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Die 4. Revolution - Energy Autonomy

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<em>Die 4. Revolution - Energy Autonomy</em>
© Delphi Filmverleih

Die Zeit ist reif

In immer kürzeren Abständen kommt es in der Menschheitsgeschichte zu Paradigmenwechseln bei grundlegenden Techniken. Nach der landwirtschaftlichen, industriellen und Informations-Revolution steht nun die vierte, die Energie-Revolution, an. Auch in diesem Fall sind Widerstände der konventionellen Mächte zu überwinden: der Kohle- bzw. Atom-Lobby und von den Öl-Konzernen. Doch die herkömmlichen Energie-Lieferanten stehen mittelfristig auf verlorenem Posten. Die Rohstoffreserven reichen nur noch für wenige Jahrzehnte, die Umwelt- und Klimaschädigungen verlangen ein rasches Umdenken. Hinzu kommt, dass der Energiebedarf der wachsenden Menschheit steigt und eine Energie-Autonomie auch in wenig entwickelten Gebieten gerecht, wünschenswert und möglich ist.

Der Dokumentarfilm »Die 4. Revolution – Energy Autonomy« von Carl-A. Fechner verzichtet auf Schreckensszenarien und entwirft stattdessen eine mitreißende und überzeugende Vision von einer Weltgemeinschaft, deren Energieversorgung zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist ist – für jeden zugänglich, bezahlbar und sauber. Der Film verschweigt nicht, dass eine globale Umstrukturierung, eine Neuordnung der Machtverhältnisse und ein gerechterer Zugang zu Kapital die Voraussetzungen sind. Doch das ist nicht so weltfremd und utopisch, wie es zunächst scheinen mag. Anhand konkreter Projekte und ihrer Vorkämpfer in zehn ausgewählten Ländern zeigt Fechner, was schon umgesetzt und was noch möglich ist.

Wind, Sonne und zum Teil auch Wasser sind für alle Menschen kostenlos zugänglich. Sie können dezentral genutzt werden. Gehandelt wird dann nicht mehr mit Rohstoffen, sondern mit Technologien, die die Energie verfügbar machen. Einige Beispiele: Das energieeffizienteste Bürogebäude der Welt steht in Deutschland. Mittels Solarzellen in der Fassade produziert es mehr Strom als es verbraucht. In Mali ermöglichen Solarmodule auf dem Dach einer Entbindungsstation, dass die Hebammen nachts nicht mehr im Licht einer Taschenlampe arbeiten müssen, die sie zwischen Schulter und Ohr einklemmen. Auf einer nordwestlichen dänischen Halbinsel beziehen 50.000 Menschen ihren Strom ausschließlich aus Windkraft und anderen erneuerbaren Energien. Ein kalifornischer Erfinder stellt begehrte Sportautos her, die mit Elektro-Motoren fahren. Selbst E-Flugzeuge, meint er, könnten bald ohne Kerosin bis zu 4.000 Meilen fliegen. Der Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus aus Bangladesch vergibt nicht nur Mikro-Kredite an die arme Landbevölkerung, eine Tochter-Firma von ihm installiert monatlich 8.000 Solarmodule auf Dächern und bildet vorwiegend Frauen als Monteure und Techniker aus. Als Führer durch die Theorie und Praxis der Energie-Revolution engagiert sich (nicht nur) in diesem Film der charismatische Herrmann Scheer, Bundestagsabgeordneter (SPD) und Publizist, Vorsitzender des Weltrates Erneuerbarer Energien und Träger des alternativen Nobelpreises.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

Barbara Wollstein



Dokumentarfilm:
Die 4. Revolution - Energy Autonomy
Kinostart 18. März 2010

Trailer und Infos zum Film

   
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