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Die Schule für Praktische Philosophie

Details

Die Schule für Praktische Philosophie
Foto: Stockfresh, Diego Cervo

Weisheit – mal ganz praktisch

2005 gründete Hajo Noll in Deutschland die »Schule für Praktische Philosophie«. Sie versucht Samen philosophischen und spirituellen Denkens in Alltags- und Arbeitsleben einzusetzen und sie dort keimen und aufblühen zu lassen. Inhalte westlicher und östlicher philosophischer Traditionen werden dort gelesen, diskutiert, meditiert und eingeübt, um sie schließlich praktisch umzusetzen. Damit will sie einen Beitrag leisten zur Humanisierung einer konkurrenzfixierten, oft rücksichtslosen und angstbesetzten Arbeitswelt

Studiert heute jemand Volkswirtschaft, so wird er sehr bald die Produktionsfaktoren kennen lernen: Arbeit, Boden, Kapital, Information. Von ihnen soll unser Wohlstand abhängen – von Wohlbefinden ist nie die Rede. Eine Gallup-Studie von 2008 ergab, dass 90 Prozent aller befragten Arbeitnehmer kaum oder gar keine emotionale Bindung zu ihrer Arbeit haben. Sehr viele machen also Dienst nach Vorschrift oder haben innerlich gekündigt – und gleich wurden die daraus resultierenden volkswirtschaftlichen Kosten errechnet... Die humanen Kosten, die sich daraus ergeben, interessieren allenfalls die Verantwortlichen im Gesundheitssystem.

Die Wachstumsmaschinerie

Und nun das: Philosophie und Spiritualität im Arbeitsleben! Reimt sich das? Obgleich es sogenannte Wirtschaftsweise gibt, ist in ihren Gutachten nie von Weisheit die Rede; im ökonomischen Diskurs kommt Weisheit gar nicht vor. Müssen sich vielleicht die Räder der mächtigen Wachstumsmaschinerie so schnell drehen, und scheut sie die Entschleunigung deshalb, weil sie dann Weisheit, Selbsterkenntnis und die Frage nach dem Sinn unseres Treibens Raum und Zeit geben müsste? Sind Wachstum, Arbeit und Konsum der Politiker und Ökonomen letztes Wort? Deutsche-Bank-Chef Ackermann: »Man kann natürlich sagen, wir bräuchten ja gar nicht soviel Wachstum, so viel Gewinn, sondern wir gestalten uns das Leben langsamer, friedfertiger, liebevoller. Aber wenn man es alleine macht, wird man von den anderen überrannt. Machen es alle, wird der Wohlstand geringer… .« (Spiegel 14/2010) So lange unsere Meinungsführer so denken, wird alles beim Alten bleiben.

Weisheit als Orientierungshilfe

»Philosophie bedeutet Liebe zur Weisheit. Praktische Philosophie bedeutet das Studium der Philosophie und deren Umsetzung mitten im Berufs- und Lebensalltag; Weisheit als Orientierungshilfe in der Gesellschaft und für uns selber« (Hajo Noll). Die Frage nach Orientierung stellte sich Noll sehr deutlich, als es dem Computerkonzern in Brüssel, für den er 18 Jahre gearbeitet hatte, zunehmend schlechter ging. Da kam die Frage auf: Was will ich eigentlich? Seine Antwort war: Berufs- und Lebensberatung. Davon erzählte er einem Freund, der als Lehrer an der Philosophieschule in Brüssel arbeitete. Der riet ihm: Behalte deine Vision bei und bereite dich vor. Nun wusste er seinen Weg. Und wie das oft so ist, wenn das Innere vorbereitet ist, dann spielt auch das Schicksal mit. Seine Firma schenkte ihm einen Aufhebungs- und zugleich einen Beratervertrag! Gleichzeitig bot ein Freund ihm eine Personalberatungstätigkeit an. Noll sagte zu. Jetzt nahm er auch Kontakte zu Berufungs- und Lebensberatern auf, sammelte Informationen und suchte nach ihm entsprechenden Beratungsmethoden. Er entwickelte ein Seminarkonzept und brachte mit einem Kollegen das Buch »Beruf und Lebenssinn in Einklang bringen« heraus (1997).

Die Schule für Praktische Philosophie
Foto: Stockfresh, Pressmaster

Gute Begleiter

Dann besuchte er an der Philosophieschule in Brüssel auch Veranstaltungen zur Praktischen Philosophie. Das Konzept und die Zielsetzung überzeugten ihn. Zum Schluss übergab ihm die Leiterin ein Buchgeschenk mit dem Titel: »Good Company« – von Shantanand Saraswati, einem spirituellen Meister aus einer Linie, die auf den indischen Philosophen Shankara (788-820) zurückgeht. Der Inhalt des Buches bildet den curricularen Kern der überkonfessionell und interkulturell ausgerichteten Schule für Praktische Philosophie. Gegründet wurde sie 1937 in England als Reaktion auf die Große Depression, die eine Folge der Weltwirtschaftskrise von 1929 war. Wolfgang Bödefeld hatte Saraswati kennen gelernt und Noll vorgeschlagen, eine solche Schule auch in Deutschland zu gründen. Gemeinsam fuhren sie 2005 nach London zum Hauptsitz der Schule (die ursprünglich »Henry George School of Economics« hieß, seit 1942 »School of Economic Science«). Mr. Lambie, Leiter der Schule, war einverstanden. »1982 wurde in mir der Samen gelegt, der 23 Jahre später aufkeimte und nun, 2005, zur Blüte kam«, resümiert Noll.

»Man kann natürlich sagen, wir bräuchten ja gar nicht soviel Wachstum, so viel Gewinn, sondern wir gestalten uns das Leben langsamer, friedfertiger, liebevoller« Josef Ackermann, Deutsche Bank

Freunde der Weisheit

Deutschland ist das 16. Land weltweit, in dem nun eine solche Schule existiert. Für alle Länder gilt das gleiche, grundlegende Curriculum. Darüber hinaus aber haben die Schulen Gestaltungsfreiheit: »Wir möchten der Schule in Deutschland eine solche Gestalt geben, die vielleicht schon in der Akademie des Platon und von Chartres der Wesenskern war: Ein Kreis von Freunden der Weisheit, die ein gemeinsames großes Gespräch darstellen, in das jeder seinen Beitrag eingibt und sich bereichert findet durch das, was er / sie von Anderen erfährt…« (Noll) Das »Praktische« in dieser Schule weist daraufhin, dass sie über einen inspirierenden Gedankenaustausch hinausgeht. Saraswati spricht von zwei Flügeln: dem spirituellen und dem weltlichen. Um eine persönliche Entwicklung zu ermöglichen, die auch gesellschaftlich wirken kann, müssen Weisheiten im Alltagsleben umgesetzt werden, und eine solche Umsetzung bedarf eines gegenseitigen Erfahrungsaustauschs und gegenseitiger Unterstützung und Ermutigung, was nur in einem Kreis Gleichgesinnter gelebt werden kann. Noll gelang es, einen solchen Kreis mutiger Menschen in Wiesbaden zu bilden.

Inhaltliche Aspekte

Die Londoner Schule legt einen ihrer Schwerpunkte auf »Philosophy in Business«. Nolls Schwerpunkt ist die Berufungs- und Lebensberatung. Ein grundlegender Aspekt dieser Schule ist das Lehrer-Lerner-Konzept in Personalunion, d.h. jeder im Kreis ist des anderen Lehrer und Schüler. Jeder hat seine eigenen Erfahrungen, Stärken, Potentiale, die jeden anderen bereichern können: Es ist »eine Gemeinschaft von Lernenden«. Meint man es ernst mit Respekt und Wertschätzung für den Nächsten, so will man ihn hören, seine Ansichten kennen lernen, um gemeinsam zu lernen und persönlich zu wachsen. Warum sollte meine Meinung die allein richtige sein? Und so versuchen sich die Schüler dieser Schule in vorurteilsfreien und offenen Denk-, Kommunikations- und Verhaltensweisen. Alle sind aufgerufen zu einer »Good Company« beizutragen: mit Fachvorträgen, Erfahrungsberichten, Meinungsaustausch, Workshops, inspirierenden Texten, Meditation, Organisation der regelmäßigen Treffen oder Hilfen zum Erhalt und Ausbau der Schule. Und mit Verständnis und Wohlwollen dem Mitmenschen gegenüber: Man versucht mit dem Herzen zu sehen. Der Lehrplan der Schule enthält in der ersten Phase neun Gesprächskreise (zu Themen wie Freiheit – Liebe – Weg des Wissens – Weg des Handelns u.a.) mit jeweils zehn bis zwölf Lektionen. Als übergreifender Basistext dient der Text von Saraswati »Good Company« (erschienen im Verlag »The Study Society«, London. Er entstand aus Audienzen, die von Shantanand Saraswati 1961-85 in Indien gegeben wurden).

»Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst zu sein an eine kranke Gesellschaft« Jiddu Krishnmurti

Praktische Philosophie im Berufsleben

»Jede Anstrengung auf einem Weg ist in sich eine Verwirklichung des Weges. Langsam und stetig wird alles getan, und man braucht sich keine Gedanken zu machen über das Ende des Weges, wo es nichts mehr zu tun gibt. Alles, was man tun kann, sind diese kleinen Anstrengungen Tag für Tag. Diese Anstrengungen zu unternehmen, ist in sich die Realisierung der Arbeit, und man fühlt sich glücklich, dass die kleinen Anstrengungen gemacht werden…« (Shantanand Saraswati).

»Praktische Philosophie im Berufsleben« war das Thema im März 2010 im »KuKKuK«, einem Seminarhaus in Wiesbaden, das von Ursula Kaiser, einem Mitglied von Hajo Nolls Schule betrieben wird. Sowohl alle Programmpunkte des Seminartages als auch die Gesamtorganisation ist Sache der Mitglieder der Schule, wobei Hajo Noll Koordinator und Moderator ist. Zunächst skizziert jeder Teilnehmer ein ihn gerade bewegendes Problem am Arbeitsplatz und formuliert dazu eine Frage z. B.: Wie kann ich Mitarbeiter x ohne negativen Druck motivieren?). Stille-Übungen, Inspirationstexte, Workshops, Vorträge und Gespräche sollen im Laufe des Tages die Antwort reifen lassen.

Einander unterstützen

Nun möchte ich auf die Teilnehmer eingehen, die eine »Gute Gesellschaft« bilden im Sinne dieser Schule. Sie alle verfolgen das Ziel, sich gegenseitig zu unterstützen und voneinander zu lernen in ihrem Bemühen, persönlich und beruflich weiter zu reifen und zu wachsen. Es sind durchweg Menschen, die auf ihrem Weg durchs Leben die ausgetretenen Pfade mehr oder weniger verlassen haben und evtuell weiter verlassen werden, um als Pfadfinder in eigener Sache neue, andere Wege zu beschreiten: »Der Mensch ist das Wesen auf der Suche nach Sinn.« (Viktor Frankl) »Dann ging der ehrwürdige Ananda zum Erhabenen, warf sich nieder und setzte sich neben ihn. Als er saß, sagte der ehrwürdige Ananda zum Erhabenen: >Herr – gute und edle Freunde, die Gemeinschaft mit den Rechtschaffenen und persönliche Verbindung mit den Rechtschaffenen: Sie machen die Hälfte des tugendhaften Lebens aus. < – >Sage das nicht Ananda, sage das nicht. Diese Freundschaft, Gemeinschaft und Verbindung mit den Rechtschaffenen macht das Ganze dieses tugendhaften Lebens aus.< (aus Jack Kornfield, »Die Lehre des Buddha«)

Aufbruch in die Freiheit

Der Einführung Hajo Nolls folgt der Vortrag von Eva Hagenmüller: »Mit Verantwortung und Leistungsdruck leichter umgehen«. Die Referentin gab einmal ihr sicheres Dasein als Oberstudienrätin auf und machte sich auf und davon »in eine unsagbar unvorhersehbare Freiheit mit wunderschönen Glücksmomenten, eine echte Pilgerreise mit vielen Abenteuern und der schließlichen Landung in einem Beruf, von dem ich zuvor keine Ahnung hatte«: Sie ließ sich am Himalaya-Institut zur Yogalehrerin ausbilden und wurde später selbst Yogalehrerausbilderin. Schullehrerin war ihr Beruf, Yoga ist ihre Berufung: »Man verlässt nicht ungestraft den Schuldienst, um dann selbständige Lehrerin zu werden. Aber die >Geldstrafe< ist auch die einzige. Alles andere, was ich geschenkt bekam, ist viel mehr wert: Freiheit, Selbstverantwortung, Selbsterkenntnis, Selbst-Bewusstsein.« Sie spricht vom Auffinden des göttlichen Potentials in uns allen, das uns verbinde und das ein jeder »auf seine ganz unverwechselbar individuelle Weise auf und in die Welt bringt«. Da ist ihr die Praktische Philosophie eine wichtige Selbstvergewisserungsinstanz: Wo stehe ich, wie weit bin ich, was lässt sich von den anderen lernen?

Der »nichtdualistische Konflikt«

Werner Schieferstein, Rechtsanwalt am OLG Frankfurt a.M. leitete den Workshop »Mediation im Moment oder der nichtdualistische Konflikt« – »Die Enge und Fremdbestimmtheit des juristischen Denkens; das Gefühl, dass ich nur danach beurteilt werde, was ich falsch mache«, waren für ihn ein Auslöser für den Wandel seiner Juristentätigkeit. Die Erfahrung früherer freier und kreativer Erwerbsarbeit (u.a. Hörfunk) und die wachsende Einsicht in die Notwendigkeit eigener spiritueller Weiterentwicklung halfen, dabei den Boden zu bereiten. Seit 1989 arbeitet er auch als Mediator und rief das Projekt »Kooperative Praxis« ins Leben (Anwendung mediatorischer Methoden auf die Anwaltsarbeit). Schieferstein sucht eigene Konfliktlösungsstrategien und spricht von »einer Brücke zum erlösenden Verständnis« auch jenseits der Regeln juristischer Routine. »Wenn ich den beruflichen Alltag nur zusammengesetzt aus außenbestimmten Erfordernissen betrachte, nimmt er mir alle Kraft. Meine Kraft beziehe ich aus meinem Vertrauen in spirituelle Aspekte.« Dabei lässt er sich von den Gedanken Gurdjeffs, der buddhistischen Philosophie und moderner westlicher Weltsichten inspirieren. In der Praktischen Philosophie sieht er eine gute Möglichkeit »der gegenseitigen Unterstützung auf dem gemeinsamen Weg zu mehr Sinnstiftung und Humanität« – gerade auch in der Arbeitswelt.

»Die Freundschaft, Gemeinschaft und Verbindung mit den Rechtschaffenen macht das Ganze des tugendhaften Lebens aus« Gautama Buddha

Philosophie als Alltagsbegleiter

Marina Sorblek trug ihre Gedanken zum Thema »Praktische Philosophie als Alltagsbegleiter« vor; für sie selbst steht weniger das Berufsleben als der Lebensalltag im Vordergrund. »Finanziell am unteren Limit versuche ich, neben meiner Familie und dem Nebenjob eine Fortbildung als Ernährungsberaterin für Kinder zu machen.« Sie bedauert es, dass Nebentätigkeiten oder Aushilfsjobs gesellschaftlich weniger anerkannt sind als gut bezahlte Angestelltentätigkeiten. Erkannt und gemeint fühlt sie sich bei spirituellen Momenten, »die mich tief berühren, wo der Geist ganz klar wird, hellwach und mit allen Sinnen dabei. Dann können die Ideen sprudeln.« Es ist, wie sie sagt, »die Liebe zum Lebendigen«, was sie im Leben antreibt. Der Besuch der Schule der Praktischen Philosophie erinnert sie und regt sie immer wieder an, das im Alltag zu üben, was ihr wesentlich ist: »Wahrhaftig und offen zu sein für neue Sichtweisen, vorschnelle Bewertungen zu vermeiden und das Gute im Gegenüber nicht zu übersehen…«

Weibliche Führungskunst

»Liebe im Arbeitsleben« war das Thema, über das Elisabeth Freund reflektierte. Früher arbeitete sie u.a. als Pressereferentin für einen Landtagsabgeordneten; heute ist sie Geschäftsführerin an der VHS Wiesbaden. Während ihres Studiums (Pädagogik), meint sie, »war klar zu spüren, dass in meinem Leben etwas Entscheidendes fehlte.« Der erste Schritt, »um die andere Seite meines Seins zu nähren«, war die Ausbildung zur Yoga-Lehrerin. 2010 hat sie mit einer Kollegin ein interessantes Angebot entwickelt: »Weibliche Führungskunst inmitten von Muss und Muße. Ein Retreat für Frauen in Führungspositionen«. Sie versteht Weiblichkeit als Gabe und Eigenschaft, die sich Erfolg versprechend als Managementstärke einsetzen lässt. Eine spannende Alternative zu Seminaren, in denen »das virtuose Einsetzen betrieblicher Machtsymbolik eingeübt werden soll, um Männern Paroli bieten zu können – einschließlich Arroganztraining für leitende Frauen«, wie es einmal in einer Anzeige hieß (brand eins, 3/2008). Ganz wichtig für Freund ist es, immer in Kontakt zu bleiben »mit dem, was in der Wechselhaftigkeit des Lebens beständig ist«. Dabei hilft ihr auch die »Good Company« in der Praktischen Philosophen: »Dieser Kreis ist elementar für den Austausch und das Erleben, wie vielfältig die Umsetzung spiritueller Aspekte in die Arbeitswelt sein kann.«

»Von Kraft angerührt«

Ursula Kaiser ist Gastgeberin und Eigentümerin des Seminarhauses KuKKuK in Wiesbaden. Sie ist staatsexaminierte Graphikdesignerin und hat das in Werbeagenturen übliche Rein und Raus neuer bzw. alter Mitarbeiter und den damit verbundenen Konkurrenzkampf einschließlich Mobbing zur Genüge kennen gelernt. Doch hat sie ihre inneren Helfer, ihre Träume, die ihr oft regelrechte Problemlösungsansätze bieten. Die rege Traumtätigkeit ist ein wesentlicher Aspekt ihrer Spiritualität; letztere kann sie sogar genau datieren: »April 1974, als ich vor dem Tenpotche-Kloster im nepalesischen Hochland erstmals von Kraft angerührt wurde, an die ich als Atheistin nie geglaubt hatte.« »In meinem frühen Leben als Graphikerin«, resumiert sie, »habe ich versucht, die mir gestellten Aufgaben nach bestem Vermögen zu erfüllen. Heute stelle ich mir meine Aufgaben selbst.« Doch es war ein langer Weg, und es waren wegweisende Träume, die sie beauftragten, beruflich selbständig zu werden und »dieses Haus entstehen zu lassen«. Gemeint ist das Seminarhaus, in dem die Praktische Philosophie ihr Zuhause hat.

Gib, was du erhalten möchtest

Es ist der Durst nach Sinn, der die Teilnehmer dieser Schule aufbrechen lässt nach einer anderen, humaneren Arbeitswelt. Sie machen sich auf die Reise, gehen ihren Weg auf der Suche nach einem Sinn, der wortgeschichtlich tatsächlich einmal »gehen« und »reisen« bedeutete. Für viele ist dieser Sinn gleichbedeutend mit Liebe: eine allumfassende und allbetreffende Liebe. Zum Schluss soll der spiritus rector der Praktischen Philosophie, Shantanand Saraswati, das Wort haben: »Wenn du verstehst, dass du Teil des Universums bist und allen anderen Menschen gleich bist, dann gib anderen, was du selbst bekommen möchtest. Was du für dich selbst wünschst, sollen die anderen auch erhalten und tue für andere das, was du möchtest, dass man für dich tue.«

Rainer Spallek www.lernen-und-leben.de

Weitere Infos: www.philosophie-praktisch.de, www.schooleconomicscience.org

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Aus dem Heft connection spirit 06/11

   
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