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Ein Gurdjieff-Workshop mit José Reyes

Details

Ein Gurdjieff-Workshop mit José Reyes

Tanz bis zur Trance

Einer der nachhaltig einflussreichsten spirituellen Lehrer des 20. Jahrhunderts ist der Russe Georges Gurdjieff, der auf der Suche nach altem spirituellen Wissen in Ägypten, Zentralasien und Tibet in den verschiedenen Sufi-Traditionen ausgebildet wurde und daraus ein System von komplexen Tänzen entwickelte, die den Menschen dabei helfen sollen, spirituell aufzuwachen. Der Puertoricaner José Reyes, der unter anderem von Gurdjieffs Tochter Dushka Howarth ausgebildet wurde, gilt als einer der derzeit wichtigsten Lehrer in der Linie Gurdjieffs

Angenehm bunt gemischt war das Publikum: weit angereiste Anhänger von José Reyes, sowie Gurdjieff-Fans als auch Leute aus der Sufi-Szene.Für viele öffneten sich an diesem Wochenende völlig neue Aspekte der spirituellen Entwicklung. Während die Gurdjieff- Tänze generell etwas sehr strenges, formalistisches haben, haben die Sufi-Techniken eher etwas lockerndes, befreiendes.Wie José erklärt, sind die Gurdjieff Movements manifestierte Energie. Um auf diese Energie auch nach den Tänzen zurückgreifen zu können, sei deshalb im Zusammenhangmit den Movements die typische Sufi-Atmung notwendig, die den eigentlichen Schlüssel zur Bewusstwerdung darstelle.

Die Tänze waren dabei gerade für Anfänger von einer schier unglaublichen Komplexität. Zuerst wurden einfache Schrittfolgen gelehrt, die keinem natürlichen Rhythmus folgten. Dann wurden uns bestimmte Armhaltungen und Kopfbewegungen beigebracht, die ebenfalls keinem gewohnten Rhythmus folgten. Schließlich kam noch das Circular Counting hinzu, eine bestimmte Abzählweise, in der die verschiedenen Bewegungen noch einmal untereinander vertauscht werden.Um die einzelnen Figuren ausführen zu können, bedarf es einer großen Konzentration, die einen in einen Zustand höchster Wachsamkeit dass sie während der Tänze das Gefühl hatten, blitzartig aufzuwachen. Ein Pluspunkt bei demSeminar ist auch die Live-PianoMusik. Neben den Tänzen entwickelte Gurdjieff in Zusammenarbeit mit dem Komponisten de Hartmann verschiedene Stücke, die zu den einzelnen Tänzen gespielt werden können: einprägsame, teilweise orientalischeMelodien,die eine ganz eigene Stimmung verbreiten. Zwischen den Movements saß die Gruppe im Kreis, und José zeigte uns Atemtechniken aus der Sufi-Tradition, die ebenfalls sehr kraftvoll sind. Typisch für die Sufi-Atmung ist eine kurze, stoßweise Atmung in einem bestimmten Rhythmus in Verbindung mit islamischen Anrufungen Allahs.Viele berichteten, dass sie durch diese Atmung das Gefühl hatten, als würde sich in ihnen etwas lang Angestautes lösen, wodurch ein Gefühl großer Kraft, Klarheit, aber auch Liebe freigesetzt wurde. Besonders Anfängerwaren jedoch von der Intensität dieser Atemtechniken sichtbar überfordert, teils sogar verstört. Andere im Raum steigerten sich unverkennbar in Trance. Fazit: ein gut organisiertes Seminar.Ein paar der Tänze sind gerade für Anfänger etwas schwierig. Dennoch kommt man nach einiger Zeit gut in den Rhythmus. Schade war allerdings die Turnhallenatmosphäre im Raum.

André Al Habib, Jg. 1968, ist Diplomsoziologe und eingeweiht in mehrere Sufi-Orden. Sein Vater ist Ägypter, seine Mutter Deutsche. Er ist Autor des Buches »Sufismus – das mystische Herz des Islam«. André lebt in München und leitet regelmäßig Sufi-Meditationen

Auf einen Blick

Leitung:
José Reyes
Kosten:
150 €
Dauer:
3 Tage
Ort:
Haar bei München
Voraussetzungen:
keine
Kontakt:
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Unsere Bewertung

Seminarort:
vier Sterne
Organisation:
vier Sterne
Preiswürdigkeit:
zwei Sterne
Seminarziel:
vier Sterne
Seminarleitung:
fünf Sterne
Didaktik:
vier Sterne
   
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