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Die Bienenhüterin

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Die Bienenhüterin
Queen Latifah, Jennifer Hudson, Alicia Keys © Fox

Honig fürs Herz

Alles wird gut in diesem Film von Gina Prince-Bythewood nach dem gleichnamigen Bestseller von Sue Monk Kidd. Dabei sind die Probleme und Konflikte zunächst groß. Die jetzt vierzehn jährige Lily Owens (Dakota Fanning) hat als Vierjährige versehentlich ihre Mutter erschossen und quält sich nun nicht nur mit ihrem brutalen Vater (Paul Bettany) auf dessen Pfirsich-Farm herum, sondern auch mit der Ungewissheit, ob ihre Mutter nicht nur ihn, sondern auch sie verlassen wollte. Ihr einziger Halt ist die schwarze Haushälterin Rosaleen (Jennifer Hudson), die ihrerseits in Schwierigkeiten gerät, weil sie von ihren neuen Bürgerrechten Gebrauch machen und sich in die Wählerliste eintragen lassen will.

Es ist das Jahr 1964, und die meisten Weißen in den Südstaaten der USA halten nichts von einer Gleichberechtigung der Farbigen, die gerade Gesetz geworden ist.. Rosaleen kommt ins Gefängnis, weil sie sich eine Beleidigung nicht gefallen lässt, kann aber mit Lilys Hilfe fliehen. Die Beiden trampen nach South Carolina, wo Lily hofft, etwas über ihre Mutter zu erfahren. Mit Glück finden sie Unterschlupf bei den schwarzen Boatwright-Schwestern.

Hier blüht eine humane und spirituelle Idylle. Die selbstbewussten Frauen verehren eine schwarze Madonnenfigur, die ihnen Kraft und Schutz gibt. Sie leben abgeschieden, autark und kultiviert. Die älteste Schwester, August (Queen Latifah), ist das Muster einer heiteren, mütterlichen und weisen Frau. June (Alicia Keys), die mittlere, ist Musikerin, intellektuell und leicht misstrauisch. Die etwas seltsame May (Sophie Okoneda) reagiert besonders empfindsam auf alles und hat ihre eigene Klagemauer im Garten. Auf dem großen Anwesen werden Bienen gehalten, und der Honig ist in der ganzen Gegend begehrt.

August lehrt Lily die Imkerei und nebenbei, oder vielmehr hauptsächlich, was Achtsamkeit, Gemeinschaft und Werte bedeuten. Auch Rosaleen findet ihren Platz und ihre Funktion in der Hausgemeinschaft. Alles könnte wunderbar sein, aber Lily freundet sich mit dem netten, schwarzen Zach (Tristan Wilds) an , und die Rassendiskriminierung und der Hass schlagen noch einmal zu. Und da ist auch noch Lilys Mutter-Problem, sowie ihr jähzorniger Vater, der sie aufspürt und zurückholen will. Mit Courage, Diplomatie und Liebe bringt August am Ende alles ins Lot.

Der Film verknüpft drei Themen, ein Familiendrama, Rassenprobleme und das Leben der Bienen zu einer runden Geschichte, die schon mal am Kitsch entlang streift, aber doch auch viel Lebensklugheit auf schöne Weise bebildert. Die Personen sind kontrastreich und liebevoll gezeichnet, auch einige Männer. Fast alle durchlaufen die Entwicklung, die man ihnen wünscht. Bienenvölker sind Matriarchate, funktionieren bestens, sind sympathisch und nützlich - ein Vorbild, eine Botschaft - oder nur summendes, süßes Beiwerk? Ansichtssache.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

— Barbara Wollstein


Die Bienenhüterin Kinostart 24. April 2009, Abenteuer/Drama - USA 2008
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren - 110 Min. - Verleih: Fox

www.diebienenhueterin-derfilm.de

   
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