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For the next 7 Generations

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For the next 7 generations

Großmütter auf großer Mission

Sie haben sich zusammengetan, um gemeinsam Gutes in der Welt zu bewirken: der Internationale Rat der 13 indigenen Großmütter. Diese Frauen kommen aus allen Teilen der Welt, aus Nord- und Südamerika, Indien, Nepal und Tibet. Sie machen sich Sorgen um die Welt; sie sehen, dass unsere Lebensgrundlage zerstört wird, dass Not und Gewalt in unseren Völkern herrschen. Bewegend sind die Interviews mit den weisen, alten Frauen, wenn zum Beispiel eine Südamerikanerin berichtet, dass in ihrer Heimat 200 Lebensformen ausgerottet worden sind. Sie alle haben die Vision, dass wir uns ändern können, ändern müssen, damit unsere Welt wieder gesund wird. Doch sind wir schon in der elften Stunde, wir müssen uns beeilen … Und sie, die Großmütter, müssen ihre Stimmen erheben, sie müssen sich jetzt Gehör verschaffen, bevor es zu spät ist.

Jede der 13 indigenen Großmütter dient in ihrer Heimat als Heilerin, Schamanin oder Medium. Sie kümmern sich um ihr Volk, doch sie fühlen sich berufen, sich um die ganze Welt zu kümmern. Der Rat trifft sich alle sechs Monate, jedes Mal in der Heimat einer der Großmütter, mal im Osten, mal im Wes - ten, mal im Norden, mal im Süden.

Das Filmteam begleitet die 13 Großmütter auf ihren Treffen, es beobachtet sie, wie sie zusammen sitzen, zusammen scherzen, zusammen ernst sind. Sie halten Rituale ab und zeigen einander die Besonderheiten ihrer jeweiligen Tradition. Viele ratsuchende Menschen kommen zu diesen Treffen und bitten die Großmütter um Weisung. Sehr bewegend ist die Szene, in der ein junger, weißer Mann von seinen Gewissensbissen berichtet, denn das Land, das er von seinen Eltern geerbt hat, wurde einst gewaltsam den Indianern entrissen. Ihm antworten zwei der indianischen Frauen; sehr versöhnlich sind sie, sie sagen ihm, dass er nichts für das kann, was seine Urgroßväter getan haben. Sie sagen ihm auch, dass er zwar Vergangenes nicht rückgängig machen kann, dass er aber immer hier und heute die Möglichkeit hat, Notleidenden zu helfen. Einer der Höhepunkte des Films ist die Audienz beim Dalai Lama. Er empfängt sie auf seine gewohnt fröhlich-sympathische Art und Weise, scherzt mit den Großmüttern und spricht seine Bewunderung für ihre Mission aus.

Dem Vatikan möchten die Großmütter auch einen Besuch abstatten, doch sie warten vergeblich auf eine Antwort. Also reisen die 13 Großmütter ohne Einladung dort hin und halten ein schamanisches Ritual mitten auf dem Petersplatz ab – sehr zum Ärger der Sicherheitskräfte des Vatikans. Die 13 indigenen Großmütter erscheinen in diesem Film als mutige, weise und humorvolle Frauen, die sich auf liebevolle Art und Weise um ihren Planeten und seine Bewohner kümmern. Sie rufen auf, es ihnen gleichzutun.

Dieser Film bewegt und macht Mut. Es ist bewegend zu sehen, wie diese 13 Großmütter sich über alle Ländergrenzen und Sprachbarrieren hinweg zusammenfinden, um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen: die Menschen wachzurütteln und einen Wandel zu bewirken. Und der Film macht Mut, dass vielleicht doch nicht alle Bemühungen für eine bessere Zukunft umsonst sind, dass der herbeigesehnte Wandel vielleicht doch kommt – wenn nicht heute, dann vielleicht morgen. Damit es noch sieben Generationen und mehr auf unserer Erde geben kann.

Bewertung: hervorragend

Christine Höfig

For the next 7 generations
Dokumentarfilm
Horizonfilm 2011
17,99 €

   
© Connection AG 2015