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Seminartests

Wildnis spüren - Freiheit tanzen

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Wildnis spüren - Freiheit tanzen

Ursprünge

Das Motto dieser vier Tage wirkt magnetisch auf mich. Die vielen Stunden vorm Bildschirm und das Diktat der To-do-Listen rufen laut nach einem würdigen Ausgleich. Wildnis erleben - innen und außen - ja! Tanzen sowieso. Wandern, Lagerfeuer, Naturwahrnehmungen und Erholung verspricht die Einladung.

Die vier Tage sind so voll gepackt mit Angeboten, dass sogar einer der Seminarleiter meinte, eigentlich sollte darauf hingewiesen werden, dass man nach dem Seminar Erholung braucht. Es besteht natürlich kein Mitmachzwang. Jeder kann sich entscheiden, einzelne Programmpunkte auszulassen. Was bei der bunten Angebots-Palette jedoch schwer fällt.

Jeder Tag ist einem der vier Elemente gewidmet. Entsprechend sind die täglichen Biodanza-Vivencias gefärbt. Erdig, luftig-leicht, fließend oder eben feurig. Der erste Tag ist noch ziemlich verregnet. Was uns nicht davon abhält, zu Live-Trommel-Musik im Freien auf der nassen Wiese zu tanzen. Die innere Wildnis hat ihre Freude daran!

Diverse Übungen im Freien aus der Outdoor-Pädagogik sollen uns mit der herrlichen Natur der Kalkalpen und den anderen Teilnehmern vertraut machen. Anfangs regt sich etwas Widerstand gegen diese Art Spiele, die ich als Sozialpädagogin schon satt habe. Auch die häufigen Reflexionsrunden tragen nicht gerade dazu bei, mich freudig in die Naturwahrnehmung fallen zu lassen. Das riecht mir zu sehr nach Seminarstruktur.

Ab dem zweiten Tag, der uns auch die Sonne bringt, wird es dann aber tatsächlich immer natürlicher. Die Begehung eines stillgelegten Bauxitstollens steht auf dem Programm. Die beiden versteckten Stolleneingänge stehen nach den starken Regenfällen unter Wasser und verwehren uns den Zutritt. Für die Gruppe kein Anlass zur Enttäuschung. Wir genießen den Spaziergang entlang dem reißenden Wildbach.

Eine Barfuß-Blinden-Karawane auf dem Gelände unserer Unterkunft verwöhnt die aktiven vier Sinne. Schlamm, Rindenspäne und nasses Gras unter den Fußsohlen. Das Rauschen des Bachs und der Gesang der Vögel für unsere lauschenden Ohren. Der Kopf sucht vergeblich nach Orientierung und gibt irgendwann auf.

Rutschig und steil bergab führt uns ein idyllischer Waldpfad am Wassertag zur Großen Klause. Auf der Sandbank des Wildbachs genießen wir erst unser Picknick und dann bei strahlend-heißer Sonne das Bad im kühlen Wasser. Gemäß dem Motto Wildnis selbstverständlich textilfrei.

Alle sind begeistert bei Land-Art dabei. Mit Steinen, Ästen, Blättern und anderen natürlichen Materialien, die uns Wald und Bach bieten, gestalten wir Natur-Kunstwerke und lassen uns beim Tun selbst überraschen, was dabei entsteht. Wir spielen wie Kinder und vergessen die Zeit. Es fühlt sich so an wie früher: »Endlich wieder Ferien!«

Die sinnlichen Natureindrücke, innigen Begegnungen und so manche neue Erfahrung mit mir selbst sind die Geschenke, die ich in meinen Rucksack packe. Das Auspacken daheim wird noch einige Zeit dauern und mir immer wieder ein seliges Lächeln entlocken.

Andrea Semper, geb. 1965, nach langjähriger Bürolaufbahn Umstieg auf Sozialpädagogik und Montessoripädagogik, nach Übersiedlung aufs Land frei (und) schaffende Schreiberin, Gärtnerin und Reisende, war einige Wochen Mitwirkende und Mitwohnende im Connection-Haus.

Auf einen Blick

Leitung:
Gottfried Freudmann, Biodanza-Lehrer und Josef Weichenberger, Nationalpark-Betreuer
Kosten:
gestaffelt nach Anmeldetermin zw. 220 und 260 €
Dauer:
4 Tage
Ort:
Brunnbachschule im Nationalpark Kalkalpen/Oberösterreich
Voraussetzungen:
durchschnittliche Kondition für Wanderungen
Kontakt:
www.biodancing.com

Unsere Bewertung

Seminarort:
vier Sterne
Organisation:
fünf Sterne
Preiswürdigkeit:
fünf Sterne
Seminarziel:
vier Sterne
Seminarleitung:
vier Sterne
Didaktik:
drei Sterne
   
© Connection AG 2015