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Buddha und Jesus

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Buddha und Jesus
Foto: Flickr.com, Collage: C. v. Puttkamer

Meinten sie dasselbe?

Monika Donner ist davon überzeugt, dass Buddha und Jesus dasselbe lehrten. Diese zwei großen Gestalten der Weltgeschichte wurden nachträglich von Menschen, denen das als nützlich erschien, zu »Religionsgründer« gemacht. Vielleicht wollten sie aber nur das: Dass wir Menschen zu uns selbst finden, uns befreien aus familiären, religiösen und staatlichen Fesseln

Buddhas Lehre und Jesu Lehre sind in ihrem Kern absolut dieselbe. Man kann sie ruhigen Gewissens aufs bewusste Ein- und Ausatmen und den damit einhergehenden gedankenlosen Zustand des No-Mind reduzieren. Buddha leitete zur Vereinigung und Auflösung der gedanklichen Gegensätze an, indem er den Weg der Mitte und den Edlen Achtfachen Pfad lehrte. Jesus sprach etwa 500 Jahre später davon, wieder bewusst zum Kind zu werden und dabei die Polaritäten des Denkens in sich selbst zu vereinen und aufzulösen. Beide meinten dasselbe: Selbstwerdung durch Selbstbefreiung aus familiären, religiösen und staatlichen Fesseln. Ob es sich bei diesen erleuchteten Meistern um reale historische Personen handelt, lasse ich dahingestellt, weil es hier um die überlieferten Botschaften und nicht um ihre Überbringer geht.

Spirituelle Rebellion

Buddha und Jesus waren spirituelle Rebellen, die sich selbst und alleine, also ohne jegliche Institutionen oder Lehrmeister, aus der Klammer des Geistes (Denkens) befreit, auf Macht verzichtet und den Weg zur Selbsterlösung gelehrt haben. Ihre Kernbotschaft ist simpel: »Sei du selbst und liebe das Leben!«
Der Weg der Selbsterlösung geht naturgemäß mit der Befreiung aus sämtlichen Konfessionen und Religionen einher. Man muss schon ziemlich verblendet sein, wenn man nicht erkennt, dass die Denkknastbefreier Buddha und Jesus die natürlichen Feinde jeder institutionalisierten Religion, letztlich jeder einengenden Machtelite sind. Letztere leben ja von der Abhängigkeit ihrer Anhänger und Untertanen.

Buddha war kein Buddhist, Jesus kein Christ

Einatmen, Ausatmen — und ein Bisschen mehr

Schriftgelehrte, Kirchenfürsten, heuchlerische Pseudotheologen, egozentrische Ritualgurus und machtgeile Möchtegernmeister werden insofern zu dienenden Herrschaften ihrer Schäfchen, als sie ihnen das Unwahre – »das nicht ganz Wahre« – vorleben und sie damit indirekt zur weiteren Suche nach Wahrheit und Erkenntnis anspornen. Unsere Auseinandersetzung mit religiös verdrehten Sinngehalten bewirkt ja in letzter Konsequenz das bewusste Verdrehen unseres Verstandes hin zur Erkenntnis des wahren Selbst. Ich beschäftige mich daher auch ein wenig mit den antispirituellen Tendenzen der genannten Religionen.
Weil es bei den Buddhisten nicht ganz so schlimm ist, beleuchte ich hier vorwiegend die christlichen Schattenseiten. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass Jehoschua Ben Joseph (Jesus) offenbar Siddharta Gautamas (Buddhas) Lehre übernommen und sie in einem vollkommen anderen, unfreieren kulturellen Umfeld an die Frau und den Mann brachte. Ein paar hundert Jahre danach wurde sein Wirken durch die dreisten, teilweise biblischen Lügen christlicher Kirchenfürsten völlig entstellt und ins Gegenteil verkehrt: von der Selbsterlösung des Individuums zur Fremderlösung durch Jesus. Obwohl diese Irreführungen leicht zu erkennen sind, weil sie schwarz auf weiß in der Bibel stehen, hält der Betrug noch immer an. Schließlich hat man den ursprünglich eigenständigen Geist der Kirchenschafe bereits im wehrlosen Kindesalter gleichzeitig formatiert und mit religiösen Viren befallen wie eine Festplatte ohne Anti-Virus-Programm. Der hartnäckigste »Trojaner« ist die Lüge, Jesus habe irgendwie ursächlich mit dem personifizierten Eingottglauben zu schaffen. Nichts ist unwahrer als das. Jesus spornte nämlich dazu an, aus sich selbst heraus göttlich zu sein!

Sei dein eigener Meister

Buddha forderte, dass man seine Lehren kritisch prüfen und sich stets selbst die einzige Zuflucht sein soll. Damit betonte er, dass wir unseren eigenen Weg gehen und uns nicht von ihm abhängig machen sollen. Aus einer Zen-Lehre wissen wir, dass wir Buddha (mental) enthaupten sollen, wenn er uns im Traum erscheint. Die Realität sehr vieler Buddhisten sieht anders aus. Sie klammern sich an Wortlaute und übersehen den zugrunde liegenden Sinn; sie krümmen sich vor Buddha-Statuen; sie halten äußerst komplexe Rituale ab, ohne zu erkennen, dass diese in Wahrheit ohne jede Bedeutung sind. Fast dasselbe ego-zentrische Theater wie bei den Christen…
Mit Buddhas Appell, sein eigener Meister zu sein, korrespondiert Jesu Aufforderung, sich selbst (!) zum Gottwesen zu vervollkommnen: »Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.« Dieser Ausspruch steht nicht in irgendeiner kirchlicherseits ignorierten gnostischen Schrift, sondern ist exakt so in der Lutherbibel abgedruckt (Matthäus 5:48, ähnlich Lukas 6:36). Von wegen Messias, von wegen Erlöser: Jeder kann sich nur selbst erlösen. Das wiederum entspricht einem gnostischen Vers, dem zufolge Jesus sagte: »Werdet besser als ich, macht euch selbst dem Sohn des Heiligen Geistes gleich!« (Brief des Jakobus 6:15-20). Damit unterstreicht Jesus nicht nur seine eigene Menschlichkeit sondern auch – wieder einmal – das Potenzial des Menschen, sich selbst zum Gottwesen zu vervollkommnen.

Gott ist eine Energie in uns

»Schriftgelehrte, Kirchenfürsten, heuchlerische Pseudotheologen, egozentrische Ritualgurus und machtgeile Möchtegernmeister werden zu dienenden Herrschaften ihrer Schäfchen«

Weil Jesu Wirkungsgebiet (das heutige Palästina und Israel) vom geistig versklavenden Eingottkult geprägt war, musste er neben Buddhas passiver Selbstwerdungslehre auch offensiv gegen die Priester vorgehen, um ihre von Habgier getriebenen Lügen aufzuzeigen. Jesus bezeichnete die Pharisäer und Schriftgelehrten als Heuchler, die das Himmelreich vor den Menschen verschlossen hatten. Sie kommen selbst nicht hinein und hindern andere daran hineinzukommen (Matthäus 23:13, Lukas 11:52). Wen hat Jesus wohl damit gemeint? Es sind die religiösen Herrscher aller Zeiten und Kulturen, die die suchenden Menschen mit Irrlehren von der Selbstwerdung abhalten.
Die jüdischen Priester taten dies, indem sie den profitablen Jahwe-Kult aufrechterhielten. Jesus war der schärfste Gegner der Priester und ihres Jahwe. Diesen »Gott« bezeichnete Jesus sogar ausdrücklich als Teufel, Vater der Lüge und Menschenmörder (Johannes 8:44). Wer das Alte Testament gelesen hat, kann Jesu Feststellungen bestätigen: Einen schlimmeren Teufel als Jahwe gibt es in der ganzen Bibel nicht, denn niemand lügt, unterdrückt, zerstört und mordet mehr als er. Jahwe ist zudem ein männliches physisches Wesen, das gesehen und gehört wird. Zur Freude der Däniken-Begeisterten bedient er sich eines Raumschiffs (einer tosenden, Feuer speienden »Wolke«), um zu seinem Volk herniederzufahren (2. Mose 19:16-18). Jesus entlarvte Jahwe als Nichtgott und Priestererfindung, denn der wahre Gott ist energetisch: Licht, Geist und Liebe (Johannes 4:24, 1. Johannes 1:5 und 4:16). Nächster Faustschlag für den Einpersonengottkult: Gott bzw. Gottes Reich ist in uns (Lk 17:21, 1. Korinther 3:16). Weil Gott im Verborgenen (in uns) ist, wurde er noch nie gesehen (Johannes 1:18, 1. Johannes 4:12). Am Rande sei erwähnt, dass Jesus von sich selbst immer als »Menschensohn« und niemals als »Gott« sprach.

Robin Hood war kein Königssohn

In Anbetracht dieser Umstände kommen wohl nur Geisteskranke oder Lügner auf die Idee, Jesus zum Sohn Jahwes zu erklären. Die christlichen Kirchenväter haben es unter Kaiser Konstantin im Jahr 325 v. Chr. getan und diese unverschämte Lüge bis heute aufrechterhalten. Das ist in etwa so, als würde die britische Krone Robin Hood nachträglich durch Geschichtsbuchfälschungen zum Sohn Prinz Johns machen.
Doch zurück zur Kirche: Wo Jesus erklärt, dass man mit Gott ganz alleine reden soll (Matthäus 6:6), besitzt die Kirche unendlich viele vatikanische Volksempfänger (Kirchen). Dies erscheint umso absurder, als Jesus sagte, man solle keine irdischen Reichtümer ansammeln (Matthäus 6:19-21). Die Aufzählung kirchlicher Verstöße gegen die Lehre Jesu ließe sich beliebig fortsetzen. Doch das Wesentliche wurde schon gesagt: Da ist kein Gott außerhalb von dir!

Energie hat keine Seiten

Buddha und Jesus
Foto: H. Kopp-Delaney

Unter dieser Prämisse ist das Neue Testament zu lesen, sind die Aussagen Jesu zu verstehen. Entgegenstehende Wortmeldungen, wie etwa »Er (Jesus) wird zur Rechten Gottes sitzen«, können leicht als Fälschungen erkannt werden: Man kann nicht zur Rechten Gottes sitzen, weil Gott Energie ist und Energie keine Seiten hat. Logisch, nicht wahr? Einleuchtend ist auch, dass sich Jesu neutestamentarische Aussagen über den energetischen Gott mit den kirchlicherseits nicht anerkannten, weil fälschungssicheren gnostischen Schriften aus Nag Hamadi decken. Das originale Thomas-Evangelium und andere Schriften wurden erst 1945 im Wüstensand gefunden. Sie waren daher vor den Korrekturstiften der Urkirchenväter sicher.
Da Indiens Göttervielfalt wesentlich mehr Freiheiten als der jüdisch-christliche Eingottglaube bietet, ist davon auszugehen, dass sich Buddha nicht (oder nicht so intensiv) gegen bestimmte Irrlehren wenden musste – und deshalb nicht gekreuzigt wurde. Der Fokus seines Wirkens durfte folglich auf der Selbstwerdungslehre liegen.

Gott ist das Kind in dir

Jesus lässt uns nicht nur wissen, dass Gott bzw. Gottes Reich in uns ist, er verkündet auch, was wir zu »tun« haben, um es zu erkennen: Wir sollen wieder wie die kleinen Kinder sein: »Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kindlein, der wird nicht hineinkommen.« Dieses Gleichnis findet man mehrfach im Neuen Testament (Markus 10:15, ähnlich Matthäus 18:1-5 und 19:13f., Lukas 18:15-17, Johannes 3:1-3). Die Wirkung der Erkenntnis wird hinsichtlich ihrer Art und Intensität in den Gleichnissen über das irdische Himmelreich, also in der Sprache des Erleuchteten beschrieben. Jesu Ziel ist ja unsere Erleuchtung.
Wie wird man erleuchtet? Zur Beantwortung dieser Frage ist es erforderlich, zwei weitere Fragen zu beantworten. Die erste Frage lautet: Was ist Erleuchtung? Erleuchtung ist das Erkennen der Wahrheit. Man erkennt sie, wenn man die Manipulation des Geistes (Denkens) durchschaut hat. Die zweite Frage ist: Welche menschlichen Wesen wurden noch nicht sozial manipuliert? An Kleinkindern geht der Kelch gesellschaftlicher Dressur vorüber, weshalb sie sich noch unbewusst im Paradies befinden. Sie leben in unbewusster Einheit mit der Existenz. Das Kind wird dann schleichend aus seinem irdischen Himmelreich gezerrt und zu einem funktionierenden Zahnrad im Uhrwerk einer schizophrenen Leistungsgesellschaft dressiert, in der jeder gegen jeden kämpft. Der vollständig aufs Mehrsein konditionierte Mensch fühlt sich schließlich von allem getrennt. Zumindest unterbewusst sehnt er sich aber in das in der Kindheit erlebte Einheitsgefühl zurück. Demzufolge soll der Erwachsene wieder – aber diesmal bewusst – zum Kind werden, wenn er ein paradiesisches Leben führen will.

Anfängergeist

Bei den von Jesus in den Mittelpunkt gestellten Kindern handelt es sich sowohl um kleine Kinder als auch um Babys. Er unterscheidet nicht zwischen dem Kind, das in sein Spiel vertieft ist und dem Kind, das an der Mutterbrust gesäugt wird. Beide sind ganz im Hier und Jetzt. Unbewusst bilden sie eine Einheit mit der Existenz und tun das, was sie tun, mit voller Aufmerksamkeit. Dieses Versunkensein unterscheidet sie grundlegend von den Erwachsenen, die nie ganz bei einer Sache sind, weil sie den Kopf voller Fremdgedanken haben.
Das jesuanische Bindeglied zwischen Kindern und Erwachsenen liegt im Spiel bzw. im ursprünglichen Bibeltext. In Standardbibeln wurde das hellenische Wort für »Knäblein« vereinfachend mit »Kind« oder »Kindlein« übersetzt. In Wahrheit leitet sich »Knäblein« aber von »spielen« ab, weshalb die korrekte Wortlautübersetzung »Spielendes« ist. Darunter ist ein wenige Monate altes Kleinkind, ein spielendes Kind, generell aber auch ein mit dem Lernen Anfangender gemeint. Begrifflich fällt also auch ein vom Körper her Erwachsener mit einem gewissen Anfängergeist darunter. Bestimmt fällt an dieser Stelle nicht nur mir das Buch des Zen-Meisters Shunryu Suzuki »Zen-Geist, Anfänger-Geist« ein…

Jesu Lehre ist Buddhas Lehre

Buddha fasste seine Lehre in den »Vier Edlen Wahrheiten« zusammen. Vereinfacht gesagt, stellte er fest, dass es 1. Leid gibt, 2. dieses Leid durch das unbewusste Anhaften an den Dingen verursacht wird, 3. es einen Weg aus dem Leid gibt und 4. dieser Weg die Beachtung des »Achtfachen Pfades« ist. Auf den Punkt gebracht: Buddha sagte also, dass alles im Fluss ist. Wer das nicht akzeptiert und gierig am Vergänglichen haftet, leidet. Der Weg aus dem Leid ist der Weg der Mitte. Wer die Illusionen der Starrheit durchschaut, befreit sich selbst. Das Beschreiten des Achtfachen Pfads dient dazu, die Balance des Geistes zwischen den verschiedensten Extrempositionen herzustellen. Diesen Zustand nennen manche Erleuchtung oder Erweckung.
Die Vergänglichkeit der Dinge wird am Beispiel unseres Körpers besonders deutlich. Nichts wird heutzutage mehr verdrängt als der »Tod«. Folgender Sinnspruch Jesu trifft daher immer noch zu: »Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten.« (Galater 6:8). Mit dem »Geist« ist hier nicht das Denken, sondern die spirituelle Energie gemeint, denn Gott ist ja Geist. Die Seele ist nach jeder mystischen Überlieferung unzerstörbar. Deshalb sollen wir den Fokus auf die Spiritualität legen. Das bedeutet aber nicht, dass wir den Körper vernachlässigen sollen, wie es manche einseitig denkenden Religionsfanatiker tun.

Nicht einmal der Tod ist fix

»Unser Körper hört nie auf, sich zu verändern. Von der Zeugung bis zum physischen Ende des Seelentransportmittels gab es nie einen fixierbaren Zustand«

Wie wir wissen, hört unser Körper nie auf, sich zu verändern. Von der Zeugung bis zum physischen Ende des Seelentransportmittels gab es nie einen fixierbaren Zustand. Jede Zelle war und ist in Bewegung. Selbst nach dem »Tod« verlieren sich die Körperzellen keinesfalls im »Nichts«, sondern gehen in eine andere Form über. Diesen Umstand bestätigt die Wissenschaft. Dem Energieerhaltungssatz zufolge kann es in einem geschlossenen System keinen Energieverlust geben, d.h., dass die Gesamtenergie konstant bleibt. Was wir als Tod bezeichnen, ist demnach nur ein Überfließen in einen anderen Zustand. Prinzipiell muss das gleichermaßen für den Körper und die Seele gelten. Da der Körper irgendwann als Fortbewegungsmittel der Seele ausgedient hat, sollten wir mental über den Körper hinausgehen und auf die Seele fokussieren.
Die Einzeletappen des Achtfachen Pfads können mit Leichtigkeit mit jenen Kernaussagen Jesu in Einklang gebracht werden, die z.B. in der Bergpredigt, aber auch in gnostischen Schriften kommuniziert werden. Rechte Erkenntnis, rechtes Denken, rechte Rede, rechtes Handeln, rechte Lebensführung, rechte Vertiefung, rechtes Üben, rechte Achtsamkeit und rechte Versenkung sind folglich auch von Jesus gelehrte »spirituelle Grundsätze«. Aus Platzgründen und um nun endlich zum Kernstück Jesu Botschaft zu kommen, empfehle ich, die überlieferten Worte Jesu denen von Buddha gegenüberzustellen. Wem Textvergleiche zu aufwendig sind, der kann sie in meinem Buch »Tiger in High Heels« nachlesen.

Der Weg der Mitte ist das Kind in uns

Im gnostischen Thomas-Evangelium führt uns Jesus unmittelbar an die Schwelle zur Erleuchtung, indem er uns den Weg der Mitte, den Weg zum Kindsein erklärt: »Wenn ihr aus zwei eins macht, wenn ihr das Innere wie das Äußere macht und das Äußere wie das Innere und das Obere wie das Untere und wenn ihr das Männliche und das Weibliche zu einem Einzigen macht, so dass das Männliche nicht männlich und das Weibliche nicht weiblich ist … werdet ihr in das Königreich eingehen.« (Logion 22). Es handelt sich um eine konkrete »Anweisung« Jesu, wie man wieder zum Kind wird, wie man die gedanklichen Gegensätze vereint, um schließlich als lebendiges Selbst ins Himmelreich – in den Zustand des Nirvana – zu gelangen. Eine andere Bezeichnung dafür lautet »bewusste Einheit«. Wie man leicht am zitierten Text erkennt, handelt es sich um keinen Personengottkult, sondern eindeutig um eine Selbsterlösungslehre im Sinne Buddhas. Aus dem gnostischen Evangelium nach Maria, einer weiteren authentischen Überlieferung der Worte Jesu, wissen wir, dass alle Wesen in sich eins sind, aber auch mit allen anderen Wesen verbunden sind und dass sie sich gemäß der Natur der Materie »zu ihren eigenen Wurzeln hin auflösen« werden (Satz 7,1 bis 9). Der Weg zur inneren und äußeren Einheit als Weg der Mitte wird im Thomas-Evangelium mit Substanz gefüllt. Es liegt demnach gemäß Jesus in der menschlichen Natur, sich zum wahren Selbst im Sinne einer Körper-Seele-Geist-Einheit hoch und gleichzeitig hinunter zu ent-wickeln: Sei Kind, damit du Gott bist!
Jesus forderte weiters (im Neuen Testament) dazu auf, sich keine quälenden Gedanken über Nahrung, Kleidung, Ansehen etcetera zu machen. Stattdessen soll man im stillen Kämmerlein zu dem Gott beten, der in uns ist. Heute nennen wir diese Innenschau Meditation. Was bleibt also zu »tun«?
Einatmen, Ausatmen …

Monika Donner

Monika Donner, geb. 1971 in Linz, ist Autorin, Lebensberaterin, Juristin. Ihr Buch Tiger in High Heels ist erhältlich über Amazon und www.monika-donner.at.

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