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The Voice

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The Voice

Missratener Eintopf

Der Film »The Voice« möchte uns in 185 Minuten auf einer tieferen Ebene erkennen lassen, wie unsere Welt zusammenhängt und was sie zusammenhält. Dazu werden in sehr hohem Tempo Bilder, Texte, Grafiken, Musik, Interviews und vieles mehr ohne erkennbaren roten Faden abgespult.

Der Zuschauer wird bombardiert mit wissenschaftlichen, spirituellen, religiösen und emotionalen Beiträgen von Fachleuten, Laien und Allem dazwischen. Ständig fragte ich mich, was will dieser Film aussagen, und warum fühle ich mich so total bedrängt und manipuliert beim Anschauen? Der wilde, sprunghafte Mix drängt mich auf allen Ebenen regelrecht in die Enge. Mir bleibt keine Zeit zum Ausatmen, keine Zeit für echte, tiefe Berührung… Ständig möchte ich ihn einfach nur ausschalten; auch beim zweiten Versuch wird dies nicht besser.

Als ehemaliger Elektroingenieur und jetziger spiritueller Lehrer war ich wirklich sehr gespannt auf diesen Film. Und da ich diese Kritik schreiben wollte, habe ich mich dann auch bis zum Schluss durchgequält. Mehr als ein nur schwer verdaubarer Brei ist bei dieser Filmproduktion für mich leider nicht herausgekommen.

Nein, ich kann diesen Film niemandem empfehlen, weder Laien noch Fachleuten. Es ist, als ob ein Koch einen großen Topf genommen und einfach alle greifbaren Zutaten und Gewürze hineingetan hätte, in der Hoffnung, dass am Ende etwas Gutes dabei herauskommt.

Die Methode funktioniert selten, auch wenn sehr gute Zutaten dabei sind. Und die sind durchaus in diesem Film zu finden. Aber genau das macht einen guten Koch und wohl auch einen guten Filmemacher aus: Er sollte wissen, dass weniger manchmal mehr ist… Und das will halt gelernt sein.

An und für sich finde ich es gut und wichtig, dass solche dokumentarische Filme gedreht werden. Aber bitte nicht sowas wie »The Voice«. Statt dessen würde ich »Home« von Yann Arthus-Bertran und Luc Besson empfehlen. Mit Luftaufnahmen der Erde und Informationen über ökologische und soziale Probleme zeigt dieser Film aus dem Jahr 2009, dass auch etwas tief Berührendes, geradezu Geniales dabei herauskommen kann.

Bewertung: lau

Arnold Neumann


The Voice
Dokumentarfilm 2010
Horizonfilm
16,99 Euro

Infos zum Film

   
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