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Glücksformeln

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Glücksformeln
Foto: Universum Film

Glück ist machbar

Wenn die Grundbedürfnisse befriedigt sind, wünscht der Mensch sich gern mehr, nämlich glücklich zu werden – möglichst umfassend und dauerhaft. Manche hoffen auf einen Lottogewinn, andere bestellen sich was Schönes beim Universum, wieder andere erklären, sie seien auch ohne das ziemlich glücklich. Ja, wie denn nun? Was ist Glück überhaupt? Fällt es einem zu, oder kann man es sich erarbeiten? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Menschen und besonders die Philosophen seit alters her.

Heutzutage gibt es Glücksforscher, die die Sache wissenschaftlich angehen. Bei einer ihrer jährlichen Glückskonferenzen, 2009 in Sidney, war Larissa Trüby dabei und lernte führende Köpfe der Branche kennen. Dabei entstand die Idee zu diesem Film.

»Es gibt nicht einen Schlüssel zum Glück. Es ist eher ein Rezept mit mehreren verschiedenen Zutaten«, sagt Ed Diener, Glücksforscher Nr.1 von der Universität Illinois.

In Trübys Film wechseln Aussagen von einschlägigen Wissenschaftlern mit Erfahrungsberichten und Reflexionen von ganz gewöhnlichen Menschen zwischen 11 und 90 Jahren ab. So entsteht ein buntes und einprägsames Kaleidoskop zum Thema persönliches Glück, das sich von einfachen Erlebnissen bis zu tief gehenden und komplexen Erkenntnissen steigert. Wie hängen Glück und Wohlstand zusammen? Macht Kreativität glücklich? Wieso sind manche Künstler depressiv? Welche Ansätze verfolgt die Positive Psychologie?

Frauen und Männer, Paare und Singles kommen zu Wort. Sie alle sind auch durch Krisen gegangen, haben Verluste erlitten und trotzdem Mittel und Wege zu einem glücklichen Leben gefunden. Zum Beispiel der 90-jährige Leo aus Holland, ehemaliger Arbeiter, fand erst im Alter Glück und Zufriedenheit auf ausgedehnten Reisen, u.a. nach Indien, und in der Beschäftigung mit Kunst. Nach dem für ihn sehr schmerzlichen Tod seiner Frau lernte er, selbst Kontakte zu pflegen, und nun genießt er jeden Tag.

Man sollte jedoch nicht bis zum Rentenalter mit dem Schmieden seines Glücks warten, deshalb unterrichtet ein Schuldirektor in Heidelberg »Glück« als Schulfach. Selbstvertrauen, Freude und Teamgeist können nämlich geübt werden und tragen zum Glück bei, ebenso wie Ziele verfolgen, Sport treiben und Selbstvergessenheit im Spiel. Zwar bestimmen ererbte Anlagen mit, ob jemand eher ein Sonnenschein oder ein Miesepeter ist, doch sind sich die Wissenschaftler einig, dass die Umstände, in denen man lebt, entscheidend sind, und die sind in größerem Maße beeinflussbar, als man zunächst meinen möchte.

Es hilft daher wenig, vom Glück zu träumen, oder es nur zu erhoffen, womöglich noch von anderen. Man muss es sich selbst erarbeiten. Religion oder Spiritualität werden in diesem Film nur am Rand gestreift – als eine Möglichkeit, sich einer Sache zu widmen, die größer ist als man selber. Das kann zur Zufriedenheit beitragen.

Bewertung: hervorragend

Barbara Wollstein

DVD: Glücksformeln
Dokumentarfilm von Larissa Trüby
Creado Film
Verkaufsstart 21. 10. 2011
15 €

   
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