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Verlagsrundbrief Nov. 09

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connection Infobrief/Web-Zine 071, November 2009

Photo Wolf Schneider

Liebe Freunde von connection,

voriges Wochenende war ich auf dem Kongress »Mensch ändere dich nicht!?« in Basel. Habe dort einen Vortrag gehalten über »Stirb und werde« – unsere Fähigkeit bzw. Unfähigkeit, uns zu ändern. Meine These: Tiefe Änderungen sind Änderungen der Identität. Sie verlangen ein Sterben der alten Identität, damit die neue geboren werden kann. Meditation bereitet uns auf solche Änderungen vor, denn sie ist ein Reset, ein Zurückgehen auf Null. Von dort aus kann man dann wieder neu starten. Die Null symbolisiert das Nichts, die Leere. Gezeichnet ist sie ein Kreis, der in der Mitte leer ist. Unter den Figuren des Tarot ist der Narr die Null. Er ist der Joker, der im Kartendeck jede andere Karte ersetzen kann und deshalb der größte Trumpf ist.

Sprechen statt schreiben

In diesen Rundbriefen habe ich davon ja schon oft geschrieben, und sehr viel ausführlicher in connection. Darüber zu sprechen – noch dazu vor einem mir unbekannten Publikum – ist aber was anderes. Ich setze beim Sprechen viel mehr den Körper ein als beim Schreiben. Während ich über ein Thema spreche, stelle ich es zugleich auch körperlich dar – mal mehr, mal weniger. Das Sprechen ist ja sehr viel älter als das Schreiben, deshalb wirkt ein gesprochener Vortrag (ich lese dabei aus Prinzip nicht ab, sondern spreche frei) archaischer als das Geschriebene. Und ich erhalte dabei sofort Rückmeldungen aus dem Publikum: Lachen, Gähnen, sich Räuspern, der Gesichtsausdruck, gespannte Stille oder Unruhe.

Humor ist der Zen Europas

Neben zwei kurzen Show-Einlagen aus dem Esoterik-Kabarett kam meine These »Humor ist der Zen Europas« in Basel besonders gut an. Ich spreche davon ja schon sehr lange, für mich ist es selbstverständlich, dass Humor eine Art von Zen ist, für andere aber ist das neu, und ich staune dann über deren Staunen: Ah, Humor soll der Zen Europas sein!? Interessant, das mal so zu betrachten!

Jedenfalls habe ich große Lust, das Thema weiter zu vertiefen, auch in Form des Esoterik-Kabaretts, von dem ich auf unserem Silvesterfest ein Update aufführen möchte. Im Galli-Theater München im kommenden Februar spiele ich das dann zum ersten Mal auf einer öffentlichen Theaterbühne, wahrscheinlich an vier aufeinander folgenden Sonntagen (mehr dazu auf galli.de und bei uns).

Der Frust mit der Bildung

Auf unserer Webseite wird das Interview, das Andrea Semper mit André Stern geführt hat, am meisten angeklickt. Thema: ein Leben lang schulfrei. Also: Bildung, der Bildungsfrust und die Alternativen dazu. Spannend! Endlich haben ausreichend viele von uns die Schnauze voll von den bisherigen Bildungsangeboten, so dass Hoffnung besteht, dass sich was ändert. Im Mainstream ist das Denken noch immer vor allem vom Wettbewerb geprägt: Wie wird Deutschland auf dem Weltmarkt abschneiden? Lernen unsere Kinder gut genug, oder lernen die Finnen oder Chinesen besser, so dass »wir«, mit all unserem Stolz auf Humboldt & Co. bald weit hinten dran sind?

Es gibt aber auch immer mehr Menschen, für die Bildung nicht bloß Wettbewerbsvorteile bedeutet und Anpassung an die Ideale und Forderungen anderer, sondern: sich selbst und die Welt zu entdecken! Nicht andere kopieren und Altbekanntes wiederkäuen, sondern selbst entdecken, was die Welt ausmacht, wie alles zusammenhängt, und was »ich« inmitten von alledem will und bedeute.

Learning by doing

Ich selbst bin ja, ähnlich wie André Stern, fast völliger Autodidakt. Was ich jetzt praktiziere – und sogar lehre – habe ich mir weitgehend selbst beigebracht. Meine einzige normal erworbene berufliche Qualifikation ist ein Taxischein für München – und der ist inzwischen verfallen. Alles andere hat sich ergeben, weil ich meiner Neugier und Abenteuerlust gefolgt bin, und dann auch, zugegeben, meiner Bereitschaft, Angefangenes nicht einfach fallenzulassen (das in der Szene so beliebte »Loslassen«), sondern ich habe versucht, bei meinen Projekten und Beziehungen den »Zauber des Anfangs« aufrechtzuerhalten. Das heißt: dranbleiben! So kann man sich zum »professionellen Anfänger« weiterbilden.

Subjektivität und Objektivität

Das gilt nun auch für das Kommende: Ich möchte ab September 2010 zwei Studiengänge anbieten, die jetzt nicht mehr nur zum F.A. (»fool of arts«) führen, es sei denn, jemand will speziell das, sondern zu den international anerkannten akademischen Graden B.A., M.A. und Ph.D. Und zwar, wie ich schon neulich schrieb, in den Bereichen »Weisheitswege Asiens« und »Medienarbeit«.

Wobei meine Vorstellung von der Medienarbeit immer präziser wird: Selbsterkenntnis (das Subjektive) und Welterkenntnis (das Objektive) sollen dabei im Gleichgewicht sein. Der ewige Drang zur reinen Wahrheit, zur perfekten Objektivität, der schon so viele Journalisten und andere Wahrheitssucher gequält hat, soll darin seinen Platz haben, aber er soll ausgeglichen werden durch die unvermeidliche und bitte endlich anzuerkennende Tatsache der Subjektivität. Was nicht heißt: »Ich bin die Welt, und was ihr darüber denkt, ist mir scheißegal«, das wäre subjektivistisch. Sondern aufgeklärter: Ich betrachte, wie jeder andere auch, die Welt durch eine Brille. Diese Brille hebt einiges hervor und filtert anderes raus. Für mich als Wissenschaftler, Journalist und Mensch ist es wichtig, herauszufinden, was für eine Brille ich auf der Nase habe (und ebenso: welche Brillen andere aufhaben, denen ich mich anvertraue). Meine blinden Flecken aufzudecken, meine Schattenseiten aufzuhellen, das ist ein nicht endender Prozess. Ich muss mich dazu bekennen, dass ich subjektiv bin und insofern imperfekt, wenn ich über die Welt berichte. Diesen subjektiven Teil vernachlässigen die bisherigen Journalistenschulen.

Nur ein Bischof …

Ein spannendes Detail dabei finde ich, dass mein berühmter Namensvetter Wolf Schneider, der auch als »deutscher Sprachpapst« gilt, 16 Jahre lang die renommierte Henri-Nannen-Journalisten-Schule geleitet hat. Und nun beginne ausgerechnet ich, eine Alternative anzubieten. Wo ich doch eh schon manchmal mit ihm verwechselt werde. Obwohl ich doch nur ein abtrünniger, regionaler Bischof bin – der Papst ist er!

Bildung, Bildung, Bildung: Vorigen Montag habe drei neue Praktikanten bei uns begonnen: Sandra Ewaller, Christian Marx und Martin Heim. Sie helfen uns beim Verlinken unserer Webseite, beim Einscannen von Bildern und Texten unserer riesigen Schätze an »Content«, beim Ordnen unseres Zeitschriftenarchivs und vielem anderen mehr. Und sie lernen: HTML, Webmarketing, PR, Redaktion und wie man ein Print-Produkt herstellt. Ihr werdet bald mehr von ihnen erfahren.

Mit herzlichem Gruß

— Wolf Schneider, Hrsg. von connection

Webtagebuch: www.schreibkunst.com
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Die kommenden Events

  • Drehbuch des Lebens

    Ein Schreib- und Kreativitätskurs mit Wolf Schneider, in dem klares Denken zu präzisem Schreiben wird und so zu dem Gesamtkunstwerk hinführt, das uns Menschen als Schöpfer auszeichnet: das Drehbuch des eigenen Lebens, das wir viel machtvoller mitgestalten können, als wir je dachten.

    27.–29. November 2009 im Connectionhaus, 180 €
    Anmeldung: Aida Karnowski, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 08639–9834–12
    Info: Drehbuch des Lebens

  • Der Clownworkshop

    unter der Leitung von Gabriele Hofmann, der Ausbildungsleiterin der Galli-Trainings. Das Seminar enthält neben den lustigen und herausfordernden Übungen auch eine Aufführung von Gallis One-Man-Show »Die Geburt des Clowns« sowie eine Probeaufführung des »Esoterik-Kabaretts« von Wolf Schneider, kommentiert und gecoacht von Johannes Galli selbst.

    11.–13. Dezember, Niedertaufkirchen/München, 180 €
    Anmeldung: Aida Karnowski, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 08639–9834–12
    Info: Clownworkshop

  • Connection-Silvesterfest

    Silvesterfeuer

    Zum dritten und letzten Mal in diesem Jahr laden wir zum einem großen, drei Tage langen Fest in unser Haus ein, diesmal vom 31.12.09 bis 3.1.10, also zu Silvester und Neujahr. Wie immer bei unseren Festen ist der Eintritt frei, nur Unterkunft und Verpflegung sind zu bezahlen. Wer kommen und bei uns übernachten will, sollte sich unbedingt vorher Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

    Silvester: Information und Anmeldung

Und hier noch die aktuellen Highlights aus dem Vertrieb

Humor-Power-Pack

  • 2 connection-spirit-Hefte: »Heilige Narren« und »Darüber lacht man nicht«
  • 2 Bücher: der Cartoonband »Zenmeister Langbart« und »Der große Irtum«, mit den Geschichten von Erwin Zbiral


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Für zusammen nur 29 €.
Als Bonus schenken wir den rechtzeitig Bestellenden noch unser Heft »Weisheit« dazu, das einen Artikel von Ulrich Holbein über den tibetischen Wanderheiler, Zauberkünstler und Sexmolch Drukpa Künleg enthält.

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10 Ausgaben im Jahr, darunter zwei Doppelnummern, für 47 € im Inland und 49 € im europ. Ausland. Wer das Abo noch vor Weihnachten 2009 bestellt, für sich oder als Geschenk für jemand anderen, erhält als Prämie das erste Jahr um zwei Ausgaben verlängert. Das heißt, das Abo läuft dann über 12 Ausgaben.

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Weitere Weihnachtsgeschenke im Connection-Shop. Jeder zehnte Besteller, der vor Weihnachten 09 über unseren Shop etwas bestellt, bekommt eine kleine Überraschung gratis mit dazu.

Irmi Hauer freut sich auf deine Bestellung: shop.connection.de oder an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, oder Tel. 08639–9834–14

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