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Die Kinder der Seidenstrasse

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<em>Die Kinder der Seidenstrasse</em>
Jonathan Rhys Meyers in
"Die Kinder der Seidenstrasse" ©3Rosen

Auf Umwegen zur Bestimmung finden

Der hochkarätig besetzte, international produzierte Film unter der Regie des Kanadiers Roger Spottiswoode erzählt die wahre Geschichte eines englischer Oxford-Absolventen und unerfahrenen Reporters, der 1937 nach China kam, um den Eroberungskrieg der Japaner zu dokumentieren. Knapp dem Tod entronnen, gerät er in die Situation, sich um sechzig chinesische Waisenjungen kümmern zu müssen, die er schließlich auf einem nahezu tausend Meilen langen Marsch nach Westen in Sicherheit bringt. Dabei entwickelt sich eine tragische Liebesgeschichte à la »Der englische Patient«.

Der junge Brite George Hogg (Jonathan Rhys Meyers) steht in den dreißiger Jahren in der Tradition englischer Weltenbummler, die mit einer Mischung aus Idealismus und Anmaßung in die Welt hinaus zogen, um den Werten ihres Heimatlandes auch dort Geltung zu verschaffen. An der Seite eines erfahrenen Kriegsberichterstatters gelangt er nach Shanghai und von dort nach Nanking, wo das Chaos herrscht und die Japaner ihre Herrschaft durch Terror zu festigen suchen.

Hogg wird von seinem Kollegen getrennt und Zeuge eines Massakers. Obwohl er kaum imstande ist, das Grauen anzuschauen, schießt er tapfer Fotos als Beweismittel. Die werden ihm zum Verhängnis, als er bald darauf von Japanern festgenommen wird. Der Exekution entgeht er mit Glück durch das Eingreifen einer chinesischen Widerstandsgruppe, die von dem ebenso sympathischen wie illusionslosen Jack Chen (Chow Yun Fat) angeführt wird. Die beiden Männer freunden sich an und sind bald auf einer dramatischen Flucht. George Hogg findet sich in einem Feldlazarett wieder, wo die amerikanische Krankenschwester Lee Pearson (Radha Mitchell) sich seiner Verletzungen annimmt. Sie veranlasst Chen, Hogg an den abgelegenen Ort Huang Shi zu bringen, wo er in Sicherheit ist und sich erholen kann. Dort hausen in einem heruntergekommenen Schulgebäude sechzig verwahrloste Waisenjungen, die nur von einer alten Frau versorgt werden.

Der halbwüchsige Anführer der Jungen kämpft mit allen Mitteln gegen die Anwesenheit des Fremden, der wieder einmal von außen gerettet werden muss: von der unermüdlichen Krankenschwester Lee, die mit medizinischen Gütern angereist kommt. Hogg will weg, zurück zum Krieg, zu seiner vermeintlichen Aufgabe. Da das so schnell nicht geht, arrangiert er sich mit den Jungen, indem er den Generator repariert, sie unterrichtet und Basketball spielen lässt. Mit Hilfe einer entgegenkommenden Händlerin verbessert er auch die Versorgungslage. Doch der Krieg kommt näher. Japanische Luftangriffe und nationalchinesische Truppen, die Nachwuchs rekrutieren wollen, bedrohen die gerade entstandene Idylle. So brechen sie auf, Richtung Seidenstraße in den Westen, an die Grenze. Rebellenführer Chen und und Krankenschwester Lee sind dabei. Viele Gefahren und Konflikte sind durchzustehen, bis die Karawane der Jungen in Sicherheit ist.

Das ist eine erzählenswerte und überwiegend gut erzählte Geschichte. Nur die Dialoge über Lebenssinn, Werte und Moral wirken aufgesetzt und überflüssig, da die Handlung für sich spricht, und einige wichtige Nebenfiguren erscheinen zu glatt.

Bewertung: 3 von 5 Sternen

— Barbara Wollstein



Die Kinder der Seidenstrasse" ©3Rosen

Die Kinder der Seidenstrasse, der neue Film von Roger Spottiswoode mit Jonathan Rhys Meyers, Rahda Mitchell, Chow Yun Fat und Michelle Yeoh, Historien-Drama, 127 Minuten, Australien/China/Deutschland 2008, im Verleih von 3Rosen. Kinostart: 10. September 2009

www.filmstarts.de

   
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