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Matthias Wenke: Im Gehirn gibt es keine Gedanken

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Matthias Wenke
Matthias Wenke

Holistische Phänomenologie

So erfrischend wie der Titel ist auch die Sprache im Buch. Und das tut gut. Denn einerseits ist die Kenntnis der Phänomenologie allen, die mit und am Menschen arbeiten, dringend zu empfehlen, andererseits sind die grundlegenden Werke von Edmund Husserl und Maurice Merleau-Ponty ziemlich schwere Kost. Wenke führt didaktisch sehr geschickt in diese Grundlagen ein, indem er geeignete Zitate interpretierend und kommentierend verknüpft. Und er versteht es, seine eigene Begeisterung für das Thema auf den Leser zu übertragen. Dies gelingt auch dadurch, dass seine klare Stellungnahme für die Phänomenologie und gegen den wissenschaftlichen Reduktionismus immer sachlich bleibt und an Beispielen belegt wird.

Den Naturwissenschaften wirft Wenke Reduktionismus vor, da sie vorgeben, etwas »Absolutes« oder »Objektives« zu beschreiben. Die Phänomenologie hingegen ist holistisch, sie sagt: »Die ganze Welt ... ist immer nur als Erlebnisse für das Bewusstsein und nur in Bezug auf dieses existent.« »Die Phänomenologie ist deshalb die Wissenschaft vom Bewusstsein und seinen Erscheinungen.« »Die Welt ist im Bewusstsein, weil das Bewusstsein nicht etwas in der Welt sein kann, denn dann wäre es ein Ding und kein Bewusstsein von Dingen.«

Während die Wissenschaft sich auf das Betrachtete konzentriert und den Betrachter ignoriert, die Dinge in ihre Atome zerlegt und das Seelenleben des Menschen auf neuronale Prozesse zurückführt, sagt die Phänomenologie: »Die Sachen werden erst durch uns sie selbst - sie liegen nicht bereits fertig in einer irgendwie gearteten Ansich-Welt herum. Erst unsere intentionalen Akte geben der Welt Inhalt, Gestalt und Bedeutung.« »Nicht neuronale Muster verursachen Gefühle oder Gedanken - Gefühle und Gedanken motivieren neuronale Muster... Der Ausrichtung auf ein Ziel folgt alles andere. Oder glauben Sie ernsthaft, dass Sie Ihr Frühstücksei aufschlagen, weil Ihre Muskeln (oder einige Ihrer Gehirnwindungen) das so wollen?«

Der zweite Untertitel des Buches lautet: »Phänomenologische Skizzen zu Biologie, Psychoanalyse, Yoga und Buddhismus«. In diesem Teil des Buches zeigt Wenke zum einen Parallelen auf, zum anderen demonstriert er quasi die Anwendbarkeit der Phänomenologie.

»In der Meditation ... entsteht Raum für das Gegenwartsbewusstsein, und es wird möglich, die Quelle aller Gedanken zu entdecken.« »Ein Ziel des Yoga und auch des Buddhismus ist es, dieses Bewusstsein des Bewusstseins zu kultivieren, als willentliche Einübung des inneren Zeugen ... oder des letzten Bewusstseins.« Dieses Bewusstsein muss als Kontinuum existieren, es kann »nicht aus dem Nichts plötzlich entstehen«, oder anders gesagt: »Es scheint also ein innerer Zeuge anwesend zu sein, der uns niemals verlässt« - auch nicht im Schlaf, auch nicht im Tod.

Für die therapeutische Arbeit gibt die Phänomenologie denjenigen Rückendeckung, die den Menschen nicht auf eine dysfunktionale Biomaschine mit pathologischen Neuronalstrukturen reduzieren, sondern den »leibhaftigen Menschen vor dem Hintergrund seiner existenziellen Geschichte« vor sich sehen. Zum Beispiel hat eine Depression nach Wenke »immer lebensgeschichtliche, sinnhafte Gründe im Zur-Welt-sein des Subjektes und kann nicht einfach als ›Stoffwechselstörung‹ abgetan und enthistorisiert werden«. Dieses Buch lohnt sich deshalb besonders für Therapeuten.

Ein anstrengendes, aber die Anstrengung lohnendes Buch, das allerdings auch die Anstrengung des Verlags verdient gehabt hätte, die zahlreichen Rechtschreibfehler zu eliminieren, die sich häufig als Stolperstellen bei der Sinnerfassung erweisen.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

Volker Freystedt

Matthias Wenke: Im Gehirn gibt es keine Gedanken. Kritik des Reduktionismus. Königshausen & Neumann 2008. 296 S., SC, 29,80 €

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