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Globales Bewusstsein

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Globales Bewusstsein
Foto: Thorben Wengert pixelio.de

Wir sind eine Familie

Wissenschaftler schätzen, dass 6 bis 10 Prozent der Menschen ein globales Bewusstsein entwickelt haben. Das sind Menschen, die über die Grenzen ihrer Heimatregion, ihres Heimatlandes, ihres Heimatkontinents hinaus Verantwortung für die ganze Menschheit und den Planeten fühlen. Menschen frei von Nationalismus und religiösem Fundamentalismus zum Beispiel, aber auch Menschen, die nach Auswegen suchen, um die global drohende Klimakatastrophe abzuwenden...

Neulich waren wir Skifahren. Etwa in der Mitte einer der etwas steileren Abfahrten hielt ich am Pistenrand an, um auf meine jüngste Tochter zu warten, die ebenso tapfer wie geschickt ihre Bögen zog und noch nicht so schnell unterwegs war wie wir anderen. Während ich so stand, bemerkte ich einen Mann, der ein paar Meter seitwärts am Rand der Piste im Schnee lag, die Ski angeschnallt, und mich heran winkte. Ein Mann Mitte-Ende Dreissig, und er bat um Hilfe. Ob ich etwas zu essen dabei hätte, vielleicht sogar ein Stück Schokolade, er sei völlig geschwächt, unterzuckert und könne von allein jetzt nicht mehr aufstehen. Schokolade hatte ich leider nicht dabei, doch einen Apfel. Den nahm er gern an. Man begegne sich immer zweimal im Leben, sagte er dankend, und das nächste Mal werde er sich revanchieren können.

Damit begann er den Apfel zu essen. Wir wechselten noch ein paar Worte und fuhren dann weiter den Hang hinunter. Ein paar Minuten später sauste er an uns vorbei, mit eleganten Schwüngen und in hohem Tempo. Guter Skifahrer! Man begegnet sich immer zweimal im Leben – dieser Satz, der Mann hatte ihn wie eine Gewissheit ausgesprochen, beschäftigte mich. Stimmte er wirklich? Mir fielen sogleich Gegenbeispiele ein. Viele Bekannte aus früheren Jahrzehnten hatte ich nie wieder gesehen. Auch zu manchen Freunden aus unserer Zeit als junge Erwachsene besteht seit langem keine Verbindung mehr. Wir haben uns aus den Augen verloren.

Und wenn ich die vielen Menschen erinnere, die in meiner Erinnerung lebendig sind, kommt mir das Bild eines großen Netzes mit ungezählten Knoten, das mich mit ihnen allen verbindet.

Begegnung – Beziehung

Allerdings haben diese Beispiele keine Beweiskraft, denn vielleicht begegne ich ihnen ja doch nochmals irgendwann, irgendwo. Das ist durchaus möglich. So wie ich neulich jemandem in die Arme lief, der vor 30 Jahren eines meiner Seminare besucht hatte. Am Tag zuvor hatte ich an ihn gedacht. Schauen wir genau, findet ja auch eine Art von Begegnung statt, wenn ich in Gedanken an frühere Freunde und Bekannte verweile. In mir selber stellt sich in dem Augenblick Nähe zu ihnen her, eine innere Beziehung. Und wenn ich die vielen Menschen erinnere, die in meiner Erinnerung lebendig sind, kommt mir das Bild eines großen Netzes mit ungezählten Knoten, das mich mit ihnen allen verbindet. Tatsache ist nun, dass diese Verbindung wirklich existiert. Es ist nicht bloß ein Bild – da besteht ein von Energien durchpulstes Netzwerk. Es ist ähnlich wie eine Familie und verhält sich auch ähnlich wie eine Familie. Alle sind miteinander verknüpft, zwischen allen, auch wenn sie weit entfernt sind und selbst wenn kein offener Kontakt mehr stattfindet, fließt Energie.

Family of Man

Family of Man hieß eine berühmte und von zig Millionen Menschen in allen Kontinenten besuchte Fotoausstellung vor vielen Jahren. Edward Steichen hatte sie zusammengestellt und zeigte in Bildern von Freude, Glück, Liebe, Schmerz, Trauer, Gewalt, wie alle Völker dieser Erde eins sind in ihrer Menschlichkeit. Und ein neueres Projekt: Der deutsche Fotograf Uwe Ommer reiste vier Jahre um die Welt und fotografierte Familien. Veröffentlicht hat er dann »1000 Families. Das Familienbuch des Planeten Erde«. Beim Betrachten dieser Fotografien begegne ich mir stets selber – in den Männern, Frauen und Kindern aller Erdteile und Kulturen. Wir sind Menschen, wir sind eine Familie.

Die Regel der Fünf

Die Regel der Fünf besagt, dass es zwischen zwei so weit wie auch immer voneinander entfernt lebenden Menschen nur fünf Schritte sind. Nehmen wir als Beispiel den Käufer eines billigen T-Shirts in Bern und die Arbeiterin in einer dieser Textilfabriken in Bangladesh. Der Käufer in Bern kennt viele Menschen, von diesen kennt irgendjemand wieder jemanden, der wieder jemanden kennt, dieser kennt wieder jemanden – und schon sind wir bei jemandem, der die Arbeiterin in einer dieser Textilfabriken kennt, wo ausgebeutete Menschen billige Textilien für uns herstellen (wobei die teuren Textilien oft aus denselben Quellen stammen). Auch zwischen den Lesern und Leserinnen dieses Textes und dem kasachischen Präsidenten Nasarbajew oder Barack Obama oder Richard Gere oder George Clooney sind es bloß fünf Schritte.

Globales Bewusstsein
Foto: Kiegeland

Globales Bewusstsein

Vor ein paar Jahren sagte mir ein Kommunikationswissenschaftler, etwa sechs Prozent der Menschheit hätten ein globales Bewusstsein. Ich weiß nicht, ob diese Zahl korrekt ist, vielleicht sind es heute mehr. Was meinte er mit dem Begriff? Er bezog ihn auf Menschen, die über die Grenzen ihrer Heimatregion, ihres Heimatlandes, ihres Heimatkontinents hinaus Verantwortung für die ganze Menschheit und den Planeten fühlen. Menschen frei von Nationalismus und religiösem Fundamentalismus zum Beispiel.

Und der Gegenpol? Ich kannte in Österreich eine Frau, sie hatte von ihrem Heimatdorf fünf Kilometer weiter ins Nachbardorf geheiratet und wurde dort nach zwanzig Jahren immer noch als Fremde angesehen. Oder jener Mann aus einem oberbayerischen Städtchen mit seiner aus Russland stammenden Frau. Am Stammtisch schimpfte er auf die angeblich in Massen ins Land drängenden Fremden. Seine Frau saß beklommen daneben und fragte sich, warum er dann sie und keine Frau aus seinem Heimatort geheiratet hatte. Und wieder der andere Pol: Im Mai 2013 erklärte der Dalai Lama, Besucher aus anderen Galaxien seien wie wir. Nicht dass er damit sagen wollte, die Aliens lebten schon unter uns. Er wählte das Beispiel von Besuchern aus anderen Welten, um deutlich zu machen, wie sehr wir es gewohnt sind, Menschen aus anderen Ländern und Kontinenten als andersartig zu betrachten. In Wahrheit sind wir alle eins und jeder trägt den Funken des Göttlichen in sich. Bewohner anderer Galaxien würde er als Gleiche begrüßen. Damit zeigt er sein universelles Bewusstsein.

Von der Angst zu Mitgefühl

Eine Menschheit, eine Erde, eine Schöpfung. Was setzt in den Köpfen und Herzen die Grenzen? Es ist die Angst. In seinem Vortrag wies der Dalai Lama wie schon so oft darauf hin: »Wenn wir unser Mitgefühl entwickeln und uns dessen bewusst werden, dass wir alle durch den göttlichen Funken miteinander verbunden sind, könnten wir frei von der Angst werden. Frei von der Angst zu sein bedeutet zugleich, dass Gewalt und Aggression, Ausbeutung und Tyrannei verschwinden werden.« Mitgefühl entwickeln. In der christlichen Sprache lautet die Entsprechung: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Auch diese auf uns selbst und den anderen zielende Liebe kann und muss entwickelt werden. Die Frage ist allerdings, wie entwickelt man Mitgefühl, wie verwirklicht man das doppelte Liebesgebot aus der Bergpredigt ganz praktisch?

Erfahrung versus Ideologie

Nicht das erste Mal betone ich hier den Vorrang des Erfahrens gegenüber jenen Ideologien, die dazu auffordern, an etwas zu glauben, das einen erlösen wird. Die traditionelle Haltung in unserer Zivilisation ist für den Glauben und gegen das Erfahren eingenommen. Wer glaubt, kommt in den Himmel, wer erfahren, das Leben in seiner Gänze ausprobieren will, um Wahrheit zu erfahren, begibt sich nicht nur in Gefahr, er gerät leicht in den Verdacht, den Pfad der Tugend eigentlich schon verlassen zu haben. Tugend steht in dieser Haltung für Anpassung an das Gewohnte, für jene Lebensangst, die sich in der Sorge zeigt, nicht den Meinungen der anderen zu entsprechen – oder, und das ist dasselbe, im Dauerprotest verharrt. Starre Glaubenssysteme und Ideologien lassen keinen Raum für Fragen. Ein Erfahrungsweg ermuntert zum Fragen.

Das Unkraut lieben lernen

Hier eine wunderschöne Beschreibung für den Erfahrungsweg. Sie handelt vom Mulla Nasruddin, über den im türkisch-arabischen Raum ungezählte meist humoristischen Anekdoten kursieren, die zum Aufwachen ermuntern: Mulla Nasruddin entdeckte seine Freunde an der Gartenarbeit und beschloss, einen wunderschönen Blumengarten anzulegen, in dem die schönsten Blumen in großer Zahl blühen sollten. Also grub er den Boden um, legte Beete an und brachte vielerlei Samen in die Erde. Doch als die Samen aufgingen, sah er zu seinem Entsetzen, dass die schönen Blumen, die er ausgesucht hatte, überwuchert wurden von allerlei Unkräutern wie Löwenzahn, wilden Gräsern, Hirtentäschelkraut. Mulla Nasruddin suchte daraufhin den Rat erfahrener Gärtner und probierte alle Hausmittel aus, um die Unkräuter los zu werden, doch ohne Erfolg. Schließlich machte er sich auf den Weg in die Hauptstadt, wo am Hof des Scheichs ein alter weiser Gärtner lebte. Ihn wollte er um Rat fragen. Doch alle Mittel, die der alte Gärtner ins Spiel brachte, hatte Mulla Nasruddin schon ausprobiert. Da war guter Rat teuer.

Schließlich kratzte sich der alte weise Gärtner am Kopf, schenkte dem Mulla einen langen tiefen Blick und sagte: »So wird es das Beste sein, du lernst die Unkräuter zu lieben!«

Er ist reif für den einzig nützlichen Weg: die Schatten anzunehmen, sie als Realität zu akzeptieren, sich mit ihnen zu versöhnen.

Die Schatten annehmen

Ein Mann entdeckt, dass er sein Inneres betrachten kann – eine Bewusstheit für ihn selber hat sich gemeldet. Er beschließt, dieses Innere wie einen Garten schön zu gestalten. Doch kaum dass er mit der Arbeit begonnen hat, merkt er, wie sich neben den schönen auch unerwünschte Energien zu Wort melden: die Gier, der Geiz, die Missgunst, der Ärger, die Trägheit des Herzens, die Ängste, die negativen Glaubenssätze über ihn selbst und das Leben. Sie bedrängen ihn, überfluten ihn gar. Seine erste Reaktion ist, diese Energien loswerden zu wollen, und weil er es allein nicht richten kann, sucht er Helfer, Fachleute für die Bekämpfung dieser »Unkräuter«. Wie er – das darf man annehmen – setzen sie auf Ausrupfen, Loswerden, Abspalten. Allerdings ohne Erfolg.

Auch der weise alte Gärtner zählt zuerst all die bekannten und nutzlosen Rezepte auf. Als Könner in der Kunst, Gärten zu pflegen, will er erst einmal wissen, zu welchen Mitteln der Mann schon gegriffen hat – zu den nutzlosen Rezepten. Dann schaut er ihn lange an. Er sieht, der Mann ist schon alle gewöhnlichen Wege gegangen und weiß wirklich nicht weiter. Er ist reif für den einzig nützlichen Weg: die Schatten anzunehmen, sie als Realität zu akzeptieren, sich mit ihnen zu versöhnen, damit die in ihnen gebundene Energie sich verwandeln kann in echte Selbstliebe aus Selbsterkenntnis, in Kreativität und Lebendigkeit. In Mitgefühl und Aufgeschlossenheit für den Nachbarn, für die Mitmenschen aus der Fremde.

Mitgefühl ist die versöhnende Selbsterkenntnis, dass wir alles sind, was zum Menschen gehört, die ganze Palette vom Hellsten bis ins Dunkelste.

Vom Dschungel zum Garten

Mitgefühl ist, und das unterscheidet es von Mitleid, keine Haltung der Überlegenheit. Da ist kein armer leidender Mensch, auf den wir herab blicken, weil er Hilfe und Fürsorge braucht und wir nicht. Es ist auch weniger ein Gefühl als eine grundlegende Haltung von Anteilnahme und Verbundenheit, von Freundlichkeit. Mitgefühl wächst aus dem Annehmen unserer Menschlichkeit zur Gänze. In der versöhnenden Selbsterkenntnis, dass wir alles sind, was zum Menschen gehört, die ganze Palette vom Hellsten bis ins Dunkelste. Wir haben uns für das Herz, für das Miteinandender entschieden und den Dschungel der Ängste, der Abgrenzung und des Gegeneinander hinter uns gelassen. Das ist übrigens ein altes Bild: Zuerst herrscht in uns der Dschungel, dann, nach einiger Arbeit an uns, wird daraus ein Mischwald mit Lichtungen. Und schließlich ein schöner Garten, in dem alles Gewächs seinen Platz hat und die Blumen vom Unkraut nicht mehr bedrängt werden.

Burkhardt Kiegeland

Burkhardt Kiegeland, Jg. 42, der »Herz-Meister«, ist seit nun 1980 bekannt für seine »Herz-Eröffnungs-Seminare« und sein »Herz-Projekt«. Er war Schüler von Osho und Michael Barnett. Aus seinem früheren Zentrum »Weisser Lotus« ist er in die Schweiz ins Berner Oberland übersiedelt und hat unter dem Begriff »Eins und Sein« ein neues Zentrum ins Leben gerufen. Website: www.einsundsein.org

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