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Spiritualität/Mystik

Selbstverwirklichung

Details

Selbstverwirklichung
Foto: Kiegeland

Klären, versöhnen, erfahren

Wie können wir uns selbstverwirklichen? Wie kann man den Weg definieren, den man in diesem Leben geht? Es ist der Weg der Klärung, der Versöhnung und der Erfahrung, sagt Burkhardt Kiegeland. Und es gibt ein Ziel: Sich selber zu erkennen, zu dem Menschen werden, der man in Wahrheit ist und beschenkt zu werden mit dem Erlebnis von Einssein und Allverbundenheit.

Manchmal beschert einem das Telefon spannende Minuten. Da rief jemand an und fragte, ob ich der und der sei. Ja, sagte ich, worauf der Anrufer fortfuhr, ob ich ihm, wenn er denn in meine Seminare käme, eine Erfolgsgarantie geben könne. Ich: Was verstehen Sie denn unter Erfolg? Er: Na ja, dass ich dann ein Mensch bin, der ein gutes Leben lebt. Einer, der eben spirituell ist. Ich: Da muss ich Sie fragen, was verstehen Sie unter Spiritualität, und was unter einem guten Leben? Es entspann sich ein längeres Gespräch. Es zeigte mir wieder, dass die Weise, wie bestimmte Begriffe verstanden werden, auf sehr subjektiven Erwartungen beruht. Erfolg, gutes Leben, Sinn – das kann für den einen dies und für den anderen jenes bedeuten. Oder Spiritualität – das ist für die einen der Weg, sich für den Strom des Lebens zu öffnen, und zwar mit dem Ziel der Erfahrung von Einssein und Geborgenheit in der Existenz. Andere verbinden damit esoterische Fantastereien und Obskurantismus. Und für wieder andere bedeutet es, Karten auf die Zukunft zu ziehen oder den Alltag danach auszurichten, ob am Morgen eine schwarze Katze von links den Weg gekreuzt hat. Eine große Spannbreite also. Und es gibt ja nicht nur diese so unterschiedlichen Vorstellungen.

Der spirituelle Weg

Es stellt sich ja immer wieder auch die Frage, wie der spirituelle Weg, zum Beispiel den wir hier gehen, möglichst unmissverständlich beschrieben, wie definiert werden kann. Und welchen Weg gehen wir hier? Hat er ein Ziel? Wir gehen den Weg der Klärung, der Versöhnung und der Erfahrung. Und es gibt ein Ziel: Sich selber zu erkennen, zu dem Menschen werden, der man in Wahrheit ist und beschenkt zu werden mit dem Erlebnis von Einssein und Allverbundenheit. Oder mit anderen Worten: In der Seinserfahrung den unbegrenzten Raum jenseits der Grenzen der Person wieder entdecken und die Fülle des Da-Seins. Grundsätzlich gilt: Jeder Mensch hat in sich eine Resonanzfläche für die Schwingung des Einen und damit verbunden die Möglichkeit, sich in einer Tiefe und Unbegrenztheit zu erleben, die ihn von den eingeprägten Ängsten und Zweifeln frei macht und ihm seine ursprüngliche Wirklichkeit vor Augen führt. Weil diese Resonanzfläche in der Regel verschüttet ist, wir also einen wesentlichen Teil von uns selbst nicht kennen, bedarf es der Klärung und der Versöhnung. Damit neue Erfahrung möglich wird.

Klären

Was muss geklärt werden? Warum wir so denken und fühlen wie wir es tun. Also die Haltungen, Konzepte, Meinungen, Lebensanschauungen, die wir aus der Vergangenheit mitgebracht haben. Vieles haben wir ohne nach dem Sinn zu fragen einfach so übernommen, weil es seit Urzeiten zu der Zivilisation gehört, in der wir aufgewachsen sind. Anderes wurde uns unter Druck aufgezwungen, und manchem, das uns aufgezwungen wurde, haben wir Protesthaltungen entgegen gesetzt. Was von all dem ist nun das wirklich Eigene? Wie ist das alles in unsere Köpfe gekommen? Welche früheren Erfahrungen lassen uns heute auf diese bestimmte Weise fühlen und denken? Wodurch sind wir zu dem geworden, was wir sind? Und ist das alles? Das sind keine theoretischen Erwägungen. Denn unsere Haltungen und Konzepte bestimmen gewöhnlich als durchaus begrenzende Glaubenssätze und hemmende Ängste den Umgang mit uns selber, mit den Liebsten – und unsere Stellung im Beruf. Zudem sorgen sie dafür, dass wir – und das ist eine Zahl aus der experimentellen Psychologie – in der Regel nur 6 bis 10 Prozent von uns selber kennen. Gerald Hüther, ein bekannter Neurowissenschaftler, spricht von den ungeheuren Möglichkeiten, mit denen jedes Kind zur Welt kommt und der Kümmerexistenz, die durch Erziehung und Schule daraus wird. Drastische Worte.

Denken und Fühlen

Denken und Fühlen können nicht getrennt werden, das ist heute gesichertes Wissen der Hirnforschung. Mit starken Gefühlen verbundene Erfahrungen hinterlassen Strukturen im Gehirn. Wir haben unsere begrenzenden Haltungen, Glaubenssätze, Ängste erworben und hängen so fest an ihnen, weil sie das Ergebnis von intensiv gefühltem schmerzhaftem Erleben waren.

Darum sind Gedanken und Gefühle auch nicht objektiv, sondern höchst subjektiv und ankern in unseren alten Erfahrungen. Als kürzlich so viele Bootsflüchtlinge aus Afrika vor der Insel Lampedusa in Seenot gerieten und ertranken, gab es weltweit Bekundungen der Trauer und des Mitgefühls. Und ebenso Stimmen der Gleichgültigkeit und Abwehr. Europa auch ein Kontinent der kalten Herzen?!

Die Angst vor den Fremden und ihrer Armut hat immer Wurzeln im eigenen Persönlichen. Sie ist Widerschein der eigenen Angst vor dem Mangel, dem Nichtgenügen, der Entwurzelung, der Hilflosigkeit. Diese materiell so reiche Welt, in der wir leben, gründet, das kann an vielen Einzelheiten täglich beobachtet werden, eben nicht auf einer bejahenden, gelassenen und großzügigen Haltung des eigenen Werts. Sie gründet auf dem Immer-mehr-haben-Wollen aus Angst, zu wenig zu bekommen, nicht wirklich wertvoll zu sein. Wir können darum nicht teilen.

Selbstverwirklichung
Foto: Kiegeland

Versöhnen

Die Selbstverneinung, nämlich ohne ständiges Leisten nicht wertvoll zu sein, ist die Seelenkrankheit unserer Zivilisation. Sie ist der oft unerkannte Antrieb für viele Eigenschaften, die wir an uns selber nicht mögen. Wir wollen ja gute Menschen sein. Stoßen wir dann in uns selber auf Geiz und Gier, auf Ärger, Bosheit, Gewalt, auf Ängste, Schwäche, Hilflosigkeit, Nichtgenügen und diesen nagenden Frust, verstärkt dies meist die Neigung, von uns enttäuscht zu sein – oder wir überdecken es mit Aktivismus. Oder wir verhalten uns besonders ablehnend Menschen gegenüber, an denen wir diese Eigenschaften wahrnehmen.

Gewöhnlich kehrt man das, was ja Persönlichkeitsanteile von einem selber sind, unter den Teppich. Verdrängte Kräfte sind aber nicht be-seitigt, sondern sie schmoren und dünsten als Schatten im Untergrund. Sie unten zu halten beansprucht eine Menge Energie. Versöhnen heißt nun, dass wir die Schatten anschauen und in den Arm nehmen. Wir begrüßen sie als Anteile von uns. So wie Menschen aufwachsen, entwickeln sich unvermeidlich die Schatten. Menschen sind auch gierig, wütend, kaltherzig, hilflos, selbstmitleidig, ärgerlich, ratlos. Doch es ist eine für Viele fremde Vorstellung, ihre Schatten zu begrüßen und in den Arm zu nehmen. Alle Gewohnheit, alle Erziehung spricht dagegen.

Humus

Dabei handelt es sich, genauer besehen, bei den Schatten um eine Art Kompost. Und der kann zu Humus werden und die schönsten Gewächse hervor bringen. Gier und Geiz zum Beispiel können wir als tragische Verzerrungen einer ursprünglichen kreativen Kraft verstehen, die sich in die Welt hinein entfalten wollte. Sie wurde gestoppt, beschnitten. Gewalt war einmal essenzielle Kraft. Verzerrt ist sie, weil sie sich nicht entspannt entfalten durfte oder in Doppelbotschaften erstickt wurde: Setze dich durch, aber halte dich zurück! Hier ist nicht der Raum, um an vielen Beispielen zu zeigen, welche verwandelnde Kraft in den Schatten steckt, wenn wir sie fruchtbar werden lassen. Auch genügt es nicht, über solche Zusammenhänge zu lesen, sie müssen in den Gefühlen erlebt werden, sozusagen ins Herz wandern, damit Verwandlung geschehen kann. Wenden wir das Bild von Kompost und Humus auf jene Eigenschaften der Eltern an, unter denen wir so gelitten haben, kommt es auch hier zur Versöhnung mit der Herkunft.

Erfahren

Klären und Versöhnen öffnet für neues Erfahren. Das Neue daran ist zunächst einmal, dass gewohnte Zusammenhänge unter einer anderen Perspektive erscheinen. Und man erlaubt es sich häufiger, hergebrachte Rituale zu unterbrechen. Zum Beispiel beginnt man zu schmunzeln, wenn der innere Polizist mit seinen Drohungen auf den Plan tritt: Hallo Polizist! Ich habe aber gerade keine Zeit für dich, später höre ich dir gern wieder zu. Oder man beginnt zu merken, wie oft man einem altgewohnten Pessimismus frönt und freut sich, dass man es merkt, anstatt sich dafür zu tadeln. In Liebessachen wird man sehen, wie oft man bisher vergeblich versucht hat, einem Bild von einem Mann oder einer Frau oder der Idee von einer Beziehung nach zu jagen.

Der Horizont weitet sich. An Menschen, die man früher übersehen hätte, erkennt man wie schön und liebenswert sie sind. Und in der Beziehung ist es nicht mehr bedrohlich, dass der andere anders ist. In der Alltagswelt des Berufs schließlich wird einem klar, in welchem Ausmaß man der Illusion Liebe für Leistung gefolgt war. Und was will man wirklich tun? Wie sieht man sich in dieser Welt? Verstehe ich die Zusammenhänge an meinem Arbeitsplatz? Kann ich dort etwas gestalten und bewirken? Erlebe ich Sinnhaftigkeit und Erfüllung?

An die Stelle von Spekulation, Hoffen und Zweifeln, von der ständigen Bespiegelung der Befindlichkeiten tritt die achtsame, entspannte Präsenz bei dem was wir tun und erleben.

Transzendenz

Klären und Versöhnen öffnet für neues Erfahren. Am wichtigsten aber ist, dass wir in eine Lage kommen, nicht mehr ständig und wie zwanghaft um unsere Probleme zu kreisen. Denn das ist ja die ständig Energie fressende Beschäftigung des mit sich unversöhnten Menschen. An die Stelle von Spekulation, Hoffen und Zweifeln, von der ständigen Bespiegelung der Befindlichkeiten tritt die achtsame, entspannte Präsenz bei dem was wir tun und erleben. Wir werden dem Leben Zugewandte. Dies nun ist die Voraussetzung für Durchbrüche zum Sein, für dies plötzliche Eintauchen ins Eine, Stille und Ganze, aus dem wir dann in das wie neu gewordene Leben zurück kommen, geborgen, leicht, erfüllt.

Abraham Maslow, ein Gründervater der Humanistischen Psychologie, hat dafür den Begriff »peak experience« geprägt, Gipfelerlebnis. Andere Worte dafür: Satori, Seinserfahrung. Eine Falle gilt es allerdings zu vermeiden: Das ewige Psychologisieren. Klären und Versöhnen hat eine Menge mit Psychologie zu tun. Darin steckt nun die Versuchung, immer weiter wertend um sich selber zu kreisen, diesmal mit psychologischen Begriffen und neuer Selbstwichtigkeit. Wollen wir auf dem Weg fortschreiten sind diese Ermunterungen nützlich: Spekuliere nicht über das Leben, lebe es ganz! Psychologisiere nicht über die Liebe, liebe mit ganzem Herzen! Rätsele nicht über deine Beziehung, tauche ganz in sie ein.

Erfolg

Wir erinnern uns, der Anrufer hatte gefragt, ob ich ihm Erfolg garantieren könne. Natürlich nicht – und was ist wohl Erfolg? Einer meiner Lehrer erklärte einmal, vor dem bloßen Erfolg solle man sich in acht nehmen. Besser als auf Erfolg aus zu sein sei es, am Gelingen seines Lebens zu arbeiten. Ich finde das einen guten Hinweis. Nichts dagegen, eine Prüfung erfolgreich zu absolvieren oder eine Gehaltserhöhung zu bekommen. Auf das Leben angewendet ist Erfolg aber ein viel zu enger Begriff.

Das Wort Gelingen ist viel offener und reicher. Es erzählt, dass es außer unserem Bemühen noch eine Kraft gibt, die wir in unser Leben herein lassen können: Die Überraschungen, Wendungen und Wechselfälle des Lebens selber, seine Kreativität und Intelligenz. Unsere Bemühungen, unsere Pläne sind das eine, sozusagen die Zutaten. Das Leben, für das wir uns öffnen, dem wir uns hingeben, bereitet daraus einen Weg. Der mag gerade Strecken aufweisen, Schleifen und Abkürzungen und ist immer Gegenwart.

Burkhardt Kiegeland

Burkhardt Kiegeland, Jg. 42, der »Herz-Meister«, ist seit nun 1980 bekannt für seine »Herz-Eröffnungs-Seminare« und sein »Herz-Projekt«. Er war Schüler von Osho und Michael Barnett. Aus seinem früheren Zentrum »Weisser Lotus« ist er in die Schweiz ins Berner Oberland übersiedelt und hat unter dem Begriff »Eins und Sein« ein neues Zentrum ins Leben gerufen. Website: www.einsundsein.org

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