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Carlos Castanedas Tensegrity

Details

Carlos Castanedas Tensegrity

Mehr von dieser Welt erleben

Zu den einflussreichsten spirituellen Autoren der Gegenwart gehört immer noch Carlos Castaneda, der in den späten 1960ern als junger Anthropologie-Student eine Arbeit über indianische Kraft- und Heilpflanzen schreiben wollte und dabei nach und nach von einem Schamanen namens Don Juan und dessen Zauber-Zirkel in die Geheimnisse der alten Tolteken eingeweiht wurde, wobei das Wort »Tolteke« in diesem Zusammenhang sich nicht auf das historische Volk der Tolteken bezieht, sondern soviel wie »Die Wissenden« bedeutet. Daraus hat sich die Methode »Tensegrity« entwickelt, magische Bewegungen, durch die Menschen in höhere Bewusstseinszustände versetzt werden…

Wie Don Juan bei der Unterweisung von Carlos Castaneda erklärte, hätten die Indianer im Gebiet des heutigen Mexiko vor Urzeiten angefangen psycho-aktive Pflanzen zu essen, wodurch sie immer neue und vielschichtige Facetten der Realität wahrgenommen hätten. Die Tolteken sind dabei nicht beim reinen Rauscherlebnis stehen geblieben, sondern hätten über Generationen hinweg die Anderswelt akribisch untersucht und auch bereist, wobei sie eine Fülle von wunderbaren, aber auch höchst seltsamen Dingen entdeckten. So haben alle Lebewesen um sich eine sichtbare Aura, die mit den Emanationen des Universums verbunden ist. Die Tolteken entdeckten, dass es neben biologischen bewussten Wesen auf der Erde auch bewusste Geistwesen ohne Körper gibt, die die normalen Menschen nicht wahrnehmen können, bis hin zu der Erkenntnis, dass es neben der von uns wahrnehmbaren Welt noch weitere andere reale Welten gibt mit ganz eigenen Lebewesen und Gesetzen, bis hin zur Reise zum »Rad der Zeit«, einem gewaltigen sich drehenden Baum, durch den Zugang zu einer Vielzahl von immer neuen Emanationen möglich ist.

Während die ersten Bücher von Castaneda noch stark vom halizunogenen Drogengebrauch berichten, erklärt Don Juan später, dass die Wahrnehmung der anderen Welten auch ohne Drogen möglich ist, indem die Menschen bewusst ihren »Montagepunkt« verschieben, ein Organ der Wahrnehmung hinter den Schultern eines jeden Menschen, indem die Reisenden bewusst die körperlichen Bewegungen ausführen, die sie auch im Drogenrauch ausgeführt haben.

Obwohl Castaneda als einer der erfolgreichsten spirituellen Autoren der Gegenwart gilt, war er doch über lange Zeit hinweg verschollen. Der Grund war der, dass er trotz seines Ruhms in den 1970ern und 1980ern noch immer mitten in seiner schamanischen Ausbildung steckte, so dass er trotz einer hohen Auflage und einer weltweiten Anhängerschaft damals weiterhin als einfacher Wanderarbeiter in den USA und Mexiko wirkte, um so immer neue Aspekte der schamanischen Lehre zu erfahren.

Carlos Castanedas Tensegrity
Carlos Castaneda 1962

Ab den 1990ern trat dann Carlos in die Öffentlichkeit - auch in Deutschland, um - gemeinsam mit seinen Gefährtinnen Florinda Donner-Grau, Taisha Abelar und Carol Tiggs, die mittlerweile teilweise ebenfalls erfolgreiche Autorinnen waren, das System des »Tensegrity« zu vermitteln, magischen Bewegungen, durch die durch geringen Aufwand die Menschen automatisch in höhere Bewusstseinszustände versetzt werden.

Seit einigen Jahren gibt es auch in München ein gut organisiertes Tensegrity-Team, das regelmäßig kleinere und größere Workshops anbietet.

Das Seminar

Am 5. und 6. April 2014 war in München das Seminar »Mehr von der Welt erleben« von Jim Morris, einem der offiziellen Instrukteure des Tensegrity in der Tradition von Castaneda. Das Seminar fand in München-Schwabing in einer gemütlichen Turnhalle mit unmittelbarer Parkverbindung statt.

Am ersten Tag wurde uns zuerst eine Tensegrity-Form gelehrt, durch die die Alltagswahrnehmung bewusst verschoben wird. Wie Jim Morris erklärte, hätte jeder Mensch regelmäßig Eingebungen, die aus einer anderen Realität stammen, wobei die Kunst der Schamanen darin besteht, auf diese Eindrücke zu achten und diese »magischen Momente" zu kultivieren.

Im zweiten Teil dann wurde wieder das »Theatre of Infinity« gepielt. Wie Castaneda erkannte, können die meisten Menschen die »Realität hinter der Realität« nicht wahrnehmen, weil sie in traumatischen Erlebnissen und negativen Interaktionen mit anderen Menschen gefangen sind, wobei diese Erlebnisse aus der Vergangenheit auch in der Gegenwart den jeweiligen Menschen permanent Energie rauben. Indem wir die negativen Erlebnisse der Vergangenheit klären und in neuem Licht deuten, haben wir so die Leichtigkeit, um den Montagepunkt zu verschieben und in die Brustmitte wandern zu lassen, wodurch dann die umfassende Erleuchtung eintritt.

Zu diesem Zweck sollten Dreierguppen bestimmte Schlüsselsituationen der Vergangenheit nachspielen und dazu die gelehrte Tensegrity-Form praktizieren, wobei bei einigen Teilnehmerinnen dabei ziemliche Emotionen freigesetzt wurden.

Am Sonntag-Vormittag dann wurde uns eine Technik der Achtsamkeit gezeigt, die wir dann in dem nahen Park outdoor praktizieren sollten. Jeder sollte sich im Park dazu eine Stelle suchen, um die neue Wahrnehmung auszuprobieren - wobei im Gespräch danach die einzelnen Teilnehmerinnen über ihre Eindrücke berichten konnten, wobei bei einigen ziemliche Verschiebungen der Realität stattgefunden haben - von der eingeschränkten und konfliktorientierten Alltags-Ego-Sichtweise hin zu einem Zustand der puren Präsenz, puren Wahrheit und pure Freude.

Schön am Seminar war auch, dass auf der Terrasse eines nahegelegenen Restaurants Tische reserviert waren, wo bei wunderbarer Aussicht in der Abend- und Mittagspause die Teilnehmerinnen essen und sich auch austauschen konnten.

Am Sonntag-Nachmittag dann wurde die Tensegrity-Form noch einmal in der Turnhalle praktiziert und anschließend gab es dann noch eine etwas längere Exkursion in die nahen Parkanlagen, wo dann auch die Form von allen im Kreis praktiziert wurde. Auch unbeteiligte Spaziergänger schlossen sich dabei der Gruppe an und machten die Bewegungen spontan mit und berichteten ebenfalls von schlagartigen Eingebungen und purer Freude.

Fazit: ein ziemlich gut organisiertes Rundum-Seminar, das Lust auf mehr macht.

Andre Shanteem

Mehr zum Thema Schamanismus, auch Tensegretiy und die Huichol-Indianer in Mittelamerika findet ihr in unserem aktuellen Schamanismus Heft "Schamanen heute".

Auf einen Blick

Leitung:
Jim Morris
Kosten:
100 €
Dauer:
Samstag und Sonntag
Ort:
Turnhalle in München Schwabing
Voraussetzungen:
keine
Kontakt:
www.cleargreen.com/de
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Unsere Bewertung

Seminarort:
drei Sterne
Preiswürdigkeit:
fünf Sterne
Seminarleitung:
fünf Sterne
Übersetzung:
fünf Sterne
   
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