Archiv connection.de bis 2015

Besuche das aktuelle connection-Blog

Abonniere den Newsletter:

Neue Kommentare  

   

Wer ist online?  

Aktuell sind 347 Gäste und keine Mitglieder online

   

Unsere Partner  

FlowBirthing

Mystica TV

Reiki-land

   

Spiritualität/Mystik

Wie der Verstand uns prägt

Details

Wie der Verstand uns prägt
© Matthias Balzer pixelio.de

Die Kraft der Glaubenssysteme

Für jeden Menschen in diesem eigenartigen und wunderbaren dreidimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum, der sich ernsthaft auf den Weg der Selbsterkenntnis und Bewusstwerdung macht, ist es wichtig, die Funktionsweise von Glaubenssystemen zu verstehen. Einerseits gibt uns das eine Grundlage zum allgemeinen Verständnis jeder Art von Glauben, Religion und Welterklärungsmodell, andererseits entzieht es vielen Diskussionen die Streitgrundlage, in denen es um den einen, »richtigen« Weg geht.

Modelle der Wirklichkeit

Religiöse wie esoterische Weltanschauungen, aber auch jede andere Art von Weltbild ist immer nur ein Modell der Wirklichkeit, nie die Wirklichkeit selbst. Mit unseren Weltbildern setzen wir uns Koordinaten für unseren Verstand, um die über die Sinne erfahrene Wirklichkeit begreifen und erfassen zu können. All das aber findet statt in der Welt der Worte und Gedanken, in der Welt der Ratio - unseres Verstandes, der im Gehirn lokalisiert ist. In der westlichen Welt sind wir durch eine jahrhundertelange Tradition des Denkens (»Ich denke, also bin ich!«) und der Aufklärung gewohnt, allem eine Erklärung zu geben. Wir verwechseln dabei aber allzu oft die Erklärung mit der damit beschriebenen Erfahrung und der dahinter stehenden Wirklichkeit. Jedes Erklärungsmodell der Wirklichkeit ist und bleibt nur ein Modell, niemals ist es die Wirklichkeit selbst.

Erwachen ins Hier und Jetzt

Die Wirklichkeit kann nur erfahren werden. Sie ist ohne Beschreibung, ohne Worte, unmittelbar, immer gegenwärtig, immer anders. Dorthin durchzubrechen ist eine tiefe spirituelle Erfahrung des Erwachens, wie sie von vielen Mystikern beschrieben wird. Es ist das vielbeschworene reine Sein im Hier und Jetzt. Oft dienen Worte, Gedanken und Erklärungsversuche weniger der Aufklärung, sondern bilden im Gegenteil eine Schranke, die verhindert, dass wir genau dorthin durchbrechen. Deshalb gelten das Beruhigen des Geistes und die Stille in vielen spirituellen Traditionen als wichtige Stufen auf dem Weg zur Entwicklung des menschlichen Bewusstseins. Nun gehört natürlich auch diese Welt des Verstandes zu unserer Lebenswirklichkeit und will ihren Platz einnehmen. Es geht nicht darum, diese zu verurteilen, sondern dem Verstand einen angemessenen Platz zu geben. Dazu können wir uns einige Tatsachen bewusst machen, um uns selbst und unser Leben besser zu verstehen.

Untersucht man aber genauer, woraus das Denken besteht, erkennt man, dass es überwiegend aus eingespeicherten Programmen besteht

Der Verstand

Unser Denken gilt allgemein als frei und selbstbestimmt. Untersucht man aber genauer, woraus das Denken besteht, erkennt man, dass es überwiegend aus eingespeicherten Programmen besteht. Wenn wir als Kind auf diese Welt kommen, ist unser Verstand noch ohne Inhalte, leer und frei. Staunend blicken wir in dieses Leben, und alles ist, wie es ist: reine, unmittelbare Erfahrung. Worte oder Beurteilungen haben wir für das Geschaute noch nicht. Lernen wir dann, die Dinge zu benennen, entgleitet uns diese direkte Wahrnehmung, und wir ersetzen sie durch einen Begriff, der ein Symbol oder Modell der Wirklichkeit ist. Man beobachtet diesen Vorgang auch bei Kindern, deren anfänglich freie, unkonditionierte, oft erstaunlich ausdrucksstarke Zeichnungen einander im Laufe der Jahre immer ähnlicher werden. Ein Haus, ein Baum, eine Wolke wird dann immer gleich dargestellt, da es eben »so aussieht« - es entsteht ein Symbol, das dem erinnernden Verstand entspringt und nicht mehr der unmittelbaren Schau der Welt.

Wie der Verstand uns prägt
© Heike pixelio.de

Freiheit des Denkens?

Zum anderen begegnen wir während unseres Heranwachsens unausweichlich den sogenannten Weltbildprägern: Eltern, Lehrer, Priester, Politiker und heute auch das allgegenwärtige TV erklären uns die Welt und ihre Regeln. Und wir übernehmen sie. Nicht immer direkt und wörtlich. Aber jeder kann sich vorstellen, dass unser Denken in einer modernen, von Technik, Geschwindigkeit und den vielfältigsten Informationen geprägten Großstadt trotz aller beschworenen Freiheit des Denkens ganz anders konditioniert wird, als wenn wir in einem kleinen Dorf im Regenwald aufwachsen würden, wo die Menschen sich größtenteils noch selbst versorgen. So werden wir alle geprägt mit Vorstellungen von der Welt, vom Selbst und vom Transzendenten, Göttlichen. Viele Menschen verlassen zeitlebens diesen angelernten Käfig ihrer Denkstrukturen nicht mehr. Von der Freiheit des Menschen zu sprechen ist deshalb meist eine Illusion. Dabei ist unser Verstand grundsätzlich fähig, eine unvorstellbare Vielfalt an Denkweisen zu ermöglichen. Dazu aber muss er gründlich dekonditioniert werden. Er muss alles zumindest einmal hinterfragt haben, um eingefahrene Denkstrukturen zu erkennen, feste Vorstellungen über das Leben und die Welt aufzuweichen. So müssen wir uns letztendlich eingestehen, was die moderne Naturwissenschaft längst erkannt hat: dass wir eigentlich gar nichts wissen. Und dass unser Verstand tut, was er kann, um diese Erkenntnis zu vermeiden.

Achte auf deine Gedanken!

Es ist aber nicht nur so, dass der Verstand die meiste Zeit unseres Lebens angelernte und eingeübte Denkmuster wiederholt und vielleicht noch neu variiert. Er arbeitet dabei auch schöpferisch. Das bedeutet, dass sich Gedanken über kurz oder lang in der Realität manifestieren. Ich bin kein Anhänger der zur Zeit sehr beliebten These, dass wir unser gesamtes Dasein selbst erschaffen mit allem, was darin passiert. Dazu gibt es zu viele Kräfte, die in diesem Universum mitschöpfen, und zu viele Lebensgesetze, denen wir unterworfen sind. Trotzdem beeinflusst unser Denken die Art und Weise, wie wir durch unser Leben gehen, bis in Kleinigkeiten hinein. Es gibt einen schönen Spruch aus dem Talmud, der das illustriert:

»Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte, denn sie werden Taten.
Achte auf deine Taten, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.«

Bewusstseinserweiterung

Wie durch eine Schablone erkennen wir die Welt mit unserem Verstand, deren Form von unseren Glaubenssystemen und Erwartungen gebildet wird. Jeder kennt wahrscheinlich den Effekt, dass man sich für etwas interessiert, und plötzlich hört, sieht und findet man überall etwas zu diesem Thema. Wie durch ein Sieb strahlen unsere Gedanken in diese Welt und sortieren im Empfangen aus, welche Erfahrungen für uns brauchbar sind und welche nicht. Wollen wir also unseren Horizont erweitern über das bekannte Maß unseres Denkens hinaus, müssen wir die einengenden Schablonen unserer Konditionierungen demontieren. Dann kann Wachstum geschehen. Dann strömen Wissen und Weisheit zu uns, der Blick auf die Welt wird weit, und wir können erkennen, dass die Welt voller Fülle, Vielfalt und Wunder ist. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, wie wir mit unseren regelmäßig wiederholten Gedanken Wirklichkeiten schaffen. Dazu hilft uns die Theorie der sogenannten morphogenetischen (oder morphischen) Felder, die von Rupert Sheldrake formuliert wurde. In aller Kürze besagt sie, dass alle Dinge wie auch alle Gedankenformen ein Feld besitzen, das auf einer noch unbekannten Ebene der Wirklichkeit existiert. Es ist ein Informationsfeld, das sozusagen die Blaupause oder den Bauplan eines materialisierten Dings oder auch Wesens enthält. Genauso, wie man für ein Haus einen Plan zeichnet, bevor es gebaut wird, oder zumindest die Idee eines Gegenstands da sein muss, bevor er in der dreidimensionalen Realität erschaffen wird, so braucht alles und jedes ein morphogenetisches Feld, das den Bauplan enthält. Diesen Bauplan aber können wir erschaffen - durch unsere Gedanken.

Gedanken wirken

Jeder Gedanke, den wir denken, erzeugt ein morphogenetisches Feld (- was für ein Durcheinander!). Je öfter wir einen Gedanken denken, umso stärker und größer wird dieses Feld. Wenn viele Menschen dasselbe denken, nähren sie das Feld durch ihre mentale Energie. So gibt es sehr große, uralte Felder, die starke Informationen enthalten, die aus immer wiederkehrenden Gedanken bestehen: »Ohne Essen muss ich sterben«, oder »Geister gibt es nicht«, oder »Wenn ich sündige, straft mich Gott" (oder neu-esoterisch: »Wenn ich nicht richtig handle, lade ich mir Karma auf«).

Aber nicht nur negative Glaubenssätze erhalten so Nahrung, sondern auch ganze Weltbilder. Ein morphogenetisches Feld, das beispielsweise aus einem Gebet oder einem Mantra besteht, das millionenfach reproduziert und damit immer wieder genährt wird, ist ein sehr starkes. Und wirkt auf die Schöpfung zurück. Das also ist die Erklärung, wie Mantren, Rituale, Medizinräder, Zauberei oder Magie genau so wie alle anderen Glaubenssysteme funktionieren, und ihre Wirkung in der Realität entfalten können. Ein bestimmtes Weltbild wird von einem Schamanen, Priester, Channel oder Magier genutzt, und innerhalb einer Zeremonie arbeitet er damit. Durch seinen starken, ausgerichteten Geist und das unterstützende Ritual verbindet er sich mit dem gewünschten morphogenetischen Feld und nutzt dessen Kraft, die auf alle Teilnehmer einwirkt.

Nun spräche das vielleicht dafür, alten Traditionen (deren Feld bereits durch jahrhundertelange Wiederholung gestärkt wurde) den Vorzug vor neueren zu geben. Aber ein starkes morphogenetisches Feld mit damit zusammenhängenden Denk- und Glaubenssystem lässt eben auch wieder weniger Raum für eigene und neue Gedanken. Beides hat also seinen Platz und seine Berechtigung. Und wieder möchte ich daran erinnern, dass die hinter allem stehende Kraft immer die selbe ist.

Eine der wertvollsten Lehren, die ich persönlich aus der Arbeit an dem Modell des indianischen Medizinrads gewonnen habe, ist die Erkenntnis, dass der Mensch der westlich orientierten Nationen einen fundamentalen Fehler im Begreifen der Aufgabe des Verstandes begeht. Seit Descartes Diktum »Ich denke, also bin ich!« gilt im Abendland das Diktat des Verstandes als oberster Richter und Instanz - bis heute, wo wir all die bekannten Folgen in Form von Zerstörung unserer Lebensgrundlage und »Zuvielisation« zu spüren bekommen.

Liebe

Wir bestimmen unsere Welt mit unserem Verstand. Wir glauben, das Leben kontrollieren zu können. Aber der Verstand als solcher ist kühl, berechnend und egoistisch. Was ihm fehlt, ist die Liebe. Liebe aber ist das Göttliche in uns, das Feuer, die Flamme, das Lebendige, das Spirituelle, die Seele. Und dieser Anteil in uns ist genau dafür da, unser Leben zu bestimmen. Wir aber bestimmen nicht aus der Tiefe unserer Seele heraus, sondern warten allzu oft darauf, dass uns ein externalisierter Gott sagt, was wir zu tun haben. Wir warten auf Eingebungen, Aufträge, Visionen, oder darauf, dass uns ein gnädiger Gott erhört und beschenkt. Dieser Gott aber lebt nicht im Außen, sondern tief in uns. Er ist unser Lebensfunke, unser Feuer, unsere Begeisterung, unsere Inspiration und der Quell, aus dem wir unser Leben gestalten und bestimmen können. Der Verstand wird so zum Diener einer echten Spiritualität und kann uns helfen, unsere Vorstellung, unsere Vision eines Lebens auf der Basis von Liebe, Freude, Gemeinschaft und Verantwortung zu verwirklichen.

Gerhard Popfinger

Gerhard Popfinger leitet Visionssuchen, Schwitzhüttenzeremonien und andere naturspirituell orientierte Seminare, und bietet ab September eine 2-jährige Ausbildung zum Schwitzhüttenleiter an. Autor des Buches »Die Schwitzhütte. Herkunft, Bau und Ritual«, ARUN Verlag, 2009

Links

Diesen Beitrag teilen

Bei Wer kennt wen teilen
0
Webnews einstellen
0
0


Social Sharing powered by flodji.de
   

Ich suche  


   

Top 10 des Monats  

   

Connection Networks  

   

Werbung  

   

Unsere Partner  

Satsangfestival

Medizin und Bewusstsein

Bodhisattva Schule

Bewusstseinspraxis

zur Website von Ladeva

zur Website von Find Your Nose

zur Website von Die Kunst zu Leben

Weltinnenraum

LotusCafe - Forum für ganzheitliche Partnersuche

Spirituelles Portal

KGS Berlin

menschenklang

Periplaneta

   
© Connection AG 2015