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Schaman-Rundbrief 07/10

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Editorial
Wie wahr sind Prophezeiungen?

Photo Christine Höfig

Wo bleibt der Klimawandel, wenn man ihn mal braucht, habe ich noch vor Wochen gejammert. Und jetzt: brütende Hitze. Sogar meine kleine Katze legt sich lieber in den Schatten, anstatt herumzutollen.

Mich wundert’s ja, dass manche Leute den Klimawandel noch zu leugnen versuchen. Andere sehen in ihm ein Vorzeichen der drohenden Apokalypse. Einer Apokalypse, die 2012 stattfinden soll. Oder gibt es da doch nur einen Bewusstseinswandel? Oder hat das Ende des Maya-Kalenders keine weitere Bedeutung, außer der, dass da eben ein Kalender zu Ende geht? Hier scheiden sich die Geister.

Ich bin ja eher skeptisch, was Prophezeiungen betrifft. Meist sind sie so formuliert, dass man vieles in sie hineininterpretieren kann. Berühmtestes Beispiel ist das Orakel von Delphi. Krösus befragte die Priesterinnen nach den Aussichten seiner Kriegspläne gegen Persien, und das Orakel antwortete ihm: Wenn Krösus den Halys überschreitet, wird er ein großes Reich zerstören. Ermutigt durch die Prophezeiung überschritt er den Halys und zerstörte durch den so begonnenen Krieg tatsächlich ein großes Reich – aber es war sein eigenes.

Dann gibt es natürlich auch die sich selbsterfüllenden Prophezeiungen, bei denen man sich unbewusst so verhält, dass das Vorhergesagte eintreten muss. Und steht die Zukunft überhaupt schon fest? Kommt nicht vieles auf unsere Handlungen an? Gestalten wir die Zukunft nicht selber?

Ich halte es auch für gut möglich, dass es Tendenzen gibt, die in Prophezeiungen vorhergesehen werden können. Das sind dann aber eben auch nur Tendenzen, keine Garantien.

Was geschieht also 2012? Manchmal meine ich, Anzeichen eines allgemeinen Bewusstseinswandels zu erkennen. Stellen die Menschen nicht mehr und mehr alles in Frage? Ist nicht auf einmal öko in geworden, während es vor kurzem noch das Motto von Außenseitern war? Tragen die Banken- und Wirtschaftskrise nicht dazu bei, dass die Leute umdenken? Oder ist das nur mein Wunschdenken, das ich nach außen projiziere?

Ich weiß es nicht. Aber ich glaube, wir leben in interessanten Zeiten.

Seid gegrüßt

Christine Höfig

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Inhalt

  1. Editorial
  2. Nachrichten aus der Anderswelt
  3. Weltuntergang 2012? – Gerd Soballa über den Maya-Kalender
  4. Buch-Tipp
  5. Institute und Lehrer
  6. Nachrichten aus dem Versand

2. Nachrichten aus der Anderswelt

Flaschengeist versteigert

Flaschengeist
Bild: Rike / pixelio.de

Über ebay kriegt man alles – sogar Geister in Flaschen! Zumindest hat die Neuseeländerin Avie Woodbury zwei angebliche Flaschengeister für 2830 neuseeländische Dollar (rund 1445 Euro) versteigert. Sie behauptet, dass in den zwanziger Jahren ein alter Mann und ein kleines Mädchen in dem Haus gelebt hätten, das heute der Dame selbst gehört. Seit ihrem Tod spukten die beiden durch das Gebäude, sagt sie. Um dem Treiben ein Ende zu bereiten, habe sie sich entschlossen, die Geister einzufangen und in zwei Glasfläschchen zu sperren.

Woodbury tauchte die Flaschengeister in Heiliges Wasser, um die Energien der Geister einzudämmen und stellte sie dann bei ebay ein. Die Auktion verzeichnete mehr als 214.000 Seitenaufrufe, schließlich gingen die Geister für 2830 Dollar weg. Einen Teil des Geldes wolle Woodbury an die Tierschutzgruppe Society for the Prevention of Cruelty to Animals spenden.

Leider ist der Redaktion nicht bekannt, ob sich wirklich Geister in den Flaschen befanden, und wenn ja, ob es ihnen in ihrem neuen Zuhause gut geht.

Quelle: Spiegel.de

Isoliertes Volk in Paraguay gesichtet

Ein Mitglied des möglicherweise letzten unkontaktierten Volkes Südamerikas außerhalb des Amazonasbeckens wurde in der Nähe eines Gebietes gesehen, das von brasilianischen Viehzüchtern abgeholzt wird.

Der Mann versteckte sich nach seiner Entdeckung hinter einem Baum und floh kurz darauf. Am nächsten Tag wurden ein verlassenes Lager, eine Lehmschüssel und lebendes Wild für den Verzehr gefunden.

In Paraguay gibt es eine unbekannte Anzahl unkontaktierter Indianer. Diese haben bereits viel Land an Viehzüchter verloren. Kürzlich schrieben schon kontaktierte Indianer einen Brief an die Regierung Paraguays: »Wir sind sehr besorgt über [unsere Verwandten, die noch im Wald leben]. Sie werden von der Abholzung der Wälder bedroht.«

Das Viehzuchtunternehmen Yaguarate musste kürzlich eine Geldstrafe in Höhe von 16.000 Dollar zahlen, weil es Informationen über die Existenz Indigener zurückgehalten hatte, die in einem Gebiet lebten, in dem Yaguarete eine Lizenz zum Arbeiten erhalten hatte.

Quelle: Survival International

Straßenblockaden gegen Regenwaldzerstörung

Indigene Nomaden auf Borneo haben eine Straßenblockade errichtet, um Holzfäller davon abzuhalten ihren Regenwald abzuholzen. Das malaysische Holzunternehmen Lee Ling ist in dem Gebiet tätig. Es gibt Pläne, den Wald vollständig abzuholzen um Plantagen schnellwüchsiger Bäume für die Papierproduktion zu schaffen.

Die dort lebenden Indigenen vom Volk der Penan sagen, diese Plantagen würden ihnen alles nehmen. Sie beziehen ihre Nahrung vom Jagen, Sammeln und Fischen. Wenn die Wälder abgeholzt werden, dann verlieren sie ihre Lebensgrundlage.

Unter den Demonstranten befinden sich nomadische und auch sesshaft lebende Penan. Ein Mann der Penan sagte zu einem Beobachter von der Organisation Survival International: »Wir können nicht umgeben von Plantagen leben. Wir wären wie Fische auf dem Trockenen.«

Quelle: Survival International

3. Weltuntergang 2012?
Was bedeutet dieses Datum aus Sicht der Maya?

2012 – dank Hollywood kennt nun jeder dieses Datum, und jeder weiß, dass am 21.12.2012 der Maya-Kalender endet. Wird dann wirklich die Welt untergehen? Oder setzt dann der erhoffte Bewusstseinssprung ein? Gerd Soballa teilt uns seine Ansichten zum Maya-Kalender mit.

Von Gerd Soballa

Plakat DWW
PDF, 346K

2003 in Mexiko drehten Elke von Linde und Michael Springer den Film »Der weiße Weg – Visionen der Urvölker Amerikas«. Er handelt von der »Reunion of Indigenous Priests and Elders of America«, ein Treffen von Stammesältesten, Priestern und Schamanen aus Nord- und Südamerika. Ich selbst durfte bei diesem Treffen gemeinsam mit anderen Menschen aus unserer westlichen Kultur dabei sein und lernte verschiedene Elders der Indigenen persönlich kennen.

»Die Zeit ist reif, um unser heiliges Wissen und die Prophezeiungen mit der Welt zu teilen, damit die Menschheit überleben kann«, war eine der wichtigsten Botschaften der Elders. Geht es doch darum, den Respekt vor der Erde und der gesamten Schöpfung wieder in unser Leben zu integrieren. Zeremonien und Rituale wie die Verbindung von Adler und Kondor, von Kopf und Herz, spielen dabei eine tragende Rolle.

In dem Film wird auch eine indianische Legende erzählt, nach welcher der Adler sich einer radikalen Neuerung unterziehen muss, um weiterleben zu können. Der Adler steht hier vor allem auch für unsere an eine Grenze gekommene westliche Kultur, die sich zu erneuern hat, damit wir in Würde nicht nur überleben, sondern auch gut leben können.

Doch das ist nur möglich, wenn wir mit der Kraft des Herzens, symbolisiert durch den Kondor, unsere Kultur neu bestimmen.

Zeitenwende 2012

Nah Kin

Laut Dr. Eugenia Casarin, die auch den Maya-Namen Nah Kin, Mutter der Sonne, trägt, steht das Datum 2012 symbolisch für diese Zeitenwende, d.h. für das Ende einer alten und den Beginn einer Neuen Kultur.

Der Kalender selbst beschreibt dabei schlicht und ergreifend das Ende einer Zeitzählung und den Beginn eines neuen Kalendariums. Der Stichtag 21.12.2012 (geschrieben nach unserem Kalender) ist dabei nicht der pfeilgenaue Dreh- und Angelpunkt für Mega-Katastrophen, Polsprünge und Ähnliches, sondern einfach das Ende und der Anfang einer neuen Zählung.

Laut den Maya steht das Datum jedoch auch für den Abschluss einer Kulturepoche und Ära unserer menschlichen Zivilisation und deren Neubeginn – aber auch nicht am 20.12.2012, Punkt 24 Uhr, sondern wichtige Phänomene, die Endpunkte und Neuanfänge für unsere Kultur markieren, finden laut den sieben Prophezeiungen der Maya schon Dekaden vor 2012 und danach statt. Als verdichtete und beschleunigte Zeit, in der in Bezug auf den Paradigmen- und Zeitenwechselwechsel bedeutende Phänomene stattfinden, werden die 26, bzw. 20 Jahre vor 2012 genannt.

Ein Beispiel: Endlichkeit. Nehmen wir mal unsere zu Ende gehenden Ressourcen – die nicht erneuerbaren Energieträger wie Rohöl oder Kohle, viele Rohstoffe, unsere begrenzten Nahrungsmittelressourcen, das von Krisen geschüttelte Weltwirtschafts- und Geldsystem und die Bevölkerungsentwicklung. Hier dürfte wohl kaum mehr jemand bestreiten, dass bald eine Grenze erreicht sein wird wie es beim so genannten Peak Oil deutlich wird und dass dabei eine »alte Welt«, ein altes Paradigma zu Ende geht. Das bedeutet, dass neue Lösungsansätze, wie z.B. erneuerbare Energien und ein neues Wirtschaften immer wichtiger werden.

1992, also 20 Jahre vor 2012, fand der große Weltkongress in Rio statt, auf dem zum ersten Mal mit der Agenda 21 ein völkerrechtlich verbindlicher Rettungsplan für die Erde von über 170 Staaten beschlossen wurde. Das war 20 Jahre vor 2012! Die Zahl 20 ist bei den Maya heilig – heilig im Sinne von ganz. Sie steht für die Welt und das Universum. Zufall oder nicht? Auch das ist Glaubenssache.

Ritueller Kalender

Laut den Maya ist es nicht der Kalender selbst und der Zeitpunkt 2012, sondern unser Verhalten, das zu Ereignissen, Koinzidentia, Niedergängen, »Apokalypsen« und Neuwelten, Aufwärtsbewegungen, Bewusstseinsveränderungen etc. führt.

Maya-Tempel
Bild: kretamaris / pixelio.de

Der Zeitpunkt 2012 ist kulturell bestimmt – nur, im Unterschied zu anderen kulturell bestimmten Kalendersystemen wie z.B. dem gregorianischen Kalender, ist der Mayakalender mit seinen nahezu 20 aufeinander abgestimmten Kalendersystemen ein ritueller Kalender. Das gilt vor allem für den Tzolkin, der mit seinen Zählreihen die Schöpfung als solche symbolisiert. Die Zahl 13 steht für die 13 Töne der Schöpfung, also den Prozess des Werdens, und die Zahl 20 steht für die Aspekte der Schöpfung in ihrer Ganzheit. Das Gesamtsystem, vor allem die Großzyklen – die Maya waren gute Mathematiker und Himmelsbeobachter – wurden auf bedeutende Vorgänge in unserem Sonnen,- Planeten- und galaktischen System abgestimmt.

»Katastrophen«, »Apokalypsen« oder was auch immer für Ereignisse, freudvolle und glückliche im Kleinen wie im Großen, werden in diesem Zusammenhang nicht durch den Kalender selbst induziert, sondern durch unsere Kultur, die der Kalender begleitet. Dies wird oft verwechselt und durcheinander gebracht.

Laut Arguelles bestimmen wir selbst, ob hier auf Erden Himmel oder Höllen sein werden

Insofern sind wir es selbst – als Menschheit und Einzelne –, die über Auf- und Niedergänge unserer Kultur entscheiden. Laut Arguelles, der selbst nicht Maya ist, aber deren Kultur und den Kalender gut kennt, bestimmen wir selbst, ob hier auf Erden Himmel oder Höllen sein werden.

Vernichtende Kultur

Die Katastrophenanfälligkeit und -häufigkeit wird von Vertretern indigener Völker immer wieder im Kontext mit unserer modernen westlichen Kultur gesehen. Und auch das ist kein Zufall, denn diese Völker wurden nicht nur ihrer Sprache, ihrer religiösen Entfaltung und ihrer Kultur- und Naturgüter beraubt, sondern sie wurden unterdrückt, versklavt und bis an den Rand ihrer physischen Vernichtung gebracht – und das bis heute. Das Vergiften der Regenwälder mit Millionen von Tonnen giftiger Abfälle durch Ölmultis gehört da ebenso dazu wie die Lagerung von radioaktiven Uranabfällen in den Homelands der Natives.

Von daher wissen sie aus ihrer eigenen leidvollen Erfahrung, was es heißt, wenn eine menschliche Kultur sich an den Rand der Selbstvernichtung bringt.

Unser Reichtum in den westlichen Industrienationen wird und wurde auf dem Rücken der einst an Natur, Kultur und erdverbundener Spiritualität reichen Völker und Länder der sogenannten dritten Welt ertrotzt. Vor diesem Hintergrund sehen Naturkatastrophen natürlich anders aus. Eine mögliche »Gesamtkatastrophe« in der Welt – durch Atomkrieg, ökologisches Desaster, Verteilungs- und Glaubenskriege, Überbevölkerung – wäre in ihren tieferen Ursachen auch nicht eine Naturkatastrophe, sondern sie wäre »hausgemacht« durch uns selbst, sie wäre also eigentlich eine »Kulturkatastrophe«.

Es geht den Maya nicht darum, eine Naturkatastrophe, wie sie auf Sumatra vor 72.000 Jahren stattfand, zu prophezeien, sondern sie thematisieren den Niedergang unserer menschlichen Kultur für den Fall, dass kein Bewusstseinswandel und keine wesentliche Änderung in unserem Handeln geschieht.

Von hier aus kann aus der Sicht der Maya in Bezug auf bestimmte Phänomene entwarnt werden: Ein Polsprung, Megakatastrophen oder Ähnliches werden am 21.12.2012 bestimmt nicht stattfinden. Eher könnte es geschehen, dass eine durch uns selbst verursachte Weltwirtschaftkrise oder Kriege kommen werden. Aber auch nicht genau an diesem Tag.

Polumkehrung und andere Katastrophen

Nochmals ein Wort zum Phänomen Polsprung. Das Magnetfeld der Erde verändert sich. Der magnetische Nordpol und der Polarstern differieren. Das kann jeder feststellen, der mit einem einfachen Kompass den Abendhimmel beobachtet. Da kann man aber noch nicht von einem Polsprung sprechen, sondern von einer Polverschiebung. Ein Polsprung selbst würde sich in einem längeren Prozess vorbereiten und geschehen. Ob dies irgendwann passiert, weiß keiner.

Es wird zwar vor und nach 2012 einiges passieren, aber nicht in der Weise, wie es verschiedene »Channel-Medien«, die den Untergang propagieren, voraussagen.

Nehmen wir Haiti. Die Maya haben und hatten nicht den Anspruch, alle Erdbeben vorauszusagen. Doch das Beben hat etwas deutlich gemacht, was mit der Entwicklung unserer Kultur, vor allem unserer ethischen, zu tun hat. Ob dies Zufall ist oder nicht, dass dieses Beben nahe 2012 geschieht, mag dahingestellt sein. Die Maya selbst sprechen hier von einem Spiegel, der unserer Kultur durch Ereignisse und Phänomene vorgehalten wird. Nur die Existenz dieses Spiegels wurde vorausgesagt, nicht das einzelne Erdbeben selbst. Es hätte auch etwas anderes passieren können.

Das Beben auf Haiti war zwar auch eine Natur-, ist aber vielmehr eine Kulturkatastrophe – und zwar aus folgenden Gründen:

Das einst wohlhabende Ayiti, so wie es die Indigenen nannten, die Insel Hispaniola, auf der Haiti liegt, war reich an Natur- und Bodenschätzen und konnte sich mit seiner blühenden Lebenskultur gut selbst versorgen. Das änderte sich mit der spanischen Conquista und später mit der französischen Besetzung. Die indianischen Ureinwohner wurden fast alle umgebracht, versklavt, oder sie starben an den eingeschleppten Zivilisationskrankheiten. Die heutige Bevölkerung geht zu einem großen Teil auf den Sklavenhandel zurück und ist afrikanischen Ursprungs. Als sich Haiti 1804 nach heftigen Kämpfen unabhängig erklärt hatte, musste es noch jahrzehntelang hohe Abgaben an Frankreich bezahlen, wodurch die Wirtschaft, vor allem die Landwirtschaft, ruiniert wurde. Die Folge war Landflucht und so wurde die Hauptstadt Port au Prince immer dichter und vor allem nicht erdbebensicher bebaut. Das war nicht nur Ausdruck unserer »Betonkultur«, sondern auch eine Folge der Armut. Hätte das Beben vor mehreren Hundert Jahren stattgefunden, dann hätte es längst nicht diese verheerenden Folgen gehabt.

Ähnlich verhielt es sich mit der Tsunami-Katastrophe 2004 in Indonesien. Auch da hat unser zivilisatorischer Einfluss an der Katastrophe einen Anteil.

Nicht irgendein Kalendersystem, sondern wir selbst entscheiden, ob es eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft für uns geben wird.

Auch für dies Zeit nach 2012 gibt es Aussagen der Maya. Die Ereignisse und Phänomene werden vor allem lebenskultureller Art sein und haben mit unserer Lebensweise zu tun. Nicht irgendein Kalendersystem, sondern wir selbst entscheiden, ob es eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft für uns geben wird oder nicht und wie diese aussehen wird.

Last not least möchte ich hier am Ende meiner Ausführungen etwas Hoffnungsvolles zum Ausdruck bringen. Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch, wusste schon Hölderin zu sagen. Auch die Elders der indigenen Völker haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass ein gutes Leben auf Erden im Einklang mit der Natur und der Schöpfung möglich ist.

Doch damit sich diese Vision verwirklichen kann, ist es geboten, dass wir uns alle neu verständigen lernen, dass moderne Ökonomie und Technik sowie Wissenschaft und Fortschritt genauso ihren Platz finden wie die Rückverbindung zu unseren Quellen und unserer Natürlichkeit, so wie es die indigenen Völker verstehen. Ihr Erbe und ihre Botschaft, ihre Visionen gilt es mit unseren modernen zu verbinden. Eine neue Synthese auf einer höheren Ebene steht damit an und eine neue Weltethik.

Gerd Soballa, Architekt und Zukunftsgestalter, wohnt auf La Palma und in Freiburg. Schreibt seit 20 Jahren für connection und ist Mitinitiator des «ZEN IT« Zentrums auf La Palma und des Projekts »Der Paradiesgarten«, das er gemeinsam mit seiner Partnerin Iseris Reichl auf La Palma betreut. www.herzvision.de

4. Buch-Tipp
Tattoo-Kunst weltweit

Buchcover

Tattoos sind heute im Westen weit verbreitet. Dabei ist dieser scheinbar neue Trend eigentlich uralt. In vielen Volksstämmen wird rituell tätowiert, da haben die Tattoos symbolische Bedeutung. Es ist also nicht nur ein alter Brauch, sondern einer, der seit Alters her weltweit verbreitet war.

Das Buch erzählt ausführlich von der Geschichte des Tattoos. In Europa waren schon die Pikten und Gallier tätowiert, später waren Tattoos eher der Unterwelt vorbehalten. Besonders faszinierend finde ich die Bilder der japanischen Ganzkörpertattoos. In Südostasien heißt es, die Tätowierungen würden ihre Träger schützen wie ein Amulett. Komplizierte Muster in Haiti, Gesichtsschmuck in Afrika – das Buch besticht vor allem durch seine Bilder, Fotos wie auch Zeichnungen. Ein reichhaltiger Bildband, den man immer wieder gerne zur Hand nimmt.

Maarten Hesselt van Dinter: Tatau. Traditionelles Tätowieren weltweit. Arun 2008, 300 S., HC, 39,95 €

5 Sterne, hervorragend

Christine Höfig

5. Institute und Berater

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6. Nachrichten aus dem Versand


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