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Peaceful Warrior: Der Pfad des friedvollen Kriegers

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<em>Peaceful Warrior</em>
Scott Mechlowicz und Nick Nolte © Lionsgate

Sport und Zengeist

Dan Millman ist ein junger Sportstudent, der Großes vorhat. An den olympischen Spielen will der Turner teilnehmen. Er scheint alles zu haben: eine Eltern haben Geld wie Heu, eine große Sportlerkarriere erwartet ihn, und bei den Frauen kommt der hübsche junge Mann auch gut an. Doch auf die Frage »Bist du glücklich?« antwortet er nur: »Was hat denn Glück mit irgendwas zu tun?«

Eines Nachts, als er wieder Schlafstörungen hat, geht er zur Tankstelle und begegnet dort einem seltsamen alten Mann, den er Sokrates nennt. Sokrates wird sein Mentor, doch während sein Sport-Coach seinen Körper trainiert, trainiert Sokrates Dans Geist. »Bring den Müll raus«, sagt er zu Dan und meint damit den Müll in seinem Kopf. Dabei greift Sokrates auch zu ungewöhnlichen Lehrmethoden. Zum Beispiel wirft er Dan schon mal von einer Brücke ins Wasser, damit dieser endlich mal richtig im Hier und Jetzt ankommt. Oft ärgert sich Dan sehr über seinen schrulligen Lehrer, doch spürt er instinktiv, dass er von seiner Weisheit profitieren kann. Sokrates bezeichnet sich als »friedvollen Krieger«, »weil die Schlachten, in denen wir kämpfen, in unserem Inneren sind«.

Doch dann passiert es: Dan hat einen Verkehrsunfall, und sein rechtes Bein wird zertrümmert. Und das acht Monate vor den Olympischen Spielen! Ist schon ein normaler Knochenbruch ein Drama für einen Sportler, bedeutet dieser schwere Unfall das Aus. Die Ärzte und sein Coach geben Dan auf, doch mit eisernem Willen und der Ermutigung von Sokrates trainiert er weiter, sobald er wieder laufen kann ...

»Peaceful Warrior« ist die Verfilmung von Dan Millmans autobiografischem Roman. Als eine in vieler Hinsicht wahre Geschichte (»inspired by real events« hieß es im Vorspann), auch wenn sie in vielem unglaublich scheint. Der Film wirkt sehr glatt, man sieht die professionelle Herstellung. Sogar ein bekannter Hollywoodstar, Nick Nolte, konnte für die Rolle des Sokrates gewonnen werden. Der Film ist sehr amerikanisch, aber er ist einfach gut. Die Lehren von »Sokrates« stecken voller Weisheit und werden gleichzeitig mit viel Humor rübergebracht. Spannend auch die Veränderung, die Dan durch seinen Unfall erfährt: Als er seine Sport- Kumpels wiedertrifft, wird ihm klar, dass er vor lauter Konkurrenzdenken und Ehrgeiz kein guter Freund gewesen war. Nick Nolte und Scott Mechlowicz (als Dan) überzeugen in ihren Rollen. Nicht so überzeugend wirkt Amy Smart als Joy, eine junge Frau, die nach Sokrates’ Philosophie lebt und später Dan heiraten wird. Ihre Rolle bleibt irgendwie blass und unscheinbar, man hat den Eindruck, sie ist nur da, weil jeder Film eine romantische Liebesgeschichte braucht.

Beeindruckend sind dafür aber die Bilder: junge Turner, die mit absoluter Körperbeherrschung ihre Bewegungen ausführen und teilweise hoch über dem Boden an Seilen trainieren. Der Film schafft es locker, den Bogen zu spannen zwischen guter Unterhaltung und philosophischen Tiefgang. Sehr empfehlenswert.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

— Christine Höfig



Peaceful Warrior: Der Pfad des friedvollen Kriegers
Spielfilm
Horizon Film
18,95 €

www.peacefulwarrior.de

   
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