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Der Oberste Rat von A.M.O.R.C.: Die Rosenkreuzer offenbaren ihre Lehren

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Alter Orden der Rosenkreuzer

Mystisches Wissen für alle

Der Antiquus Mysticusque Ordo Rosæ Crucis (AMORC), der alte und mystische Orden vom Rosenkreuz, einer mystisch-philosophischen Vereinigung, gab das Buch »Die Rosenkreuzer offenbaren ihre Lehren« heraus. Sie taten dies, um Missverständnisse und Fehleinschätzungen die Rosenkreuzer betreffend weitgehend zu beseitigen. Die Lehre des AMORC umfasst Bereiche wie Physik, Metaphysik, Mystik und Medizin. Sie stellt in erster Linie eine Synthese aus wissenschaftlichen und mystischen Standpunkten dar. Der Orden sollte nicht als religiöse Bewegung oder als Religionsgemeinschaft angesehen werden, da er keinerlei Glaubensbekenntnis vom Mitglied abverlangt. Den Mitgliedern wird eine praktische Seite der Mystik vermittelt. Indem man sich selber erkennt, soll der Sinn des Lebens deutlich werden. Das Ziel besteht in der Erforschung der höheren Gesetze der göttlichen Natur bzw. des Kosmos.

Regelmäßig gibt der Orden schriftliche Unterweisungen in Form von Studienbriefen, sogenannten Monographien, für seine Mitglieder heraus. In dem vorliegenden Buch werden zu jedem der zwölf Tempelgrade Auszüge einer Monographie vorgestellt. Die Themen umschließen Bereiche von Bewusstsein, Philosophie und Gesundheit bis zu Wundern, Jesus und den Templern. Jedes Kapitel wird mit einem Symbol und einem Spruch eröffnet. Um zu zeigen, wie die Mitglieder in ihrem jeweiligen Prozess unterstützt werden, endet jedes Kapitel mit dem Beispiel einer praktischen Übung oder einem Experiment, um das Einüben wesentlicher mystischer Techniken zu unterstützen. Das kann bedeuten, über den Inhalt von Zitaten zu meditieren oder in verschiedenen heiligen Schriften nachzulesen, welches Wissen sie über die menschliche Geburt enthüllen. Hier geht es um Entspannung, Konzentration, Meditation oder psychisches Erwachen. Es wird betont, dass das Studienmaterial nicht dogmatisch zu verstehen sei, sondern als Grundlage für die persönliche Reflexion dienen soll.

Ein zweiter Teil gibt Einblicke in die mündlichen Belehrungen, wie sie bei Vorträgen und Diskussionen in verschiedenen Städtegruppen stattfinden. Schließlich werden die Bereiche Medizin, Ägyptologie und Naturwissenschaften der Internationalen Rosenkreuzer-Universität vorgestellt. Das Buch endet mit Dokumenten und Symbolen der Bewegung von ihren Ursprüngen im 17. Jahrhundert bis zum heutigen Tage.

Im Nachhinein muss ich sagen, dass nichts vom Inhalt des Buches mich überrascht hat. Man kann oder könnte es so sehen, dachte ich meistens. Nur bei Artikel 7 der Rosenkreuzer-Erklärung der Menschenpflichten, betreffend der Pflicht zur Arbeit, spürte ich einen gewissen inneren Widerstand. Dieser löste sich dann aber auf, als ich in der Rosenkreuzer-Utopie las, dass die Arbeit nicht mehr als Zwang erduldet werden sollte, sondern als Quelle zur Entfaltung und des Wohlseins zu empfinden sei. Wie so oft geht es hier um die genaue Definition. Schlussendlich fand ich doch noch etwas »Anstößiges«, als ich entdeckte, dass die Charta besagt, dass jedes Mitglied ausgeschlossen wird, das wegen Rechtsverstößen oder Sittenwidrigkeit bestraft wird. Also nie mehr falsch parken oder sich zumindest nicht dabei erwischen lassen!?

Die aufgeführten Themen und Auffassungen dürften den meisten Connection-Lesern nicht fremd sein. Wer sich von diesem Buch neue, geheime Enthüllungen erwartet, könnte in dieser Hinsicht enttäuscht werden, wer sich aber für alte Mysterienschulen und Initiatenorden interessiert, der kann sich hier mit dem Wissensfundus der Rosenkreuzer vertraut machen.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

Alfred Groff

Der Oberste Rat von A.M.O.R.C.: Die Rosenkreuzer offenbaren ihre Lehren. AMORC-Bücher 2009, 255 S., SC, 24,50 €

   
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