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Die Heiler

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Die Heiler: Horst Krohne
Die Heiler: Horst Krohne

Heilen ist etwas ganz Relaxtes

Was ist es nun, das heilt? Eine unsichtbare Kraft, wir selbst, die Liebe? Braucht es den charismatischen Heiler oder kann sich jeder selbst gesund machen? In dieser Dokumentation kommen namhafte Heiler und Autoren zu Wort, aber auch völlig unbekannte.

»Liebe ist allgegenwärtig und sie ist die Wahrheit«, meint Bruno Würtenberger. »Wir sind viel mehr, als wir glauben«, sagt ein Horst Krohne. »Den unheilbaren Menschen kann es nicht geben «, versichert Ruediger Dahlke. Die Ruhe bei diesen Interviews, die Regisseur und Geistheiler Wolfgang T. Müller initiiert hat, gefällt an diesem Film. Der Zuschauer wird hier nicht – wie bei vielen anderen Produktionen im spirituellen Bereich – mit Effekten überreizt, auch wird er nicht im Stakkato »zugetextet«. Dennoch fehlt ein wenig die Tiefe. Zwar wird versucht, das Phänomen Geistheilung zu fassen, und gegen Ende ist auch eine ungefähre Einheitlichkeit der Aussagen auszumachen, dennoch werden Meinungen und Methoden nur oberflächlich gestreift. Trotzdem ist der Film sehenswert, wenngleich er auch kein handwerkliches Meisterstück ist. Er regt dazu an, dem Mysterium »Heilung« auf den Grund zu gehen und hinterlässt dabei zumindest eine klare Spur: Es gibt etwas, das wir nicht sehen, das aber durch uns wirkt. Außerdem: Jeder Mensch ist einzigartig und mit seiner individuellen Begabung wichtig für diese Welt.

Lehrreiche Sätze gibt es auch von Bruno Würtenberger: Mit Leid sein zu können, war für ihn die härteste Lektion. Denn anfangs wollte er jeden heilen, bis er erkannte: Dieser missionarische Eifer ist vielleicht nicht mit dem Lebens- und Seelenplan seiner Patienten vereinbar. Vom Zwang, heilen zu müssen, gelte es wegzukommen. »Heilen ist etwas ganz Relaxtes«, sagt Würtenberger. Ein Schamane, eine Seelenmalerin, ein Heiltischler, Klangtherapeuten, eine Sängerin, eine Kahuna-Bodyworkerin, eine Kinesiologin und ein Psychotherapeut kommen zu Wort und noch viele mehr. Diese facettenreiche Annäherung an das, was Heilen wohl ist, gibt viele mögliche Antworten. Als Konsens hört man schließlich heraus: Die Eigenverantwortung ist zentral.

Nur wer seine Macht nicht an den Heiler abgibt, hat eine Chance, gesund zu werden. An die Selbstheilungskräfte scheinen demnach alle Interviewten zu glauben. Eine Kraft, die nicht vom Menschen erzeugt wird und die nicht wissenschaftlich erklärt werden kann, sei schließlich das, was Heilung bewirkt: Auch darin scheinen sich alle Gefragten einig zu sein. Auch der verstorbene Heiler Bruno Gröning wurde nicht vergessen bei dieser Dokumentation. Damals fühlte sich die Schulmedizin noch von ihm bedroht, und er wurde bekämpft. Heutige Heiler gehen mit ihrem Metier selbstverständlicher um. Dem Ziel, die Akzeptanz alternativer Heiler zu etablieren, kann ein solcher Film nur gut tun. Auch die Vielfalt – die vielen Gesichter der Heilung – macht diesen Film zu einem bemerkenswert bunten Potpourri mit interessanten Persönlichkeiten der Heilerszene.

Bewertung: gut

Christiane Barth

Die Heiler – Der Film: Der Weg vom Heiler zur Heilung, Regisseur: Wolfgang T. Müller, Horizon 2012, 21,99 €

   
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