IV und Mutter von Amenophis III, dargestellt. Posthum wurde der Königin der hohe Titel »Gottesgemahlin des Amun« verliehen. Ein ritueller Nachvollzug der Heiligen Hochzeit ist seit der fünften Dynastie durch Darstellungen nachweisbar, in denen die sexuelle Vereinigung des Gottes Re mit Isis, repräsentiert durch König und Königin, zur Geburt des Pharaos führte.

Im antiken Griechenland war die Heilige Hochzeit von Hera und Zeus sehr bekannt. Diodor (ein antiker griechischer Geschichtsschreiber, der im ersten Jahrhundert v.u.Z. lebte) berichtet, dass in einem Tempel auf Kreta die Hochzeit von Zeus und Hera in einem jährlichen Fest nachgeahmt werde. Einmal im Jahr, meist am Ende des Winters, wurde dieses Ritual unter einem Keuschbaum (Mönchspfeffer) begangen. Danach badete Hera im Imrasos und erlangte so ihre Jungfräulichkeit zurück.

Fruchtbarkeitsfeste

Auch die Kelten kannten die Heilige Hochzeit. An Beltane, dem Fest der Freude, des Feuers, der Vereinigung, des Neuanfangs, wurde die Heilige Hochzeit vollzogen. Es wurden Feuer angezündet, Bauern trieben ihre Tiere durch, um Krankheiten fernzuhalten, schwangere Frauen rannten über die heißen Kohlen und hofften auf eine leichte Geburt ohne Komplikationen und ein gesundes Kind. Auch Paare rannten über das glühende Feld und baten damit um Fruchtbarkeit oder erneuerten ihr Versprechen. Um die eigene Herrschaft fortzusetzen oder zu beginnen, vereinigten sich auch König und Königin und hofften so auf ein Kind, das von den Göttern abstammen würde. Meist verkörperten diese beiden den gehörnten Gott, Cernunnos, und die Göttin. Der keltische Mythos berichtet von König Artus, der als Hirschkönig (Verkörperung des Gottes Cernunnos) mit der Fee Morgana einen rituellen Beischlaf vollzieht. In diesem Ritual verkörpert Morgana die Erdgöttin.

Dem römischen Stadtgründungsmythos zufolge soll Romulus der gemeinsame Sohn der Vestalin (jungfräuliche Pries - terin) Rhea Silva und des Mars gewesen sein, der in Gestalt eines aus dem Herdfeuer aufsteigenden Phallus mit der bräutlich geschmückten Priesterin den künftigen Herrscher zeugte. Kehren wir nun zurück nach Palästina. Der Mythos der Heiligen Hochzeit spielte vor allem im kanaanitischen Baalskult eine fundamentale Rolle innerhalb der Fruchtbarkeitsriten. Wie aus der Bibel hervorgeht, wurden manche Israeliten vom Baalskult beeinflusst. Als Baal wird gewöhnlich der oberste Gott des örtlichen Pantheons bezeichnet. Meist ist er ein Berg-, Wetter- und Fruchtbarkeitsgott. Das hebräische Wort »Baal« bedeutet übersetzt: Herr, Meister, König, Gott. Als Herr über den lebenswichtigen Regen – ein entscheidender Faktor für die Fruchtbarkeit des Landes – stand Baal in enger Verbindung mit der Muttergottheit Aschera und der Fruchtbarkeits- und Liebesgöttin Astarte. Im Nordreich Israel, das sich aufgrund seiner geographischen Lage mit den kanaanitischen Kulten auseinandersetzen musste, spielte der Baalskult zeitweise eine wichtige Rolle. Von manchen Königen wurde er gefördert, von anderen, wie auch von den Propheten Isreals, heftig bekämpft. Die Kanaaniter waren ein Volk, das zur Zeit Jesu auch in Palästina lebte, jedoch nicht mehr stark in Erscheinung trat.

Im Trancezustand überlässt der Schamane mehr und mehr die Kontrolle dem durch ihn wirkenden Geistwesen

War Maria eine Tempelhure?

Auch im kanaanitischen Fruchtbarkeitskult spielte die »Tempelprostitution « eine wichtige Rolle. Interessant ist, dass primär israelitische Frauen zur Verbreitung der Baalskulte in Israel beitrugen. Das Judentum bezeichnet Männer und Frauen, die sich in besonderer Weise dem Dienst einer fremden Gottheit geweiht hatten, als »Geweihte«. Nach Dtn 23,18 war dies in Israel verboten, die Beteiligung der Geweihten an den fremden Kulten wurde Hurerei genannt. Naheliegend ist, dass die Geweihten eine Art Tempelprostituierte waren, die sich an sexuellen Ritualen und Ausschweifungen beteiligten. In Hos 4,14 werden Prostituierte und Geweihte miteinander verglichen, gleichzeitig kommt auch eine deutliche Abgrenzung hervor: Mit der Prostituierten geht man beiseite, mit der Geweihten isst man Opferfleisch (… denn sie (die Priester) selbst gehen mit den Dirnen beiseite, mit den Weihedirnen feiern sie Schlacht opfer). Nach diesen historischen Betrachtungen wenden wir uns der spirituellen Praktik zu. Wie kommt (ein) Gott in einen Menschen? Antwort finden wir in auf der ganzen Welt verbreiteten schamanischen Praktiken, in der Schamanen Geistwesen einladen, durch sie zu wirken.

Dazu begibt sich der Schamane in Trance. Im Trancezustand überlässt er mehr und mehr die Kontrolle über den Körper dem durch ihn wirkenden Geistwesen. In manchen Kulturen geht die Trance so weit, dass eine völlige Amnesie des Schamanen auftritt und er nach Beendigung des Rituals keine Erinnerung mehr hat an das, was während der Trance geschehen ist. Bei den Lakota-Indianern traf ich auf einen Medizinmann, der sich mir gegenüber als »Büffel-Träumer« bezeichnete. Viele Indianerstämme besaßen »Träumer« als Medizinmänner. Träumer bezeichnet hier die Funktion, Visionen aus der geis - tigen Welt zu empfangen.

Von den Weißen wurden diese Träumer anfänglich als Indianer- Propheten bezeichnet, da ihre Funktion stark derjenigen der biblischen Propheten glich. Die Indianer-Propheten waren über die Geister in Kontakt mit Gott und erhielten in Trance in Form von Visionen wichtige Empfehlungen, wie sie das Volk führen und leiten sollten. Da sie persönlichen Kontakt zu den göttlichen Wesen hatten, waren sie beim Volk hochangesehen und galten vielfach als Heilige.

War Josef ein Schamane?

Naheliegend ist, dass die Völker der Antike und insbesondere die Priester dieser Völker ähnlich den Schamanen die Techniken der Volltrance kannten und für ihre Rituale nutzten. So konnten sie sich mit ihrem Gott oder ihrer Göttin verbinden. In der Bibel wird Josef, der Mann Marias, mehrfach als Träumer bezeichnet. Mt 1,20: »…erschien ihm (Josef) ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.« Auch der Befehl zur Flucht nach Ägypten, wo sich die kleine Familie bis zum Tod des Herodes aufhielt, kam zu Josef von einem Engel, der ihm im Traum erschien. Nach dem Tod des Herodes kehrte er auf Geheiß des Engels nach Israel zurück, wo er sich nicht in Judäa, sondern in Galiläa, im Ort Nazareth niederließ.

Matthäus betont, dass Josef lediglich der gesetzliche Vater Jesu sei, da dieser nicht durch menschliche Zeugung, sondern durch die Wirkung des Heiligen Geistes entstanden sei. Mt 1,18: »Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen Geistes.«

Dem folgt die kirchliche Lehre von der Jungfrauengeburt. Meiner Meinung nach braucht man nur die historischen Fakten mit den noch heute existierenden schamanischen Praktiken zusammenzufügen und ein paar Begriffe auszutauschen, und schon ergibt sich eine einfache Schlussfolgerung: Josef, der Träumer, war ein Prophet, der den heiligen Geist in sich aufnehmen konnte. Maria war heimliche »Geweihte«, Jungfrauen- Priesterin eines kanaanitischen Kults.

Als beide in Trance die sexuelle Vereinigung vollzogen, zeugte Josef der Jungfrau Maria ein Kind, das als Kind Gottes galt. Es hatte einen leiblichen Vater (Josef der Nährvater) und war somit legitimer Nachkomme des König David. Und es hatte einen spirituellen Vater – den heiligen Geist als Repräsentanten Gottes. Der »Sohn Gottes« beeinflusst nun seit zweitausend Jahren die Geschicke der Welt, und die biologisch unmögliche Jungfrauengeburt wurde zum Streitpunkt des Glaubens.

Kurt Fenkart

Kurt J. Fenkart wurde in Peru zum Inka- Schamanen initiiert und gründete die Schamanismus- Akademie. Er ist Autor der Bücher »Auch du bist ein Schamane« und »Die Geister des Schamanen«. www.schamanismus-akademie.com

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