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Die Geheimnisse der Liebe

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<em>Robin Givens</em>
Darstellerin Robin Givens

Was Beziehungen glücklich und dauerhaft macht

Auf dem Cover der DVD ist eine Braut abgebildet, die in einem dicken Wälzer »So finden Sie die Liebe Ihres Lebens« liest. Der Einband sieht ein wenig aus wie ein Märchenbuch. Was passiert eigentlich im Märchen nach dem Happy End? Wenn Held und Heldin sich gefunden haben und heiraten? Lebten sie dann wirklich glücklich bis ans Ende aller Tage?

Dieser Frage geht Regisseurin Tracie Donahue in »Die Geheimnisse der Liebe« nach. Was ist das Geheimnis einer glücklichen, dauerhaften Beziehung? Wie so viele andere wuchs Donahue mit den Hollywood-Bildern von Liebe, Ehe und Glück auf. Einige Videoaufnahmen zeigen sie außerdem als Kind in einer (scheinbar) harmonischen Familie. Als sie heiratete, ging sie davon aus, dass sie von nun an glücklich sein würde, wie im Märchen eben. Doch die Seifenblase zerplatzte, nach einigen Jahren folgte die Scheidung.

Donahue befragte nun Experten, aber auch ganz normale Leute, zum Thema Liebe und Verliebtsein. Unbewusst suchen wir uns noch heute den Partner, von dem wir den gesündesten Nachwuchs erhoffen, sagen die Experten. Und »Romantik ist eine neurochemische Störung«. Gefahr erhöht übrigens den Testosteronspiegel, der wiederum erhöht die Lust. Deshalb also wirken die bösen Jungs in Lederkluft mit Motorrad, vor denen uns unsere Mütter immer gewarnt haben, so anziehend auf Frauen.

Interessant auch die Bemerkung einer Wissenschaftlerin, dass bei jungen Menschen Anfang zwanzig das Gehirn noch nicht genug entwickelt ist, um den richtigen Partner finden könnten. Also sich lieber spät binden? Dahin geht sowieso der Trend in den Industrienationen. Nur seltsam, dass wir im besten fortpflanzungsfähigem Alter viel früher sind. Hat da die Natur nicht mitgedacht, frage ich mich.

Was prägt uns? Was ist neben den biologischen Faktoren sonst noch verantwortlich für unsere Partnerwahl? Die Kindheit natürlich – man lernt durch Nachahmen. Die Beziehungsmuster, die man vorgelebt bekommt, hält man später für normal. Selbst wenn man sich vornimmt, alles besser zu machen als die Eltern, ist es doch schwierig, aus gewohnten Mustern auszubrechen.

Wenn man den Partner nun gefunden hat, heißt das natürlich noch lange nicht, dass man auch zusammen bleibt, wie die steigenden Scheidungsraten beweisen. Donahue interviewte auch Paare, die in einer langen, harmonischen Beziehung leben und die nun verraten, wie nah sie schon vor einer Trennung standen. Trennt euch nicht wegen jeder Kleinigkeit, scheint der Film zu raten. Versucht eure Probleme gemeinsam zu lösen. Der beste Rat ist wohl: »Entscheidend ist es, selbst der richtige Partner zu sein«. Es ist jedenfalls nicht die Aufgabe deines Partners, dich glücklich zu machen; wer das erwartet, verlangt zu viel. »Die Geheimnisse der Liebe« ist eine unterhaltsame Dokumentation, bei der sowohl Wissenschaftler als auch ganz normale Leute zu Wort kommen. Oftmals scheinen die »Normalen« sogar noch mehr zu dem Thema zu sagen zu haben als die sogenannten Experten. Insgesamt kann man so einiges aus dem Film »mitnehmen«. Unterhaltsame L(i)ebensberatung also.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

Christine Höfig


Die Geheimnisse der Liebe
Dokumentarfilm 2010
Ascot Life!
17,99 €

Ascot Elite

   
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