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Seminartests

Die drei Dimensionen des Selbst mit Christina Kessler

Details

Christina Kessler
Christina Kessler

Sein Potential entwickeln

»Was würdest du tun, wenn du in der U-Bahn einem Rembi begegnen würdest?« »Und was wäre, wenn jeder Mensch auf der Welt einen Kof hätte?«
Solche Fragen stellte uns Christina Kessler am ersten Abend ihres Seminars »Die drei Dimensionen des Selbst«. Fragen, auf die es unzählige Antworten gibt. Fragen, die weitere Fragen aufwerfen: Wenn die Worte Rembi und Kof nur Konstrukte sind, sind dann nicht alle Worte nur Konstrukte? Jeder stellt sich etwas anderes unter einem Rembi vor, doch genauso hat jeder eigene Vorstellungen von einer U-Bahn. Die Welt ist eine Konstruktion unseres Bewusstseins.

Um das Bewusstsein geht es in Christinas Seminar. Um Strukturen und Funktionen des Bewusstseins und wie man Verbindung zwischen den verschiedenen Ebenen schafft. Und darum, sein Potential zu entwickeln. Aber nicht so sehr im Sinne von tollen, neuen Fähigkeiten zu erkennen, sondern sein eigenes, inneres Selbst zu leben.

Die meisten der Teilnehmer kannten sich schon; das Seminar ist Teil eines Zwei-Jahres-Training, dessen Kurse man aber auch einzeln buchen kann. Doch ich fühlte mich gleich willkommen in dem Kreis von circa zwanzig Männern und Frauen.

Im Theorieteil erklärte uns Christina das höhere Selbst (auch das Göttliche, das Absolute oder der Geist), das mittlere Selbst (Ego) und das untere Selbst (Unterbewusstsein). Die Theorie verlangte wie immer bei Christina hohe Konzentration und bewirkte das, was sie als »Dumpfbacke-Gefühl« bezeichnet. Doch Christina ist auch sehr im Herzen, sie scheint von innen heraus zu strahlen. Um die Integration von beidem, von dem im Patriarchat einseitig betonten Intellekt und dem Herzen geht es Christina: Amo ergo sum, ich liebe, also bin ich.

Das Wochenende haben wir uns mit holotropem Atmen beschäftigt. Dabei handelt es sich um eine Form der Selbsterfahrung, die 1975 von Stanislav und Christina Grof entwickelt wurde. Durch Tiefenatmung und Musik versetzt man sich in einen anderen Bewusstseinszustand. Unverarbeitete Erlebnisse können integriert und spirituelle Erfahrungen gemacht werden.

Mir begegnete beim Atmen – wieder einmal – eine Schlange. Erst eine Woche vorher hatte ich von einer großen, blauen Boa Constrictor geträumt, mit der ich Kaffeetrinken war. Diesmal haben wir allerdings nicht Kaffee getrunken, sondern miteinander gerungen. Dann wurde ich selber zur Schlange, häutete mich und kroch eine Weile in neuer Haut über die Erde. Ein nahezu unbeschreibliches Erlebnis. Veränderungen und Transformationen stehen immer wieder an im Leben – so auch im Moment bei mir im beruflichen Bereich und in Bezug auf das Wohnen. Veränderungen können Angst machen, doch irgendwie blicke ich nun ruhiger und gelassener in die Zukunft.

Bei der zweiten Atemsession am nächsten Tag konnten wir wählen, ob wir atmen oder begleiten wollten. Einige von denen, die das ganze Training bei Christina gebucht haben, entschieden sich für das Begleiten, vor allem diejenigen, die vielleicht mal beruflich mit dem holotropen Atmen arbeiten wollen. Ich traute mir das Begleiten noch nicht zu und legte mich auf eine der Matten. Diesmal stiegen keine Bilder in mir hoch, nur heftige Gefühle. Da war vor allem viel Wut, aber auch Trauer. Ich schrie und weinte die Emotionen aus mir heraus, danach war ich heiser. Gut aufgefangen wurde ich gleich von zwei Begleitern; herzlichen Dank an die beiden. Natürlich war auch Christina da, um, falls nötig, die Begleiter unterstützen zu können.

Am vierten Tag gestalteten wir noch gemeinsam ein sehr ergreifendes Ritual für eine Teilnehmerin, die damit einige Veränderungen in ihrem Leben verankern wollte.

Zufrieden fuhr ich am späten Nachmittag heim. Christina hat das Seminar wieder großartig geleitet; auch mit unerwarteten Situationen kam sie bestens klar und wusste stets das Richtige zu tun oder zu sagen. Ich überlege, ob ich das nächste Zwei-Jahrestraining bei ihr buchen soll.

Christine Höfig, Jg. 77, ist Redakteurin bei connection Spirit und leitende Redakteurin des connection Schamanismus Extra. Ab Herbst 2009 arbeitet sie auch als freie Journalistin und Lektorin. Studium, Praktika und freie Mitarbeit bei Zeitschriften und Zeitungen und schließlich ein Volontariat bei der connection Spirit waren Stationen auf ihrem Weg. Sie beschäftigt sich mit Hexen- und Heidentum, aber auch mit anderen spirituellen Richtungen.

Auf einen Blick

Leitung:
Christina Kessler
Kosten:
400 €
Dauer:
4 Tage
Ort:
Zist, Penzberg
Voraussetzungen:
keine
Kontakt:
www.christinakessler.com

Unsere Bewertung

Seminarort:
fünf Sterne
Organisation:
drei Sterne
Preiswürdigkeit:
vier Sterne
Seminarziel:
Fünf Sterne
Seminarleitung:
Fünf Sterne
Didaktik:
vier Sterne
   
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