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Am Anfang war das Licht

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<em>Yogi Mataji Prahlad Jani</em>
Yogi Mataji Prahlad Jani

Zaubershow oder geheime Kräfte?

Von den Produzenten von »We Feed the World« und »Let's Make Money« kommt nun ein neuer, provokativer Dokumentarfilm: »Am Anfang war das Licht«. Der Regisseur P.A. Straubinger, eigentlich Skeptiker und Agnostiker, wurde durch einen Bekannten, der angibt, von »Lichtnahrung« zu leben, in einen Zwiespalt getrieben. Kann man so etwas glauben? Er befragte dazu weltweit »Lichtesser«, religiöse Lehrer, Wissenschaftler und insbesondere Mediziner. Mit der »Lichtnahrung« wird auch unser herrschendes Weltbild hinterfragt. Hat das Bewusstsein eine stärkere Macht über die Materie des Körpers als Naturwissenschaft und Schulmedizin sich träumen lassen?

Zunächst einmal erscheint es in hohem Maße unglaubwürdig, wenn eine Australierin norwegischer Abstammung, die 1957 geborene Ellen Greve, die sich »Jasmuheen« (»Duft der Ewigkeit«) nennt, behauptet, seit 1993 ohne feste Nahrung, nur von »Prana« oder Lichtnahrung zu leben. Wenn man ihre abenteuerlichen Erläuterungen dazu hört sowie ihre Weigerung, sich entsprechend überprüfen und untersuchen zu lassen, ist eigentlich nur eine Schlussfolgerung möglich: eine Spinnerin, Hochstaplerin und Betrügerin, die es versteht, sich gut zu verkaufen. In ihrem »Prana Program« gibt sie Anweisungen, wie man sich binnen 21 Tagen auf Lichtnahrung umstellen kann. Natürlich braucht man dazu das Buch und CDs mit Lichtmeditationen und ihrer eigenen Musik. Wenn es jemand so nicht schafft und den Versuch abbrechen muss, oder gar verhungert, was auch schon vorgekommen ist, hat er eben die Anweisungen nicht richtig befolgt oder hätte noch ein paar Seminare der Meisterin buchen müssen. 

Die dazu befragten wissenschaftlichen Spezialisten und Mediziner, auch ein »alternativer« Mediziner wie Dr. Rüdiger Dahlke, halten das für gefährlichen Humbug. Andererseits gibt es in vielen Kulturen und Religionen, z.B. dem Taoismus und Qi Gong, Traditionen des Fastens und der Askese, die u.a. im sogenannten Heilfasten und in der alternativen Medizin wieder aufgegriffen werden. Fasten gilt als gesund und/oder im Zusammenhang mit Meditation als spirituell wertvoll. Tatsächlich belegen Ernährungswissenschaftler, dass eine »karge« Ernährung der Gesundheit und Lebensdauer zugute kommt. Aber zwischen reduzierter Nahrung und gar keiner ist eben doch ein himmelweiter Unterschied, zumal einige »Lichtesser« angeben, auch keine Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Klar ist, dass nicht jeder vom Licht allein leben kann, sonst gäbe es keine Hungertoten. Aber es gibt Geschichten von besonderen Menschen, Heiligen und Yogis, die angeblich ohne gewöhnliche Nahrung auskommen. Erinnert wird an die »Heilige Therese von Konnersreuth«, die außer der täglichen Hostie nichts zu sich nahm. Ausführlicher vorgestellt wird u.a. »Mataji« Prahlad Jani, ein über achtzig Jahre alter indischer Yogi und Fakir, der seit seinem siebten Lebensjahr allein von durch Göttinnen verabreichtes »Prana« zu leben behauptet. Man hat ihn im Krankenhaus isoliert und untersucht. Angeblich ist sein Stoffwechsel ein unlösbares und geheimes Rätsel.

Es ist ein bisschen wie bei »What the Bleep do we Know«. Die einen sagen: eine Zauberschau auf einem Jahrmarkt; die anderen sind beeindruckt von heiligen, tiefen, uralten, geheimen Kräften. Und leben nicht auch Pflanzen von Licht und ein wenig Wasser? Dr. Amit Goswami erklärt wieder mal alles mit der Quantenmechanik. Glauben oder nicht glauben – das ist hier die Frage. Interessant ist der Film allemal.

Bewertung: gut

Barbara Wollstein


Am Anfang war das Licht
Dokumentarfilm Österreich 2010
ThimFilm
Kinostart 28. Oktober 2010

Trailer

   
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