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Cornelia Jönsson, Silke Maschinger, Tanja Steinlechner: Sexworker

Details

Cornelia Jönsson, Silke Maschinger, Tanja Steinlechner
Cornelia Jönsson, Silke Maschinger, Tanja Steinlechner (v.l.)

Unverstellter Blick in das Sexgewerbe

Dieses Buch ist gut, lest es! Hmmm – ein bisschen kurz für eine Rezension. Aber das wäre tatsächlich meine Kurzfassung. Und wo ist das allfällige Haar in der Suppe? Ha – gefunden: Dem Buch fehlen die Männer! Will ich (Sexarbeiter, männlich) mich darüber beklagen? Das Gendergenöle ist nicht mein Ding. Hier haben drei Frauen 33 Frauen zu ihrer Arbeit als Sexworkerinnen befragt.

Auf dem Titel steht drauf, was drin ist. Anny Sprinkle, dieses kalifornische Urgestein der Sexarbeit, war es in den wilden Siebzigern leid, mit den Stigmas, die der Begriff Prostitution mit sich bringt, weiter hantieren zu müssen. Das Wort Prostitution tötet jeden Dialog. Fällt es, so fallen auch die Rollläden. So erfand sie den Begriff »Sexworker«. Er lädt ein, sich mit unverstelltem Blick Menschen anzuschauen, deren Arbeit mit Sex zu tun hat.

Was für Sexarbeit machen die 33 porträtierten Frauen? Sie sind beispielsweise: Tantramasseurin, Domina, Stripteasetänzerin, Pornoproduzentin, Telefonistin, Körperforscherin, Escort-Dame, Seminarleiterin, BDSM-Designerin, Performerin, Herstellerin von Dildos, Burlesquetänzerin, Callgirl, Peepshowgirl, Sex-Toy-Partyveranstalterin. Ja – und auch die drei Autorinnen reihen sich vorsichtig ein: »Warum wir selbst mit Erotik arbeiten« titelt ihr Nachwort – also auch irgendwie Sexarbeiterinnen?

»Alles, einmal quer durch den Gemüsegarten«, so fassen Cleo und Amelie zusammen, wer denn nun ihre Dienste in Anspruch nimmt. Zwei rotzfreche Gören (Cleo ist 27 und Amelie 28 – sollte ich, mit 55, jetzt »junge Frauen« sagen?), also zwei selbstbewusste und junge Frauen berichten frisch von der Leber weg, wie sich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden lässt. Nach Ansicht von Cleo und Amelie ist Sex gegen Geld die vereinfachte Formel für das Übliche: »Du bekommst ja von einer Frau nie umsonst Sex. Irgendwas ist immer. Geschenke, zusammen Urlaub machen, oder die Frau verliebt sich, aber der Mann nicht.«

Die Autorinnen schaffen es in ihren Porträts, eine intime, ungeschminkte Nähe zu den 33 Frauen aufzubauen. Sie vermeiden den voyeuristischen Blick aufs erotische Geschehen. Ihre Interviews sind konkret, schamlos direkt und von freundlicher Neugier getrieben. Sie ersparen uns Bewertungen und Kategorien. Nach der Lektüre wird greifbar: Sexarbeit ist vielfältig und bunt. Und sie findet mitten in der Gesellschaft statt. Das Buch kommt zur rechten Zeit. Seit sich die große Koalition aufgemacht hat, dem 2002 erlassenen Prostitutionsgesetz mit einem sogenannten Prostitutionsschutzgesetz die liberalen Flügel zu stutzen, ist das Thema Sexarbeit in aller Munde. Viele reden mit, kaum eine kennt sich aus. »Sexarbeiter« – das ist Pflichtlektüre für alle, die dabei mitreden wollen.

Es bleibt noch, Verlag und Autorinnen viel Erfolg mit ihrem Buch zu wünschen, so dass sie es wagen können, ein zweites herauszubringen. Ich bin optimistisch, dass dann weder die Porträts von männlichen Sexarbeitern, noch die der Frauen aus dem Laufhaus fehlen werden. Ich freue mich drauf.

Bewertung: hervorragend

Michael Johannes König

Cornelia Jönsson, Silke Maschinger, Tanja Steinlechner: Sexworker. 33 Frauen, die mit Lust arbeiten. Schwarzkopf& Schwarzkopf 2015, SC 310 S., 9,99 €

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