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Sam Harris: Das Ende des Glaubens

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Sam Harris
Sam Harris

Gegen Religion und Terror

»Ich hasse Fanatiker. Tod allen Fanatikern!« Diesem Motto scheint das Buch von Sam Harris zu folgen. Doch vielleicht muss man sich erst mal einige Fakten über Amerika vor Augen führen, um Sam Harris' Zorn auf die Religionen besser zu verstehen. 50 Prozent der Amerikaner bewerten Menschen, die nicht an Gott glauben, als negativ. 70 Prozent halten bei Kandidaten für das Amt des Präsidenten eine starke Religiösität für unabdingbar. Nur 28 Prozent der Amerikaner glauben an die Evolution und die Kreationisten fordern, dass die »Intelligent-Design-Theorie«, die Theorie, dass die Welt von einem Schöpferwesen geschaffen wurde, gleichberechtigt zur Evolutionstheorie in Biologie unterrichtet wird. In diesem in religiöser Hinsicht zunehmend fundamentalistischer werdenden Land ist die Bewegung der »Neuen Atheisten«, zu denen unter anderen Richard Dawkings und Sam Harris gehören, ein vielleicht notweniger Gegenpol. Uns Europäern erscheinen diese Atheisten freilich selbst etwas fundamentalistisch.

Sam Harris argumentiert, dass gerade die Haltung der Toleranz gegenüber dem Glauben, und seien dessen Inhalte auch noch so unsinnig, den Fundamentalismus in den Religionen fördere. Es müsse erlaubt sein, den Glauben zu kritisieren, bislang werde es aber als unschicklich angesehen, zu bezweifeln, dass irgendwelche heiligen Schriften von Gott stammen. Dabei kritisiert er vor allem den Islam, das Judentum und das Christentum. »Das Ende des Glaubens« ist flüssig zu lesen, und oft sehr humorvoll, zum Beispiel wenn er die Frage stellt, warum Gott wohl Shakespeare als einen besseren Autoren geschaffen hat als sich selbst. Harris unterscheidet zwischen Spiritualität/Mystik und Religion. »Die Geschichte menschlicher Spiritualität ist die Geschichte unseres Bemühens, die Inhalte unseres Bewusstseins mittels Fasten, Chanten, Reizentzug, Gebet, Meditation sowie des Gebrauchs psychotroper Pflanzen zu erkunden und zu verändern. Dass derartige Experimente sich auf rationale Art und Weise durchführen lassen, steht außer Frage … Ein solches Unterfangen wird erst dann irrational, wenn Menschen damit beginnen, Behauptungen über diese Welt aufzustellen, die sich nicht durch empirische Beweise stützen lassen« schreibt Harris auf Seite 219.

Im Allgemeinen sind seine Argumente gut und stimmig, jedoch beim Kapitel über Folter stellen sich mir die Zehennägel auf: mit dem utiliaristischem Argument, dass es in Ordnung sei, einige Terroristen zu foltern, wenn man damit Hunderten von unschuldigen Männern, Frauen und Kindern das Leben retten könne, argumentiert er für den Einsatz von Folter. Doch wer soll bestimmen, ab wievielen Personen die Anzahl von – möglicherweise! – geretteten Personen den Gebrauch von Folter rechtfertigt? Wer passt auf, dass die Hemmschwelle nicht immer weiter sinkt? Diese Fragen stellt Sam Harris gar nicht.

Trotz dieses Ärgernisses ist das Buch sehr lesenswert und verdient für seinen flüssigen Stil und die interessanten Argumente ein sehr gut.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

-Christine Höfig

Sam Harris: Das Ende des Glaubens. Religion, Terror und das Licht der Vernunft, Edition Spuren 2007, HC, 342 S., 22,– €

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