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Amélie Schenk: Gesang des Himmels

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Amélie Schenk
Amélie Schenk

Echtes Schamanentum hautnah

Die Ethnologin Amélie Schenk ist auf das Schamanentum und die Kultur verschiedener Naturvölker spezialisiert. Lange Zeit lebte sie bei Indianern in Nordamerika. Mittlerweile ist die Mongolei ihr Schwerpunkt, dort lebt sie die meiste Zeit des Jahres und betreut neben ihrer Forschungsarbeit Entwicklungsprojekte für die Nomaden.

Von der jungen Schamanin Galbe wurde sie ausgewählt, um ihre Lebensgeschichte und die Geschichte ihres Volkes zu erzählen. Galbe wurde als 18-jährige Frau von der Schamanenkrankheit erfasst: 18 Tage lang aß, trank und schlief sie nicht. Die Spirit-Helfer ihrer Großmutter, der Schamanin Pürwü, haben sie zu ihrer Nachfolgerin bestimmt. Der Autorin wird erstmals als einer Außenstehenden erlaubt, bei Totenritualen dabei zu sein, und die bisher nur mündlich tradierten Mythen, Legenden, Gebete und Heil-Rezepte niederzuschreiben.

Amélie Schenk erzählt lebhaft und intensiv Galbes Geschichte nach. Dabei lässt sie auch negative Aspekte nicht aus: Als Galbes Begabung hervorbricht, neiden ihr viele Menschen ihr Talent, zeigen sich missgünstig und feindselig. Hierzulande ist Schamanismus oft kaum mehr als eine Form der Selbstverwirklichung. Galbe hingegen ereilte der Ruf gegen ihren Willen, und sie litt sehr unter der sogenannten Schamanenkrankheit. Eine detailierte Studie der Nomaden und des Schamanismus in der Mongolei, berührend und lebensnah. Als zusätzliches Bonbon gibt es eine Zusammenstellung von Farbfotos.

Bewertung: sehr gut

Christine Höfig

Amélie Schenk: Gesang des Himmels. Galbe – Schamanin des Altai. Hans-Nietsch-Verlag 2011, 228 S., SC, 14,90

   
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