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Einsam Zweisam Dreisam

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<em>In trauter Dreisamkeit</em>
In trauter Dreisamkeit

In trauter Dreisamkeit

»Einsam Zweisam Dreisam« ist eine Komödie aus dem Jahr 1994 um eine Dreiecksbeziehung. Zu Beginn zieht der Ich-Erzähler Eddy (Josh Charles) in ein Studentenwohnheim ein. Als Mitbewohner in der Wohngemeinschaft werden ihm der Partyhengst Stuart (Stephen Baldwin) und die ausgeflippte Alex (Lara Flynn Boyle) zugewiesen. Stuart wirft sofort ein Auge auf Alex, die sich aber in Eddy verliebt. Eddy jedoch merkt, dass er Gefühle für Stuart hegt. Das erklärt natürlich, warum er sich noch nie für Mädchen interessiert hat! Nach Eddys Outing als Homosexueller schließen die Drei einen Pakt: Freundschaft, aber keinen Sex untereinander!

Trotzdem reagieren sie immer mit Eifersucht, wenn eine/r der Drei ein Date hat und vergraulen äußerst erfolgreich mögliche neue Partner. Eine Zeitlang leben sie glücklich in trauter Dreisamkeit. Eddy merkt an, dass wenn Stuart und Alex zu einer Person verschmolzen wären, er wohl den perfekten Partner gefunden hätte. Zu Alex fühlt er sich intellektuell hingezogen und zu Stuart körperlich.
Schließlich beginnen sie, die »Kein Sex«-Regel nicht mehr so ernst zu nehmen: Stuart schläft mit Alex, Eddy schläft ebenfalls mit Alex, allerdings nur um festzustellen, dass er tatsächlich nur auf Männer steht, und versucht anschließend (erfolglos) Stuart zu verführen. Nach einem Streit kochen die Emotionen hoch, und es kommt schließlich zu einem Dreier in Alexs Bett. Doch nach diesem Versöhnungssex ist nichts mehr wie früher, und die Freundschaft zerbricht an den Schuldgefühlen.
Der Film beginnt als Beziehungskomödie mit spritzigen Dialogen. Etwas unerwartet kommt dann auch die Wendung ins Tragische. Warum soll, was so gut anfing, plötzlich auseinandergehen? Dieselbe Frage stellt sich der Protagonist, ohne eine Antwort zu liefern. Er überlässt es dem Zuschauer, darüber nachzudenken. Die drei Liebenden fühlen sich schlecht und schuldig, nachdem sie ihrem Herzenswunsch nach einem Dreier nachgegeben haben. Warum eigentlich? Vermutlich weil die Gesellschaft nur Monogamie als Beziehungsform anerkennt. »Was ist da nur geschehen?« scheinen die drei zu denken. Man sieht betroffene Gesichter, und Alex macht einen Schwangerschaftstest, der zu aller Erleichterung negativ ausfällt. Der Schwangerschaftstest symbolisiert hier wohl die Angst und die Schuldgefühle, die alle auf einmal befällt. So etwas macht man eben nicht, man ist dauerhaft in einer Beziehung oder hat ständig wechselnde One Night Stands wie Stuart am Anfang, aber doch nicht zu dritt! Aber wenn sie sich doch lieben?
Natürlich ist der Film amerikanisch, und im prüden Amerika kann es wahrscheinlich nicht anders enden. Selbst wenn er in den 90er Jahren gedreht worden ist, in denen einige Tabubrüche im amerikanischen Film und Fernsehen stattfanden, und in denen das »Land of the Free« tatsächlich noch ein wenig freier war als heute. Wie hätte der Film wohl geendet, wenn »Einsam Zweisam Dreisam« eine deutsche Komödie gewesen wäre? Wären dann die Protagonisten glücklich in einer Poly-Beziehung gelandet? Möglicherweise.
Der Film ist auf jeden Fall sehenswert, die Dialoge sind witzig und die Handlung durchweg spannend. Schade, dass es nicht so endet, wie man sich wünschen würde.

Bewertung: 3 von 5 Sternen

— Christine Höfig


Einsam Zweisam Dreisam
Spielfilm von 1994
Tristar Pictures
8,95 €


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