Archiv connection.de bis 2015

Besuche das aktuelle connection-Blog

Abonniere den Newsletter:

Filme

Arunachala Shiva – ein Film über den Guru Ramana Maharshi

Details

<em>Arunachala Shiva – ein Film über den Guru Ramana Maharshi</em>
Ramana Maharshi

»Wer bin ich?«

Ramana Maharshi wurde 1879 geboren. Mit 16 Jahren hatte er ein spontanes Erwachen, verließ sein Zuhause und machte sich auf den Weg nach Tiruvannamalai, zum heiligen Berg Arunachala. Dieser Berg in Südindien ist Legenden zufolge Shiva selbst. Auf und am Berg, den er niemals verließ, lebte er dann viele Jahre lang allein und in Stille. 1920 wurde ein Ashram errichtet, dort lebte er bis zu seinem Tod im Jahre 1950. Seine Schüler gaben später seine Methode der Selbsterkenntnis weiter, die Beschäftigung mit der Frage »Wer bin ich?«

Durch den Film führt Premananda, ein spiritueller Lehrer aus England, der heute die Open Sky Community am Rhein leitet. 1992 verbrachte er einen Monat im Ramana Ashram und wohnte zufällig neben David Goodman. Dieser erklärte ihm die Selbsterforschung nach Ramana Maharshi. Seitdem fühlt sich Premananda mit Ramana sehr verbunden und hält jedes Jahr ein Retreat am Arunachala. David Goodman gibt in diesem Film mehrere Interviews. Er lebt seit etwa 35 Jahren im Ramana Ashram und gilt als Autorität in Sachen Ramana. Ebenfalls oft zu Wort kommt James Swartz, ein amerikanischer Vedanta-Lehrer und Autor, der jedes Jahr für mehrere Monate zum Arunachala kommt. Der Film besticht durch schöne Landschaftsaufnahmen und altes Filmmaterial von Ramana Maharshi. So sah er also aus, wenn er auf seinem Sofa lag und Satsangs hielt.

Interessant sind die Kommentare der drei Ramana-Kenner. Ramana Marharshis Lehre der Selbsterforschung entstand aus einem Gespräch mit einem Schüler, der unbedingt die Antwort auf die Frage »Wer bin ich?« finden wollte. Jahre später schrieb er das Gespräch auf, in einem Text mit der Überschrift »Wer bin ich?« (auf Tamil: Nan Yar). Damals im Gespräch mit Ramana soll der Schüler seine Antworten mit dem Finger in den Sand geschrieben haben. Eine andere schöne Anekdote ist die mit den Eichhörnchen: Um Ramana Maharshis Sofa herum nisteten viele Eichhörnchen, die auch teilweise auf ihm herumkletterten. Als die Halle zu klein wurde und seine Schüler eine Größere gebaut hatten, setzte Ramana Maharshi nur kurz einen Fuß in die neue Halle, fragte »Und wo sollen meine Eichhörnchen hin?« und ging dann zurück zu seinem angestammten Platz.

Ich bin kein Guru-Fan, aber wenn ich diesen Film ansehe, kann ich die Faszination nachvollziehen, die Ramana Maharshi auf seine Jünger ausübte. Er kommt in den Geschichten als sehr sympathisch rüber, selbst wenn erzählt wird, dass er manchmal überraschend Wutanfälle hatte. Man erfährt interessante Details, zum Beispiel, dass er viel mitarbeitete, besonders gern in der Küche. Mir als Westlerin scheint es allerdings etwas befremdlich, dass er von seinen Schülern absoluten Gehorsam verlangte, auch wenn er ihnen eine eigentlich ungenießbare Frucht zum Kochen brachte. Für Maharshi-Fans ist dieser Film ein Muss, und für alle, die sich mal über ihn informieren möchten, ist er sehr sehenswert.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

— Christine Höfig



Arunachala Shiva – Die Lehre von Ramana Maharshi
Dokumentarfilm 2009
Open Sky Press
24,99 €

Buch und Film

   
© Connection AG 2015