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Was ist Tantra?

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Love Talks

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Die größten Konfliktherde, die größten Tragödien gehen zurück auf die Sexualität, auf diese ungeheuer große Energie, die nicht gemeistert wird. Deshalb ist es wichtig, eine besondere spirituelle Achtsamkeit für diesen Bereich zu entwickeln. Einmal im Monat (jeden ersten Montag im Monat 22 Uhr) sendet der Tantralehrer Franz Lang zusammen mit Manuela Haunschmidt im »Freien Radio Freistadt« »Love Talks« - ein Hörfunkfeature über die Liebe und die Sexualität. In der 6. Sendung geht es um Gespräche mit Tantra-Erfahrenen Frauen und Männern, unter anderem auch ein Gespräch mit Wolf Schneider, der das Buch »Tantra - Spiele der Liebe« geschrieben hat.

Man kann immer nur das verstehen, was man selbst in sich hat, was man eigentlich schon weiß, hat irgendein kluger Mensch mal gesagt. Wahrscheinlich gilt das insbesondere für die Lebensphilosophie des Tantra, die im alten Indien einst zu hoher Blüte gelangte, ehe dort der Islam (vor allem in Nordindien) die Herrschaft übernahm und dem ein Ende bereitete. Tantra hat viel mit einem weiblichen Verständnis von Spiritualität zu tun, mit Natürlichkeit und mit Sex. Fast nur das dritte dieser drei Kennzeichen von Tantra wird in der Öffentlichkeit wahrgenommen, weil Sex unsere Fantasie beschäftigt, unser Sozialleben prägt (eher undercover, dafür dort umso mehr), und weil die meisten von uns das Gefühl haben, davon nicht genug zu bekommen, irgendwie damit verunglückt zu sein oder glauben, sich darin bessern zu können – was ja durchaus möglich ist.

Tantra ist eine Lebensphilosophie, die auch ein bisschen was von einer Weltanschauung hat. Für die meisten derer, die sich Tantriker nennen, ist Tantra ein spiritueller Weg, der eine spirituelle Praxis beinhaltet. Eine Praxis mit dem Ziel, die eigene Sexualität, Liebe und Weisheit zu entwickeln – zunächst individuell, jeder für sich, dann paarweise und im eigenen sozialen Umfeld.

Sexualität gilt in der indischen Philosophie und in vielen westlichen Psychologien als etwas sehr Grundlegendes, auf dem anderes – für viele: alles andere – aufbaut. Gemäß Sigmund Freud, dem Begründer der Psychoanalyse, ist unsere ganze Kultur darauf aufgebaut, allerdings nicht auf dem freien Ausdruck unserer sexuellen Bedürfnisse, sondern auf der Sublimation dieser Bedürfnisse. Tantra hingegen negiert diese Basisenergie nicht, sondern begrüßt sie, insofern ist Tantra sexpositiv. Dass es auch Formen von Sexualität gibt, die nicht gut sind, weil sie Menschen schaden, wie etwa Vergewaltigung oder Päderastie, bleibt dem unbenommen. Im Grunde jedoch ist Sex gut. Sexualität ist für uns Menschen eine große Lustquelle, eine Basis für die Entwicklung der höchsten Formen von Liebe und nicht zuletzt das, wodurch Leben sich fortsetzt.

Wir alle sind durch eine Yoni (das ist das im Tantra gerne verwendete indische Wort für die Vulva) ins Leben getreten. Deshalb hat der französische Maler Gustave Courbet seinen berühmten Akt mit gespreizten Beinen von 1866 – mehr als 100 Jahre lang durfte das Bild öffentlich nicht gezeigt werden – »l’origine du monde« genannt: der Ursprung der Welt.

Wer Tantra praktizieren will, für den gibt es viele Möglichkeiten. Hier ein paar Links mit kommerziellen Angeboten zum Sich-Weiterbilden und Was-Ausprobieren:

   
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