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Filme

Bärbel Mohrs Cosmic Ordering

Details

Cosmic Ordering
Bärbel Mohr

Was steckt hinter den Wünschen?

Der Weltraum, unendliche Weiten ... Wir schreiben das Jahr 2008, als Bärbel Mohrs Film »Cosmic Ordering« auf den Markt kommt. Als erstes sehen wir darin den Weltraum mit seinen Galaxien, und vor diesem Hintergrund steht Bärbel Mohr. Die Frau weiß sich zu inszenieren. Eine Aufnahme aus einem ihrer gut besuchten Seminare zeigt sie vor einem Gemälde mit einer leuchtenden Pyramide stehen, die ihren Kopf wie ein Heiligenschein umstrahlt.

Immerhin sagt sie uns zu Beginn des Films, dass es nie nur eine Wahrheit gibt und dass wir,wenn uns etwas in diesem Film nicht stimmig erscheint, auf unser Gefühl hören sollen.

Verschiedene Menschen aus der Wunscherfüllungsszene kommen in diesem Film zu Wort, und ich fühle mich in den ersten Minuten unangenehm an den unsäglich schlechten Film »The Secret« erinnert.

Bis Bärbels Mann Clemens Maria Mohr auftaucht und seinen Senf dazu gibt: »Die meisten »Lieferungen«, sagt er,»machen wir uns selbst.« Ja, er gibt zu, dass wir viele Lieferungen deshalb bekommen, weil wir uns entsprechend verhalten. Und er spricht unsere Wahrnehmungsfilter an: Unsere Wahrnehmung ist es, was es uns so scheinen lässt, als würde das Universum nach unserer Pfeife tanzen. Donnerwetter, der verrät ja tatsächlich eines der Geheimnisse hinter dem Geheimnis!

Gar nicht mal so schlecht, denke ich, und sehe mir den Film in Ruhe zu Ende an. Er ist weniger materiell orientiert als »The Secret«.Also nicht so sehr: mein Haus, mein Auto, meine Yacht – nein, hier heißt es eher: meine Berufung, meine Gesundheit, mein Glück. Etwas skeptisch bin ich beim Thema Gesundheit. Sicherlich, als Clemens Kuby über das Gesundwünschen sagt, es sei kein Wunder, sondern nur eine Aktivierung der Selbstheilungskräfte, da ist was dran. Und eine positive Grundeinstellung trägt sicherlich zur Heilung bei.

Auch Kubys Ratschlag, man solle sich bei einer Krankheit fragen, welche Botschaft die Krankheit hat, kann sinnvoll sein. Aber heißt das nicht wieder indirekt, dass die Kranken selber Schuld sind an ihrer Krankheit?

Bärbel Mohr widerspricht dem: Ihrer Ansicht nach ist das Bewusstsein der Menschheit als Ganzes Schuld an Krankheiten und dem Zustand der Welt, aber nicht das einzelne Individuum. Wie wichtig für erfolgreiches Wünschen ein gesundes Selbstbewusstsein ist, darauf geht dieser Film ausführlich ein. Autoren wie Pierre Frankh, Eva-Maria Zurhorst und Louise L. Hay geben Tipps, wie man Selbstliebe entwickeln kann. Sie sagen auch, dass es ein Weg ist, der sehr lange dauern kann, und dass wir uns mit unseren Ängsten und Blockaden selbst im Weg stehen.

Wer als Kind immer gehört hat »Du wirst es nie zu etwas bringen « oder »Du verdienst das nicht«, der wird sich schwer tun beim Entwickeln von Selbstbewusstsein. Krisen sehen die Autoren dieses Films als Chancen an: Eine Krise kann ein Signal geben, dass eine Kursänderung vonnöten ist. Und zum Thema Partnersuche: »Wir haben Ideale im Kopf, die es so gar nicht gibt« und »Eine Beziehung macht mich nicht glücklich, ich mache mich glücklich «. Ich finde nicht wirklich etwas Neues in dem Film, aber doch einiges Wahres.

Unsicher bin ich bei dem Teil, als Wissenschaftler interviewt werden. Ich kenne mich nicht gut genug in Quantenphysik aus, um feststellen zu können, ob das, was sie da sagen, so stimmt. Wie viele Menschen kennen sich überhaupt gut genug damit aus, um darüber reden zu können? Nicht viele, vermute ich. Esoteriker bedienen sich ja gerne bei der Quantenphysik, um glaubhafter zuwirken, deshalb gibt es in solchen Filmen viel pseudo-wissenschaftliches Gebrabbel. Sicherlich kann man dem Film zugute halten, dass er in psychologischer Hinsicht einige kluge Aussagen trifft, die zumindest nicht schaden und vielen Leuten wohl auch weiterhelfen.

Bewertung: 3 von 5 Sternen

— Christine Höfig


Bärbel Mohr's Cosmic Ordering DVD, PAL 4:3, Dolby Digital, Lauflänge: 86 Minuten, Sprache: deutsch, 24,95 Euro



 

   
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