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Die Heilung des Lichtkörpers

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Die Heilung des Lichtkörpers

Die genetische Blaupause

Das leuchtende Energiefeld choreografiert unsere Erfahrungen: Wie schamanisches Heilen funktioniert, erklärt Alberto Villoldo in diesem Film sehr anschaulich. Einst zum medizinischen Anthropologen ausgebildet, verließ Villoldo die akademische westliche Welt, reiste zu den letzten Inkas und suchte die Verbindung zur Natur. Größere statt immer kleinere Zusammenhänge unter einem Mikroskop wollte er nun erkennen. Die genetische Blaupause besteht aus Energie, nicht aus Molekülen, sagt Villoldo. Dann erklärt er uns, was den Unterscheid ausmacht zwischen dem maskulinen Vorgehen im Westen, wo ein Krieg gegen Krankheiten geführt werde, und dem Weg des Weiblichen bei den Ureinwohnern Süd - amerikas. Den Schritt vom Behandeln zum wahren Heilen hat er vollzogen. 15 Jahre aber hat es gedauert, bis ihn die Dschungelbewohner als ihresgleichen anerkannten.

»Die Schamanen sind die Fürsorger der Welt«, sagt Villoldo in diesem Film und fasst straff den Stoff seiner Bücher zusammen: Die Heiler arbeiten in einem heiligen Raum. Dazu rufen sie die vier Richtungen des Himmels und der Erde an, um den Kontakt zu Engeln und Erleuchteten herzustellen. Diese können in unserer dichten Welt nämlich nicht direkt wirken, daher ist es wichtig, einen Mikrokosmos zu schaffen. Schamanen vermitteln zwischen Himmel und Erde, zwischen Energie und Materie. In lockerem Plauderton erklärt Villoldo die Architektur des leuchtenden Energiefeldes, das wie ein Doughnut geformt sei. Er spricht auch von einem neunten Chakra und nennt es Gott oder Spirit. Das achte Chakra ist die persönliche Gotteserfahrung. »Wenn wir mit inneren Augen sehen lernen, wird unsere Vernetzung mit allen Dingen offenbart.« Villoldo meint: Wir müssen unseren kulturellen Schleier ablegen, der eine sehr enge Definition von Realität hat. Krankheiten entstünden durch ungelöste Traumata, die sich wie Schlammpfützen in unserem Energiefeld einlagern. Wie ein Icon auf dem Computerdesktop wirken die schlummernden Abdrücke: Wenn sie jemand gleichsam mit einem Doppelklick aktiviert, übernimmt das Programm das System, und wir handeln nicht mehr bewusst, sondern verlieren die Kontrolle.

Zur allergrößten Vorsicht mahnt Villoldo außerdem im Umgang mit Energiearbeit und anderen machtvollen Prozessen. »Denn Krebs liebt gute Durchblutung und Energie«. Er spricht auch über den Umgang mit Sterbenden. »Für den Unvorbereiteten ist der Tod eine denkbar schlechte Erfahrung.« Die Chakren sollten beim Verstorbenen verschlossen werden, damit der befreite Lichtkörper nicht wieder in den physischen Körper eindringe. »Es darf kein Karma zurückbleiben «, so Villoldo. Er spricht auch das Jahr 2012 an, den Umbruch und das Aufkommen eines neuen Menschen. Villoldo meint, dass der Mensch, wie wir ihn kennen, untergeht. »Wir sind eine Spezies, die sich an der Schöpfung versucht.« Vielmehr prophezeit er einen Homo lucidus, den erleuchteten Menschen. Villoldo ist überzeugt von diesem Quantensprung: »Es ist nicht die Frage, ob er kommt, sondern wann wir ihn wagen «.

Unterlegt ist der gemütliche Plausch mit Villoldo mit bizarren Wolkenformationen, weiträumigen Landschaftsaufnahmen vom Hochplateau der Anden und dem Blick auf die phantasievollen Gemälde des visionären Künstlers Alex Grey, der die Vorstellung von den leuchtenden Energiefeldern eindrucksvoll illustriert.

Der Film ist informativ, Bilder von der verlassenen, städtischen Kultur der Inka bilden den Hintergrund zum parlierenden Villoldo. Doch sicher kann man genauso viel über Villoldos Ansichten aus einem seiner Bücher lernen, wenn auch das visuelle Reisen durch das schamanische Weltverständnis dabei nicht ganz so bequem ist.

Bewertung: gut

Christiane Barth

Alberto Villoldo: Die Heilung des Lichtkörpers.
Energetische Heilweisen der Inka
Dokumentarfilm 2011
Amra Verlag
16,99 €

   
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