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Die Donnervogelfrau

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<em>Winona LaDuke</em>
Winona LaDuke

Für Indianerrechte und Umweltschutz

Winona LaDuke ist die Tochter einer jüdischen Malerin und eines indianischen Stuntman vieler Hollywood-Western. Ihre Eltern waren schon immer politisch aktiv, u.a. im Kampf um die Rechte von Indianern und gegen den Vietnamkrieg. Donnervogelfrau, Bi-ne-si-kwe heißt sie in der Sprache ihres Volkes, der Anishinabe-Indianer. Winona wurde schon als Kind mit auf Demonstrationen genommen und wuchs so quasi ins politische Engagement hinein. So sprach sie schon mit 17 Jahren vor der UNO in Genf, bevor sie in Harvard Ökonomie studierte. Ihr Vater machte in der New Age Bewegung auch als Sun Bear von sich reden. 

Wie ein roter Faden zieht sich politisches Engagement durch Winonas Leben. Sie vereint Indianerbewegung und Umweltinitiativen und war die erste Indigene, die in den Vorstand der Green Party gewählt wurde. Zu ihren Themen gehören Uranabbau, Genmanipulation, alternative Energien, biologischer Landbau, die beinahe Ausrottung der Bisons und der Wideraufbau von deren Bestand, und immer wieder die Rechte der Indianer und das große Unrecht, das ihnen angetan wurde.  Eines ihrer Projekte ist das White Land Earth Recovery Program: Aus Spendengeldern kauft sie ursprünglich indianischen Grund zurück und gibt ihn an die amerikanischen Ureinwohner. Recovery hat dabei zweifache Bedeutung: Auch der Boden, durch Raubbau an der Natur ausgelaugt, soll sich erholen können. 

Selber zum Teil Jüdin, vergleicht Winona LaDuke den Völkermord an den Indianern mit dem Holocaust in Deutschland. Ursprünglich hat Amerika den Ureinwohnern gehört, erinnert sie den Zuschauer, doch heute gehören nur noch vier Prozent der USA den Indianern. Und die Reservate werden immer kleiner, auch heute noch eignen sich Weiße unrechtmässig Land der Indianer an. 

Winona kritisiert die fehlende Reflexion in Amerika gegenüber dem Leid der Indigenen: Viele Städte, Plätze und Universitäten wurden nach Massenmördern benannt, nach Generälen, die die Indianer förmlich abschlachteten. Der Völkermord an den Indianern wird totgeschwiegen oder verniedlicht.  Der Film begleitet Winona, wie sie von einer Aktivität zur Nächsten reist. Sie ist vielbeschäftigt, diese Frau, Tag und Nacht engagiert sie sich in der Indianerbewegung und im Umweltschutz. Wie sie all das bewältigt? Man kann nur staunen.

Staunen kann man auch über die wunderschönen Bilder des Films, die beeindruckenden Landschaftsaufnahmen, die traditionell kostümierten, tanzenden Indianer auf den Powwows (Treffen nordamerikanischer Indianer zum Erhalt der Traditionen und Bräuche), die Büffelherden, aber auch alte Videoaufnahmen und Fotos aus Winonas Kindheit und Jugend, Bilder aus der Geschichte der Indianer. Ein beeindruckender Dokumentarfilm über eine beeindruckende Frau. Sehr empfehlenswert!

Bewertung: sehr gut

Christine Höfig


Die Donnervogelfrau – Winona LaDuke
Dokumentarfilm
Denkmalfilm 2008
22,99 €

Infos zur DVD

   
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