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Der Moses Code

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Ich bin das, ich bin

Als ich die DVD-Hülle in der Hand hielt, dachte ich: »Nicht schon wieder so ein Wunscherfüllungs-Schmarrn«. Denn auf der Rückseite der DVD steht: »Ist es möglich, dass Moses vor fast 3.500 Jahren das Geheimnis anvertraut wurde, wie man alles in sein Leben holen kann, was man sich wünscht?« Also wieder so ein »Mein Haus, mein Boot, mein Auto«-Wettbewerb? – weit gefehlt.

Zunächst geht es auf der DVD um den Namen Gottes, den Moses von einem brennenden Dornbusch verkündet bekam: »Ich bin, der ich bin«. Etwas verwirrt bin ich, als die Talking Heads dieses Films sagen, das Wichtigste am Moses Code sei das Komma: Eigentlich heiße Gott »Ich bin das, ich bin«. Warum ist nun das Komma so wichtig? Neale Donald Walsch, der PR-Mann Gottes, hat eine Erklärung. Er erzählt, wie er einmal durch die Straßen gegangen ist und bei allem, was er gesehen hat, sich sagte: »Ich bin das«. Ob nun der Bettler am Straßenrand, die spielenden Kinder, der Asphalt, die Ampel oder die Gewaltdarstellung auf dem Bildschirm eines Fernsehers im Elektroladen: »Ich bin das alles«. Als ihn seine Freundin fragte, was er da mache, antwortete Walsch: »Ich bin das, ich bin«.

Es geht also um Allverbundenheit. Alles ist mit allem verbunden, wir sind alles, so wie Gott alles ist. So wie wir göttlich sind.

Neben Walsch sprechen noch weitere Autoren, Seminarleiter und Filmemacher. Doch am meisten beeindruckt mich ein junger Mann, der von seinen Erlebnissen am 11. September 2001 erzählt. Als er im Fernsehen die Anschläge auf das World Trade Center sah, wusste er sofort: Dort muss er hin! Er half dann den Feuerwehrmännern, indem er ihnen Lebensmittel und Wasser brachte, sich um das Wohlergehen der Lebensretter kümmerte. Und inmitten all des Chaos und all des Leids hatte er eine spirituelle Erfahrung; er sah, wie alles zusammenhing...

Und wo bleibt die angekündigte Wunscherfüllung, das Manifestieren? Kurz wird angesprochen, dass man sich alles erschaffen kann. Allerdings macht sich dieser Film tatsächlich über Materialismus lustig, denn »Sie haben nur einen Hintern, wozu dann vier Autos?« Dem Autor James Twyman, auf dessen Buch der Film beruht, waren andere Dinge wichtig: Mitgefühl, ein liebevolles Miteinander, das Wissen, das alles mit allem verbunden ist, die Präsenz Gottes. Wahres Glück kommt von innen, nicht von materiellem Reichtum.

Der Film endet mit einem Bericht über eine Aktion, bei der Tausende von Menschen verschiedenster Herkunft nach Jerusalem gereist sind, eine Menschenkette um die Altstadt herumbilden und alle im Chor »Ich bin das« sagen. Eine beeindruckende Szene, die mir einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Insgesamt ein sehenswerter Film.

Bewertung: 3 von 5 Sternen

— Christine Höfig

Der Moses Code
Dokumentarfilm 2008
Horizon Film Distribution
18,95 €

 

 

 

 

 

 

   
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