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Editorial connection special 85

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Was macht uns glücklich?

Photo Wolf Schneider

Die meisten würden auf diese Frage antworten: Liebe macht mich glücklich! Geld, Wohlstand, Gesundheit, Freunde, Erfolg (was auch immer mit »Erfolg« jeweils gemeint ist), auch das, aber vor allem: zu lieben und geliebt zu werden.

Soweit alles klar: Gott hat das Große, Ganze erschaffen, die Liebe. Der Teufel aber steckt im Detail, sagt das Sprichwort. Die Einzelheiten und Bedingungen, unter denen Liebe stattfindet, die hat er gemacht. Als da wären: Wen liebe ich, wann, wo, wie, warum, wie oft und – wie viele? Oder nur mich selbst? Oder nur Gott, »das große Ganze«? Oder nur die Vorschriften meiner Religion oder gesellschaftlichen Herkunft?

Zu den Bedingungen, unter denen Liebe stattfindet, gehören vor allem die Beziehungsformen. Wir haben in diesem Heft den Fokus auf die beiden folgenden gerichtet: Mono – ich liebe nur einen Partner. Poly – ich liebe mehrere Partner, und sie wissen voneinander. Aber auch mindestens eine dritte Möglichkeit gibt es noch, die für Mönche, Nonnen und eingefleischte Steppenwölfe: Solo – ich bin und bleibe solo, weil ich nicht akzeptieren kann, dass der Teufel die Bedingungen stellt.

Arrangierte Ehe, Liebesheirat und serielle Monogamie

Dabei zeigt sich, dass sich in Zeiten von Globalisierung und Internet auch die Beziehungsformen ändern. Heirat und Ehe haben heute nicht mehr die Bedeutung, die sie noch für unsere Eltern und Großeltern hatten. Wir können heute nicht nur Mangos und Kiwis zum Frühstück essen und eine Vielfalt eigenwilliger sexueller Neigungen ausleben, sondern haben auch in der Wahl unserer Liebesbeziehungen größere Freiheit denn je. Die traditionelle, von den Eltern arrangierte Ehe wird seit der Romantik weltweit immer mehr durch die Liebesheirat ersetzt. Ursprünglich sollte auch die ein Leben lang gelten. In den vergangenen Jahrzehnten wurde sie aber vielfach und weltweit durch die »serielle Monogamie« ersetzt: Partnersuche, Dating, Anbahnung und Beginn einer Beziehung bis hin zu der Art, wie man sich wieder trennt und danach eine Weile solo bleibt, haben heute, von New York über Berlin bis Shanghai, einen erstaunlichen Konsens gefunden. Aber – macht uns das glücklich?

Der Trend zur Polyamorie

Viele Menschen glauben, dass das noch nicht der optimale Weg zum Glück sein kann. Sie wollen ihre Seitensprünge nicht verbergen müssen. Sie wollen, wenn sie sich neu verlieben, nicht ihren Ex »entsorgen« müssen. Sie suchen Treue und Abenteuer zugleich – tiefe, dauerhafte Liebe und Verbindlichkeit, ohne dabei einander ein Gefängnis zu bauen. Es sind die »polyamor« Liebenden. Sie lieben mehr als einen Menschen – intim, sexuell und ohne Heimlichkeit. Und es werden immer mehr, die so leben.

Integration der Vielfalt

Klar, dass das an den Einzelnen große Herausforderungen stellt. Man braucht dazu Vertrauen in sich selbst und den Partner, Toleranz und einen weisen Umgang mit der Eifersucht. Deshalb ist es kein Zufall, dass die modernen Tantriker eine Affinität zu diesem Weg haben. Für sie ist Sexualität etwas Heiliges, ein Weg zur spirituellen Ekstase, zur Einheit mit sich, der Welt, der Natur, Gott. Deshalb haben wir dieses 18. der connection Tantra-Specials dem Schwerpunkt »Polyamorie« gewidmet und der Frage, die auch für die mono und solo Liebenden gilt: Wie bringe ich die Vielfalt meiner Persönlichkeitsanteile und Sehnsuchtsobjekte unter einen Hut? Die Frage der Integration.

»Wie weit bin ich auf meinem spirituellen Weg fortgeschritten«, wollte ein Schüler einst von seinem spirituellen Meister wissen. Antwort: »Schau dir deine Beziehungen an!« Das soll nun auch als Motto über diesem 18. connection Tantra Special stehen, denn es gilt für die mono, poly und solo Liebenden in gleicher Weise.

Innen hui, außen – geklammert

Nun noch ein Wort zum Äußeren. Dieses Heft ist das erste connection Tantra-Special, das nicht mehr, wie gewohnt, klebegebunden ist. Die Klebebindung mit Rückendruck kostet einfach zu viel für ein Heft, das, wie heutzutage fast alle Printmedien, unter Anzeigenschwund zu leiden hat. Durch diesen Verzicht können wir die bisherige Seitenzahl und Farbigkeit beibehalten.

Damit wir auch weiterhin mit einem geringen Anzeigenvolumen existieren können: Wenn dir dieses Heft gefällt, empfiehl uns weiter! Wenn du noch nicht abonniert hast, abonniere! Es gibt die connection Tantra-Specials auch im Zwei- und Drei-Jahresabo. So werden wir noch viele weitere Hefte zu diesen spannenden Themen herausbringen können.

Titelseite connection special 85, Link zum Shop

Aus dem aktuellen Tantra special 85

   
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